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HDTV: ARD, ZDF & ProSiebenSat.1 geben DVB-T2 HD-Sender-Angebot bekannt

TV Sender DVB-T FMT

Im Rahmen der Medientage München haben sowohl die Öffentlich-Rechtlichen Sendergruppen ARD und ZDF als auch auf der Privatsenderseite ProSiebenSat.1 ihr geplantes DVB-T2-Sender-Angebot bekannt gegeben, welches überwiegend HDTV-Sender mit HEVC/H.265-Kompression umfassen wird.

Das ZDF will alle seine Programme ZDF, ZDF info, ZDF neo sowie die Gemeinschaftsprogramme 3sat und KiKa in HDTV über seinen DVB-T2-Multiplex verbreiten – und zwar komplett in 1080p.

Bei der ARD will man sich zwar noch nicht offiziell auf 1080p festlegen sondern erst noch weiter testen. NDR-Produktionsdirektor Michael Rombach sieht aber bereits viele Gründe, die dafür sprechen, die HD-Sender der ARD ebenfalls in 1080p verbreiten. Für die ARD stehen zwei DVB-T2-Multiplexe zur Verfügung, von denen über den ersten die Hauptprogramme sowie die Spartenkanäle und die Gemeinschaftsprogramme Phoenix und Arte verbreitet werden. Für den zweiten Multiplex stehen neben den örtlichen dritten Programm noch genügend Kapazitäten für dritte Programme aus anderen Regionen bereit. Auf eine genaue Senderanzahl für DVB-T2 will man sich bei der ARD noch nicht festlegen, weil dies von den Übertragungsparametern abhänge. Derzeit stehen insgesamt 10-14 Programme zur Diskussion. Somit würde noch Platz für einen großen Teil der dritten Programme im zweiten ARD-Multiplex vorhanden sein.

Michael Müller von ProSiebenSat.1 kündigte an, dass das DVB-T2-Senderangebot die sechs Programme ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, ProSieben Maxx, Sixx und Sat.1 Gold umfassen soll. Von ProSiebenSat.1 gibt es noch keine konkrete Aussage zu 1080p obwohl bereits erste Tests stattgefunden haben. Hier will man noch die Erfahrungen im Rahmen des DVB-T2-Pilotprojekts in Berlin von einer Entscheidung abhängig machen.

Die privaten HD-Sender werden bei DVB-T2 HD überwiegend verschlüsselt sein. Ein genauer Preis ist weiterhin offen. Die Preise und das Bezahlverfahren werden voraussichtlich sehr ähnlich wie bei HD+ via Satellit aussehen. So sollen auch Gutscheinkarten im Handel erhältlich sein, mit denen man den Empfang freischalten kann. ProSiebenSat.1 hat derzeit nach eigenen Angaben bereits 5,7 zahlende HD-Zuschauer und rechnet bis 2018 mit 9,2 Millionen Bezahlkunden.

Von RTL war bei der Diskussion auf den Medientagen kein Vertreter anwesend. RTL hat zwar noch nicht sein Senderangebot bekannt gegeben, aber bereits frühzeitig angekündigt, seine HD-Sender in 1080p zu verbreiten. Wahrscheinlich wird der Sender ebenso wie ProSiebenSat.1 einen kompletten Kanal belegen. Ein dritter Multiplex steht von Media Broadcast noch für weitere Programme zur Verfügung. Konkrete Bewerber dafür sind noch nicht bekannt.

Unter Berücksichtigung der Aussagen der verschiedenen Sender sehen die Pläne zur DVB-T2 HD-Senderbelegung ab 2017 folgendermaßen aus:

ARD DVB-T2 Multiplex 1

  • Das Erste HD (1080p ?)
  • Eins Festival HD (1080p ?)
  • tagesschau 24 HD (1080p ?)
  • Phoenix HD (1080p ?)
  • Arte HD HD (1080p ?)

ARD DVB-T2 Multiplex 2

  • Lokales 3. Programm HD (1080p ?)
  • Mehrere weitere 3. Programme HD (1080p ?)

ZDF DVB-T2 Multiplex 1

  • ZDF HD (1080p)
  • ZDF neo HD (1080p)
  • ZDF info HD (1080p)
  • 3sat HD (1080p)
  • KIKA HD (1080p)

ProSiebenSat.1 DVB-T2 Multiplex

  • ProSieben HD (1080p ?)
  • Sat.1 HD (1080p ?)
  • Kabel Eins HD (1080p ?)
  • Pro7 Maxx HD (1080p ?)
  • Sixx HD (1080p ?)
  • Sat.1 Gold HD (1080p ?)

RTL DVB-T2 Multiplex

  • ?

Media Broadcast DVB-T2 Multiplex

  • ?
  • Lokales/Regionales Programm mit 2 Mbit/s

Der Ausbau des frei empfangbaren DVB-T2-Angebots der öffentlich-rechtlichen Sender erfolgt im Zeitraum von 2017 bis 2019. Ab Anfang 2017 sollen zunächst die Ballungsräume über ca. 65 Standorte versorgt werden. Ende 2017 sind weitere DVB-T2-Sender an ca. 55 Standorten in Regionen mit mittelgroßen Städten geplant. Bis Mitte 2019 sollen dann auch die restlichen öffentlich-rechtlichen Sender auf DVB-T2 umgestellt werden.

Media Broadcast wird seine DVB-T2-Plattform mit den Programmen der Privatsender 2017 in den ersten Ballungsräumen starten und bis 2019 vollenden. Eine nahezu flächendeckende Verbreitung wie bei ARD und ZDF ist aber nicht geplant. Dennoch wird langfristig an mehr Standorten als heute der Empfang der Privatsender via Antenne möglich sein. Dieser Ausbau in den sogenannten „Mittelzentren“ gehört zu den Lizenzauflagen, die Media Broadcast als Plattformbetreiber zu erfüllen hat. Dabei sollen auch mindestens 2 Mbit/s für ein lokales/regionales TV-Programm freigehalten werden, welches von der lokalen Medienanstalt vorgeschrieben werden kann.

Ein Pilotangebot mit ersten HDTV-Sendern mit HEVC/H.265-Kompression soll bereits ab Sommer 2016 in vielen jetzigen DVB-T-Regionen empfangbar sein. Dieses soll sowohl erste öffentlich-rechtliche als auch private Sender umfassen. Bereits jetzt sind erste DVB-T2-Tests in den Regionen Berlin, München und Köln/Bonn zu empfangen.

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