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DVB-T2 HD: Private HDTV-Sender zum Start kostenfrei

TV Sender DVB-T FMT

Über die neue DVB-T2 HD-Plattform mit HEVC/H.265-Kompression werden ab 2017 sowohl öffentlich-rechtliche als auch private HDTV-Sender via Antenne zu empfangen sein. Während die Programme von ARD und ZDF komplett unverschlüsselt ausgestrahlt werden, wollen die großen Privatsender ihre HDTV-Programme nur verschlüsselt und gegen Bezahlung anbieten. Zumindest zum Start der DVB-T2 HD-Plattform ist aber auch für die Privatsender eine kostenlose Testphase geplant. Das erklärte Stefan Schinzel, Leiter Produktmanagement für TV-Plattformen beim Sendernetzbetreiber Media Broadcast, in einem Interview für die Juli-Ausgabe der Infosat. Nach der Testphase wird mit einem monatlich einstelligen Betrag für den weiteren Empfang zu rechnen sein.

Die DVB-T2 HD-Plattform von Media Broadcast soll voraussichtlich im 1. Quartal 2017 starten und zu diesem Zeitpunkt auch bereits in Regionen empfangbar sein, in denen derzeit noch keine Privatsender via DVB-T ausgestrahlt werden. Media Broadcast setzt auf eine Verschlüsselungstechnik von Irdeto. Die Freischaltung der Sender kann entweder auf dem klassischen Weg über ein Modul mit Smartcard für den CI+ Slot erfolgen. Gleichzeitig bietet das Irdeto-System aber auch die Möglichkeit einer Entschlüsselung über ein in den TV-Empfänger integriertes Entschlüsselungssystem, welches ohne Karte funktioniert. Dafür wird derzeit noch an den Spezifikationen für die Geräte-Industrie gearbeitet, die auch den Einsatz in mobilen Empfangsgeräten vorsehen.

Insgesamt wird DVB-T2 HD bundesweit über sechs Multiplexe auf verschiedenen Frequenzen verbreitet werden. Da aufgrund der Frequenzversteigerung für den Mobilfunk das 700 MHz-Band geräumt wird, erfolgt die Ausstrahlung auf Frequenzen im darunter liegenden UHF-Bereich. Für ARD und ZDF stehen drei DVB-T2-Multiplexe zur Verfügung. Noch ist das genaue Sender-Angebot nicht bekannt, aber bei einer Kapazität von 5-7 HDTV-Sendern pro Kanal ist davon auszugehen, dass ein Großteil des bisherigen Satelliten-Angebots auch via DVB-T2 zu empfangen sein wird. Media Broadcast geht derzeit von ca. 15 HDTV-Programmen aus. Bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern erfolgt der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 schrittweise ab 2017 und soll bis 2019 beendet sein.

Den Privatsendern stehen über die Media Broadcast-Plattform insgesamt drei Frequenzen zur Verfügung. Diese werden nicht nur von HDTV-Sendern sondern auch SD-Programmen genutzt werden. Laut Media Broadcast wird mit einem Senderangebot zwischen 20-30 privaten HD- und SD-Sendern zu rechnen sein. Dazu gehören neben den wichtigsten Programmen von RTL und ProSiebenSat.1 auch noch weitere Sender.

ZDF und RTL haben bereits angekündigt, ihre Programme in Full HD-Auflösung mit 1080p (1920 x 1080 Pixel) auszustrahlen. Im Rahmen des Berliner DVB-T2-Pilotbetriebs wird jetzt bereits die 1080p-Ausstrahlung getestet. Weitere Formate, die die Sender nutzen können, sind 1080i, 720p und 540p. Via Satellit und Kabel wird das ZDF weiterhin in 720p senden. RTL wird auch bei DVB-T2 HD an seinen Restriktionen für die zeitversetzte Wiedergabe seiner HDTV-Programme festhalten, die das Überspringen von Werbeblöcken unterbinden.

Fernseher, die die DVB-T2 HD-Spezifikationen erfüllen, sollen durch ein grünes Logo gekennzeichnet werden. Bislang sind dies vor allem einige neue Ultra HD-Fernseher aus dem Modelljahr 2015 – z.B. von Panasonic, Sony, Samsung oder LG. Von Samsung sind aber auch bereits die meisten Full HD-Fernseher des Jahrgangs 2015 für den DVB-T2 HD-Empfang mit HEVC geeignet.

Neben dem laufenden Testbetrieb in Berlin soll im Sommer 2015 auch ein DVB-T2-Pilotangebot in Köln starten. Dieser Kanal wird die wichtigsten Programme der Öffentlich-Rechtlichen und der Privatsender enthalten und soll voraussichtlich ab Mai 2016 auch in den größten DVB-T-Regionen Deutschlands noch vor dem Beginn der Fußball-EM ausgestrahlt werden.

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