Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: "Jurassic Park" (Ultra HD Blu-ray)

Original: Jurassic Park

Anbieter: Universal Pictures Video

Laufzeit: ca. 126 min.

Bildformat: 1,85:1

Audiokanäle

  • DTS:X (Englisch, Deutsch)

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 31.05.2018

Film

Still und heimlich realisiert der Multimillionär John Hammond (Richard Attenborough) auf einer versteckten Insel das Unmögliche: Aus dem in Stechmücken gefundenen Dinosaurierblut wird Dinosaurier-DNA gewonnen und die längst ausgestorbenen Tiere künstlich herangezüchtet. Das Ganze macht der kauzige Hammond natürlich nicht im Dienste der Wissenschaft sondern vielmehr seiner eigenen Brieftasche zuliebe: In mehreren Jahren hat sich Hammond auf der einsamen Insel bereits einen ganzen Urzeit-Zoo mit gewaltigen Dinosauriern aller Arten bis zum gigantischen Tyrannosaurus Rex herangezüchtet - die man schon bald im "Jurassic Park" gegen ein fürstliches Entgelt besichtigen können soll. Sicherheitsbedenken soll pro Forma noch ein Wissenschaftlerteam aus dem Wege räumen. Daher beordert Hammond über das Wochenende den Chaosforscher Ian Malcolm (Jeff Goldblum) sowie das Paläontologenpärchen Alan Grant (Sam Neil) und Ellie Sattler (Laura Dern) auf seine Insel, in der Hoffnung, dass sie ihm schnell einen Persilschein aushändigen und der "Jurassic Park" direkt eröffnet werden kann. Doch der Trip durch den "Jurassic Park", an dem auch noch Hammonds Enkelkinder teilnehmen, verläuft nicht so geradlinig wie gedacht, als eine Verkettung unglücklicher Umstände dafür sorgt, dass die Dinosaurier aus ihren Umzäunungen fliehen können und auf die ungebetenen humanoiden Besucher Jagd machen ...

Mit "Jurassic Park" sorgte Steven Spielberg 1993 vor allem wegen der damals revolutionären CGI-Effekte für Furore, mit denen er die Dinosaurier in digitaler Form auf die Leinwand brachte.

Leider ist die Handlung des Filmes weniger spektakulär als die Effekte, obwohl Technikfanatiker Michael Crichton, der auch am Drehbuch mitarbeitete, in seiner Romanvorlage noch eine wirklich ernstzunehmende und spannend erzählte Warnung vor dem Missbrauch der Wissenschaft verfasst hatte. Diese findet sich im Film nur noch beschränkt wieder.

Die eindeutige Hauptrolle spielen die CGI-Dinos, die echten Schauspieler aus Fleisch und Blut wurden zu Witzfiguren degradiert, die auf Kommando über "niedliche" Dinos staunen dürfen oder vor den etwas größeren und damit etwas gefährlicheren Artgenossen schreiend wegrennen müssen. Vor allem die beiden Enkelkinder Hammonds entwickeln sich zu richtigen Nervensägen, die natürlich immer im passenden Moment das Falsche tun und dadurch das Verhängnis geradezu heraufbeschwören.

Nichtsdestotrotz gelingt es Steven Spielberg aber perfekt, die Spannung des Films rauf- und runterzudrehen und das Ganze auch immer wieder mit kleinen Absurditäten und etwas Galgenhumor zur garnieren, der den Film etwas auflockert.

 

Bild 76 %

"Jurassic Park" wurde auf 35 mm-Film gedreht und bislang hatte es Universal trotz mehrfacher Neuveröffentlichungen nicht geschafft, eine Blu-ray Disc mit scharfem 1080p-Bild zu präsentieren. Die Ultra HD Blu-ray basiert jetzt auf einer 4k-Neuabtastung inklusive HDR-Remastering während die beiligende Blu-ray Disc nicht remastert wurde.

Das Master der Ultra HD Blu-ray zeigt ein dezentes, relativ weiches Filmkorn und gerade in dunklen Bildbereichen auch etwas Farbrauschen. Im Vergleich zur Blu-ray Disc bietet die Ultra HD Blu-ray einen etwas plastischeren Kontrast. Das HDR-Remastering fällt aber relativ dezent aus und dürfte auch mit den Limitierungen der Filmvorlage zusammenhängen, welche bereits bei früheren Veröffentlichungen in hellen Bildbereichen häufig überstrahlte. Oft sieht das Bild auch mehr nach SDR als HDR aus aber zumindest punktuell bietet die Ultra HD Blu-ray eine realistische dynamische HDR-Optik. Vor allem sieht man deutlicher weniger Szenen mit leicht nebligem Kontrast, der auf Blu-ray Disc für einen etwas inkonsistenten Look sorgte.

Die Farben sind oft sehr kräftig und zeigen gerade die Landschaftsaufnahmen im "Jurassic Park" poppig-bunt. Die Farbgebung ist etwas kühl und auch häufiger durch eine leichte Rosé-Tönung gekennzeichnet. Gerade Innenaufnahmen zeigen hingegen häufiger etwas blasse Farben und auch nicht in jedem Moment wird der erweiterte Rec.2020-Farbraum wirklich deutlich erkennbar.

Die Bildschärfe übertrifft die der früheren Blu-ray Disc-Veröffentlichungen deutlich. Dabei übertrifft die Kantenschärfe meist die Detailschärfe und das etwas ungleichmäßige Rauschen lässt auch nicht ausschließen, dass in leichtem Maße Filter eingesetzt wuden. Bis auf die etwas verschwommen wirkenden digitalen Effekte wird auf der Ultra HD Blu-ray aber eine ziemlich konstant gute Schärfe geboten. Die Bildqualität ist allerdings insgesamt mehr auf Full HD- als nativem 4k-Niveau und selbst heutige Produktionen, die auf einem 2k Digital Intermediate basieren, zeigen meist mehr Detail.

 

Ton 89 %

Soundtechnisch markierte "Jurassic Park" 1993 den Beginn der DTS-Ära mit echtem diskreten Mehrkanalton in den Kinos und so ist es auch konsequent, dass die Ultra HD Blu-rays den Heimkino-Sound mit DTS:X und nicht Dolby Atmos präsentiert - sowohl in Englisch als auch in Deutsch.

Der Surround-Mix bietet auch für heutige Zeiten immer noch ausgezeichnete Demo-Qualitäten, gerade weil viele der Sound-Highlights kein Dauerfeuer bieten sondern sich aus einer überschaubaren Anzahl von Klangelementen zusammensetzen und sich auch oft Zeit für den Aufbau großer Szenen nehmen. Im Vergleich zu heutigen Filmen sind die Effekte zwar imposant und dynamisch aber doch relativ simpel aufgebaut und auch der Music Score wird relativ zurückhaltend für Surround-Effekte genutzt. Man sollte von dem DTS:X-Mix daher keine Wunder erwarten. Dieser ist nicht grundlegend objektbasiert neu abgemischt worden sondern nutzt die Elemente des diskreten Mehrkanalmixes und erweitert diese um einige Decken-Effekte, die neben Umgebungsgeräuschen wie prasselndem Regen vor allem die Angriffe der Dinosaurier sehr lautstark in Szene setzen. Während der Hochtonbereich nicht übermäßig mit klanglichen Feinheiten glänzt, geht es im Bassbereich deutlich impulsiver zu. Erfreulicherweise bekommt man den satten Surround-Sound nicht nur mit der englischen Originalfassung geboten sondern auch die deutsche Synchronfassung ist klanglich auf dem fast identischen Niveau.

 

Special Features

Rückkehr nach Jurassic Park
Kurzfeatures aus dem Archiv
Hinter den Kulissen
Storyboard
Produktionsarchive

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