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Filmkritik: Stephen Kings "ES - Kapitel 2"

 

"ES" wurde nicht besiegt und der finstere Clown Pennywise (Bill Skarsgard) sorgt 27 Jahre nach den Ereignissen im Jahr 1989 wieder für Schrecken in der Kleinstadt Derry. Mike Hanlon (Isaiah Mustafa) ruft seine ehemaligen Freunde aus dem "Klub der Verlierer" zurück in die Stadt ihrer Jugend, um endgültig dem Grauen ein Ende zu verschaffen ...

Mit knapp 170 Minuten Laufzeit fällt der zweite Teil von Andrés Muschietti "ES" noch einmal länger aus als das 135 Minuten lange erste Kapitel. Obwohl das noch einmal 35 Minuten mehr sind, wirkt die Fortsetzung aber trotzdem weniger langatmig. Zwar vergeht auch hier immer wieder viel Zeit mit Szenen, die den Fortschritt der Handlung in die Länge dehnen, aber Muschietti versteht es sehr gut, viele kleine Geschichten am Rande zu erzählen, die für Spannung und Atmosphäre sorgen. Dabei wird viel Gruselstimmung erzeugt und der Zuschauer mit kurzen Schock-Momenten überrascht. Die Action legt gerade zum Ende noch einen Zahn zu und der im ersten Teil teilweise etwas spleenig wirkende Pennywise verbreitet noch mehr blanken Horror. Trotz des gesteigerten Gewalt-Levels ist "ES - Kapitel 2" aber nicht durchgängi bierernst sondern überrascht sogar ab und zu mit mal mehr und mal weniger gelungener Situationskomik.

Während der erste Teil noch komplett in der 1989er-Zeitlinie spielte, wechselt "ES - Kapitel 2" ähnlich wie die Stephen King-Romanvorlage zwischen den Zeiten und sorgt für kleinere Retro-Reminiszenen wie z.B. durch die Einblendung von Kinoplakaten verschiedener Warner-Klassiker der 80er Jahre wie z.B. "The Lost Boys". Ausserdem erfährt der Zuschauer noch mehr über die Hintergründe von Pennywise und seine Herkunft.

Die Besetzung der erwachsenen Darsteller passt hervorragend zu den jüngeren Darstellern aus der 1989er-Zeitebene. Da diese zwischen den Dreharbeiten der beiden Filme erwachsener geworden sind, wurde zum Teil mit digitaler Technik nachgeholfen, um die Unterschiede auszugleichen. Auch Stephen King bekommt einen kurzen aber unübersehbaren Cameo-Auftritt.

Nimmt man beide Teile von "ES" zusammen, so bekommt man hier eine der besten Verfilmungen einer Stephen King Horror-Geschichte präsentiert, die mit ihrem großen Showdown die 1990er TV-Serie in den Schatten stellt. So wie Peter Jackson den "Herr der Ringe" zum neuen Leben erweckte, gelingt es auch Andrés Muschietti, die Horror- und Drama-Elemente des Romans trotz einiger Veränderungen gut in Balance zu halten. Und obwohl der Zuschauer oft weitgehend im Unklaren darüber gelassen wird, was wirklich Realität und was nur Einbildung der "Verlierer" ist, schafft es der Film auch, der Geschichte eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verleihen statt nur auf simplen Slasher-Horror zu setzen.

"ES - Kapitel 2" läuft seit dem 05.09.2019 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich am 23.01.2020 auf Blu-ray Disc und 4K Ultra HD Blu-ray. Laut einem Interview mit Regisseur Andrés Muschietti könnte es fürs Heimkino auch einen längeren Director's Cut geben.

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