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Filmkritik: „Star Wars: Die letzten Jedi“

Die Rebellen sind wieder auf der Flucht und versuchen die übermächtige „Erste Ordnung“ mit einer neuen Strategie auszutricksen. Währenddessen ist Rey (Daisy Ridley) dem Versteck von Luke Skywalker (Mark Hamill) auf die Spur gekommen und will sich von ihm zum Jedi ausbilden lassen …

Nachdem J.J. Abrams mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ vor allem auf Retro setzte und Star Wars-Fans die Atmosphäre von „Episode IV-VI“ zurückbrachte, von der sich George Lucas in seinen Prequels (Episode I-III) weitgehend verabschiedet hatte, entwickelt Rian Johnson mit „Star Wars: Die letzten Jedi“ die Star Wars-Saga in einem sehr eigenen Stil weiter. Der Film überrascht mit sehr ungewöhnlichen Handlungselementen greift aber gleichzeitig wieder viele bekannte Themen und Szenen auf. Dass der Film so ganz anders wirkt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Johnson nicht nur Regie führte sondern auch das Drehbuch schrieb – und nicht Lawrence Kasdan, dessen Drehbücher der „Classic Trilogiy“ und „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ einen ganz anderen Stil haben.

„Star Wars: Die letzten Jedi“ wechselt zunächst zwischen mehreren parallel verlaufenden Erzählebenen mit etwas unterschiedlichem Tempo. Während der Kampf der Rebellen vor allem viel Action und Weltraumschlachten bietet, zieht sich das Aufeinandertreffen zwischen Rey und Luke Skywalker vor allem mit vielen Dialogen sehr gemächlich in die Länge. Es dauert recht lange, bis sich daraus eine zusammenhängende Story entwickelt und die Überlänge von 152 Minuten erreicht „Star Wars: Die letzten Jedi“ nicht zuletzt auch dadurch, dass sich der Film immer wieder mit vielen kleinen Nebensächlichkeiten aufhält. Rose Tico (Kelly Marie Tran) soll wahrscheinlich vor allem das asiatische Publikum begeistern und exotische Figuren wie die Porgs oder der neue Droid BB-9E scheinen primär einer Erweiterung des Merchandising-Sortiments zu dienen. Aber auch kaum jemand von den alten Helden wie R2-D2 oder C-3PO wird zumindest in kurzen Momenten vergessen. Die 2016 verstorbene Carrie Fisher spielt eine recht große Rolle und Luke Skywalker (Mark Hamill) bekommt in „Episode VIII“ die Chance zu einem besonders großten Auftritt.

Die Story des Films bietet leider nur wenig Spannung sondern leider zu viele Momente, die eine Lösung aus heiterem Himmel bringen und es zieht sich durch den ganzen Film ein eigenartig aufgesetzter und recht oberflächlicher Humor, der die Helden teilweise ziemlich dämlich erscheinen lässt. Visuell bietet „Star Wars: Die letzten Jedi“ eine Menge gigantischer und oft auch sehr düsterer Szenen.

Andererseits gibt es aber auch viele CGI-Sequenzen, die fremdschämend die Erinnerung an umstrittene Figuren wie die Ewoks und Jar Jar Binks zurückbringen. Was dem Film auch fehlt, ist das Abenteuer der Entdeckung neuer Welten, die gerade bei der „Classic Trilogy“ immer wieder Gelegenheit für geheimnisvolle Momente bot. Die Einführung in die einzelnen Szenen erfolgt bei Johnson wesentlich schneller als bei den von Lawrence Kasdan entwickelten Geschichten, die den Zuschauer oft zunächst etwas im Dunkeln tappen ließen. Einige Handlungsabschnitte des Films erweisen sich im Nachhinein auch als ziemlich überflüssig.

Vage bleibt „Die letzten Jedi“ vor allem mit seinem Ende, dass weitgehend offen lässt, wie genau die „Star Wars“-Saga weitergehen soll. Es deutet sich allerdings bereits an, dass die Zeit der alten Helden zuende geht und die neue Generation um Rey und Finn im Finale der dritten „Star Wars“-Trilogie im Vordergrund stehen wird.

„Star Wars: Die letzten Jedi“ läuft seit dem 14.12.2017 in den deutschen Kinos. Mit der Blu-ray Disc-, Blu-ray 3D- und Ultra HD Blu-ray-Veröffentlichung ist ab April 2018 zu rechnen.

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