Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: "James Bond 007 - Skyfall" (4K Ultra HD Blu-ray)

Original: James Bond 007 - Skyfall

Anbieter: 20th Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 143 min.

Bildformat: 2,39:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 5.1 Englisch
  • DTS 5.1 Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 24.10.2019

Der Film ist als Teil der "Daniel Craig Collection" auf Ultra HD Blu-ray erhältlich. Das Box-Set enthält die vier 007-Filme "Casino Royale", "Ein Quantum Trost", "Skyfall" und "Spectre" auf Ultra HD Blu-ray.

Film

Bei einem Einsatz in der Türkei gelangt ein Killer an eine Festplatte mit den Klarnamen aller verdeckt operierenden Agenten der NATO. James Bond nimmt die Verfolgung auf. Als der Bösewicht jedoch zu entkommen droht, gibt M der Agentin Eve (Naomie Harris) den Befehl zum Abschuss. Diese trifft allerdings versehentlich James Bond, der daraufhin in die Tiefe stürzt, anschließend als verschollen gilt und schon bald für tot erklärt wird. Aber natürlich lebt 007 weiter. Er hat allerdings keine Motivation, sich zurück zu melden sondern gibt sich erst einmal lieber den Frauen und dem Alkohol hin. Erst als das Hauptquartier des MI6 Ziel eines Anschlags wird, der mit der verschwundenen Festplatte in einem Zusammenhang zu stehen scheint, kehrt Bond nach London zurück um sich auf die Suche nach den Drahtziehern zu machen... 

Auch der dritte "James Bond"-Film mit Daniel Craig steht wieder unter dem Motto "Die einzige Konstante ist die Veränderung" und betritt in vielerlei Hinsicht Neuland. Unter der Regie von "American Beauty"-Regisseur Sam Mendes ist "Skyfall" über lange Strecken mehr Drama als Agenten-Thriller und nach der spektakulären Action-Sequenz zum Beginn des Films vergehen auch erst einmal rund 60 zähe Minuten bis der Film so langsam wieder etwas an Fahrt gewinnt. 

In "Skyfall" bekommt man nur recht wenige spektakuläre Schauplätze zu sehen. Der Film spielt zum Großteil im Vereinigten Königreich und befasst sich deutlich mehr als frühere James Bond-Filme mit dem Innenleben des MI6. So findet auch ein großer Teil der Handlung in geschlossenen Räumen statt und selbst vom exotischen Shanghai und Macao sieht man nur einige wenige Bilder bei Nacht oder auf einer verlassenen Insel.

Zum 50. Jubiläum von "James Bond" bemüht man sich noch einmal um einige letzte Reminiszenzen an die klassischen Traditionen und der neue "Q" Ben Whishaw hat sogar einen sehr umfangreichen Auftritt, der sich nicht auf die Herausgabe von Bonds Arbeitsutensilien reduziert. Das Angebot von Gadgets beschränkt sich aber ohnehin nur auf eine Walther PPK mit Fingerabdrucksensor und einem Funk-Peilsender. Dafür holt man aber einen ganz großen Klassiker der Bond-Geschichte wieder zurück auf die Leinwand und gräbt auch einige neue Details aus Bonds Vergangenheit aus.

Nachdem in den beiden vorherigen Craig-Filmen der Wandel vor allem Bond selbst betraf so wird in "Skyfall" auch der Mythos der Loyalität des MI6 zu seinen Doppel-Null-Agenten endgültig begraben. Und mit dem eisernen Ralph Fiennes als neuem "M" bekommt James Bond in Zukunft wohl noch mehr Gegenwind.

Leider ist nur recht wenig von der ersten Hälfte des Films für die Handlung von wesentlichem Belang und erst mit dem Auftritt von Javier Bardem bekommt der vor allem durch Computer gesteuerte Terror ein Gesicht. Bardem ist als schillernd-bedrohlicher Raoul Silva einer der besseren Bond-Schurken der neueren Zeit und eine der lebendigsten Figuren des ganzen Films.

Genau das ist aber auch wieder einmal das Problem von Daniel Craig. Selbst im dritten Craig-Bond zeigt die fast immer finster und schläfrig zugleich wirkende Killer-Maschine mit der Lizenz zum Töten so wenig Charisma, dass dem Zuschauer sein Schicksal weiterhin ziemlich egal sein kann.

"Skyfall" beseitigt die letzten Zweifel daran, dass der James Bond, den Craigs Vorgänger verkörperten, wirklich ein Relikt der Vergangenheit ist. Im stetigen Wandel der letzten Jahre ist es den Produzenten allerdings noch nicht gelungen, zu definieren, was in Zukunft eigentlich noch das Besondere von 007 sein soll. So dröge wie Craig diese Rolle verkörpert, würde er auch wunderbar in einen Bond-Film passen, in dem 007 die ganze Zeit nur am Schreibtisch verbringt.

"Skyfall" überrascht mit vielen Veränderungen und Hintergründen, die der Film offenbart. Diese alleine machen aber noch keine wirklich faszinierende Story, die den Zuschauer über 143 Minuten fesseln kann und auch die unrealistischen Action-Sequenzen erscheinen oft wie vergeudete Zeit. Weil dem Film weitgehend Charme, Ironie und Lässigkeit fehlen, die in der Vergangenheit dafür sorgten, dass man über die Schwächen und Logik-Fehler der Bond-Filme mit einem Augenzwinkern hinweg sehen konnte, fallen die Handlungs-Defizite von "Skyfall" um so mehr auf.

 

Bild 85 %

"Skyfall" wurde 2012 als erster James Bond-Film komplett mit digitalen Arri Alexa und RED Epic-Kameras mit 2,8k und 5k-Auflösung gedreht und ein 4K Digital Intermediate produziert, so dass die Ultra HD Blu-ray in vielen Szenen wirklich native Ultra HD-Auflösung zeigt. Die Ultra HD Blu-ray unterstützt neben dem obligatorischen HDR10 auch Dolby Vision mit dynamischen Metadaten.

Das Master zeigt ein rauschfreies Bild und trotz digitaler Kameras eine sehr film-typische Optik. Der Kontrast ist oft leicht überhöht was sich vor allem in häufig überstrahlenden helllen Bildbereichen zeigt. Der Kontrast wirkt trotz HDR-Mastering bei Tageslichtaufnahmen nur selten richtig plastisch und es sind nur recht selten Spitzenlichter zu erkennen, die für mehr Bilddynamik sorgen. Davon profitieren in erster Linie einige Nachtszenen. Gerade die starken Neon-Kontraste in Shanghai wirken sehr lebendig.

"Skyfall" wurde einem starken Color Grading unterzogen. Die Farbgebung wechselt zwischen orange-braunen und blau-grünlichen Tönen. Die starke Filterung sorgt leider für eine überwiegend sehr unnatürliche Farbgebung, die durch den erweiterten Rec.2020-Farbraum nur minimal verbessert wird. Ähnlich wie der Kontrast wirken aber auch die Farben bei den Nachtaufnahmen meist besser als mit hellem Umgebungslicht.

Die Ultra HD Blu-ray zeigt in vielen Szenen eine extrem hohe Detailschärfe und erreicht sehr häufig 4K Top-Niveau. Allerdings sieht man auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kameratypen recht deutlich, da die Szenen mit nativer 2,8k-Auflösung Feinheiten erkennbar gröber abbilden.

 

 

Ton 90 %

"Skyfall" wird im Originalton auf Ultra HD Blu-ray mit einem DTS HD MA 5.1-Mix präsentiert. Für den deutschen Ton kommt nur DTS 5.1 zum Einsatz. 

"Skyfall" bietet einen rundherum ausgezeichneten Mehrkanal-Mix mit einer Top-Tonqualität. Auf wirklich allen Ebenen wurde hier hervorragende Arbeit geleistet. Der Music Score von Thomas Newman bietet viele atmosphärische Klänge und zugleich viel Volumen aber selbst in den ruhigen Szenen erscheint bereits die Wiedergabe von Umgebungsgeräuschen sehr eindrucksvoll und realistisch. In den Action-Szenen präsentiert "Skyfall" eine Menge Surround-Effekte mit enormer Weite und hoher Dynamik.

 

Special Features

-

Anzeige

Für Einkäufe bei Amazon.de, Media Markt, SATURN, Sky und im Apple iTunes Store erhalten wir Werbeprovisionen über Affilliate-Links auf unserer Seite.


Weitere Blu-ray Disc-Reviews

  ZURÜCK