XXL-TEST: Nubert nuControl X - kompromisslose Hightech-Vorstufe mit Vollausstattung
Klang

Hervorragende Zusammenarbeit mit den beiden nuZeo 4
Diana Kralls "The Look Of Love" kommt ungemein sauber ausbalanciert und somit sehr kultiviert heraus. Dianas rauchige Stimme wirkt so, als stünde die Sängerin direkt bei uns im Hörraum und würde uns ein Ständchen singen. Jede Facette der vokalen Konturen sitzt hier an genau der richtige Stelle. Die enorme Impulstreue unserer Nubert-Kette wird kombiniert mit einem ungemein großen Dynamikumfang der 24-Bit 96 kHz-Flac-Datei. Wie exakt und zugleich nahtlos sich die instrumentalen Sequenzen um die Stimme herum anordnen, ist nahe an der Perfektion, und selbst nochmals teurere Vorstufen kommen kaum an dieses Maß an akustischer Präzision heran.
"Ain't No Sunshine" von Eeva Cassidy wirkt sehr feinfühlig vorgetragen, und genau darin liegt auch eine der Spezialitäten der Nubert-Komponenten. Die nuControl X schafft es, eine Klangkultur freizusetzen, die mit zum Besten gehört, was man kaufen kann, und das nahezu unabhängig von der Preisklasse. Klar muss man sagen, dass in Kombination mit den nuZeo 4 natürlich auch hervorragende Möglichkeiten gegeben sind, da alle Komponenten vom selben Hersteller auch auf eine praktisch perfekte Zusammenarbeit getrimmt wurden. Aber wie enorm mitreißend, klar und lebendig das Piano ertönt, oder wie charismatisch sich Evas Stimme bemerkbar macht, ist schon faszinierend. Auch kleine dynamische Differenzen werden sauber und schnell erfasst.
Shirley Basseys "Moonraker" aus dem gleichnamigen 007-Film belegt uns wieder, wie sensibel die Nubert-Kombination mit Stimmen umgehen kann, und gerade die nuControl würzt das Ganze hinsichtlich Klarheit und Feinheit der Strukturen nochmals richtig nach. Das ist wirklich, wie Nubert es immer betitelt, "Klangfaszination", und zwar in purer Form. Noch nie haben wir Nubert-Komponenten im Test gehabt, die so nah an viel teurere Referenzprodukte von absoluten Luxusherstellern kommen. So sehr es auch Verbesserungen an der Bedienbarkeit bedarf, was die Klanggüte anrifft, kann man nur den Hut vor den Nubert-Ingenieuren ziehen. Shirleys Stimme ist in jeder Sekunde voll da, nimmt das Audiotrium mit, und auch kleine Zwischentöne sind beinahe vollumfänglich vorhanden.
"Caruso", gesungen von Jonas Kaufmann, überzeugt uns klanglich direkt von der ersten Sekunde an, wenn unsere Nubert-Kombination die Wiedergabe übernimmt. Die vokale Präsenz des Startenors ist enorm, ebenso die räumliche Dichte. Was aber am meisten beeindruckt: Gerade zusammen mit der nuControl X bieten die beiden nuZeo 4 ein ungemein hohes Maß an Gesamtharmonie auf, kombinieren diese aber mit einer weit oben liegenden Transparenz und Brillanz. Der Hochtonbereich ist herausragend durchhörbar, zugleich aber wird der Klang nie zu scharf oder zu hart, auch dann nicht, wenn Jonas bei schon hohem Grundpegel die Stimme erhebt.
"Vivo Per Lei" (Andrea Bocelli & Georgia) unterfüttert die Dominanz des Nubert-Ensembles weiter. Geht es nur um die Bewertung der Klangqualität, dürfte diese Kombination für knapp 7.300 EUR ganz weit vorne stehen, ganz gleich, mit was für einer Konfiguration wir auch vergleichen. Aktivboxen und Vorstufe, Vorstufe, Endstufe und passive Lautsprecher oder Vollverstärker mit passiven Lautsprechern - die Art des Equipments spielt kaum eine Rolle, der Sieger heißt meist nuControl X und nuZeo 4. Das setzt sich auch mit einem schier unglaublich satten, trotzdem nicht zu dominanten Bassfundament bei "The Prayer" (Andrea Bocelli, Celina Dion) fort. Immer ist die Stimmwiedergabe von überragender Transparenz geprägt, und wenn die Protagonisten die Stimmen erheben, bietet die Nubert-Kombination das volle Spektrum an vokaler Präsenz und Brillanz.
"Axel F" (2016er Cut) von Harold Faltermeyer beweist einmal mehr, wie sauber und nahtlos das Zsammenspiel des extrem kontrolliert vorgehenden nuControl X Vorverstärkers und den beiden mit bärenstarken Endstufen und hoch belastbaren Chassis ausgestatteten nuZeo 4 vonstatten geht. Die gesamte Dynamik des akkurat geremasterten Titels kommt sehr gut heraus, und das gleichermaßen exakte wie nachdrückliche Bassfundament ist ebenso lobend hervorzugeben wie einmal mehr die hervorragende räumliche Wirkung.
Jean-Michel Jarres "Oxygene Part 8" ermöglicht es den Nubert-Komponenten wieder, die Maßstäbe setzende, schon mehrfach erwähnte Räumlichkeit freizusetzen, die zusammen mit der sauber und glaubwürdig präsentierten Dynamik für ein hohes Maß an Hörfreude sorgt. Fließend greifen einzelne akustische Elemente hintereinander, trotzdem wirkt das gesamte akustische Erlebnis nie verschwommen - immer greift eine ausgezeichnete Präzision um sich, und die Verbindung all dieser Elemente ermöglicht ein authentisches, fesselndes Klangbild bei dieser "Synthesizer-Hymne".
"Till Tomorrow! (Till Brönner & Yello) lässt einmal mehr das verblüffende Bass-Potential der nuZeo 4 aufblitzen, aber die nuControl spendiert der puren Basskraft noch eine ungemein exakte, auf den Punkt kommende Ausprägung, und das auch bei wirklich hohem Grundpegel. Wie sauber und fein nivelliert Tills Trompete sich ins akustische Geschehen einschaltet, ist nicht minder beeindruckend. Wiederum sammelt die nuControl feindynamisch wieder viele Punkte, und räumliche Weite sowie die räumliche Tiecfe verdienen sich Bestnoten. Die gesamte Platzierung der klanglichen Elemente exakt am richtigen Ort im virtuellen Raum macht einen weiteren beträchtlichen Teil des Reizes unserer Test-Devices aus.
Bei "Submarine" (HI-LO & Oliver Heldens) zeigen nuControl X und die beiden nuZeo 4 ein weiteres Mal ihr Können. Wie gut die mittels X-Room Calibration zuvor eingemessene Hightech-Vorstufe ist, beweist sie durch einen ungemein reinen, satten Sound, der auch bei hohem Pegel nichts von seiner Souveränität einbüßt. Verglichen mit den beiden nuZeo 4 im Einsatz ohne die nuControl X fällt auf, wieviel mehr an Kontur, an Kontrolle und an Reinheit nochmals hinzukommt. Schon die beiden aktiven Regallautsprecher allein konnten uns beeindrucken, nun aber wird nochmals eine andere akustische Dimension erreicht, was man selbst bei relativ einfach gemachter Musik umgehend wahrnimmt.
Der Trance-Klassiker "Universal Nation" von Push (Remastered Original Mix) stellt wieder mehrere Dinge unter Beweis. Zum einen, dass die nuZeo 4 wirklich geniale Bassqualitäten besitzen, und dass die Endstufen für Schub nahezu ohne Ende sorgen. Die eingemessene nuControl X fügt dem ganzen Spektakel noch ein so hohes Maß an zusätzlicher Präzision hinzu, das wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten. Die schiere Wucht wirkt dadurch noch unmittelbarer, beeindruckender - weil eben jedes Element durch das Maß an akustischer Reinheit seine volle Wirkung entfalten kann.
Was an Power in den schwäbischen Devices steckt, hören wir auch in der Disturbed Cover-Version des legendären Genesis-Tracks "Land Of Confusion". Hier ist besonders das enorme Maß an Kontrolle auch bei hoher Lautstärke hervorzuheben. Es geht richtig ab, gleichzeitig aber überschreiten nuControl X und nuZeo 4 nie die rote Linie, nach der zu viel Aggressivität und schrille Untertöne folgen. In dieser Güte haben wir den Titel bislang nur sehr selten gehört, vor allem auch nicht mit einem so kräftigen, zugleich strukturierten Unterbau.
Es folgt "Temple Of Love" der Sisters Of Mercy, und zwar in der langen Version. Das gewiss nicht ideale, da schon ältere und akustisch nicht brillante Quellmaterial scheint unserem Nubert-System nichts auszumachen. Denn schon das längere Intro wird detailreich dargestellt, und als es dann mit einem enormen Dynamiksprung zur Sache geht, ist gleich wieder ein solides Fundament vorhanden. Dass die Aufnahme von eher bescheidener Güte ist, merkt man dann aber doch, da die Stimme zu weit hinten steht und die Konturen nicht präzise genug vorhanden sind. Auch das Maß an Detaillierung zeigt, dass bei guten Remaster-Editionen deutlich mehr geht.
Einordnung

Alchemy DDP-2
ELAC Alchemy DDP-2 (2.599 EUR): Der sehr flache ELAC Vorverstärker besitzt ein Streamingmodul und eine ordentliche Anschlussauswahl. Die deutlich teurere Nubert-Komponente rechtfertigt den Mehrpreis von knapp 2.000 EUR allerdings eindrucksvoll: Mit modernen Streaming-Optionen, exzellenten Einstellmöglichkeiten für Experten, einer ausgezeichneten automatischen Einmessung und nicht zuletzt mit einer extrem hochwertigen Verarbeitung verdeutlicht die nuControl X ihr Bestreben, wirklichem High End-Equipment ernsthaft Konkurrenz zu machen. Zum hohen Qualitätsanspruch passt auch die schwere, langzeitstabile Fernbedienung.

AVM Evolution MP 5.3: Natürlich geht es nicht nur günstiger, sondern auch noch spürbar teurer - mit der AVM-Vorstufe mit Röhrenbestückung (ab 7.490 EUR) für einen besonders homogenen, angenehmen Klang, der allerdings mit hervorragender Dynamik und mit einem sehr hohen Maß an Detailtreue verbunden wird. Das Finish ist absolut überragend, die Evolution MP 5.3 Vorstufe wirkt noch edler als das preisgünstigere Nubert-Pendant. Dafür gefällt uns die Nubert-Fernbedienung deutlich besser. Was die Streamingqualitäten angeht, kann sich auch das AVM-Modell zweifellos sehen lassen. Es wird alles offeriert, was sich der modern ausgerichtete Streaming-Liebhaber wünscht, und auch das Anschlussangebot ist hervorragend. Nubert und AVM verfügen zudem über extrem hochwertige DACs. Integriert in die AVM-Vorstufe ist noch ein hochwertiges CD-Laufwerk.

Marantz AV10: Highend-Vorstufe im 15.4-Layout für den Mehrkanal-Fan: Auch, wenn die optisch äußerst edle AV10 kein wirklicher Konkurrent für Nuberts Stereo-Hightech-Werk darstellt, so ist es doch imposant, was sich mit der AV10 alles bewerkstelligen lässt. Selbst im Stereobetrieb versagt sie keinesfalls und beeindruckt mit einem auf den Punkt kommenden, sehr klaren Klang. Mit Decodeern für wirklich alle 3D Audiotonformate, Dirac Live auf Wunsch und extensiver Anschlussbestückung zieht der AV-Prozessor des japanischen Traditionunternehmens alle Register. Auch die verbauten Chipsätze erfüllen höchste Ansprüche. Das mittlerweile etwas angestaubt wirkende Heos (trotz neuer, frischer Benutzeroberfläche) ist ebenfalls ein Bestandteil der Ausstattung, genauso wie die 8K-fähige HDMI-Sektion.
Fazit

Nubert ist mit der nuControl X eine im höchsten Maße eindrucksvolle Vorstufe gelungen, die nicht nur mit ihrer schönen Optik und der hochwertigen Material- und Verarbeitungsqualität viele Punkte sammeln kann. Sie ist sehr modern ausgestattet und verfügt über flexible Streamingeigenschaften. Das große frontseitige Touchdisplay ist ein Novum bei Nubert. Mit an Bord ist auch ein sauber funktionierendes Einmesssystem. Wer lieber selbst aktiv wird, findet alle dafür erforderlichen Tools wie zum Beispiel einen parametrischen Equalizer. Die gut ausgestattete Anschlusssektion wäre auch zu nennen. Nicht ganz gelungen finden wir die App, sie sieht nicht wirklich gut aus und wir würden es uns wünschen, dass sämtliche Menüs und Hilfetexte komplett in Deutsch verfügbar wären. Akustisch lässt die nuControl X nichts anbrennen und positioniert sich ganz weit oben. Dank enormer Präzision, einem räumlich absolut authentischen Klangbild und mit einer homogenen, extrem angenehmen Spielweise setzt Nuberts Prestige-Objekt tatsächlich Maßstäbe.
Hochmoderne, brillant klingende Stereovorstufe mit üppiger Ausstattung und langlebiger Verarbeitung

Stereovorstufen Ober-/angehende Luxusklasse
Test 07. Juni 2024
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. Juni 2024
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Tags: nubert • nuControl • Stereovorverstärker • Vorstufe • Vorverstärker






