TEST: Philips UHD-TV 65PFL9708 – Hightech-Ultra HD-Fernseher mit 6-Kern-CPU

Alle namhaften TV-Hersteller sind auf den „UHD-Zug“ aufgesprungen, da darf auch Philips TP Vision nicht fehlen. Man überschreitet bei der neuen 9er Serie derzeit dezent die 55-Zoll-Liga und greift dafür umso heftiger in der 65 und 84 Zoll Klasse an. Bei uns hat sich um Test der 5.199 EUR kostende 65PFL9708 eingefunden, dessen Eckdaten aufhorchen lassen: Im Inneren werkelt ein enorm leistungsstarker 6-Kern-Prozessor, und das gesamte Bild-Processing ist so ausgelegt, dass auch FullHD-Material, hochskaliert auf 4K, exzellent aussieht. Ob dies auch tatsächlich so ist, prüfen wir später für Sie nach. Hilfreich für ein bewegungsscharfes Bild dürfte auch die 900 Hz Perfect Motion Rate Zwischenbildberechnung sein. Typisch für Philips, setzt auch der 9708 auf dreiseitiges Ambilight XL. Kleine LEDs, die hinten am Rahmen verbaut sind, setzen gezielte Licht- und Ambient-Effekte um, damit die Atmosphäre im Aufstellungsraum wahlweise noch entspannter oder auch noch dynamischer ist. Entsprechende, umfangreiche Justagemöglichkeiten für Ambilight finden sich im Menü. Im Gegensatz zu Konkurrenten von Panasonic und Samsung bringt der 65PFL9708 keinen Doppeltuner mit. Zukunftssicherheit ist ein wichtiges Thema bei Philips, so soll es beim PFL9708 zeitnah ein Upgrade auf HDMI 2.0 inklusive HDCP und HEVC-Kompatibilität geben.

Gute Verarbeitungs- und Materialqualität

Rückseite

Standfuß von hinten

„Normale“ Seite der Fernbedienung

Auf der zweiten Seite hält die Fernbedienung eine komplette Tastatur bereit

Zunächst einmal präsentiert sich der 9708 als sauber verarbeiteter, modern daherkommender Flachbildschirm mit einem schicken Standfuß, der gekonnt Leichtigkeit vermittelt. Im Lieferumfang enthalten ist überdies eine recht hochwertige zweiseitige Fernbedienung, die wir aber schon aus anderen Philips-TVs der höher angesiedelten Serien her kennen.

Welche Ánschlüsse sind beim  Philips vorhanden?

3 USB-Anschlüsse, laut Kennzeichnung USB 2.0. HDMI-Anschlüsse: Drei hinten, zwei seitlich, der für UHD ausgelegte HDMI 5-Eingang ist recht weit oben und auf diesem Bild nicht zu sehen

Weitere Anschlüsse. Scart und YUV sind per Adapter möglich, Netzwerkbuchse

Der 9708 verfügt gleich über 5 HDMI-Eingänge, die allerdings verstreut sind. HDMI-Eingang Nr. 5 befindet sich seitlich recht hoch und ist der HDMI-Eingang, der für die Entgegennahme von 4K-Content zuständig ist. Des Weiteren finden sich eine Ethernetbuchse und ein WLAN-Modul, ebenso drei USB-Schnittstellen, die dem Standard 2.0 entsprechen. YUV und Scart sind mittels Adapter möglich.

Wenden wir uns der Inbetriebnahme zu und schildern wir die Eindrücke im Verlauf der Erstinstallation:

Beginn der Erstinstallation

Wahl der Menüsprache

Auswahl des Landes

Art der Aufstellung – an der Wand oder auf dem Tischfuß

Art der Nutzung – zu Hause oder im Geschäft

Anzeigen von Einstellungen für Seh- und Hörhilfen

Beginn der Einrichtung des TVs

Beginn der Installation von DVB-S-Sendern

Start der Satellitensuche

Suche nach Satelliten

Installation abgeschlossen

Assistent für das Treffen einfacher Bildeinstellungen zur Verbesserung der Bildgüte

Ging es im ersten Schritt um die Helligkeits-Optimierung, ist nun der Kontrast dran – die richtige Reihenfolge

Farbsättigungs-Balance im 3. Step

Schärfe einstellen, ohne Testbild nicht eben einfach. Aber für eine grobe Justage geht es

Schnelle Auswahl bevorzugter Toneinstellungen

Wahl des Ambilight-Effektes

Nun wird der 9708 für den Betrieb der Smart TV Plattform und des Internet Browsers vorbereitet

Drahtgebundene oder drahtlose Einbindung ins Netzwerk

Die Erstinstallation läuft bei unserem Testgerät problemlos ab, nimmt allerdings etwas Zeit in Anspruch. Für wenig versierte Anwender praktisch ist die Möglichkeit des 9708, dass simple Bild- und Toneinstellungen direkt in die Einrichtung integriert sind.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind reichhaltig vorhanden, so steht der Philips selbstverständlich für eine Vielzahl internetbasierter Dienste zur Verfügung. Dank der mitgelieferten Skype-Kamera ist auch Videotelefonie möglich. Sie ist allerdings nicht, wie bei verschiedenen Kontrahenten, im Rahmen fest integriert, sondern wird auf den Rahmen aufgesteckt.

Nicht ganz so elegant: Philips liefert eine Kamera z.B. für die Nutzung von Skype mit, diese ist aber nicht  oben im Rahmen integriert, sondern wird auf den Rahmen gesteckt

Gut gemacht: Smart TV Portal-Übersichtsseite

App-Galerie

Twitter-Nutzung

Philips Cloud TV

Web-Browser

Senderlisten

EPG

Natürlich ist auch ein  umfangreiches Smart TV-Portal mit an Bord, ebenfalls ein Webbrowser, der beim Philips besonders komfortabel bedient werden kann. Dank der zweiseitigen Fernbedienung, die auf der zweiten Seite eine vollwertige Tastatur umfasst, können beispielsweise Web-Adressen flott und angenehm eingegeben werden.  Innerhalb des Smart TV Portals sind wichtige und stark nachgefragte Apps bereits ab Werk installiert. Wie meist üblich, ist ebenfalls ein App Store vorhanden, in dem weitere Anwendungen heruntergeladen werden können.

Interessant ist der Philips Cloud TV Service. Dieser ist seit kurzem verfügbar und ermöglicht das Streamen von hunderten von internationalen Fernsehkanälen. Integriert in das System ist überdies der Cloud Explorer, dieser realisiert, dass der Anwender Videos und Fotos auf seinem Philips TV betrachten kann, die auf vertrauenswürdigen Cloud-Servern namhafter Anbieter gespeichert sind. Das Streaming funktioniert mittels OTT (Over The Top). Es finden sich Premium- und Nicht-Premium-Kanäle, eine Vielzahl ist kostenfrei zu streamen. Man kann, um Übersicht in das große Angebot zu bekommen, natürlich z.B. nach Genre suchen. Im Testbetrieb funktionierte der Cloud-Dienst einwandfrei, ist das Netzwerk entsprechend schnell und die Internetverbindung flott, ist der gewünschte Internet TV Channel rasch gebuffert und somit verfügbar.

Selbstverständlich streamt der Philips auch Audio-/Foto- und Videodateien von PCs und Servern aus dem Heimnetzwerk. Das beliebte Video-Containerformat MKV wird dabei ebenfalls akzeptiert, und zwar in SD- und HD-Auflösungen. AVCH-Dateien gibt der 9708 nicht wieder, dafür aber WMV (720p HD), Quicktime (auch mit Dateiendung .mov, Quicktime mit Dateiendung  .mp4 wird ebenfalls wiedergegeben) und DivX-avi.

Von einem Smartphone (ausprobiert mit Sony Xperia Z1) können z.B. Musiktitel per Drahtlosübertragung auf dem 9708 wiedergegeben werden. Hierzu bracht man noch nicht einmal die Philips My Remote App, die für Apple iOS- und Android-basierte Devices kostenlos herunterzuladen ist. Dies funktioniert über Miracast, also ganz ohne App. Voraussetzung ist, dass das Smartphone Miracast unterstützt (was bei allen Android 4.2 und höher-Smartphones gegeben ist). In unseren Testreihen gab es keinerlei Probleme. Es ist auch möglich, parallel Screen Mirroring und Miracast-Wiedergabe zu realisieren.

Das Thema Screen Mirroring endet gleich mit einem Erfolg. Wir haben mit einem Samsung Galaxy S4 mini getestet. Hier findet sich in den Einstellungen unter Verbindungen der Punkt „Screen Mirroring“, und der 9708 wurde gleich als potentieller Screen entdeckt. Nach Bestätigung der Verbindung seitens des Philips wurde der Screen-Inhalt des Galaxy S4 mini direkt auf dem Philips angezeigt. Auch mit einem Sony Xperia Z1 funktionierte das Screen Mirroring ohne Schwierigkeiten.

Bildschirm spiegeln und gleichzeitig Medien streamen – der 9708 zeigt sich allem gegenüber aufgeschlossen

Wiedergabe von Audiodateien über den Philips

Wenden wir uns der Remote-App fürs Smartphone zu. Die Anwendung ist mehr als eine reine Fernbedienung und ermöglicht auch die Steuerung der gesamten Multimedia-Funktionen wie z.B. der Zugriff auf Inhalte, die auf PCs und Servern lagern, die im selben Netzwerk wie Smartphone und TV sind. Ebenfalls ist es möglich, das TV-Bild zum Smartphone zu streamen, was auch ohne Schwierigkeiten funktioniert. Allerdings muss man mit einigen Sekunden Zeitversatz beim Streaming rechnen. Das ist bei allen Apps, die TV-Streaming anbieten, der Fall und nicht nur bei Philips. Besonderheit bei der Nutzung der App als Fernbedienung ist die Pointer-Funktion. Diese ist in der mitgelieferten Fernbedienung auch integriert, was z.B. bei Verwendung der Smart TV Plattform dafür sorgt, dass man rasch die gewünschte App starten kann. Der Pointer arbeitet schnell und präzise. In der App ist auf der letzten Seite der Bedienfeld-Funktionen ein Touchpad virtuell aufgezeichnet, dieses kann man wie den Pointer der Remote verwenden.  In allen Testreihen arbeitete die App auf dem Sony Xperia Z1 sehr zuverlässig und gefiel durch ihre Funktionsvielfalt. Natürlich haben wir zu vielen Funktionen Screenshots erstellt:

Der 9708 wurde direkt erkannt, und die App bietet viele Nutzungsmöglichkeiten

Mögliche Quellen zur Wiedergabe

Bedienfeld für Lautstärke und Kanalwahl

Bedienfeld: Elementare Wiedergabefunktionen

10er Tastatur

Die App ermöglicht eine vollständige Steuerung des TVs

Auch Spezialfunktionen wie den Spielemodus für 2 Spieler (funktioniert mit 2 speziellen Polfilterbrillen, jeder Gamer hat somit seinen eigenen Screen)

Durchsuchen von angeschlossenen USB-Medien oder Netzwerkgeräten per Direktzugriff

Pointer

Streaming des aktuellen TV-Programm

Bild
Video-EQ

Viele vordefinierte Bildfelder, auch 2 ISF-Modi

Bildeinstellungen im Unterpunkt „Erweitert“

3D-Optionen

Der Video-EQ verfügt über umfangreiche Einstellmöglichkeiten. An vordefinierten Bildfeldern gibt es Lebhaft, Natürlich, Standard, Film, Foto, Energiesparen sowie die beiden ISF-Modi Tag und Nacht. Weitere Einstellparameter umfassen den Kontrast des Backlights, Farbe, Schärfe, Rauschunterdrückung, MPEG-Artefaktunterdrückung, und das neue Ultra Pixel HD Bildprocessing, Im Submenü zum Ultra HD Bildprocessing finden sich: Perfect Natural Motion, Clear LCD, Ultra Resolution (neu), Dynamic Contrast, dynamische Hintergrundbeleuchtung und eine Farboptimierung. Noch mehr Parameter finden sich um Menü „Erweitert“. Lichtsensor, Gamma (-4 bis +4 in 1er Schritten), Farbtemperatur (normal, warm, kalt, personalisiert. Bei Wahl von „personalisiert“ kann RGB Offset und Gain feintunen), Videokontrast, Helligkeit, Farbsteuerung und RGB Only Modus zur Kontrolle des Farbdecodings. Die 3D Einstellungen umfassen eine Tiefeneinstellung (aus, weniger, normal, mehr) und die Aktivierung der Wandlung von 2D nach 3D.

Display Basic Check powered by

Beim Philips haben wir, wie schon weiter oben erwähnt,  die Auswahl zwischen einer Vielzahl verschiedener Bildmodi, darunter Persönlich, Lebhaft, Natürlich, Standard, Film sowie Foto, Energiesparen und isf Tag/Nacht. Unserer Meinung nach kommt der Modus Film der natürlichen Bilddarstellung am nähsten, die isf-Modi sind prinzipiell auch verwendbar, wirken aber minimal kühler. Die übrigen Modi dienen eher individuellen Vorlieben und sind für eine natürliche Farbgebung zu kalt. Abgesehen von der Frame-Interpolation, die bei Philips Perfect Natural Motion heißt, belassen wir alle Einstellungen bei ihren Standardwerten, die Zwischenbildberechnung schalten wir aus.

Mit dem PLUGE-Testbild überprüfen wir die Helligkeitseinstellung des Philips Fernsehers. Die Grundeinstellung von 50 ist ein solider Wert, man kann die Helligkeit sogar noch um 1 bis maximal 2 Punkte anheben, bevor der Unterschwarzbalken ganz links und rechts zum Vorschein kommt. Ebenfalls hier zu sehen ist die Homogenität der Helligkeit. Beim Philips handelt es sich um einen EDGE LED LCD-TV, bei dem die Leuchtdioden im Randbereich integriert sind. Eine etwas höhere Helligkeit als in der Bildmitte ist festzustellen, z.B. in der linken unteren Ecke. Eklatante Hot Spots sind aber nicht zu sehen. Beim Testbild Reverse Grey Ramps & Steps bietet der Philips eine ausgezeichnete Grautreppe und starke Kontrastwerte. Clipping ist kaum zu erkennen, auch nicht im Überweiß, ausgezeichnet. Allerdings ist beim Philips Overscan noch aktiv und auch im Film-Modus nicht automatisch deaktiviert, was wir am Overscan-Testbild sehr schnell feststellen können. Dieser Tatsache können wir direkt mit der „Format“-Taste auf der Fernbedienung entgegen wirken, in dem wir von der Einstellung „Sichtb. Bereich max. vergrößern“ auf „Nicht skaliert“ schalten. Die Schärfe ist zu stark angezogen, das Ringing um die Kanten im Overscan-Testbild fällt leider sofort auf. Leider ist die Schärfe-Einstellung nicht sehr fein gerastert. Der Standardwert 2 ist wie erwähnt deutlich zu scharf, der Wert 1 aber beinahe etwas unscharf – trotzdem deutlich besser, wir wählen also den Wert 1.

In der Übersicht: RGB Balance und Farbtemperatur. Der Philips hat ein etwas zu kaltes Bild

Gamma-Performance in der Übersicht

Prima Leistungen bei Farbraum und Weißpunkt

RGB Balance

Weißpunkt – oft recht kritisch, nicht aber beim 9708

Blau ist zu hell

Gammapunkt

Gammakurve

Farbtemperatur

Der Philips schneidet beim Display Basic Check ausgezeichnet ab. Der Farbraum wird sehr gut getroffen, lediglich bei der Sekundärfarbe Magenta ist die Abweichung ein wenig größer, die übrigen Farben liegen aber satt im Toleranzbereich. Auch der Weißpunkt in den verschiedenen Helligkeitsbereichen von IRE 10 bis IRE 100 macht einen sehr guten Eindruck. Zwar liegen die Punkte nicht übereinander, aber dennoch recht nahe beisammen und weichen nicht allzu stark vom Ideal ab. Die Gamut-Luminanz, also die Farbhelligkeit in Relation zum Referenzweiß, ist ebenfalls recht stark. Blau weicht am stärksten ab und ist etwas zu hell, die übrigen Farben aber ausgezeichnet. Ebenfalls sehr stark ist die Gammakurve, nur in den unteren IRE-Bereichen ist der Wert mit 2,2 etwas zu niedrig, der Durchschnittswert liegt aber bei sehr guten 2,32. Bei der RGB Balance liegen die drei Primärfarben nahe beieinander und verlaufen weitgehend parallel. Die Farbtemperatur ist ebenfalls positiv zu werten, wenn auch insgesamt etwas über 6500 K, also ein wenig kühl.

Wie geht der Philips mit nativem 4K-Material um? Man sollte den HDMI Eingang Nr. 5 verwenden, denn dieser ist für die Entgegennahme von 4K Material geeignet. Nachdem dies erledigt ist, gefällt der 65PFL9708 mit einem ausgewogenen Bild, das sehr angenehm wirkt, wenn man die Farbtemperatur im dafür vorgesehenen Menüpunkt auf „warm“ stellt. Wie wir schon zuvor festgestellt haben, ist das Bild selbst bei Farbtemperatur „Normal“ etwas zu kühl. Die Bildruhe ist sehr ausgeprägt und die Plastizität überzeugt uns. Das rauscharme Panel mit breitem Blickwinkel  bringt die Vorzüge von 4K Material exzellent heraus, Es gibt zwischen vorderster und hinterster Bildebene praktisch keine Schärfe-Differenzen. Farben stellt der Philips authentisch dar, und auch kleine farbliche Differenzen arbeitet er sorgfältig und mit tadelloser Balance heraus. In den Testreihen mit nativem 4K Material zeigt er einen sehr guten Schwarzwert mit einer überraschend guten Helligkeitsverteilung – es kommt kaum zu störenden Hot Spots.

Bei der Upconversion von FullHD-Material auf 4K beweist der Philips, dass er den Vergleich zur starken Konkurrenz nicht fürchten muss. Besonders gefällt uns die authentische Art der Bildwiedergabe, das Blau des Himmels ist beispielsweise nicht zu intensiv, sondern sehr realistisch ausgeprägt. Schon zu Beginn, bei den drei reichhaltig geschminkten, prachtvoll gekleideten Asiatinnen beweist uns der 9708, dass er nur ausgesprochen geringes Scalingrauschen produziert, gerade bei hochwertigem BD-Material wie Samsara wird offensichtlich, dass zu einem hohen prozentualen Anteil echtes 4K Feeling geboten wird. Sicherlich, der direkte Vergleich mit nativem UHD Material wirkt dann doch minimal ernüchternd, da Schärfe, Detailtreue und gesamte Bilddynamik schon nochmals höher angesiedelt ist. Was der 9708 dank hochwertiger Ultra Pixel HD Engine an Bildgüte aus dem Material herausholt, ist aber auf jeden Fall ausgezeichnet. Philips hat im Video-EQ verschiedene nützliche Optionen eingebaut. Neu für den 4K-TV ist die „Ultra Resolution“ Funktion für besonders fein auflösende Bilder. Kleine Bilddetails erscheinen nach Aktivierung prägnanter.

6 Stück dieser Polfilterbrillen liegen bei

Der 9708 arbeitet im 3D-Betrieb mit passiven Polfilterbrillen. Gleich sechs Stück sind im Lieferumfang enthalten. Der TV ist in der Lage, 2D-Inhalte in 3D-Inhalte zu konvertieren, was auch bei der Konkurrenz funktioniert. Bei „Samsara“ schafft dies mehr räumliche Tiefe, ebenso wie bei der Konkurrenz gibt es aber auch visuelle Nachteile. So nimmt die Schärfe ab, leichtes Ghosting kommt hinzu, und ab  und zu gibt es Flimmern im Bild, mit Vorliebe an diagonalen Linien, zu beobachten. Farbverfälschungen und Helligkeitsverluste gibt es so gut wie keine. Bei 4K TVs würden wir – unabhängig vom Hersteller – dazu raten, die 2D auf 3D-Konvertierung im Sinne eines authentischen, erstklassigen Bildes nicht zu verwenden.

Wie sieht es bei nativem 3D-Material aus? Hier beeindruckt der 9708 bei „Avatar“ mit einer sehr gut dosierten, natürlich wirkenden Plastizität und authentischer Farbdarstellung bereits in der ersten kurzen Sequenz, als eine Kamerafahrt über die Planetenoberfläche Pandoras zu sehen ist. Die Grüntöne arbeitet der Philips tadellos heraus und auch die Bildschärfe macht einen guten Eindruck. Ab und zu ist für Sekundenbruchteile leichtes Ghosting zu sehen – ansonsten ist die Bildreinheit hoch. Als das Langstreckenraumschiff von Innen gezeigt wird, eröffnet der 9708 ein gleichmäßig scharfes Panorama bis weit hinten ins Schiff hinein, während die an Bord befindlichen Söldner aus dem Cyroschlaf erwachen und sich aus den Schlafkabinen bewegen. Auch in dieser Sequenz gefällt der 9708 mit guter, realistischer Farbwiedergabe.

Als das Langstreckenraumschiff von außen zu sehen ist, gleitet es ohne Ruckeln oder Artefaktebildung am Zuschauer vorbei. Sonnensegel und der Rumpf werden detailreich wiedergegeben. Der große Planet im Hintergrund und das im Vergleich zwergenkleine Raumschiff, das seiner Flugbahn folgt – der Philips UHD-TV gibt diese Sequenz gelungen und stabil wieder.

Als Jake Sully und die anderen Raumschiff-Insassen ins Kurzstreckenraumschiff umsteigen, um mit diesem zur Kommandobasis auf Pandora zu fliegen, zeigt der 9708 auch hier das Innenleben plastisch und detailreich. Der Philips legt sich auf ein zurückhaltend-natürliches Bild fest und übertreibt es nicht mit der dreidimensionalen Wirkung, dadurch wird das Bild nie störend. Auch die Bildschärfe ist nicht extrem hoch. Ringing ist nicht zu beobachte.

Als wenige Kapitel später Jake in Gestalt seines Avatars zusammen mit einigen anderen Teilnehmern zu einer Expedition, die ihn mitten in den Dschungel des Planeten führen wird, aufbricht, zeigt der Philips die  Flugsaurier in glaubwürdiger Plastizität neben dem Helikopter. Als das Fluggerät nahe des Wasserfalls seine Bahnen zieht, eröffnet der UHD-TV ein lebendiges Bildpanorama, das auch durch die feinen farblichen Abstufungen Punkte sammelt.

Im Dschungel gelandet, liefert der Philips eine saubere Arbeit bei der Wiedergabe der Grüntöne ab. Viele LCD „Kollegen“ haben hier gewisse Probleme und stellen Grün nicht farbrein dar. Oftmals stört ein leichter Gelbstich. Der Philips lässt sich nichts zu Schulden kommen und stellt Farben aller Art tadellos dar. Auch der räumliche Eindruck überzeugt, der Philips setzt auch hier wieder auf einen angenehmen und nicht überzogenen Bildeindruck. 3D-Effekte kommen trotzdem ausgezeichnet heraus, das zeigt sich z.B., als Jake seien Waffe kreisen lässt.

Der TV-Tuner macht ein gutes Bild, bei den 720p-HD-Programmen der Öffentlich-Rechtlichen Sender gefallen Kontrast und Farbtreue. Die Schärfe setzt keine Maßstäbe, Rauschen ist vorhanden, aber nicht im Übermaß. Bei SD-Sendern kann man natürlich keine visuelle Sensation erwarten. Aber der Philips schafft es, auch beim Upscaling von SD-Inhalten auf 4K eine prima Leistung zu zeigen: Sender, die in 720 x 576 Pixeln vorliegen, kann man sich auch über längere Zeit ansehen. Hier beweist der Philips zweifelsohne Klasse, was auch an seiner aufwändigen und blitzschnellen CPU liegt, die mehr als genug Ressourcen für das rechenintensive Upscaling mitbringt. Das De-Interlacing wirkt auch gut, sicherlich treten an manchen diagonalen Linien leichte Treppenstufen oder Artefakte auf – der Umfang aber ist geringer, als wir vermutet hätten.

Klang

Toneinstellungen – es gibt zahlreiche Bildfelder

Verschiedene Surround-Betriebsarten

Akustisch leistet sich der Philips keinen Ausrutscher. Auch wenn es klar sein dürfte, dass man von einem Flatscreen mit beengten Einbauverhältnissen für die Lautsprecher keine klanglichen Wunder erwarten darf, so gibt es an der recht kräftigen und lebendigen Wiedergabe des 9708 nur wenig auszusetzen. Das Aktivieren des „Incredible Surround 3D“ bringt sogar Anflüge von Räumlichkeit, was sich gerade z.B. dann bezahlbar macht, wenn man einen Filmsoundtrack anhört. Stimmen sind allzeit gut verständlich, der Philips bringt überdies zahlreiche vorprogrammierte Klangmodi mit, die sich gut für den jeweiligen Einsatzzweck eignen.

Konkurrenzvergleich

Wir haben bereits andere 4K-Flachbildschirme unter der Lupe gehabt, daher hier die Pro- und Contrapunkte zu den jeweiligen Geräten:

Philips 65PFL9708:

+ Sehr angenehmes 3D-Bild
+ Tadellose Upconversion von SD-Material
+ Natürliche Wiedergabe hochskalierter Blu-rays
+ Ambilight als Alleinstellungsmerkmal für intensiven Fernsehgenuss
+ Sehr gute Farbwiedergabe, auch von kritischen Grüntönen
+ Zweiseitige Fernbedienung mit vollwertiger Tastatur auf der anderen Seite
+ Sehr gut arbeitende Pointer-Funktion
+ Cloud TV-Service mit reichhaltigem Angebot, teils auch kostenlos
+ Nach dem Samsung F9090 derzeit günstigster Marken-UHD-65-Zöller
+ Gleich 5 (!) HDMI-Eingänge
+ Upgrade-Möglichkeit auf HDMI 2.0/HDCP und HEVC gegeben

– Kein Doppeltuner
– Ab und zu leichtes Ghosting im 3D-Betrieb

Panasonic TX-L65WT600:

+ HDMI 2.0 (am Eingang HDMI 4) und Display Port 1.2a
+ Doppeltuner, der auch das Mischen von Signalen (z.B. DVB-S als Tuner 1 und DVB-C als Tuner 2) zulässt
+ Exzellentes Upscaling von BDs, praktisch ohne Artefakte, sehr scharf, geringes Rauschen
+ Über alle Maßen natürliche Farben (z.B. Grün-Wiedergabe) bei nativem 4K und bei anderen Betriebsarten
+ Enorm sattes Schwarz
+ THX- und ISF-Bildprogramme
+ Sehr empfangsstarker Tuner, holt extrem viel aus einem 720p Signal heraus
+ Hervorragende Remote 2 App
+ Sehr gute Wandlung von 2D nach 3D im Vergleich zu den anderen Kontrahenten
+ Extrem betriebsstabil und zuverlässig

– Im Vergleich zur Konkurrenz teurer
– THX-Bildprogramme im 3D-Betrieb nicht anwählbar
– Kein MKV Streaming
– Touchpad-Fernbedienung wirkt billig

Samsung UE65F9090:

+ Extrem lebendiges, farblich sattes, dynamisches Bild in allen Betriebsarten
+ Erstklassige Schärfe bei der Darstellung von nativem 4K Material
+ Erstklassige 3D Performance trotz aktiver Shutterbrille
+ Im Vergleich zur Konkurrenz preiswert
+ Hochwertige Touchpad-Fernbedienung
+ Übersichtlicher Video-EQ, dem trotzdem nichts wirklich fehlt
+ Doppeltuner
+ Sehr praktische Anschlussbox, die separat aufgestellt wird
+ Upgrade/Update-Möglichkeiten dank Kompatibilität zu zukünftigen Smart Evolution Kits
+ Sehr elegantes Design, das praktisch zu allen Einrichtungsstilen passt

– Doppeltuner lässt kein Mischen von Signalen zu
– TV-Tuner zeigt minimale Bildunschärfen und Flächenrauschen
– Kein HDMI 2.0 aktuell
– Weder THX- noch ISF-Bildprogramme

Sony KDL-65X9005:

+ Exzellentes, harmonisches 3D dank Polfilterbrille
+ Enorm natürliches Bild, Upscaling scharf und mit hoher Farbtreue sowie tollem Kontrast
+ Erstklassige Bildstabilität bis ins Detail
+ TRILUMINOS steigert auf Wunsch den Bild-Erlebnisfaktor (muss aber nicht verwendet werden)
+ Beste Messwerte aller hier aufgeführten Kandidaten
+ im Normal-Modus ohne Triluminos beste Messwerte von den hier aufgeführten 4K TVs
+ 4K Bildmaterial mit höchstmöglicher Bildruhe
+ Sehr guter Klang dank der Magnetic Fluid-Lautsprecher
+ Sehr guter Tuner mit scharfem, klarem Bild
+ Immerhin Software-Update auf HDMI 2.0 geplant

– Kein Doppeltuner
– Fernbedienungen nicht besonders hochwertig
– Optik nicht jedermanns Geschmack (fest an den Seiten befestigte Lautsprecher)
– Menüs wirken bilanzierend nicht so aktuell wie bei manchem Konkurrenten

Bilanzierend haben alle 4K TVs viele Stärken, aber auch ein paar Schwächen. Wer ein erstklassiges, schnörkellos-elegant gestaltetes, kurzum extrem ausgewogenes Gerät zum besonders fairen Preis möchte, nimmt den Samsung.

Wer lieber auf passive Polfilterbrillen und hohe Natürlichkeit bei der Bildwiedergabe Wert legt und zudem den Seh-Genuss durch Ambilight weiter intensivieren möchte, nimmt den ebenfalls preislich sehr fairen, optisch zurückhaltend-attraktiven Philips.

Wer ein UHD-Modell mit extrem gutem Schwarzwert, maximalem Kino-Feeling und derzeit beispielhafter Zukunftssicherheit sucht, das zudem mit  konkurrenzlosen Tuner-und App-Features ausgestattet ist, greift zum Panasonic – dessen Edel-Optik auch symbolisiert, dass hier ein echter Technologieträger kommt.

Und wem die Upscaling-Güte bis ins Detail über alles geht und ein auch von den Messwerten her praktisch makelloses Spitzen-Bild plus harmonischem Polfilter-3D präferiert, kauft den Sony – und kann sich sogar noch über richtig guten Klang freuen.

Fazit

Der Philips 65PFL9708 ist für 5.199 EUR erhältlich, das allein ist schon eine gute Nachricht, da der Preis ausgesprochen fair kalkuliert ist. Optisch schlicht und edel auftretend, hält der 9708 auch aus technischer Sicht interessante Features parat. So agiert er dank 6-Kern-CPU flott und ist jeder Aufgabe gewachsen. Visuell beeindruckt in allen Betriebsarten sein natürliches Bild mit authentischer Farbwiedergabe. Kleine Kontrastunterschiede stellt der TV akkurat heraus und punktet auch mit einem guten Schwarzwert. Das Upscaling und die 3D-Wiedergabe stellen den Charakter des Philips ebenfalls heraus: Extreme Bildschärfe und extrem satte Farben sind nicht sein Ding, sein Bild ist eher zurückhaltend und daher auch bei längeren Film-Sessions ausgesprochen angenehm. Der Video-EQ ist prima ausgestattet und hält auch ISF-Bildfelder parat, die nicht separat aktiviert werden müssen, sondern sofort zur Verfügung stehen. Gut gefällt uns auch der Philips TV Cloudservice und die zweiseitige Fernbedienung, die auf der zweiten Seite eine komplette Tastatur bereit hält, was auch das Eingeben z.B. von Web-Adressen einfach macht. Was uns fehlt, sind ein Doppeltuner und eine Option wegen HDMI 2.0.

Der 65PFL9708 bietet enorme Leistungsstärkem hohe visuelle Natürlichkeit, tolle Komfortfunktionen und ist überdies preislich fair kalkuliert
UHD-Bildschirme 65 Zoll
Test 07. November 2013

+ Sehr natürliches Bild
+ Hohe Performance dank 6-Kern-CPU
+ Gelungenes Upscaling
+ Harmonische 3D-Wiedergabe
+ 5 HDMI-Eingänge
+ Fairer Kaufpreis
+ Vollwertige Tastatur auf der Fernbedienung

– Kein Doppeltuner
– Keine Aussage derzeit zu HDMI 2.0

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. November 2013




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