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DVB-T2 HD: Auch RTL will HDTV-Sender in 1080p50 ausstrahlen

TV Sender DVB-T FMT Nürnberg

Nach der Ankündigung des ZDF, zukünftig das HDTV-Programm über die neue DVB-T2 HD-Plattform in 1080p statt dem via Satellit und Kabel bislang üblichen 720p-Format auszustrahlen, ergibt eine Anfrage bei anderen TV-Sendern, dass das ZDF mit seinem progressiven Full HD-Format kein Einzelfall bleiben wird:

Auch RTL will seine HDTV-Programme zukünftig in 1080p mit 50 Hz via DVB-T2 verbreiten. Das teilte RTL-Sprecher Konstantin von Stechow auf Anfrage mit. Welche der RTL-Programme zukünftig über die Antenne mit DVB-T2 HD empfangen werden können, ist bislang aber noch offen.

Im Unterschied zu den Öffentlich-Rechtlichen Programmen wird bereits jetzt das RTL HDTV-Sender-Angebot via Satellit & Kabel zumindest in 1080i ausgestrahlt. Die Öffentlich-Rechtlichen Sender haben jahrelang ihre Entscheidung mit einer Empfehlung der European Broadcasting Union (EBU) begründet, die vor allem die bessere Bewegtbilddarstellung von 720p gegenüber 1080i herausstellte. Andere Öffentlich-Rechtliche Sender wie z.B. die britische BBC hielten sich von Anfang an nicht an diese Empfehlung und sendeten in 1080i. Auch intern wird inzwischen bei ARD und ZDF ein großer Teil des Programms in 1080i produziert, aber nur in 720p ausgestrahlt.

Bei ProSiebenSat.1 hält man sich bislang noch zum Umfang des Senderangebots und der technischen Qualität mit konkreten Informationen bedeckt und verweist an Media Broadcast als Betreiber der DVB-T2-Plattform für die Privatsender.

Wenig Hoffnung kann man sich bei RTL weiterhin darauf machen, dass mit der DVB-T2-Einführung auf die bislang üblichen Restriktionen bei der zeitversetzten Wiedergabe von HD-Sendern verzichtet wird, die schon beim Empfang via Satellit und Kabel das Überspringen von Werbeblöcken z.B. durch Vorspulen unterbinden. Während ProSiebenSat.1 inzwischen darauf verzichtet, beruft man sich bei RTL weiterhin auf die Position, dass nur die Unterbindung des Vorspulens von Werbung bei einer zeitversetzten Nutzung „gewährleistet, dass Werbung gesehen wird und somit vermarktbar bleibt“.

RTL verweist in dem Zusammenhang auch erneut auf die hohen Programmverbreitungskosten im Vergleich zu anderen Empfangswegen, die RTL bereits dazu veranlasst hatten, sich aus einigen DVB-T-Regionen zurück zu ziehen. Wie Andre Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der Mediengruppe RTL Deutschland erklärt, ist die Verschlüsselung Voraussetzung dafür, dass RTL überhaupt bei DVB-T2 dabei ist: „Als privatwirtschaftlicher Fernsehanbieter können wir unsere Verbreitung über den kostspieligen Verbreitungsweg der digitalen Terrestrik mittelfristig nur dann fortsetzen, wenn es gelingt, diesen wirtschaftlich profitabel zu gestalten. Diese Option rückt mit der angestrebten Verbreitung unserer HD-Programme über die von MEDIA BROADCAST geplante DVB-T2 Plattform in greifbare Nähe. Um DVB-T2 erfolgreich einzuführen ist es unabdingbar, dass die beteiligten Rundfunkveranstalter dabei unter ökonomisch stabilen Rahmenbedingungen verschlüsselt ausstrahlen können.

Die DVB-T2 HD-Plattform von Media Broadcast soll innerhalb des 1. Quartals 2017 verfügbar sein. Die Kosten für den Empfang der Privatsender werden voraussichtlich mit HD+ via Satellit vergleichbar sein, welches derzeit 60 EUR im Jahr kostet.

Bereits zur Fußball-Europameisterschaft (10.06. – 10.07.2016) soll es einen DVB-T2-Pilotbetrieb privater und Öffentlich-Rechtlicher Sender in den meisten Ballungsräumen und einigen weiteren Regionen geben. Für den Empfang sind Fernseher mit DVB-T2-Tuner und HEVC-Decoder erforderlich, wie sie z.B. bereits von Panasonic, Samsung oder LG angeboten werden.

 

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