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DVB-T2 HD: 1080p-Option für deutsches DVB-T2-Angebot – bis zu 50 Sender via Antenne

TV Sender DVB-T FMT

Für ihre Entscheidung, die Öffentlich-Rechtlichen Sender nur in 720p-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln auszustrahlen, wurden ARD und ZDF häufig kritisiert. Die Sender argumentierten vor allem mit den Vorteilen der progressiven Vollbild-Darstellung, die saubere Bewegungsabläufe ermöglicht. Intern wird aber oft in 1080i (1920 x 1080 Pixel) produziert und auch die Weltbilder von den großen internationalen Sportevents gab es bislang meist vor allem in 1080i, so dass „echtes“ progresssives Material oft gar nicht produziert aber trotzdem nur eine geringere Auflösung genutzt wurde.

Das optimale Format 1080p, welches den Vorteil der höheren Auflösung mit der besseren Bewegtbilddarstellung kombiniert, war lange Zeit Zukunftsmusik, könnte jetzt aber doch in Zukunft eine Chance bekommen:

Die „Deutsche TV-Plattform“, über die TV-Sender und Hersteller gemeinsam Standards entwickeln, hat heute die technischen Mindestanforderungen für das kommende deutsche DVB-T2-Angebot veröffentlicht, welches unter dem Namen „DVB-T2 HD“ vermarktet werden soll.

Und diese sehen auch einen 1080p-Modus vor. In den Spezifikationen, die TV-Geräte mindestens erfüllen müssen, wird für 50 Hz-Geräte HEVC/H.265 mit 8 Bit-Farbtiefe als Video-Codec vorgegeben.

Insgesamt sind nur vier verschiedene Auflösungen vorgesehen: 1080i, 1080p, 720p und 540p mit 960 x 540 Pixeln. Bislang sind aber noch keine konkreten Pläne für eine 1080p-Ausstrahlung bekannt. Das ZDF beabsichtigt sogar, sein Programm via DVB-T2 in 1080p zu verbreiten.

Fernseher, die die DVB-T2 HD-Spezifikationen erfüllen, sollen durch ein grünes Logo gekennzeichnet werden. Bislang sind dies vor allem einige neue Ultra HD-Fernseher aus dem Modelljahr 2015 – z.B. von Panasonic als auch Samsung. Ab 2016 sind aber auch Fernseher mit niedrigerer Auflösung und DVB-T2/HEVC-tauglichem Tuner zu erwarten.

Die Angabe „DVB-T2“ in den technischen Daten ist alleine keine Garantie, da Fernseher mit DVB-T2-Tuner bereits seit einiger Zeit erhältlich sind, welches im Ausland aber bislang nur mit MPEG2/H.264-Kompression und nicht dem neuen HEVC/H.265-Codec genutzt wird.

DVB-T2 HD wird sowohl von den Öffentlich-Rechtlichen Sendern als auch den großen Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 unterstützt.

Die Planungen der Programmanbieter gehen bislang von einem Senderangebot von rund 50 Programmen aus. Noch keine Entscheidung gibt es darüber, ob via DVB-T2 HD auch Radioprogramme verbreitet werden sollen.

Bereits ab Mai 2016 sollen im Rahmen eines DVB-T2-Pilotbetriebs erste HDTV-Programme in den größten DVB-T-Regionen Deutschlands ausgestrahlt werden. Laut den derzeitigen Planungen der Sender soll zumindest in den Regionen, in denen bereits heute private Programme via DVB-T empfangbar sind, 2016 ein DVB-T2-Pilotbetrieb mit Öffentlich-Rechtlichen und privaten TV-Sendern zur Übertragung der reichweitenstärksten Programme in HDTV mit HEVC/H.265-Kompression starten.

Auch für weitere Regionen, in denen bislang keine Privatsender via DVB-T empfangen werden können, wird schon für 2016 eine Verbreitung des DVB-T2 Pilot-Angebots in Aussicht gestellt. Derzeit laufen bereits DVB-T2-Tests in Berlin und München.

Die Öffentlich-Rechtlichen HDTV-Sender werden auch via DVB-T2 frei empfangbar sein. Die Privatsender setzen hingegen voraussichtlich von Anfang an auf ein verschlüsseltes HDTV-Angebot, welches über eine Plattform von Media Broadcast verbreitet wird.Dieses soll voraussichtlich im 1. Quartal 2017 starten.
Der gesamte Umstellungsprozess von DVB-T auf DVB-T2 soll bis 2019 abgeschlossen sein. Parallel dazu werden auch die über eigene Frequenzen ausgestrahlten frei empfangbaren Angebote von ARD und ZDF sukzessive auf DVB-T2 umgestellt.

Weitere Informationen zu DVB-T2 HD gibt es auf der Website http://www.dvb-t2hd.de

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