TEST: 7.2 AV-Receiver Marantz SR6008

Marantz SR6008 Front Seitlich2  
Für 999 EUR (UVP) ist der 7.1 AV-Receiver Marantz SR6008 erhältlich. Mit 7 x 185 Watt Leistung und Decodern für DTS HD Master, DTS ES, DTS 96/24, Dolby TrueHD / Dolby Digital EX / ProLogic IIx, Audyssey DSX, Dolby ProLogic IIz und DTS-Neo:X sind alle modernen Decodiermöglichkeiten mit an Bord. Der SR6008 verfügt über zahlreiche HDMI Eingänge : Sechs auf der Rückseite und einer an der Front. Es gibt überdies zwei HDMI Ausgänge: 1 x Hauptzone, 1 x Zone 2. Für eine akkurate Einmessung ist Audyssey MultiEQ XT zuständig. An maximal 8 Messpositionen kann eingemessen werden. Neben der Möglichkeit, Musikdateien von PCs oder Home Servern aus dem Heimnetzwerk zu streamen, sind als Webdienste die Internetradio-Plattform vTuner, Spotify und last.fm integriert. Erfreulicherweise tritt der SR6008 überaus wertig und in bekannter, nobler Marantz-Optik auf.

Verarbeitung

Marantz SR6008 Bedienelemente Front1

Recht  schicke, aber auch recht kleine, gleichförmige Tasten. Rechts ist die Abdeckung für verschiedene Anschlüsse (Audio+Video-Cinch sowie Setup Mic)

Marantz SR6008 Bedienelemente Front3

Eingangswahlregler

Marantz SR6008 Bedienelemente Front5

Lautstärkedrehregler

Marantz SR6008 Verarbeitung2

Seitenteile aus Kunststoff. Farblich aber gut an den mittleren Frontblendenteil aus Alu angeglichen. Kleine, gleichbleibende Spaltmaße

Marantz SR6008 Innenleben

Innerer Aufbau – übersichtlich 

Marantz SR6008 Fernbedienung2

Fernbedienung

Der Marantz ist für die Preisklasse sehr gut verarbeitet. Die Mitte der Frontblende besteht aus Aluminium und ist passgenau eingefügt. Die beiden geschwungenen seitlichen Teile sind allerdings aus Kunststoff – ein kleiner Stilbruch. Der Volume-Regler hat beinahe kein Spiel, liegt gut in der Hand und ist recht schwergängig. Leider ist er nicht gerastert. Der Lautstärkeregler befindet sich rechts auf der Frontblende, links ist der Quellwahlregler, der ebenfalls gut zur Hand liegt und leicht gerastert ist. Das Display ist recht klein und im Marantz-typischen kreisrunden Rahmen. Hier würden wir uns etwas mehr Größe wünschen. Die Auflösung (Punktmatrix) des zweizeiligen Displays gibt keinen Anlass zur Kritik. Auch von hinten ist der SR6008 sauber verarbeitet, alle Anschlüsse sitzen richtig fest. Die Cinch-Anschlüsse sind vergoldet. Die Fernbedienung gefällt, sie ist recht hochwertig und überdies sind nicht zu viele Knöpfe zu finden. Noch besser würde die Remote abschneiden, wenn sie komplett beleuchtet wäre. Das Geräteinnere hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck und ist für die Preisklasse sauber aufgebaut. 

OSD

Marantz SR6008 Menuebild2

OSDs wie bei DenonMarantz SR6008 Menuebild1

Start der Einmessung

Das OSD leugnet die Verwandtschaft zu Denon AV-Receivern nicht, was alles andere als ein Nachteil ist. Vorhanden ist ein hervorragender Einrichtungsassistent, der bei jedem Schritt an der Seite des Anwenders ist. Dadurch fällt es auch weniger versierten Usern leicht, den SR6008 betriebsfertig einzurichten. Grafiken helfen ebenfalls, die Einrichtung möglichst einfach zu gestalten. Die sonstigen Menüs sind recht übersichtlich aufgebaut und geben wenig Rätsel auf.

App

Marantz SR6008 App1

Top-Design bei der App

Marantz SR6008 App2

 Einstellungen

Marantz SR6008 App3

Interessanterweise erkennt die App nicht nur Marantz-Geräte

Marantz SR6008 App4

Schick ist die App designt – es geht kaum noch schöner. Und  praktisch ist sie überdies auch

Marantz SR6008 App5 

Eingangsübersicht

Marantz SR6008 App6

Wiedergabe

Natürlich kann man den SR6008 auch mittels der „Marantz Remote App“ für Apple iOS- und Android-Geräte steuern, wenn man das Smartphone als Alternative zur Fernbedienung einsetzen möchte. Die App ist grafisch schön aufgemacht in weiß und gold, der untere Teil ist im gebürsteten Alu-Look gehalten. Es ist eine recht vollständige Steuerung des SR6008 möglich. Auch die Netzwerkfunktionen sind steuerbar, und man braucht auch kein weiteres Display, da alles auf dem Screen vom Smartphone angezeigt wird.

Anschlüsse hinten

Marantz SR6008 Rueckseite Seitlich2

Der Marantz SR6008 bringt sechs HDMI-Eingänge und zwei HDMI-Ausgänge mit – das entspricht dem Standard. Es findet sich auch eine Ethernetbuchse. Zwei koaxiale Digitaleingänge und zwei optische Digitaleingänge sind ebenfalls vorhanden. Weitere Terminals: RS232, 5 Cincheingänge plus dedizierter Phonoeingang, ein 7.1 Externeingang, Pre-Outs für Zone 2 und einen 7.2 Preout – somit können, was zeitgemäß ist, auch zwei aktive Subwoofer angeschlossen werden. Analoge Videoeingänge (FBAS) finden sich drei, hinzu kommt ein FBAS-Monitor-Ausgang. Des Weiteren gibt es zwei Komponentenvideo-Eingänge und ein Komponentenvideo-Ausgang.

Anschlüsse vorn

Vorn verfügt der SR6008 über eine HDMI-Buchse und ein USB-Terminal. Ebenso vorhanden sind ein Anschluss fürs Audyssey-Mikrofon, ein Stereo-Cinch-Eingang und ein FBAS Analog-Video-Eingang. 

Decoder und DSP

Decoder für DTS HD Master, DTS ES, DTS 96/24, Dolby TrueHD / Dolby Digital EX / ProLogic IIx, Audyssey DSX, Dolby ProLogic IIz und DTS-Neo:X sind an Bord. DSP-Programme wie „Station“, „Live“ o.ä. hat Marantz nicht vorgesehen.

Einmesssystem

Marantz SR6008 Mikro

Einmessmikrofon

Audyssey MultEQ XT gehört beim SR6008 zu den interessanten Features. Bevor man mit der Einmessung beginnt, können die Endstufen entsprechend den Wünschen des Anwenders zugewiesen werden. Minimal an einer und maximal an acht Hörpositionen wird eingemessen. Der Einmessvorgang wird genau beschrieben. Nachdem das Mikrofon eingesteckt ist, geht es gleich mit verschiedenen Testtönen los. Leider dauert es etwas, bis das System feststellt, dass an einem bestimmten Anschluss (z.B. Front Height) kein Lautsprecher angeschlossen ist. Die Lautsprecher-Konfiguration wurde richtig erkannt. Die ermittelten Entfernungswerte für die einzelnen Lautsprecher machen einen soliden Eindruck. Die ermittelten Pegel für die einzelnen Lautsprecher sind zu zurückhaltend. Auch die Übernahmefrequenzen wurden nicht absolut zutreffend ermittelt. Wir haben auf jeden Fall zusätzlich manuell eingemessen.

Videoausstattung

Der Marantz verfügt über verschiedene voreinstellte Video-Modi im Menüpunkt „Bildeinstellungen“: Streaming, Benutzerdefiniert, Aus, Standard, Movie, Lebendig. Bei „Benutzerdefiniert“ taucht ein Video-EQ auf dem Screen auf, einzustellen sind: Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, Farbton, Rauschunterdrückung und Konturenschärfe. Mehr Parameter finden sich bei den Ausgabe-Einstellungen: Der SR6008 kann bis auf 4K hochskalieren, weiter sind möglich: Automatisch, 480/576p, 1080i, 720p, 1080p, 1080p/24. Als Bildseitenverhältnis sind 4:3 oder 16:9 anwählbar. Bei den Video/Ausgabe-Einstellungen gibt es noch einen einstellbaren Video-Modus (Automatisch, Game, Movie) und unterschiedliche Progressive-Modi (Automatisch, Video, Video und Film)

Netzwerk und Multimedia

Marantz SR6008 Menuebild3

Drückt man die Netzwerk-Taste auf der Fernbedienung, erscheint eine Übersicht auf dem OSD. Fa voriten, Internet Radio, Last.fm, Spotify, Mediaserver und Flickr stehen zur Auswahl. HiRes Audiodateien gibt der SR6008 bis 192 kHz/24-Bit wieder (getestet in FLAC). Auch WAV-Dateien können bis 192 kHz/24-Bit entgegen genommen werden. Bei ALAC managt der SR6008 maximal das Format 96 kHz/24-Bit. Für FLAC und WAV ist Gapless-Wiedergabe möglich. Die Bedienung von vTuner Internet Radio geht, wie wir auch von den ähnlich aufgebauten Denon AV-Receivern her wissen, leicht von der Hand. Das Buffering ist problemlos, die Klangqualität ist absolut in Ordnung. Das gilt auch für die ebenfalls problemlose AirPlay-Wiedergabe. Kleiner Nachteil – WiFi ist nicht integriert. Dieses Feature bieten z.B. verschiedene 2013er Onkyo AV-Receiver wie TX-NR828 und TX-NR929. 

Testequipment
Klang

Paul Kalkbrenner, Altes Karmuffel (BD, DTS-HD Master Audio): Zusammen mit dem großen System 10 entsteht ein sehr erwachsener, vollständiger Klangeindruck. Lebendig kommen die Begeisterungs-Bekundungen der Zuhörer heraus, es bildet sich ein dichter Klangteppich. Als der Star-DJ dann richtig loslegt, stellt der SR6008 die elektronischen Effekte mit Kraft und Nachdruck dar. Präzise wird unser „Monster-Subwoofer“ angesteuert, über den 80 Hz Trennfrequenz muss der SR6008 die passiven Komponenten des Systems mit Energie versorgen, was ausgezeichnet gelingt. Die erzielbaren Pegel sind hoch. Die tonale Auslegung des SR6008 kann man als sehr gelungen bezeichnen. Nicht zu aggressiv, aber doch klar durchzeichnet macht er sich ans Werk. Bequem können hohe Pegel gefahren werden, die eingebauten Endstufen stellen souverän Leistung zur Verfügung. Der Klang des SR6008 ist so gelungen, dass man spontan auf eine deutliche höhere Preisklasse tippen könnte – es fehlt an nichts, auch die Feindynamik ist tadellos.

The Eagles, Hotel California (Farewell-BD, DTS-HD Master Audio): Das Trompeten-Solo gleich zu Beginn verdeutlicht, wieso Marantz-AV-Receiver gern von Anwendern gekauft warden, die eine sehr gefällige Musikwiedergabe schätzen: Sauber aufgebaut, mit toller Raumwirkung und enormer Natürlichkeit macht sich der SR6008 ans Werk. Erst bei sehr hohem Pegel läuft die Ausgewogenheit etwas aus dem Ruder, wenn dann Trompetenklänge und die Geräuschkulisse des sehr lauten Publikums ineinander überlaufen. Hier muss man, soll auch dann die Differenzierbarkeit noch voll erhalten bleiben, auf einen nochmals leistungsstärkeren AVR zurück greifen. Die Stimme des Sängers wird sehr gut wiedergegeben, ebenso die E-Gitarre. Nur im letzten Detail könnte die Stimme noch ein wenig mehr Prägnanz vertragen. Enorm gut gefällt uns die impulstreue Einarbeitung des Schlagzeugs. Die Räumlichkeit ist dicht, gleichzeitig nicht aufgeblasen. Glaubwürdig und authentisch gibt der SR6008 bilanzierend dieses Stück wieder.

Film-Blu-ray „The Avengers“, große Schlacht der Avengers mit den Aliens, DTS-HD Master Audio (ab Kapitel 15): Die nach unten fahrende Laderampe des havarierten Flugzeugs wird sehr gut als „kleiner Effekt“ wiedergegeben. Als die riesige, fliegende und gepanzerte Echse aus dem Loch im All kommt, ist das ohrenbetäubende Geschrei markerschütternd. Als die Echse die Skyscraper rammt, fliegen die Trümmer nach allen Seiten weg – dieser Effekt kommt ausgezeichnet heraus. Auch die kurze Sequenz, als Loki auf einen der schnellen Flieger der Alienarmee aufspringt, wird mit sehr guter Räumlichkeit dargestellt, Der SR6008 erweist sich als sehr pegelfest, nur, wenn man es dann übertreibt, verschmelzen akustische Ebenen miteinander, das Ergebnis ist dann nicht mehr so dynamisch und bietet keine so hohe Tiefenwirkung mehr. Die Schüsse aus den Waffen der Avengers vor der Evakuierung des Busses wirken authentisch, der SR6008 gibt sie impulstreu wieder. Die Unterhaltung zwischen dem Polizisten und Captain America zeigt, dass der SR6008 auch trotz des turbolenten Geschehens drumherum Stimmen detailreich und klar präsentieren kann. Alle Kampfhandlungen kommen nicht nur räumlich gekonnt, sondern auch mit akkurater Struktur zur Geltung. Insgesamt offeriert der Marantz viel Atmosphäre und eine sehr gute räumliche Wirkung bezüglich Weite und Tiefe, mit gutem Aufbau bis weit in den Raum hinein.

Auch mit Dolby Digital 5.1 EX-Ton von DVDs kommt der SR6008 ausgezeichnet zurecht. Bei der Eröffnungsschlacht von „Star Wars Episode III“ ist der Klang lebendig und räumlich sehr dicht gestaffelt. Kleine Effekte sind präzise im Raum auszumachen. Die Stimmen von Anakin und Obi-Wan in den Raumjägern sind sehr gut ins akustische Gesamtgefüge integriert, und auch bei hohem Pegel tadellos verständlich. Die zahlreichen Explosionen haben ordentlich Nachdruck und zeigen überdies auch bei deutlich gehobenem Pegel ein hohes Maß an Präzision. Immer berücksichtigt der SR6008 den Music Score angemessen – er sorgt insgesamt für eine sehr schöne Mischung aus Dynamik und Homogenität.

Nun haben wir die Mehrkanal-Klangqualitäten des SR6008 untersucht – wie klingt der Marantz in Stereo? Wir haben uns Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4, erstes Allegro angehört (LPCM 192 kHz/24.Bit, BD-Audio „2L – the Nordic Sound“). Und hier zeigt der SR6008 ebenfalls Klasse. Nuanciert und mit gutem Bühnenaufbau agiert der AV-Receiver im Stereo-Betrieb. Die Violine klingt in den Soli feindynamisch überzeuged, wenn das gesamte Orchester einsetzt, kommt dieser Dynamiksprung ausgezeichnet zur Geltung. Die gekonnte Tiefenstaffelung des SR6008, schon Stärke des Gerätes im Mehrkanalbetrieb, kommt auch bei der Stereowiedergabe voll zum Tragen.

Als zweites Stück in Stereo haben wir uns „Stop This World“ (Flac, 96 kHz-Stereo) von Diana Krall angehört. Mit Substanz und tadelloser Gesamtharmonie kommt das Stück heraus. Waren wir beim Mehrkanal-Stück „Hotel California“ von den Eagles noch nicht absolut begeistert von der Stimmwiedergabe – hier sind wir es: Toll löst sich die Stimme von den Lautsprechern, das rauchige Charisma arbeitet der AV-Receiver ausdrucksstark heraus. Ohne Frage – der SR6008 ist bei der Stereowiedergabe eine Macht und beeindruckt auch mit hervorragender räumlicher Weite. Wie schon weiter oben angesprochen, hört man mit dem Marantz sehr gern auch über einen längeren Zeitraum laut. Das liegt nicht nur an der überragenden Pegelfestigkeit, sondern auch am homogenen, angenehmen, aber gleichzeitig nie langweiligen Klang.

Videosektion

Hier haben wir uns den Beginn von „Star Wars Episode III“ auf DVD angeschaut und uns zunächst damit beschäftigt, wie gut der Marantz Filmmaterial von 576i auf 1080p hochrechnet. Die typische gelbe Laufschrift zu Beginn wird farblich authentisch wiedergegeben. Sie läuft überdies ruhig und sicher durch, erst weiter hinten flimmern einzelne Lettern leicht.Wellenbewegungen sind kaum zu sehen. Als dann der Sternzerstörer durchs Bild fliegt, braucht der De-Interlacer ca. 2 Sekunden, um einzurasten, dann steht das Bild recht stabil. Die Bildschärfe ist nicht allzu hoch, das haben wir schon schärfer gesehen. Gut werden die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin wiedergegeben, als sie beinahe ohne Nachzieheffekte oder Schärfeverluste knapp über der Oberfläche des Sternzerstörers fliegen. Als die beiden Jäger nach unten in die Schlacht abkippen, zeigt uns der SR6008 ein gut gestuftes Panorama mit nur wenig Schärfeverlust in den unteren Bildebenen. Die gesamte Raumschlacht kommt farblich richtig gut zum Ausdruck, auch die Farbübergänge während den Explosionen sind tadellos. Die Bildstabilität während der Schlacht ist gut, setzt aber keine Maßstäbe.

Bei der AVEC Professional Test DVD sind wir der Frage nachgegangen: Kommt der SR6008 auch mit Videomaterial, das von 576i auf 1080p konvertiert wird, gut zurecht? Beim Testbild, auf dem weiße und schwarze Schriften vor dreifarbigem Hintergrund in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen, zeigen geraden in höchster Geschwindigkeit leichtes Zittern. Gut ist es um die Schärfe der einzelnen Lettern bestellt (nur bei der höchsten Geschwindigkeit kommt es zu leichten Bewegungsunschärfen), die Farbtrennung ist ordentlich. Farben stellt der SR6008 von der Sättigung her im Modus „Standard“ passend dar.

Der große magentafarbene Siemensstern im Zentrum des Bildes und die vier kleinen magentafarbenen Siemenssterne in den Bildecken, die sich gleichmäßig drehen, zeigen an den Rändern der Segmente leichte Wellenbewegung. Die Drehbewegung ist gleichmäßig, Farben werden rein wiedergegeben. Einzelne Segmente, besonders gut sichtbar am großen Stern, flimmern leicht und zeigen nicht ganz sauber durchzeichnete Ränder.

Beim Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt gleichmäßig, aber es treten Nachzieher gerade im unteren Drittel des Pendels auf. Innen sind die Farben des Pendels, rot und blau, gut zu differenzieren. Treppenstufen an der Pendelspitze sind leicht zu erkennen. Überdies tritt rund um die Pendelspitze leichtes Flackern auf. 

Das Real-Testbild zeigt eine Bewegtsequenz mit Ansichten der schwäbischen Stadt Esslingen. Grünanlagen, Hausdächer, die ehemalige Stadtbefestigung und eine Hauptstraße mit fahrenden Autos sind z.B. zu sehen. Flimmern in den Dachziegeln ist zu erkennen. Auch als das Geländer aus Holz kurz im Fokus des Bildes ist, erscheint das Bild zwar recht scharf, aber mit leichter Artefaktebildung. Der Rasen wird in ordentlicher Bildschärfe wiedergegeben, die Bäume dahinter werden minimal unscharf abgebildet. 

Auf 4K skaliert der Marantz SR6008 ebenfalls hoch – das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Bild ist ruhig und überdies recht detailreich. Scaling-Rauschen ist nur in sehr geringem Ausmaß zu erkennen. Farben gibt der SR6008 natürlich wieder, das Bild erscheint zudem plastisch und mit guter Staffelung der verschiedenen Ebenen. 

Konkurrenzvergleich

Widmen wir uns dem Denon AVR-X3000, der für den gleichen Preis zu haben ist. Optisch fällt der X3000 kaum auf – was nicht heißen soll, dass der AV-Receiver unattraktiv wäre. Er ist schlichter und zurückhaltender gestaltet, während der Marantz zeigt: Hier kommt ein richtig edler AV-Receiver. Das Display des X3000 ist besser, weil größer, ansonsten ähneln sich die AVRs in vielen Punkten. Hinsichtlich des Klangs agiert der Denon etwas nüchterner, dynamisch sind beide – mit leichtem Vorteil für den X3000, der noch etwas mehr Grobdynamik entfaltet. Dafür klingt der Marantz homogener und harmonischer. Beide D&M AVRs überzeugen mit sehr gutem Einrichtungsassistenten und tadellosem Klang auch in Stereo.

Der Yamaha RX-A820 stammt noch aus der 2012er Aventage-Kollektion. Er ist dafür sehr günstig zu haben (ehemalige UVP war 849 EUR), da kann man dem Yamaha nachsehen, dass das 2012er Modell noch keine 192 kHz FLAC-Files wiedergeben kann. Das nicht mehr taufrische Bedienkonzept haben die 2013er Modelle auch noch. Ein Einrichtungsassistent fehlt gänzlich. Bei OSD und Ersteinrichtung, aber auch bei der Güte der Fernbedienung kann der Marantz vorbeiziehen. Dafür offeriert der Yamaha jede Menge hochwertiger DSP-Programme und ein besseres Video-Processing. Im Stereobetrieb gefällt uns wiederum der Marantz besser. 

Für sehr faire Marktpreise ist der ehemals 2.000 EUR kostende Onkyo TX-NR3010 erhältlich. Er bietet sich an,  um ein höherpreisiges Gerät mit dem Marantz SR6008 zu vergleichen. Und siehe da – der Marantz kämpft beim Klang tatsächlich auf Augenhöhe! Dies hat er seiner besonders homogenen, dabei gleichzeitig nie langweiligen Auslegung zu verdanken. Der Onkyo hat einen minimal spitzen Sound bei hohen Pegeln – das mag manchem gefallen, aber einigen Anwendern dürfte der harmonischere Klang des SR6008 besser goutieren. Die Videosektion des 3010 macht dann doch den Preisklassenunterschied deutlich – sie leistet sich keinerlei Schnitzer, überdies begeistert der tolle Video-EQ. Sogar ISF-Programme sind vorhanden.

Fazit

Marantz SR6008 Front Seitlich3

Der Marantz SR6008 ist ein wunderschön aussehender, wertig erscheinender AV-Receiver, der einem auf Anhieb gefällt. Er macht fürs investierte Geld sehr viel her – und überzeugt überdies mit harmonischem, lebendigem Klang, natürlicher Räumlichkeit und sehr guter Pegelfestigkeit. Dank des Einrichtungsassistenten ist der SR6008 schnell eingerichtet und betriebsfertig. Die Anschlussbestückung und die Netzwerk-/Multimediasektion entsprechen dem Preisklassenstandard. Überdurchschnittlich viel wird nicht offeriert. Die Videosektion ist gut, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Gefallen hat uns das saubere Upscaling auf 4K. Insgesamt ein feiner, preislich fairer Mehrkanalreceiver, der auch im Stereobetrieb mit sehr gutem Klang aufhorchen lässt.

Edler, kräftig und harmonisch klingender AV-Receiver mit gelungenem Bedienkonzept
ueberragend
AV-Receiver bis 1.000 EUR
Test 30. Dezember 2013

+ Edle Optik
+ Tadellose Verarbeitung
+ Sehr guter Installationsassistent
+ Dynamischer, gleichzeitig harmonischer Klang
+ Gute Upconversion auf 4k
+ Video-EQ
+ Tadellose Stereoqualitäten

– Seitenteile der Frontblende aus Kunststoff
– Nur ein USB-Anschluss vorn, aber keiner hinten

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Dezember 2013




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