XXL-SPECIAL: Wohin steuert der Markt bei Smart-TVs, Beamern, Soundbars und bei AV-Receivern/Verstärkern + passenden Lautsprechern?

Soundbars

Samsung Hw Q710gc Gruppenbild1

Die Samsung HW-Q710 (2023) klingt gut und ist zu Marktpreisen von weniger 400 EUR zu haben

  • Soundbar-Systeme selbst recht günstiger Preisklassen (ab circa 500 EUR) werden akustisch immer stärker. Heißt: Kein monotoner, oberflächlicher Klang mehr, sondern mehr akustische Kultur, mehr Räumlichkeit, mehr Klarheit und Substanz.

Nubert Nupro Xs 8500 Rc Front Abdeckung 2

Nubert nuPro XS-8500 RC

  • Soundbars gibt es mittlerweile auch in richtig teurer Form (von Sennheiser oder Nakamichi, oder das Nubert-Topmodell nuPro XS-8500 RC, das zudem exzellent klingt)
  • Auswahl hinsichtlich des Systems: Entweder eine All-In-One-Soundbar (oft kann man trotzdem optional noch weitere Komponenten wie einen aktiven drahtlose Subwoofer oder Wireless-Rears dazu bestellen), Systeme aus Soundbar und aktivem drahtlosem Subwoofer sowie Systeme, in denen zusätzlich noch Wireless Rears enthalten sind.

Lg Dsc9s Soundbar Dolby Atmos Speaker Mittig

LG mit drittem Upfiring-Speaker beim 3.1.3 System DSC9S (2023)

  • Dolby Atmos und DTS:X sind mittlerweile Pflicht-Features. In günstigeren Preisregionen oder beo Sounddecks mit virtueller Aufbereitung der Height-Ebene, ansonsten mit dedizierten Top-Firing-Modulen (bei LGs Top-Soundbars sogar mit drei Upfiring-Speakern).
  • Soundbars mit vielen HDMI-Inputs sterben aus. Meist gibt es zur Verbindung mit dem Smart-TV HDMI-eARC und bestenfalls noch einen HDMI-Input.

Samsung 65qn800a Menue Ton Q Symphony

Samsung Q Symphony

  • Die nahtlose Zusammenarbeit von Soundbar & Smart-TV, wie sie ganz besonders Samsung (Q Symphony) und LG (WOW! Orchestra) fokussieren, bringt die Lautsprecherhersteller, die auch Soundbars produzieren, immer deutlicher in Bedrängnis. Erschwerend hinzu kommt noch, dass die LG- und Samsung-Soundbars mittlerweile wirklich gut klingen und keine preiswerte, aber wenig  begeisternde Alternative mehr darstellen. Bei WOW! Orchestra und Q Symphony arbeiten das TV-Soundsystem und die Soundbar im Sinne eines räumlich dichten, umfassenden Klangbilds zusammen. Daher ist es für die Lautsprecherhersteller wichtig, sich auf ihre enorme akustische Komponenz zu verlassen, und durch besonders hochwertige Treiber, Endstufen und Gehäuse trotz allem für einen enorm guten Klang zu sorgen. 
AV-Verstärker-/Receiver plus passende Lautsprechersysteme

Denon Avc X6800h

Hightech in Reinkultur: Denon AVC-X6800H

Denon Avc X6800h Innen Gesamt

Innerer Aufbau des Denon AVC-X6800H

Arcam Avr 31 Frontansicht1

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Luxusmodell: Arcam AVR31

Yamaha Rx A6a Front 2

Vorzügliche Wahl in der Oberklasse: Yamaha RX-A6A

  • Gern wird gesangt, dass der AV-Receiver- und AV-Verstärker-Markt faktisch "tot" sei. Das ist so nicht korrekt. Welches Marktsegment wirklich praktisch nicht mehr vorhanden ist, ist das, was die großen Mehrkanal-Zeiten, circa von 1998 bis 2015, geprägt hat: Preiswerte, kleine Mehrkanal-Receiver mit zugehörigem Lautsprechersystem, gern in Form schlanker Säulen oder als Sub/Sat-System. Solche Käufer wenden sich heute Soundbar-Systemen zu oder sind "aufgestiegen" und kaufen jetzt AV-Receiver-/Verstärker gehobener Preisklassen oder aus der angehenen Luxus-Liga. Im angesprochenen gehobenen Preissegment sind AV-Verstärker/Receiver nach wie vor eine wichtige Komponente, auch wenn die Stückzahlen natürlich nicht mit denen der AVRs der Preisklasse zwischen 400 und 800 EUR zu vergleichen sind. Gerade bei Oberklasse-AV-Verstärkern/-Receivern wird nicht nur auf ein klassischen Mehrkanal-Lautsprechersystem mit Standboxen vorn, Center und Rears etc. gesetzt, sondern auch verstärkt auf Einbaulautsprecher. Wer neu baut oder komplett grundsaniert, denkt öfters auch in Deutschland daran, die Boxen gleich in den Wänden und Decken verschwinden zu lassen. 

Arcam Avr31 Dirac Live 8

Auch Arcam setzt bei den AV-Receivern des Hauses auf Dirac Live

Denon Avc X4800h Einrichtungsassistent Audyssey Fertig

Auch die Lautsprecher-Kalibrierung über Audyssey findet noch Verwendung

Iotavx Avx17

IOTAVX AVX17 - verarbeitet 17 Kanäle 

Marantz Av 10 Von Schraeg Oben

Unfassbare Vorstufe: Marantz AV10 mit Referenzaufbau und der Verarbeitung von bis zu 15.4 (!) Kanälen

Marantz Av 10 Rueckseite

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Rückseite 

Denon Avc A1h Innen Gesamt

Denon AVC-A1H von Innen

Masimo Bowers Wilkins 700 Avc A1h 9 4 6 Setup Avc A1h

Denon AVC-A1H - Frontansicht

  • Innovationen sind bei AV-Receivern und AV-Verstärkern rar. Der Stand der Technik hat sich seit einigen Jahren kaum verändert: Sieben bis elf Endstufen, mehr oder weniger sind die Ausnahme (High End Vorstufen verarbeiten bis zu 15.4 Kanäle, und der Denon AVC-A1H/AV-Vollverstärker besitzt 15 Endstufen, die Vorstufe verarbeitet 15.4-Signale), Decoder für Dolby Atmos und DTS:X, in einigen Fällen, vor allem bei Devices ab der Oberklasse, auch Auro-3D sowie IMAX Enhanced und MPEG-H. Auro 3D hat für die native Wiedergabe keinerlei Relevanz, besticht aber durchs exzellente Audio-Upscaling von klassischen Tonformaten. Voraussetzung, dass man Auro-Matic nutzen kann, ist aber, dass der AV-Verstärker/Receiver das "Cross-Upmixing" beherrscht und man für Dolby- oder DTS-Tonspuren auf Auro-Matic zurückgreifen kann. IMAX Enhanced setzt IMAX Enhanced-Softeware für die Verwendung voraus, diese gibt es hierzulande nur vereinzelt. Nahezu alle Modelle (Ausnahme IOTAVX AVX17 Vorstufe - dieses puristische Device ist ausschließlich auf maximale Mehrkanal-Performance ausgelegt) sind Netzwerk-Streaming-fähig. Die Komponenten bringen sechs bis acht HDMI-Eingänge und maximal drei HDMI-Ausgänge mit (auch für mehrere Zonen). Das Thema Lautsprechereinmessung und Room-EQ wird immer von denselben Anbietern bedient: Immer noch gibt es mittlerweile arg antiquierte Audyssey MultEQ-Einmesssysteme, die moderne Variante ist Dirac Live. Mancher Hersteller bietet auch eine eigene Lösung an (wie z..B. Trinnov im Luxussegment). Viel Bewegung ist aber auch hier nicht. Videoseitig wird in zahlreichen Modellen noch Upscaling bis hoch auf 8K geboten, zudem sind ein Teil der HDMI-Slots 8K-kompatibel. Generell stellt sich bei den vielen HDMI-Eingängen am AVR die Sinnfrage, denn eigentlich wird es in den meisten Fällen so laufen, dass der AVR über HDMI-eARC mit dem TV verbunden wird, der als Video-Streaming-Zentrale dient. Wer eine Settop-Box verwendet, braucht meist einen HDMI-Slot, Freunde physischer Medien besitzen noch irgendeinen Blu-rax- oder UHD-Blu-ray-Player. Warum dieses Equipment, ebenso ein etwaiger Gaming-PC oder eine Hightech-Konsole, am AV-Receiver angeschlossen werden muss und nicht seinen Weg direkt an einen der (3 bis 4) HDMI-Slots des Smart-TVs wandert, erschließt sich uns nicht in vollem Maße. Die Zeiten, an denen AVRs 6 bis 8 HDMI-Eingänge haben und diese allesamt sinnvoll genutzt werden, sind eigentlich vorbei. Drei bis vier HDMI-Eingänge dürften für die meisten reichen, und die gibt es gleich am TV. 

Dali Phantom S 280 Front

Reicht locker fürs High End Heimkino hinsichtlich der Frontbeschallung: Dali Phantom S-280

Kef Ci5160refm Thx

KEF Ci5160REFM-THX mit THX Dominus-Lizenz

Amina Sound Edge 5i Front

Amina baut tatsächlich unsichtbare Einlautsprecher. Der Hersteller wird in Deutschland von Audio Reference vertrieben

Aperion Audio Theatrus T65 Gruppenbild2

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Theatrus-Komponenten von Aperion Audio

Perlisten R Serie Komplett

Perlisten Audio - oben die R-Serie - baut exzellente Lautsprecher für den Mehrkanalbetrieb

  • Bei den passenden Lautsprechersystemem tut sich im geringen Ausmaß wieder etwas. Schon erwähnt haben wir, dass Einbaulösungen immer attraktiver werden. Firmen wie Dali, KEF, Canton oder Elac haben hier z.B. ein sehr leistungsstarkes Portfolio, auch komplett unsichtbare, unter dem Putz angebrachte Lautsprecher von Amina sind hier eine tolle Lösung. Aber bei klassischen Mehrkanal-Lautsprechersystemen tut sich auch etwas. So z.B. die Theatrus-Baureihe von AperionAudio oder das gesamte Produktsortiment des Hightech-Anbieters Perlisten Audio fokussieren endlich das Thema "Wiedergabe von Filmton" wieder. Ansonsten stehen, z.B. bei Nubert, Canton, Dali, KEF, Elac und vielen anderen Herstellern, nach wie vor eine Vielzahl an Lautsprecherserien zur Verfügung. Praktisch immer gibt es eine Standbox, eine Regalbox und einen Center. Oft kommen noch spezielle Lautsprecher dazu: Aufsatzmodule (Top Firing Module) für DTS:X und Dolby Atmos, besonders flache Lautsprecher für die Wand- und/oder Deckenmontage, universelle Lautsprecher, die man als Front L/R, Center und Rear L/R verwenden kann, und natürlich passende aktive Subwoofer. Wobei es beim Thema "aktive Subwoofer" auch hoch spezialisierte Firmen wie Velodyne Acoustics gibt, die sich ausschließlich auf den Bau hochklassiger Subwoofer fokussieren und daher eine enorme Expertise und Erfahrung besitzen. 
Mehrkanal und Wireless Audio - ein neuer Trend?

Nubert Nuzeo Serie Gesamt

High End kabellos: Nubert nuZeo

Canton Smart Gle 9 S2 Paar Black

Canton Smart GLE 9

Bleibt final noch zu klären, wie der Stellenwert von Mehrkanal-Audio in drahtloser Form aktuell aussieht. Groß ist die Auswahl nicht, möchte man ein Mehrkanal-System aus drahtlos miteinander verbundenen Lautsprechern aufbauen. Funktionieren tut dies beispielsweise bei Nubert. Mit aktiven Lautsprechern der nuZeo-Baureihe und dem kompakten Mehrkanal-Vorverstärker nuXinema preAV kann man sogar ein enorm leistungsstarkes Ensemble aufbauen. Und für 3D-Höheneffekte führt Nubert den Deckenlautsprecher nuPro Xi-2000 RC im Programm. Canton ist ebenfalls eine Adresse, die man hier nennen muss. So z.B. ein aktives GLE-Set, bestehend aus 2 Standlautsprechern vorn, Center und zwei Regallautspredchern als Rears plus drahtlosem aktivem Subwoofer - als zentrales Kontrollinstrument dient der Smart Connect 5.1 Vorverstärker in der 2. Generation.

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Fazit

Den Smart TV/Beamer/Mehrkanal-Markt noch als "richtig spannend" zu bezeichnen, wäre vielleicht aus aktueller Perspektive etwas übertrieben. Denn zu gering fallen die Innovationen der letzten Jahre aus. Es geht eher darum, aktuelle Technologien weiter zu verfeinern - und da kommen wir zu einem wichtigen Feld, das doch einige Dynamik verheißt: Künstliche Intelligenz. Gerade bei Smart-TVs, aber auch verstärkt bei reinen akustischen Komponenten werden immer leistungsfähigere Prozessoren inklusive KI verbaut. Was hier noch drin ist, ist wirklich mit Spannung zu erwarten. Ansonsten werden die Bilddiagonalen von Smart TVs immer größer, OLEDs sind auf dem Vormarsch, ebenso Ultrakurzdistanz-Beamer. Der klassische AV-Verstärker oder -Receiver ist nicht klein zu bekommen, gerade dann, wenn es um hochwertige Komponenten geht. Auch gibt es wieder Mehrkanal-Lautsprechersysteme, die sich besonders für die Wiedergabe von Filmton eignen. Soundbars klingen immer besser, was dazu führt, dass sie in günstigeren Preisregionen klar das Ruder übernehmen. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind, Oksana Fritz, Carsten Rampacher
Datum: 23. April 2024

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