XXL-TEST: T+A PA 1100 E mit HDMI-Modul – Klangmeister der Extraklasse aus Herford?
Konkurrenzvergleich

- AVM Inspiration AS 2.3: Der AVM spielt in der identischen Preisklasse und ist zusätzlich mit einem leistungsstarken Streaming-Modul ausgestattet. Er wirkt optisch in jeder erhältlichen Farbgebung sehr edel, und dazu passt auch das aufgeräumte, feine akustische Erscheinungsbild. Was die Optik angeht, tritt der T+A PA 1100 E klassischer auf, er sieht aus, wie man sich einen HiFi-Baustein vorstellt, und das ist bei dieser Baureihe auch Sinn der Sache. Der Inspiration wirkt graziler, kompakter – und irgendwie überträgt sich das auch auf den Klang. Luftig-leicht, bei Bedarf schon kraftvoll, stets ausgleichend der AVM, mit mehr Dynamik, strenger, extremst auf den Punkt gebracht der T+A. Beim T+A ist im Übrigen eine Fernbedienung im Lieferumfang, beim AVM nicht. Für uns sind beides zutiefst begeisternde, äußerst hochwertige Komponenten, dass jedes Modell eigene Schwerpunkte setzt, dürfte dafür sorgen, dass es nicht schwierig ist, sich für eines der beiden deutschen Spitzenprodukte zu entscheiden.

- Hegel H120: Wer es extravagant liebt, aber trotzdem weniger Geld ausgeben möchte, findet im Hegel H120 für 2.595 EUR einen vielversprechenden Partner. Akustisch kraftvoll und neutral auftretend, begeistert er auch mit seiner tollen Verarbeitung und der nordisch-kühlen, technokratischen Optik. Einige Streaming-Funktionen sind ebenfalls Bestandteil der Ausstattung. Der T+A PA 1100 E nimmt es gelassen, getreu dem Grundsatz „wer mehr ausgibt, bekommt oft auch mehr“: So ist der Herforder Vollverstärker nochmals pegelfester, entwickelt eine noch höhere Gesamtdynamik und trumpft dank dem optionalen HDMI-Board mit exzellenter anschlussseitiger Flexibilität auf.

- Rotel Michi X3: Mit 5500 EUR offiziell eingepreist, gibt es den Michi X3 teilweise mit sehr deutlichem Nachlass. Und das dürfte auch gut so sein, denn die unverbindliche Preisempfehlung steht hier nicht im Verhältnis zur Performance. Nicht falsch verstehen, der X3 ist ein sehr guter Vollverstärker, besitzt aber nicht das akustische Charisma unseres T+A PA 1100 E. Dazu fehlt es dem Michi an Temperament, an Nachdrücklichkeit und Ausdruckskraft. Das ist erstaunlich, stehen doch 2 x 250 Watt an Dauerleistung bereit. Er sieht edel aus und ist vorzüglich verarbeitet, wobei man auf der hochglänzenden Gerätefront auch jeden Fingerabdruck sofort sieht.
Fazit

Vor der Leistung des T+A PA 1100 E kann man nur den Hut ziehen: Was hier an Dynamik, Standfestigkeit, Detailreichtum und akustischer Klarheit geboten wird, verdient höchsten Respekt. Innerhalb des T+A Portfolios gehört dieser Vollverstärker zu den günstigen Optionen, aber er ist bereits so gut, dass selbst erfahrene, versierte HiFi-Liebhaber mit dem Kauf nicht das Geringste falsch machen dürften. Und, es bleibt keinesfalls bei HiFi – wer das optional erhältliche HDMI-Modul ergänzend kauft, kann den Vollverstärker auch als Klang-Manager für alles hernehmen, was an Ton vom TV ausgegeben wird. Und das gelingt großartig, wie dieser Test beweist. Mit seinem klassischen Erscheinungsbild, den bis ins Detail hochwertigen Baugruppen und der überragenden Verarbeitung bringt der PA 1100 E alle Tugenden einer prächtigen, aus traditionsreichem Hause stammenden Komponente mit.
Erstklassige Verarbeitung trifft auf hervorragenden Klang und enorme Leistungsreserven

Stereo-Vollverstärker Oberklasse
Datum: 19.07.2023
Test: Carsten Rampacher
Fotos und Redaktion: Sven Wunderlich
Datum: 19.07.2023
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