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REVIEW: „The Revenant“ (Blu-ray Disc)

The Revenant Blu-ray Disc

Original: The Revenant

Anbieter: 20th Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 156 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch
  • DTS 5.1 Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 19.05.2016

Film

Der Trapper Hugh Glass (Leonardo Di Caprio) ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einer Gruppe der „Rocky Mountain Fur Company“ auf der Jagd nach Pelzen und wird bei einem Angriff eines Bären schwer verletzt. Der ehemalige Soldat John Fitzgerald (Tom Hardy) sieht Glass dem Tode geweiht und überlässt ihn seinem Schicksal. Glass kann sich aber trotz vieler blutender Wunden am Leben erhalten. Er sinnt auf Rache und folgt der Gruppe hinterher, um Fitzgerald umzubringen, der auch das Leben seines Sohnes auf dem Gewissen hat. Doch auf dem Weg durch die eisige Kälte des Winters lauern zahlreiche Hindernisse auf Glass, die sein Leben immer wieder erneut in Gefahr bringen …

Während Regisseur Alejandro G. Iñárritu in seinem Debüt-Film „Amores Perros“ eine sehr komplexe Geschichte trotz Überlänge spannend erzählte ist „The Revenant“ mit 156 Minuten Laufzeit leider viel zu handlungsarm und langatmig inszeniert.

„The Revenant“ vermittelt ebenso wie bereits der Oscar-Gewinner „Birdman“ den Eindruck, als ob sich der Regisseur mehr um das ganze Drumherum als den Inhalt seines Films gekümmert hätte. So war eine der Vorgaben bei den Dreharbeiten, dass nur mit natürlichem Licht gedreht und auf künstliche Beleuchtung verzichtet wurde.

Der Film bietet zwar einige dramatische Momente wie den Angriff des Bären, die Konfrontation mit Fritzgerald und die stets neuen Torturen, die Di Caprio auf sich nimmt. Und in der Darstellung der Gewalt ist „The Revenant“ auch alles andere als zimperlich.

Doch leider füllt Iñárritu zuviel Freiraum zwischen den dramatischen Momenten nicht nur mit schönen Landschaftsaufnahmen der eisigen Kälte aus sondern auch mit sich oft wiederholenden Momenten, in denen Di Caprio nur wortkarg sein Leiden zur Schau stellt oder ihm Erinnerungen an frühere Zeiten in den Kopf kommen.

Iñárritu fordert seine Darsteller ziemlich heraus. Neben der Dauer-Kälte rückt die Kamera den Darstellern oft so hautnah ans Gesicht, dass diesen höchste Konzentration abgefordert wird. Diese extrem dynamische Kamera-Arbeit mit einigem Gewackel macht eine wirkliche filmische Immersion für den Zuschauer aber kaum möglich. Iñárritus Kameramann Emmanuel Lubezki treibt diese Ablenkungen mit vielen LensFlares sowie beschlagenen und mit Wasser und Blut befleckten Kamera-Linsen sogar noch weiter auf die Spitze.

Dass „The Revenant“ trotzt des quälend langsamen Erzähltempos doch noch etwas Atmosphäre entwickeln kann, ist vor allem ein Verdienst des Music Scores von Ryuichi Sakamoto, der mit Naturgeräuschen und teilweise sehr verstörenden Klängen des Elektronik-Künstlers Alva Noto angereichert wurde.

Die Reihe der Torturen wird in der zweiten Hälfte immer aberwitziger, aber immerhin bekommt der Zuschauer am Ende von zweieinhalb Stunden einen sehr harten Showdown präsentiert, der wenigstens das Finale noch mit ein paar Twists und Spannung versieht.

 

Bild  88 %

„The Revenant“ wurde überwiegend mit der digitalen Arri Alexa 65-Kamera gedreht, die eine 6.5k-Auflösung bietet und auch in den vielen dunklen Szenen kaum Rauschen zeigt. Die meisten Szenen zeigen nur recht schwaches Dämmerlicht. Trotzdem bietet der Film einen ordentlichen Kontrast und auch in dunklen Bildbereichen genügend Feinzeichnung. Solange die Kamera nicht direkt in die Sonne gehalten wird, zeigen ebenso auch helle Bildbereiche nur recht wenig Überstrahlungen sondern lassen auch z.B. Wolkenstrukturen im Himmel gut erkennen. Trotz entsättigter Farben in überwiegend sehr kühlen Tönen mit viel Blau und Grün wirken die Farben recht natürlich und sorgen für einen frostigen Winter-Look. Die Bildschärfe ist durchgängig sehr gut und lässt jedes feine Detail deutlich erkennen. Die Kompression ist tadellos und zeigt keine Artefakte.

 

Ton 87 %

„The Revenant“ wurde ursprünglich als Dolby Atmos-Mix produziert, den Fox aber weder auf der Blu-ray Disc noch Ultra HD Blu-ray anbietet. Aber auch der klassische DTS-Mehrkanalmix (im englischen Original in DTS HD MA 7.1 präsentiert) bietet immer noch eine weite Surround-Atmosphäre, die für eher ruhige Filme dieser Art eher selten ist. Auch wenn nur recht wenig „Action“ passiert, präsentiert der Surround-Mix dennoch Umgebungsgeräusche sehr weiträumig und immer wieder gibt es einzelne kleine Sound-Effekte von allen Seiten zu hören, die präzise ortbar sind. Hier sollte man ruhig die Lautstärke etwas höher drehen, um diese Klangvielfalt auch angemessen erleben zu können. Große Dynamiksprünge gibt es kaum, aber immerhin sorgt neben einigen Naturgewalten auch der Music Score ab und zu für etwas mehr klangliche Wucht.

 

Special Features

  • Aufbruch in eine unbekannte Welt (Die Hintergründe zum Film)
  • Bildergalerie


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