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Ultra HD bei ARD & ZDF nicht vor SD-Abschaltung

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Nach dem Start erster Ultra HD/4k-Sender in Europa ist das ultrahochauflösende Fernsehen für ARD und ZDF voerst kein Thema. Im Rahmen der Vorstellung ihrer Pläne für das neue DVB-T2 HD-Angebot auf den Münchener Medientagen bekräftigten Vertreter von ARD und ZDF, dass die Prioritäten des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens zunächst woanders liegen werden. Zwar will das ZDF alle seine Programme via DVB-T2 HD in 1080p und damit höherer Auflösung als via Kabel oder Satellit anbieten und auch bei der ARD ist eine 1080p-Ausstrahlung via Antenne sehr wahrscheinlich.

Für Ultra HD sieht man aber noch keinen Bedarf bevor nicht der SD/HD-Simulcast via Satellit beendet wird. ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky erklärte dazu in München: „Solange wir von der SD-Ausstrahlung nicht runterkommen, kann es auch nicht einmal irgendeinen Demo-Kanal geben“. Erst wenn die Sender von 80-90 Prozent der TV-Zuschauer in HD genutzt werden, hält Bereczky eine SD-Abschaltung ähnlich wie bei der Analog-Abstrahlung gemeinsam mit den Privatsendern für realistisch. Bereczky verwies auch auf die hohen Kosten und sieht momentan keinen Druck, noch einmal paar Hundert Millionen zu investieren, um den Sendebetrieb umzurüsten. Seiner Auffassung nach ist auch z.B. durch eine Erweiterung des Farbraums schneller eine sichtbare Verbesserung der Bildqualität zu erreichen.

NDR-Produktionsdirektor Michael Rombach sieht für die ARD aus ähnlichen Gründen ebenfalls noch keine Notwendigkeit für UHD: „Wir haben gerade einmal gut die Hälfte der Satellitenzuschauer auf HD. Da haben wir noch eine Menge Arbeit, die soweit in den HD-Bereich zu bringen, dass man ein Abschalten von SD auch verantworten kann. Das ist die eigentliche Hausaufgabe, auf die wir uns konzentrieren und deshalb ist UHD für uns auch aus strategischen Gründen derzeit kein Thema“.

Der Fortschritt beim HDTV-Empfang hängt nicht unwesentlich mit der Strategie der Privatsender zusammen, die Zuschauer für die HD-Ausstrahlung zur Kasse zu beten: So kommt der aktuelle Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zum Ergebnis, dass zwar bereits ca. 55 Prozent der Satelliten-TV-Haushalte HDTV-Programme via Satellit empfangen. Aber gerade einmal 18,4 Prozent sollen auch die Privatsender in HDTV nutzen, die nur verschlüsselt angeboten werden.

Die Öffentlich-Rechtlichen Sender werden sich dem Thema Ultra HD trotzdem nicht verweigern. Denn bei einzelnen Produktionen wird zum Teil schon Ultra HD getestet. So haben z.B. bereits der Hessische Rundfunk und der Bayerische Rundfunk erste Ultra HD-Produktionen in Zusammenarbeit mit dem Satellitenbetreiber Eutelsat auch öffentlich zugänglich gemacht.

Andreas Bereczky kündigte für das ZDF auch die Absicht an, zukünftig eigene UHD-Produktionen womöglich in der Mediathek zum Abruf via Internet zur Verfügung zu stellen. Konkrete Ultra HD-Produktionen des ZDF sind bislang noch nicht bekannt.

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