XXL-TEST: T+A PA 1100 E mit HDMI-Modul – Klangmeister der Extraklasse aus Herford?
Klang
Hier beginnen wir für eine T+A-Komponente ungewöhnlich – nämlich mit der Wiedergabe von Filmton. Aber – da unser Testgerät über das optionale HDMI-Board verfügt, bietet sich dieser akustische Einstieg auf jeden Fall an.
Wir haben eine uns bestens bekannte Box verwendet, um die Klangqualität des PA 1100 E erleben zu können, und setzen hier auf die bewährte Canton Reference 5 K.
"London Has Fallen"
Starten wir nun mit der Blu-ray „London Has Fallen“, und wir beginnen bei der Sequenz in London, die sich vor der Gedenkfeier für den britischen Premierminister zuträgt. Der PA 1100 E beweist uns hier, dass man beileibe nicht zwingend ein Mehrkanal-Setup für echten Filmgenuss benötigt. Der Spannungsbogen, der sich aufbaut, bevor in Kürze gewaltige Explosionen die britische Hauptstadt erschüttern, wird hervorragend zum Ausdruck gebracht. Dieser wird wesentlich vom Music Score mitgetragen, der authentisch und mit hoher Detailtreue präsentiert wird.
Dann startet urplötzlich eine wahre Effekt-Salve: Explosionen, Schüsse aus automatischen Waffen. Das Ganze wird ergänzt durch Schreie, herumfliegende Trümmerstücke – kurzum – ein pures akustisches Chaos. In dieses bringt der T+A Vollverstärker umgehend Ordnung. Durch die enorme Kraft seiner beiden Endstufen schafft er zunächst ein stabiles, praktisch unerschütterliches Fundament. Der Klang ist auch bei hohem Pegel von enormer Klarheit geprägt, Der PA 1100 E präsentiert sich als großartiger Dynamiker und als präziser Sezierer, der auch kleine herumfliegende Trümmerteile sofort impulstreu erkennt und einarbeitet. Zusammen mit der Canton Reference 5 K können spielerisch Lautstärken erreicht werden, die für praktisch jede denkbare Situation ausreichen dürften.
Die Stimmen sämtlicher Akteure präsentiert uns der T+A PA 1100 E sehr vielschichtig und prägnant, zugleich rücken sie aber nie zu weit in den Vordergrund, sondern sind immer exzellent ins tonale Gesamtgefüge eingearbeitet. Was uns ebenfalls aufgefallen ist – der Verstärker stellt eine überragende Räumlichkeit bereit, nicht übertrieben, aber immer spür- und erlebbar.
Celine Dion, A New Day, Live in Las Vegas
Von dieser Blu-ray haben wir uns die beiden Tracks „It’s All Coming Back To Me Now” und “To Love You More” angehört.Beim ersten Titel beeindruckt uns, wie feinsinnig der T+A-Verstärker das Klavier und dessen Anschlagdynamik herausarbeitet. Die atmosphärisch dichte Räumlichkeit ist ein weiterer Pluspunkt. Dann beginnt Celine mit ihrer Performance, und der T+A bringt die wichtige vokale Komponente auf den Punkt. Praktisch sämtliche Konturen werden erfasst, was zu einer allumfassenden, ganzheitlichen Wiedergabe führt. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt auf höchstem Niveau, und die Detaillierung nimmt auch in Richtung der hinteren musikalischen Ebenen nicht ab. Die Auslegung des PA 1100 E erweist sich als neutral und lebendig – ganz so, wie es HiFi-Liebhaber schätzen. Beim zweiten Song „To Love You More“ fällt uns sofort wieder ab Beginn auf, wie fein der T+A-Verstärker alle vorhandenen Konturen präsentiert – immer mit der richtigen Balance in Bezug auf die gesamte Charakteristik des Tracks. Celines Stimme wird auch, was wir schon erwartet hatten, beim zweiten Musikstück exzellent getroffen, die feindynamische Ausprägung innerhalb ihrer Präsentation kommt vollumfänglich zum Ausdruck.
Wiedergabe via Bluetooth und von CD
Wenden wir uns nun Musiktiteln zu, die wir über Bluetooth oder mittels CD-Player zugespielt haben.
Wir beginnen hier mit Diana Kralls Klassiker „Look Of Love“ und sind von der ersten Sekunde an begeistert, mit wieviel Sorgfalt der PA 1100 E den Facettenreichtum der Instrumente behandelt – hier erlebt man den Song sozusagen nochmal neu, wenn man ihn zuvor auf einer weniger hochwertigen Stereo-Komponente gehört hat. Die lebendige, detailverliebte Darstellung des T+A Verstärkers ist gerade für versierte Hörer herausragend geeignet, wie das Melancholische, Rauchige in Dianas Stimme herausgearbeitet wird, verdient höchste Anerkennung, ebenso die Trennung von vokalen und instrumentalen Anteilen.
„Till Tomarrow“ (Yello, Till Brönner) startet mit einem Bass, der mit enormer Präzision zum Ausdruck kommt, alsbald folgen Trompetenklänge von Till. Hier fasziniert es uns erneut, mit wieviel Liebe zum Detail der Verstärker vorgeht. Er sammelt in Windeseile sämtliche akustische Elemente auf und fügt sie zu einem kultivierten Hörspass zusammen. Alle Effekte, auch extrem kurze, schwer zu erfassende, holt der PA 1100 E ans Tageslicht. Räumlich ist die Darbietung erneut auch in dieser gehobenen Preisklasse kaum zu toppen, weitläufig und mit der nötigen Tiefe versehen, aber niemals übertrieben, sodass einzelne akustische Elemente nur verwaschen wiedergegeben würden. Präzision ist Ehrensache bei T+A, dies verdeutlicht unser Testkandidat zu hundert Prozent.
„Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, gesungen von Startenor Jonas Kaufmann, ist auch ein ideales Musikstück für den PA 1100 E, um sich entsprechend zu profilieren. Hier ist es der Schmelz von Jonas‘ Stimme, den er akribisch genau herausstellt, die dynamische Steigerung innerhalb seines Gesangs, und trotz all dieser erfolgreichen Anstrengungen einer überwältigen vokalen Wiedergabe vergisst der T+A-Verstärker auch die Instrumente nicht, die viele Einzelheiten aufweisen und sich harmonisch integrieren. Der Chor, der kurzzeitig zum Einsatz kommt, drückt sich in einer feinfühligen Darstellung und nicht in einer zu weit im Hintergrund stattfindenden Nebensache aus. Die Dramatik der Arie, der enorme Dynamikumfang, die zahlreichen musikalischen Ebenen: Nichts davon bringt unseren Testkandidaten aus der Ruhe.
Geht es enorm kraftvoll zu, wie bei „Land Of Confusion“ in der Cover-Version von Disturbed, packen die beiden Endstufen des T+A PA 1100 E gnadenlos und „ohne Vorwarnung“ zu. Hier werden sofort enorme Kraftreserven mobilisiert, von denen der Song getragen wird. Die gewollte Aggressivität bei den E-Gitarren-Riffs und bei der Stimme des Sängers kommt voll heraus, allerdings ohne dass das Differenzierungsvermögen aufgrund eines zu harschen, metallischen Einschlags leidet. Auch Fans dieser musikalischen Gangart sind daher mit dem T+A-Verstärker bestens bedient – mit Verve, enormer Standfestigkeit bei hohen Lautstärken und mit einer erneut rundherum überzeugenden Räumlichkeit macht unser Testkandidat alles richtig.
„Sky & Sand“ von Paul Kalkbrenner ist unser Testballon, ob der PA 1100 E auch mit elektronischer Musik gut zurechtkommt. Und, wir hatten es beinahe schon erwartet, auch hier gibt sich der Herforder Verstärker keinerlei Blöße. Tugenden wie die exzellente Impulstreue, die hervorragende Gesamtdynamik und die Leistungsstärke der beiden Endstufen kommen dem hochwertigen Gerät auch hier wieder zugute. So entsteht ein effektreiches akustisches Spektakel, das aber bei hohem Pegel nie zu einem unkoordinierten Chaos ausartet. Immer behält der T+A-Verstärker souverän die Kontrolle, und was er an Bass-Fundament bereitstellt, ist absolute Extraklasse: Der Bass ist trocken, hat Substanz und ist auch aus räumlicher Perspektive in Bestform.
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Tags: Stereo-Vollverstärker • T+A • Vollverstärker






