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REVIEW: "Rambo: Last Blood" (4K Ultra HD Blu-ray)

Original: Rambo: Last Blood

Anbieter: Universum Film

Laufzeit: ca. 101 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby Atmos (Deutsch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 31.01.2020

Film

Die Atemzüge von John Rambo werden immer länger, aber er ist noch nicht totzukriegen: Nach der Action-Trilogie in den 1980er Jahren vergingen 20 Jahre bis zum vierten Teil "John Rambo" (2008) und jetzt noch einmal elf Jahre bis zu "Rambo: Last Blood", der damit bereits im Titel einen Bogen zu "First Blood" aus dem Jahr 1982 spannt und einen Abschluss der Reihe bilden könnte.

Während Sylvester Stallone beim vierten Teil noch selbst Regie führte, konzentrierte er sich bei "Rambo: Last Blood" auf die Entwicklung der Story und überlies die Regie Adrian Grünberg, der neben seinem Kino-Debüt "Get the Gringo" umfassende Referenzen als Regie-Assistent bei harten Action-Produktionen wie "Traffic", "Mann unter Feuer" sowie den Netflix-Serien "Narcos" und "Narcos: Mexico" vorweisen kann.

John Rambo (Sylvester Stallone) lebt mittlerweile in Ruhe auf der Farm seiner verstorbenen Eltern in Arizona - bis die Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird. Seine Rettungsmission führt Rambo nach Mexiko, wo er sich mit einem skrupellosen Drogen- und Zuhälterkartell anlegt und noch einmal seine Kampferfahrung unter Beweis stellen muss.

Während "First Blood" auf Basis der Romanvorlage von David Morrell noch ein Drama mit viel Action war, stand bei "Rambo II-IV" Sylvester Stallone als wortkarge aber blitzschnelle Kampfmaschine im Vordergrund, der überwiegend mit Maschinengewehren, Messern sowie Pfeil und Bogen in einer für seine Gegner tödlichen Sprache kommunizierte.

Der Stil des Films ist ziemlich anders als der seiner Vorgänger. "Rambo: Last Blood" zeigt leichte Western-Elemente und präsentiert Rambo jetzt wieder mehr als den verletzlichen Vietnam-Veteranen, der seine Dämonen nur unter starkem Medikamenteneinsatz ruhig halten kann und mit dem Trauma lebt, nicht alle Menschen gerettet zu haben, die ihm vertrauten. Wie in keinem anderen Film der Reihe zeigt Stallone, wie Rambo tickt und was ihn noch am Leben erhält. Denn Rambo grummelt nicht mehr einfach nur vor sich hin sondern sagt deutlicher, was er denkt. Und Rambos tiefgründige Erweiterungen seiner Farm offenbaren das Ausmaß seiner posttraumatischen Störungen so deutlich wie nie zuvor.

Rambo ist immer noch die einst von den Green Berets ausgebildete Kampfmaschine, die nur einen Trigger benötigt, um wieder in den Angriffsmodus überzugehen. Das dauert zwar etwas, aber dafür zeigt sich Rambo diesmal so erbarmungslos wie nie zuvor. Rambo spielt nicht einfach nur seine Routinen ab, sondern er geht weitaus taktischer vor und vollführt sein Werk erbarmungslos und hart wie ein Scharfrichter. Nachdem Stallones PG-13-Strategie bei "The Expendables 3" nach hinten losging, ist "Rambo - Last Blood" ein kompromisslos harter Action-Reisser mit R-Rating (bzw. FSK 18-Freigabe in Deutschland) geworden, der schon leichte Züge von Torture Porn zeigt.

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"Rambo: Last Blood" ist aber keineswegs eine maßlose Gewaltorgie. Stallone bemüht sich, deutlich mehr Handlung als bei Rambo II-IV zu präsentieren und der Film lässt sich für die Einführung in die Geschichte einige Zeit. Aber das macht "Rambo: Last Blood" auch wieder etwas zu überkomplex und Regisseur Adrian Grünberg gelingt es beim Schnitt nicht, das rasante Timing von Stallones Vorgänger "John Rambo" zu erreichen. Trotz einer relativ kurzen Laufzeit von 101 Minuten wirkt "Rambo: Last Blood" doch häufiger etwas langatmig.

Und gleichzeitig lässt der Film den trotz aller Härte bei Rambo II-IV immer stets präsenten Charme vermissen. Der wortkarge Rambo wirkte in den früheren Filmen mit seinen glänzenden Muskelpaketen so überzeichnet, dass die Figur auch immer unfreiwillig komisch erschien - selbst wenn das von Stallone nicht beabsichtigt war. Doch diese Ansätze von Selbstironie sind "Rambo - Last Blood" weitgehend fremd und lassen den Film doch etwas fade wirken.

Das Finale von "Rambo: Last Blood" lässt die Fortsetzung der "Rambo"-Reihe offen. Zum genauen Verständnis des Endes sollte man unbedingt den Abspann schauen.

 

Bild 88 %

"Rambo: Last Blood" wurde mit digitalen RED-Kameras in 5k-Auflösung gedreht. In der Postproduction kam ein 4K Digital Intermediate zum Einsatz, so dass die Ultra HD Blu-ray eine höhere native Auflösung als die Blu-ray Disc bietet. Die Ultra HD Blu-ray unterstützt neben HDR10 auch Dolby Vision mit dynamischen Metadaten.

Das Master ist in Szenen mit ausreichend Umgebungslicht meist recht sauber während in dunklen Szenen stellenweise etwas störendes digitales ISO-Rauschen und teilweise sogar weisse Pixel zu erkennen sind. Der Kontrast ist sehr plastisch und das HDR-Mastering erhöht die Bilddynamik noch einmal durch den gezielten Einsatz von Spitzenlichtern in einzelnen Bildbereichen. Das funktioniert vor allem bei Aufnahmen im Dunkeln sehr gut während bei Tageslichtaufnahmen auch Flächen wie der Himmel stellenweise etwas grell wirken ohne dabei aber zu überstrahlen.

Für die Farben kommt ein etwas wechselhaftes Color Grading zum Einsatz, welches für einen mal mehr und mal weniger stark gefilterten Look sorgt und auch die Farbsättigung ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Das führt zu einer abwechslungsreichen Farbwiedergabe, die an verschiedenen Stellen auch den erweiterten Rec.2020-Farbraum gut ausnutzt.

Die Bildschärfe ist auf sehr hohem Niveau und das 4K Digital Intermediate macht sich wirklich bezahlt. Sylvester Stallones Gesicht lässt in vielen Nahaufnahmen jede Falte und jedes einzelne graue Haar mit schonungsloser Detailschärfe erkennen. Selbst Hintergründe werden teilweise mit fotorealistischer Genauigkeit abgebildet. Allerdings ist die Bildschärfe auch teilweise etwas schwankend und selbst im direkten Schnitt zwischen einzelnen Szenen erlebt man ab und zu Momente, in denen neben Details auch Konturen etwas weichgezeichnet wirken. Trotzdem ist bei der Wiedergabe der Ultra HD Blu-ray gerade auf großen Bildschirmen der Zugewinn an Bildschärfe im Vergleich zur Blu-ray Disc sehr deutlich.

 

Ton 87 %

"Rambo: Last Blood" wird auf der Ultra HD Blu-ray und Blu-ray Disc in beiden Sprachfassungen als Dolby Atmos-Mix präsentiert.

"Rambo: Last Blood" bietet einen erstaunlich ausgefeilten Surround-Mix, der sowohl atmosphärische Elemente als auch krachende Effekte wohldosiert einsetzt. Bereits bei der Eröffnungssequenz überzeugt der Dolby Atmos-Mix mit fauchendem Wind von allen Seiten und wenn Rambo sein Revier verteidigt, kommen die Effekte präzise ortbar aus verschiedenen Richtungen und mit druckvollem Sound. Die Dolby Atmos-Deckenkanäle werden sowohl für Effekte als auch einzelne Score-Elemente gezielt angesprochen. Der Subwoofer-Einsatz ist teilweise sehr kräftig, lässt aber noch Spielraum nach oben offen.

 

 

Special Features

  • Drawing Last Blood
  • From First note to Last Blood
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