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REVIEW: „Exodus – Götter und Könige“ (Blu-ray Disc)

Exodus - Goetter und Koenige Blu-ray Disc

Original: Exodus – Gods and Kings

Anbieter: 20th Century Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 150 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS 5.1 Deutsch u.a.
  • DTS HD MA 7.1 Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 07.05.2015

Film

Ridley Scott erzählt in „Exodus“ die Geschichte von Moses (Christian Bale), der als Findelkind vom ägyptischen Pharao Sethos an der Seite des Kronzprinzen Ramses II. (Joel Edgerton) aufwächst und eines Tages mit seiner eigentlichen Abstammung konfrontiert wird. Als Ramses erfährt, dass Moses hebräischer Herkunft ist, schickt er den langjährigen Freund in die Verbannung. Moses findet eine Frau und lebt lange Zeit als Schäfer, bis ihm Gott eines Tages seine wahre Bestimmung verkündet: Er soll die hebräischen Sklaven aus der ägyptischen Knechtschaft befreien und zurück in ihre ursprüngliche Heimat Kanaan führen…

„Exodus“ tritt in die Fußstapfen der epischen Monumentalschinken aus den Sechziger Jahren und Ridley Scott inszenierte hier wieder großes Sandalen-Kino im Blockbuster-Stil a la „Gladiator“: Minutenlange Weitwinkelaufnahmen in epischen Landschaften im spanischen Almeria und auf der Kanareninsel Fuerteventura dienten als Basis für üppige Bombastszenen, die mit digitaler Tricktechnik aufpoliert wurden und die Flucht aus Ägypten als großes Action-Spektakel präsentieren.

Auch wenn viele Stars wie Sigourney Weaver, Ben Kingsley, John Turturro und Aaron Paul aus „Breaking Bad“ auf der Besetzungsliste standen, so sieht man diese doch nur in sehr wenigen Szenen und „Exodus“ konzentriert sich vor allem auf die beiden Hauptfiguren Moses und Ramses. Von den gemeinsamen Jugendjahren der großen Freundschaft sieht man nur wenig, weil der Film zu einem Zeitpunkt beginnt, wo die zukünftigen Rivalen bereits im Erwachsenenalter sind.

Das Drehbuch orientiert sich nur grob am Bibeltext und nimmt auch häufiger Lücken und etwas holprig wirkende Sprünge der bekannten Moses-Geschichte in Kauf. Religion spielt in „Exodus“ nur eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst die zehn Gebote werden ganz schnell abgehakt. Auch wenn „Exodus“ seine Entstehung nicht zuletzt dem US-Trend religiöser Film- & Serienprojekte wie „The Bible“ verdanken dürfte, scheinen die Macher den Film für das Massenpublikum vor allem als großes Action-Drama konzipiert und sich dabei so viele Freiheiten erlaubt zu haben, dass die meisten Ereignisse in „Exodus“ auch ohne Religion erklärt werden können.

Zwar kann „Exodus“ immer wieder auch in kleinen Momenten durch visuelle Effekte glänzen und wenn Ägypten von den biblischen Plagen heimgesucht wird, füllen die Szenen des Schreckens meist das ganze Bild aus. Der Handlung fehlt es aber trotz visuellem Bombast etwas an Dynamik und immer wieder vergehen gerade im Mittelteil lange Minuten mit Szenen, die so vor sich dahinplätschern, ohne den Zuschauer zu fesseln und die Geschichte voran zu bringen. Etwas mehr Leidenschaft, Biss oder Humor hätte auch nicht geschadet, denn fast während der ganzen 150 Minuten Laufzeit ist „Exodus“ ziemlich bierernst und es gelingt nicht, dem Zuschauer Christian Bale als Moses ähnlich lebensnah zu präsentieren wie seinerzeit Russell Crowe in „Gladiator“. Leider ist der Music Score von Alberto Iglesias auch nicht so eindrucksvoll, dass er Stimmung des Films wirklich packend unterstützt.

Auch wenn „Exodus“ nicht als das große Meisterwerk neben „Alien“, „Blade Runner“ und „Gladiator“ in die Filmgeschichte eingehen dürfte, kann der Film aber dennoch wie so viele von Ridley Scotts schwächeren Werken vor allem durch seine Bilder glänzen, die im breiten Cinemascope-Format mächtig Eindruck machen.

 

Bild 95 %

Ridley Scott drehte „Exodus“ mit digitalen RED Epic-Kameras mit 5k-Auflösung. Das Bild ist extrem detailscharf und bietet eine sehr plastische Darstellung. Die vielen digitalen Effekte wirken im Vergleich zu den realen Aufnahmen teilweise nicht ganz so detailreich. Der Kontrast ist weitgehend perfekt und bietet eine hohe Dynamik ohne Uberstrahlungen in hellen Bildbereichen. Trotz dem sehr guten Schwarzwert vermisst man in dunklen Bildbereichen aber etwas mehr Feinzeichnung. Farblich erinnert „Exodus“ etwas an den Neon-Look früherer Ridley Scott-Filme. So wirken die häufiger bläulich oder in orange-Tönen gehaltenen Szenen sehr klassisch wie noch zu Zeiten von „Gladiator“ bevor es in Hollywood in Mode kam, Filme per Digital Grading auf oft sehr künstliche Art und Weise optisch zu verfremden. Trotz ziemlicher Überlänge ist auch die Kompression der Blu-ray Disc tadellos und zeigt keinerlei Unregelmäßigkeiten.  

 

Ton (Englisch) 94 %

Ton (Deutsch) 86 %

„Exodus“ lebt vor allem von seinem Music Score und den vielen kleinen Soundeffekten, die dem Film im englischen DTS HD MA-Mix einen sehr weiträumigen  Klang geben. Es gibt kaum eine Szene, in der der Film richtig ruhig ist und in den Action-Szenen dreht der Surround-Mix nochmals richtig auf.  In der deutschen DTS 5.1-Version bietet der Film nicht ganz  so viel dynamische Atmosphäre und der im englischen Original dezent rumorende Subwoofer wirkt in der Synchronfassung auch nicht so prägnant.

 

Special Features

  • Trivia-Track: Die historischen Hintergründe zum Film
  • Entfallene und erweiterte Szenen
  • Audiokommentar von Ridley Scott und Jeffrey Caine


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