XXL-TEST: Cambridge Audio CXA81 MKII - Stereovollverstärker mit Premium-DACs und kraftvoller Class-AB-Schaltung

Klangwertung

Canton Vento 90

Canton Vento 90

Cambridge Audio Cxa81 Mkii Cxn Gruppenbild

Cambridge Audio Zuspieler in Form des Streamer CXN100

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun wissen, wie sich der Cambridge Audio CXN81 der 2. Generation aus klanglicher Perspektive schlägt.  Da wir in der Redaktion erfreulicherweise noch den Cambridge Audio CXN100 im Einsatz haben, bietet es sich natürlich an, diesen als Zuspieler zu verwenden. Als Ausgabeorgane haben wir uns für die sehr geschätzten Canton Vento 90 entschieden.

Wir beginnen unsere Klangwertung mit den schwedischen Rockern von Takida und dem sehr gefühlvollen Titel "Your Learn". Die facettenreiche und außergewöhnlich feinfühlige Stimme von Takitas Frontmann Robert Petterson wird mit hervorragender Klarheit in unserem Hörraum präsentiert. Nachdem wir den Titel von unzähligen Male gehört haben und die Band auch live bewundern durften, wirkt die Stimme auf uns sehr nüchtern und uns fehlt es etwas an Wärme. Ausgesprochen gut gefällt uns daneben das sehr breite und räumliche Klangbild. Die klassischen Instrumente wie z.B. die Streicher und Bläser werden sehr akkurat und sehr gut gestaffelt, dargestellt. Als der Titel dann etwas an Dynamik gewinnt, gelingt eine hervorragende Detaillierung. 

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Weiter geht es mit I Prevail und dem Track "Bad Things". Der Titel startet mit elektronisch erzeugten Effekten, die der Cambridge Vollverstärker überragend umsetzen kann. Auch als Brian Burkheiser, Frontmann der US-amerikanischen Post-Hardcore-Band, mit gefühlvollem Gesang einsteigt, sind wir begeistert vom Cambridge-Stereovollverstärker, wie stimmig und mit Feingefühl Brians vokale Präsenz zum Ausdruck gebracht wird. Ebenfalls vermittelt uns der Vollverstärker wieder ein breites Bühnenbild. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt und sich zahlreiche Effekte hinzugesellen, sind sehr viele Facetten noch klar ortbar, bei höheren Pegeln gelingt allerdings eine klare Differenzierung nicht mehr vollumfänglich. Der Bassbereich wird gut bedient, allerdings fehlt es uns bei diesem Track ein wenig an Durchschlagskraft und Präzision.

Wir wechseln das Genre und spielen unserer Canton/Cambridge Audio Kombi den Titel "Waiting for Tonight" von Jennifer Lopez feat. Fisher. Die zu Beginn des Titels erklingenden Synthesizer-Effekte sowie Drums stellt der CXA81 Mk2 äußerst  plastisch und differenziert dar. Auch die spezielle Stimmfarbe kann der CXA81 MkII gekonnt meistern, bei höheren Pegeln kann der vokale Anteil aber schnell etwas harsch wirken. Das Zusammenspiel aus harten Bässen und den zahlreichen Effekte, klappt bei diesem Titel hervorragend. Apropos Bass, dieser wird für sich betrachtet angenehm straff und präzise umgesetzt. Bei der Dosierung des Tieftonbereichs wird nicht zu dick aufgetragen und das Zurschaustellen der Harmonie zwischen Gesang, Effekten und Basseinlagen gelingt ebenfalls hervorragend. 

Beim nächsten Titel möchten wir den Cambridge Audio CXA81 MkII herausfordern. Wir starten die Wiedergabe des energiegeladenen und vor Bässen strotzenden R'n'B Track "Escapism." von Raye & 070 Shake. Bereits nach wenigen Sekunden explodiert der Titel förmlich mit harten Kickbässen und dem sehr fordernden Sprechgesang von Raye. Auch bei diesem Track löst sich der Stimmcharakter sehr gut von unseren eingesetzten Canton Lautsprecher. Die tieffrequenden Elemente in Form der harten Kickbässn, werden ebenfalls sehr gut bedient. Die Basspassagen wirken trocken und präzise, ohne dabei zu dick aufzutragen. Wir müssen bei diesem Titel - als kleine Einschränkung - ebenfalls feststellen, dass bei höheren Pegeln die Stimmcharakteristik etwas zu harsch und aggressiv wird.

Als nächstes Klangbeispiel haben wir uns "Lose Control" von Teddy Swims ausgesucht. Bekannt wurde der amerikanischen Singer-Songwriter 2019, als dieser bei YouTube Coversongs u.a. von Michael Jackson veröffentlichte. Das zu Beginn des Titel erklingende Keyboard sowie die leichten Drums werden hervorragend in Szene gesetzt. Als Teddy kurze Zeit darauf mit seiner sehr souligen und gefühlvollen Stimmfarbe einsteigt, sind wir förmlich von der Wiedergabe gefesselt. So kann der Cambridge das schmerzhafte Gefühl, das Teddy bei diesem Titel mitteilen möchte, voll und ganz zum Auditorium transportieren. Die Differenzierung der unterschiedlichen Effekte wie Gitarren, Keyboard, Schlagzeug und der sehr fordernden Stimme gelingt grandios. 

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit den Blues-Rockern der Andreas Diehlmann Band und dem Titel "Long Way To Go". Los geht es mit einer Akustikgitarre, die mit sauberer Struktur dargestellt wird. Bereits nach wenigen Momenten nimmt der Titel dann an Fahrt auf und zahlreiche Effekte gesellen sich hinzu. Die Gesamtwiedergabe bleibt aber klar und hervorragend strukturiert. Ausgesprochen gut kommt der Cambridge Stereoverstärker mit der speziellen Stimmfarbe von Frontmann Andreas zurecht, die mit ihrer Rauigkeit und Rauchigkeit facettenreich und glaubhaft in den Hörraum getragen wird. Die tieffrequenten Signale setzt unser Testkandidat präzise um und wertet sie auch mit einem sehr guten Volumen auf. 

Konkurrenzvergleich

Denon Pma 1700ne Front Seitlich

  • Denon PMA-1700NE: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit einem klassischen Stereovollverstärker, dem Denon PMA-1700NE. Dieser ist mittlerweile für 1.499 EUR in einer schwarzen sowie Premium-silber farbenen Ausführung im Handel erhältlich. Der Denon PMA-1700NE ist ausgezeichnet verarbeitet und übernimmt zahlreiche technische Details vom Topmodell PMA-A110. Optimiert wurden die Phono MM/MC Sektion ebenso wie die Digitalsektion mit dem DAC und die Endstufe. Dabei bleiben klassische Denon Technologien wie die 2 Trafos in Leakage Cancelling Technologie und die Endstufe in UHC-MOS Single Pull Technologie bestehen. Der Denon-Vollverstärker bringt es auf 140 Watt pro Kanal an 4 Ohm und beschallt durch das recht hohe Leistungsvermögen auch größere Hörraume - hier liegt deie Grenze höher als beim Cambrdige Audio CXA81 MK2, aber dafür ist der Brite auch spürbar günstiger. Zum Ausstattungsumfang gehört das von Denon selbst entwickelte Advanced AL32 Processing Plus, das digitale Audioquellen mit hohen Auflösungen von bis zu 384 kHz/32-Bit. Die Algorithmen ersetzen Informationen, die während der digitalen Aufnahme unterschlagen wurden, und stellen auf diese Art eine präzise Gesamtwiedergabe sicher. Der USB D/A-Wandler erfreut durch enorme Leistungsfähigkeit. Der DAC des PMA-1700NE unterstützt hochauflösende Audiosignale mit bis zu 11,2 MHz (Quad-DSD) beziehungsweise mit bis zu 384 kHz/32-Bit (PCM). Vinyl-Liebhaber werden mit dem PMA-1700NE ebenfalls glücklich. Der einbebaute Phono-Vorverstärker ist der ideale Partner sowohl für MM- als auch für MC-Systeme. Ein koaxialer Digitaleingang und zwei optische Digitaleingänge sind ebenfalls vorhanden, PCM wird mit bis zu 192 kHz/24-Bit unterstützt. Klanglich agierte das Denon Device sehr dynamisch und lieferte eine sehr gute Detaillierung.

Technics Su Gx70 Frontansicht

  • Technics SU-GX70: Weiter geht unser Vergleich mit einem Device vom Kulthersteller Technics. Aus der "Grand Class" Baureihe hatten wir den SU-GX70 im Test. Der Streaming-Vollverstärker ist für einen Kaufpreis von 1.799 EUR in einer silberfarbenen sowie schwarzen Ausführung im Handel erhältlich. Wie man es von Technics kennt, verfügt der SU-GX70 über eine Vielzahl an hauseigenen Technologien. Er ist mit der komplett digitalen, proprietären Verstärkertechnologie ausgestattet, die uns bereits in zahlreichen Produkten überzeugen konnte, so z.B. im SA-C600. Hierbei erfolgt eine komplett digitale Signalverarbeitung vom Eingang bis zu den Endstufen. Keine Anfälligkeit störendem Rauschen gegenüber und daraus resultierend eine enorme Präzision bei der Signalübertragung - das ist ein großer Vorzug dieser Verarbeitungstechnik. Technics spricht von der JENO Engine (Jitter-Eliminierung und Noise-Shaping-Optimierung). Eine JENO Engine kommt auch im HDMI ARC-Schaltkreis zum Einsatz, auch hier kann Jitter effektiv reduziert werden. Besondere Aufmerksamkeit widmente man bei Technics auch der HDMI-Funktonalität. Damit der SU-GX70 Audiosignale mittels HDMI ARC empfangen kann, muss er – wie es  in den Spezifikationen festgelegt ist - zunächst Videosignale ausgeben. Die Ausgabe dieser Signale kann jedoch unerwünschtes Rauschen erzeugen. Um diese zu vermeiden, werden die Videosignale beim SU-GX70 mit einer niedrigeren Rate ausgegeben, und die digitalen Werte für die Farbkomponenten jedes Pixels werden auf Null gesetzt. Diese Maßnahme ermöglicht einen gering belasteten Datenaustausch zwischen den HDMI-Sender- und Empfänger-Baugruppen, und so wird ungewolltes Rauschen vom Videosignal vermieden. Ebenso werden schädliche Einflüsse auf die Klangqualität verringert. Durch die Übertragung des Signals vom TV-Gerät zur JENO-Engine über den kürzestmöglichen Signalweg wird weiterhin auch die Akustik negativ beeinflussender Jitter vermieden. Umfangreich fallen auch die modernen Netzwerk-, Anschluss- und Entertainmentfunktionen aus. Der SU-GX70 besitzt alles, vom klassischen FM-Radiotuner über einen DAB/DAB+ Radiotuner über analoge Eingänge (2x), Phono MM (1x), Digital optisch (2x), HDMI-ARC (1x), Koaxial-Digital (1x) und USB-A (1x) sowie USB-B (1x). Hinzu kommt ein analoger Pre-Out (1x). Des weiteren zur Verfügung steht ein 6,3mm Kopfhörerausgang. Kompatibel ist der SU-GX70 unter anderem zu Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music und Apple AirPlay 2. Vorhanden sind ein WLAN- und ein Bluetooth-Modul, Chromecast built-in, eine Internet-Radio-Plattform sowie die Kompatibilität zu MQA. Klanglich punktet der SU-GX70 mit einem klar strukturierten, kultivierten, homogenen Klang bei nahezu jedem Musikstik. Er agiert auch bei gehobenem Pegel souverän und beeindruckt durch die natürliche Räumlichkeit. 

Nad C399 Frontansicht

  • NAD C 399: Abschließen möchten wir unsere Konkurrenzeinschätzung mit dem C399 vom kanadischen Hersteller NAD, der in Deutschland von der Dali GmbH vertrieben wird. Das Device ist ausschließlich in der von uns getesteten dunklen Farbvariante zum Kaufpreis von derzeit rund 1.799 EUR im Handel erhältlich. Besonderer Clou des Vollverstärkers ist, dass er mit der neuesten Generation der Modular Design Construction (MDC) Technologie von NAD ausgestattet ist. Dieses nun MDC2 bezeichnete Konzept ermöglicht es, den Verstärker mit Hilfe rückseitig integrierter Steckplätze mit optionalen Modulen zu versehen, die den Funktionsumfang des Geräts beispielsweise um hochauflösendes BluOS Multiroom Musik-Streaming und die Dirac Live Raumkorrektur erweitern. Dieses MDC2 Modul steht für einen Aufpreis von 499 EUR zur Disposition. Der NAD C399 setzt auf HybridDigital nCore Endstufen, die hocheffizient und enorm leistungsstark sind. Sie mobilisieren eine Dauerausgangssleistung von 2 x 180 Watt und erreichen Impuls-Leistungsspitzen von bis zu 500 Watt an 2 Ω. Die großen Vorteile dieser Verstärkertechnolgie sind ein extrem gleichmäßiger Frequenzgang, ein sauberes Clipping-Verhalten, eine hohe Stromlieferfähigkeit und eine ausgezeichnete Stabilität bei anspruchsvollen niederohmigen Lautsprecherlasten. Rauschen und Verzerrungen bleiben unter allen Betriebsbedingungen gering. Aus der Masters-Serie von NAD wurde ebenfalls der hochauflösende D/A-Wandler vom Typ ESS Sabre 9028 übernommen. Das Bauteil bietet einen großen Dynamikbereich, extrem niedriges Rauschen sowie geringe Verzerrungen. Der NAD Stereovollverstärker verfügt über zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sowie auch über einen HDMI eARC-Anschluss für die Wiedergabe der Audiosignale eines angeschlossenen Smart-TVs. Analog-Fans kommen mit zwei Cinch-Hochpegeleingängen und einer hochwertigen Phonostufe für Magnettonabnehmer voll auf ihre Kosten. Der Phono-Vorverstärker ist auf eine ultrapräzise RIAA-Entzerrung, extrem geringes Rauschen und hohe Übersteuerungsreserven ausgelegt und verfügt zudem über eine innovative Schaltung, die Infraschallanteile unterdrückt, ohne die Basswiedergabe zu beeinträchtigen. Die Hochpegeleingänge sind mit rauscharmen Pufferverstärkern ausgestattet, um klangliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Zusätzlich zu den Anschlüssen für zwei schaltbare Lautsprechergruppen bietet der C399 Vorverstärker-Ausgänge und zwei Subwooferausgänge. Das Streamen von Musik vom Smartphone oder Tablet ist kabellos und in 24 Bit-Auflösung per Bluetooth aptX HD möglich – zugleich lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer ansteuern. Außerdem verfügt der C399 über einen hochwertigen separaten Kopfhörerverstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz und hohen Ausgangsspannung, mit dem es möglich ist, auch sehr hochwertige hochohmige Studiomonitor-Kopfhörer zu betreiben. In unseren Klangwertung präsentierte sich der C399 mit einer sehr luftigen und stimmigen Gesamtwiedergabe. Die vokalen Elemente der Protagonisten lösten sich ausgezeichnet von unseren Schallwandlern und punkteten mit einem sehr natürlichen Klang. Zudem präsentierte sich der Vollverstärker äußert pegelfest und eignet sich auch für größere Hörräume. Dank der Dirac Live Einmessung konnten Raummoden effektiv eingebremst werden, das konnten wir in Direktvergleich mit Dirac On/Off feststellen. 

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