Bundeskartellamt verhängt Millionen-Bußgeld gegen Sennheiser
Das Bundeskartellamt hat gegen den Kopfhörer-Hersteller Sennheiser und die Muttergesellschaft Sonova Geldbußen in Höhe von insgesamt knapp sechs Millionen EUR verhängt. Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes, wirft Sennheiser vor, die freie Preisbildung bei dem Vertrieb von Premium-Kopfhörern eingeschränkt zu haben: "Die Endverbraucherpreise wurden fortlaufend beobachtet und bei Bedarf wurde bei den beteiligten Händlern interveniert, um die Preise anheben zu lassen".
Seit dem Jahr 2015 sollen neben den üblichen Verhandlungen über Einkaufspreise mit deutschen Vertragshändlern auch Abstimmungsmaßnahmen über Verkaufspreise für „Premium-Kopfhörer“ getroffen worden sein. Die Endverbraucherpreise der Händler wurden dabei fortlaufend beobachtet, wobei neben Preisvergleichsdiensten im Internet zum Teil auch eine spezielle Software benutzt wurde. Wenn z.B. Endverbraucherpreise in hohem Maße unter der Unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) lagen, soll Sennheiser bei Händlern interveniert haben, um die Preise nach oben anzupassen.
Nach dem Übergang des Geschäftsbereiches auf Sonova sollen diese Abstimmungsmaßnahmen in geringerer Intensität bis zu einer Durchsuchung des Bundeskartellamts im September 2022 fortgesetzt worden sein. Bei den verhängten Bußgeldern wurde berücksichtigt, dass Sennheiser und Sonova mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert haben und das Verfahren im Wege der einvernehmlichen Verfahrensbeendigung (sog. Settlement) abgeschlossen werden konnte.






