TEST: Bowers & Wilkins 705 S3 - hoch entwickelter Regallautsprecher mit exklusivem "Tweeter-on-Top"-Konzept

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Klipsch Onkyo Odyssee

Klang

Bowers Wilkins 705 S3 Setup

Unser Setup

Wir setzen auf einen Verstärker, den wir sehr gut kennen und schätzen: Den Cambridge Audio EXA100. Ergänzt wird er vom passenden Netzwerkplayer EXN100. Nun sind wir sehr gespannt, wie sich die 705 S3 in dieser Kette schlägt. 

Wir starten mit "Over The Hills And Far Away" in der Cover-Version von Nightwish, und anders als sonst oft gehen wir dynamisch gleich zu Beginn "in die Vollen" - ein entspanntes Anlaufen ist von unserer Seite für unsere Testkandidaten nicht vorgesehen. Aber der kompakte Regallautsprecher meistert die Herausforderung und erfreut uns mit seinen Darbietungen auf ganzer Linie. Als Vorzüge zu nennen wären eine sehr gute Darstellung der Stimme sowie eine hohe Klarheit der gesamten Darbietung. Erst bei wirklich hohem Pegel nehmen wir ein leichtes Zischeln in der Stimme wahr. Der kompakte Lautsprecher gefällt uns gut mit seiner realistisch ausgeprägten Räumlichkeit und mit dem straffen Bass, der auch durchaus Punch besitzt. Klar, ganz unten herum merkt man schon, dass es ein Regallautsprecher und kein Standlautsprecher ist, für seine Abmessungen aber sind Bass-Nachdruck und Tiefgang wirklich tadellos. 

Und es bleibt dynamisch und machtvoll - denn jetzt kommt der legendäre "Imperial March" von John Williams, gespielt von den Wiener Philharmonikern. Es ist wirklich erstaunlich, wie sauber der 705 S3 die Differenzierung der unterschiedlichen Ebenen im Orchester hinbekommt, und ganz besonders die Streicher wirken detailreich und frisch, aber nicht scharf von der Darstellung her. Da fehlt es an nichts, nicht an der Ausformung einzelner Instrumente und auch nicht an Nachdruck, wenn das gesamte Orchester einsetzt. Sicher, das ganz tief unten angesiedelte Fundament, das diesem Titel innewohnt, kann ein Regallautsprecher nicht vollumfänglich darbieten. Aber trotzdem schafft es der britische Schallwandler, eine enorme atmosphärische Dichte bereitzustellen. Wenn man bedenkt, dass ein Paar der Lautsprecher zu absolut fairen Preisen erhältlich ist und wir uns keinesfalls im umbezahlbaren Segment bewegen, ist die Performance tatsächlich durchweg auf hohem Level. Auch die Pegelfestigkeit weiß wieder zu überzeugen, auch mit deutlich gehobener Lautstärke kann man noch problemlos hören, ohne dass das Klangbild zu schrill wird, und auch die Differenzierung zwischen den einzelnen musikalischen Ebenen nimmt nicht zu sehr ab. 

Bowers Wilkins 705 S3 Front

Der Lautsprecher spielt detailreich und äußerst klar auf

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Es wird ruhiger: Mit "The Good Life" von Till Brönner kommt ein relaxter, aber trotzdem lebendiger Titel zu den B&W 705 S3. Tills virtuos gespielte Trompete stellen unsere Testkandidaten mit exakter Kontur heraus, und die begleitenden Instrumente, hier wäre auch das Piano zu nennen, sind sehr sauber aufgebaut. Erneut ist es das Nahtlose, das Schwungvolle, was hier sehr vorteilhaft zusammgengebracht wird. Gerade dieser Titel liegt dem Regallautsprecher definitiv, hier kann er sein authentisches, homogenes Spiel sehr gut in Stellung bringen. Und er schafft es zusätzlich, einen glaubwürdigen virtuellen Raum aufzubauen, der in Weite und Tiefe akkurat gestaffelt ist. Versuchen wir es mal: Was zeichnet den B&W 705 S3 gegenüber anderen Lautsprechern dieser Preisklasse aus? Wir denken, es ist die einerseits in sich schlüssige Spielweise, aber andererseits setzt der aufwändige Tweeter on Top stets durch seine hervorragende Durchhörbarkeit Akzente. Verglichen mit Lautsprechern, die AMT (Bändchen) Hochtöner einsetzen, ist es verblüffend, wie enorm impulstreu der Carbon-Kalottenhochtöner von B&W agieren kann. Klar - bei höchsten Frequenzen und kleinsten Impulsen sehen wir das ultraleichte Bändchen vorn, dafür aber begeistert die Carbon-Kalotte der Briten durch eine exzellente, weil nahtlose Anbindung an den Mitteltonbereich und durch eine breit angelegte, zugleich aber allzeit, selbst bei hoher Lautstärke, klar definierte Räumlichkeit. Dass der Hochtöner völlig ungestört vom Tief-/Mitteltöner mit Continuum-Membran arbeiten kann, macht sich durch den besonders verfärbungsfreien, realistischen Klang bemerkbar. 

Und wir setzen fort - vokal beeindruckend, mit Nachdruck, sehr gefühlvoll: Wir sprechen von "Time To Say Goodbye" mit den weltberühmten Stimmen von Sarah Brightman und Andrea Bocelli. Gleich auffällig sind die fein dosierte Räumlichkeit und sehr saubere Akzentuierung der Stimmen von Sarah und Andrea. Gerade die hochfrequenten Anteile bei Sarah punkten vollumfänglich durch die enorme Klarheit und Transparenz. Stimmtypische Charakteristika arbeitet der B&W 705 S3 bei beiden vokalen Auftritten hervorragend heraus. Ist das nicht zu viel Lob für ein Paar Lautsprecher, das man für 3.000 EUR kaufen kann? Gehören die von uns beschriebenen Eigenschaften nicht in eine höhere Preisklasse? Dachten wir auch, aber der kompakte 705 S3 beweist uns, dass all dies auch für diesen Betrag bereits geht. Zudem gibt es auch Konkurrenten, die ebenfalls ausgesprochen talentiert auch bei der Wiedergabe solcher eher komplexeren Titel sind. Instrumental ist der Auftritt der B&W 705 S3 ebenfalls sehr gelungen, alles wird mit weitläufiger Dynamik präsentiert. 

Kommen wir zu "Moonraker", Titelmelodie des gleichnamigen 007-Films und gesungen von Shirley Bassey: Wir nehmen eine erstaunlich gute, authentische Detaillierung bei der Stimme (die zudem auch eine sehr ansprechende Dynamik entwickelt) und bei den Instrumenten wahr. Man merkt daher kaum das Alter des Materials. Erst, wenn wir den Pegel deutlich hochsetzen, scheint letzten Endes doch das Alter des Quellmaterials durch, denn dann mischt sich ein blecherner Einschlag in den Hochtonbereich und in die oberen Mitten. Wie gut der 705 S3 aber insgesamt dieses Stück managt, ist richtig überzeugend. Auch die Räumlichkeit ist ein Pluspunkt, der Klang löst sich ausgezeichnet von den Chassis und verteilt sich frei, aber zugleich klar definiert im Hörraum. 

Wenden wir uns "Vertigo Heroes, Part 1" von Boris Blank zu. Hier treten die B&W Regallautsprecher extrem vielschichtig sowie räumlich weitläufig auf und sichern eine schnelle, passgenaue Effektwiedergabe. Jedes neu hinzukommende akustische Detail wird mit überragender Impulstreue eingearbeitet, und auch das Fundament unten im Bassbereich ist für einen Lautsprecher dieser Größe grandios. Die saubere Trennung aller klanglichen Ebenen gelingt selbst bei hohem Pegel soverän. Insgeesamt hat sich die 705 S3 Regalbox bei jedem Titel, besonders auch bei "The Good Life", erfolgreich beweisen können, liefert bei "Vertigo Heroes" aber ihr Meisterstück ab, die gesamte Akustik ist überwältigend gut für einen Regallautsprecher dieser Größe.

Kings and Queens, Fritz Kalkbrenner: Aber auch hier enttäuscht uns der britische Schallwandler nicht, sondern bleibt seiner bislang gezeigten Linie konsequent treu. Der bewusst verzerrte und entfremdete Teil der akustischen Elemente kommt sauber heraus, der Bass wird durchaus kräftig daergestellt, und die Stimme tritt klar und sauber ausbalanciert in den Vordergrund. Klar, möchte man hier richtig laut hören, ist ein großer Standlautsprecher oder als tieffrequente Ergänzung ein akitiver Subwoofer notwendig - aber im kleineren bis mittelgroßen Hörraum und bei nicht enorm hohen Ansprüchen für die Tiefbasswiedergabe reicht das, was der 705 S3 leistet, definitiv aus. 

Konkurrenzvergleich

Canton Reference 9 Gruppenbild2

Wenn wir in den Konkurrenzvergleich gehen, stößt die B&W 705 S3 auf ein schwieriges Umfeld. Da ist es schon mit etwas Glück verbunden, dass die exzellente Canton Reference 9 mit einem Paarpreis von 3.600 EUR über der B&W 705 S3 liegt, denn mit ihrer absolut stimmigen, klaren Spielweise ist sie schon eine Macht in ihrem Segment. Aber - es wäre nicht so, dass die 705 S3 keine Chancen hätte. Das Timing im Hochtonbereich ist schon grandios, und auch Transparenz und räumliche Ausbreitung sind auf dem Level der teureren Reference 9. Beide Lautsprecher beeindrucken darüber hinaus durch ihr richtig gutes Finish. Tritt der Reference 9 aus dem Taunus schlicht-edel auf, bietet der 705 S3 etwas mehr "optischen Unterhaltungswert" durchs massive ausgelagerte Hochtönergehäuse und durch die Tatsache, dass die Membran des Tief-/Mitteltöners nicht schwarz wie im Falle Canton ist, sondern silbern glänzt. 

Perlisten A3m Gruppenbild1

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Für knapp 3.000 EUR Paarpreis gibt es den Perlisten A3m Regallautsprecher, der ausgesprochen groß ist und eigentlich eine andere Zielgruppe als der 705 S3 bedient. Für sich betrachtet agiert der sehr solide und bis ins Detail sauber verarbeitete A3m herausragend: Da braucht man kaum noch einen separaten aktiven Subwoofer, der Bassbereich ist definitiv mehr als ausreichend, auch der Tiefgang ist exzellent. Durch die Gehäusegröße bieten die A3m auch eine ausgezeichnete Räumlichkeit, das gilt selbst in größeren Lokalitäten. Zudem wird der Lautsprecher nahezu allen Anforderungen gerecht, managt jeden Muskstil, harmoniert auch richtig gut zusammen mit einem Plattenspieler. Er kann detaillieren, aber auch sehr schnell und dynamisch antreten. Was setzt der 705 S3 dem entgegen? Noch etwas mehr Finesse im Hochtonbereich und dieses enorm Klare, Unnverfärbte bei der Präsentation hoher Freqquenzen. Dafür kommt er natürlich nicht an den Bassdruck und den Tiefgang des A3m heran. Daher ein klares Fazit: Zwei richtig gute Boxenpaare, aber mit anderer Gewichtung. Besonders kultiviert und sensibel die B&W 705 S3, besonders mächtig und dynamisch die Perlisten Audio A3m. 

Dali Opticon 8 Mk2 Gesamt Offen

DALI OPTICON 8 MK2: Wer denkt, es gäbe zum Preis der B&W 705 S3 keine richtig gute Standbox, täuscht sich. Klar, der DALI OPTICON 8 Mk2 ist in diesem Sinne kein direkter Konkurrent. Wer einen Regallautsprecher sucht, tut dies fast immer dewegen, weil er keinen Standlautsprecher aufstellen kann oder möchte. Aber manch einer mag auch denken, dass man für rund 3.000 bis 3.500 EUR keinen Standlautsprecher von hervorragender Qualität einkaufen kann und legt sich deswegen auf Regalboxen fest. Und das wäre ein Fehler, denn der DALI OPTICON 8 Mk2 kommt auf knapp 3.600 EUR Paarpreis und bietet fürs investierte Geld eine Menge. Der große Lautsprecher beschallt, eine passende Elektronikkette vorausetzt, locker auch einen knapp 40 Quadratmeter messenden Hörraum. Er ist in Dänemark, im DALI-Firmensitzt, gefertigt und bietet eine saubere Verarbeitungsqualität. Ganz so geschliffen wie der B&W 705 S3 sieht er nicht aus, aber akustisch schlägt er erwartungsgemäß voll zu. Pegelfest, dynamisch, mit sehr gutem Tiefgang, und zugleich tadelloser Detaillierung. Wir wissen absolut, dass dieser Vergleich "hinkt", wollen damit aber nur einmal über den sprichwörtlichen Tellerrrand hinausschauen und eine weitere mögliche Option aufzählen. 

Fazit

Bowers Wilkins 705 S3 Front Und Rueckseite Beide Auf Staender

Die Beschreibung "edler, kompakter Regallautsprecher mit hochkarätiger Technik" trifft als Quintessenz aus allen Eigenschaften des B&W 705 S3 voll ins Schwarze. Mit Marktpreisen von rund 3.000 EUR für das Paar gibt es einen hervorragenden Gegenwert fürs investierte Geld. Wer mag, kann optional noch passende Standfüße erwerben, um den formschönen Lautsprecher frei im Raum aufzustellen. Dank zahlreicher, typischer Bowers & Wilkins-Technologien erweist sich der 705 S3 im Test als ausgesprochen klangstark, und gerade der transparent aufspielende, praktisch verfärbungsfreie und ausgesprochen klare Hochtonbereich siorgt für viele Punkte auf dem Konto unserer Testkandidaten. Die 165 mm messende Continuum-Membran für den Tief- und Mitteltonbereich glänzt aber ebenfalls, Stimmen kommen facettenreich heraus, und die Basswiedergabe ist erstaunlich kraftvoll sowie lebendig. Mit der Top-Verarbeitung und der durchaus als exklusiv zu bezeichnenden Optik gibt der B&W 705 S3 insgesamt eine richtig gute Figur ab und muss sich vor der starken Konkurrenz in keiner Weise verstecken - zudem bietet er noch den "Bowers & Wilkins-Bonus" eines schon unverschämt guten Images, das Beste aber ist: Dem weit vorauseilenden Ruf wird der B&W 705 S3 vollumfänglich gerecht. 

Hochkarätige Technologie trifft auf edle Optik, kompakte Abmessungen und extrem klaren, vielschichtigen Klang
Preisklassen Referenz 2024
Regallautsprecher bis 4.000 EUR/Paar
Test 03. November 2025

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 03. November 2025

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