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DAB+: Ab jetzt gilt die Digitalradiopflicht - Das ändert sich für Hörer & Hersteller

Am 21.12.2020 trit die Änderung des Telekommunikationsgesetz in Kraft, mit der die Einführung des digitalen Radios in Deutschland gefördert werden soll. Die Änderungen sorgen vor allem durch § 48 Abs. 4 TKG für einen verpflichtenden Einbau von DAB+ Digitalradios in Neuwagen-PKWs.  

§ 48 Abs. 5 TKG führt parallel dazu eine etwas abgeschwächte Pflicht für Radio-Neugeräte mit Anzeige des Sendernamens ein, die den Herstellern aber neben DAB+ auch die Verwendung anderer digitaler Hörfunkdienste z.B. über das Internet freistellt. Ausgenommen sind u.a. auch Geräte, bei denen der Hörfunkempfang nur eine Nebenfunktion erfüllt.

Radio-Geräte, die zuvor bereits in den Handel gebracht wurden und keinen digitalen Radioempfang ermöglichen, dürfen auch weiterhin verkauft werden. Ebenso gibt es keine Einschränkungen beim Verkauf von gebrauchten Geräten.

Die neuen Regelungen sollen für ein größeres Angebot von DAB+ Digitalradios sorgen, um die langfristige Nutzbarkeit des digitalen Rundfunks zu verbessern.

An der Radio-Übertragung in Deutschland ändert sich durch die Digitalradio-Pflicht zunächst nichts. Der analoge UKW-Rundfunk wird neben DAB+ auch weiterhin betrieben und es gibt auch kein geplantes Abschaltdatum.

DAB+ bietet aber bereits jetzt ein größeres Programmangebot während UKW technisch und vom Programmumfang mehr oder weniger auf dem aktuellen Stand bleiben wird. In Bayern z.B. werden bereits jetzt nur noch in Ausnahmefällen neuen Sendelizenzen für UKW-Programme bewilligt, die stattdessen über DAB+ senden sollen. Während UKW-Radio vor allem sehr regional geprägt war, gibt es beim Digitalradio inzwischen auch ein umfassendes Angebot von bundesweit empfangbaren Sendern, welches durch den Start des zweiten "Bundesmuxes" in diesem Herbst noch einmal vergrößert wurde.

Die gesetzlichen Grundlagen für die Digitalradiopflicht sehen im Wortlaut folgendermaßen aus:

Telekommunikationsgesetz (TKG) § 48 Interoperabilität von Fernseh- und Radiogeräten

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(4) Jedes Autoradio, das in ein neues für die Personenbeförderung ausgelegtes und gebautes Kraftfahrzeug mit mindestens vier Rädern eingebaut wird, muss einen Empfänger nach dem jeweiligen Stand der Technik enthalten, der zumindest den Empfang und die Wiedergabe von Hörfunkdiensten unmittelbar ermöglicht, die über digitalen terrestrischen Rundfunk ausgestrahlt werden. Bei Empfängern, die den harmonisierten Normen oder Teilen davon entsprechen, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind, wird die Konformität mit der Anforderung in Satz 1, die mit den betreffenden Normen oder Teilen davon übereinstimmt, angenommen.

(5) Jedes für Verbraucher bestimmte, erstmalig zum Verkauf, zur Miete oder anderweitig auf dem Markt bereitgestellte, überwiegend für den Empfang von Ton-Rundfunk bestimmte Radiogerät, das den Programmnamen anzeigen kann und nicht Absatz 4 unterfällt, muss einen Empfänger enthalten, der zumindest den Empfang und die Wiedergabe digitaler Hörfunkdienste ermöglicht. Davon ausgenommen sind Bausätze für Funkanlagen, Geräte, die Teil einer Funkanlage des Amateurfunkdienstes sind und Geräte, bei denen der Hörfunkempfänger eine reine Nebenfunktion hat.

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