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REVIEW: „Sicario“ (Blu-ray Disc)

Sicario Blu-ray Disc

Original: Sicario

Anbieter: StudioCanal

Laufzeit: ca. 122 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby Atmos (Deutsch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 04.02.2016

Film

Die FBI-Agentin Kate Mercer (Emily Blunt) erhält den Auftrag, den Einsatz gegen einen mexikanischen Drogenboss zu unterstützen, der für einige Entführungen mit tödlichem Ausgang in der Grenzregion zwischen Texas und Mexico verantwortlich ist. Zunächst geht Mercer von einem Einsatz in der Grenzstadt El Paso aus. Doch bereits die erste Aktion bringt sie auf die mexikanische Seite nach Juárez, wo die Drogenkartelle auf den Straßen mit Gewalt ihre Herrschaft ausüben …

„Sicario“ ist die mexikanische Bezeichnung für einen Auftragskiller. Der bislang durch kleinere Filme wie „Prisoners“ bekannte Regisseur Denis Villeneuve folgt der Tradition von Steven Soderberghs „Traffic“ und zeichnet ein vergleichbar düsteres Bild vom Drogenkrieg der USA. „Skyfall“-Kameramann Roger Deakins liefert dazu betont ausgewaschene Bilder in staubiger Optik.

Ein Happy End ist in „Sicario“ nicht zu erwarten. Der Zuschauer folgt ähnlich ahnungslos wie FBI-Agentin Mercer dem von zwei geheimnisvollen Regierungsvertretern geleiteten Einsatz, die ihr weder verraten, worum es genau geht noch welche Aufgabe sie erfüllen soll. Das ist auch Absicht. Denn mit jeder Erkenntnis, die der Film nach und nach offenbart, öffnet sich ein weiterer Abgrund in einem Dschungel aus Gewalt und Korruption.

In den Action-Sequenzen wirkt „Sicario“ sehr dokumentarisch. Die Fahrten in bewaffneten Autokolonnen durch Juárez erlebt der Zuschauer hautnah aus der Vogel- & Fahrerperspektive und einige längere Szenen zeigen auch nur Bilder von Nachtsichtkameras. Aber neben den rauhen Einsätzen besteht „Sicario“ auch aus vielen längeren Dialogsequenzen, in denen sich Emily Blunt mit Josh Brolin und Benicio del Toro über den Sinn und die fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Aktionen auseinandersetzt. ‎

Emily Blunt wird nicht besonders herausgefordert, weil sie primär eine Beobachter-Rolle einnimmt. Wesentlich dominanter sind Josh Brolin und Benicio del Toro als schnoddrige Typen, die sich von niemandem etwas vorschreiben lassen und bei denen der Zweck jedes Mittel heilt.

Denis Villeneuve inszenierte „Sicario“ als einen cleveren Mix aus Thriller und Drama, der mit vielen Tempowechseln zwischen Spannung und Langatmigkeit pendelt und wieder einmal die Ausweglosigkeit des Drogenkrieges thematisiert. Als eines der nächsten Projekte wird Villeneuve die Fortsetzung von Ridley Scotts „Blade Runner“ drehen und dazu bietet „Sicario“ mit seiner düsteren Atmosphäre schon einmal die perfekte Einstimmung.

 

Bild 82 %

„Sicario“ wurde mit digitalen Arri Alexa-Kameras gedreht. Das Master ist sehr sauber und bietet durchgängig eine gute bis sehr gute Bildschärfe. Die gesamte Optik ist sehr ausgewaschen. Das Bild wirkt einerseits recht kontrastarm und flach, überstrahlt aber ebenso in hellen Bildbereichen und produziert harte Schatten in dunklen Bildbereichen. Die Farbpalette ist stark gefiltert und zeigt fast nur unnatürlichliche gelb-grünliche Töne. Die Kompression lässt keine Störungen erkennen.

Ton 83 %

„Sicario“ ist einerseits sehr zurückhaltend abgemischt worden und lässt oft nur etwas frontbetonte und dumpf tönende Klänge hörbar werden. In einigen dramatischen Szenen bietet der Film dann aber immer wieder sehr satte Dynamiksprünge und gut arrangierte Klangverlaufe zwischen allen Kanälen, die für einen sehr üppigen Surround-Klang sorgen. Dabei treten auch die Dolby Atmos-Deckenkanäle an einigen Stellen deutlich in Aktion und die Pistolensalven gehen durch Mark und Bein. Insgesamt bietet der Film aber einen recht sparsamen Surround-Sound mit wenig Music Score-Einsatz, der bis auf die wenigen Highlights nur selten eine überzeugende räumliche Atmosphäre präsentiert. Auch die Klangqualität scheint primär auf eine möglichst markante Wiedergabe sämtlicher Waffeneinsätze optimiert zu sein, wirkt ansonsten aber etwas muffig und auch die Dialoge der englischen Originalfassung sind nicht immer deutlich verständlich. 

 

Special Features

  • Takte aus der Wüste: Die Filmmusik
  • In die Finsternis eintreten : Das visuelle Design
  • Blunt, Brolin, & Benicio: Die Darstellung der Charaktere
  • Kampfzone: Der Hintergrund von SICARIO

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