Blu-ray Disc-Reviews

REVIEW: „The Expendables 3 – Extended Director’s Cut“ (Blu-ray Disc)

The Expendables 3 Blu-ray Disc

Original: The Expendables 3

Anbieter: Splendid

Laufzeit: ca. 132 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby TrueHD 7.1 Deutsch (Dolby Atmos)
  • Dolby TrueHD 7.1 Englisch (Dolby Atmos)

Untertitel: Deutsch

VÖ-Termin: 22.12.2014

Film

Die „Expendables“ um Barney Ross (Sylvester Stallone) befreien den Messerspezialisten „Doctor Death“ (Wesley Snipes) aus der Gefangenschaft. Zum Dank darf der Doktor direkt bei einem weiteren Einsatz in Mogadischu mithelfen, bei dem die Expendables den eigentlich totgeglaubten Conrad Stonebanks (Mel Gibson) als Drahtzieher aufspüren, der beim anschließenden Gemetzel aber fliehen kann. Hale Caesar (Terry Crews) wird schwer verletzt. Die Expendables bekommen vom CIA-Agenten Max Drummer (Harrison Ford) den Auftrag, Stonebanks lebendig zu fangen, um ihn vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu bringen. Doch Ross will seine alternden Kumpels nicht weiter der ständigen Gefahr aussetzen und trommelt daher eine jüngere Truppe mit neuen Fähigkeiten zusammen, um Stonebanks in die Hände zu bekommen. Ob Ross ganz ohne die Hilfe seiner bewährten Kameraden auskommen kann, muss sich allerdings noch zeigen …

Die ersten beiden zwei „Expendables“-Filme waren zwar kommerziell ziemlich erfolgreich aber alles andere als perfekt. Das ganze Schultergeklopfe lang vergessener 80er-Ikonen stand zu sehr im Vordergrund und zwischen den krachenden Action-Szenen wirkte die Inszenierung doch oft etwas zäh. Im dritten Teil der „Expendables“ erreicht Sylvester Stallone endlich beinahe das, wofür das Retro-Action-Team eigentlich ursprünglich zusammengetrommelt wurde: Einen harten Action-Film mit bewährten Haudegen zu machen, der auf Basis einer simplen Rahmenhandlung mit viel Tempo, Witz und schrägen Ideen zu unterhalten weiss. „The Expendables 3“ bietet eine brauchbare Story und eine flotte Inszenierung mit vielen wechselnden Schauplätzen. Die Action-Szenen sind rasant gedreht und voller absurden Ideen im Stil von 80er B-Movie-Klassikern.

Bereits die Kinofassung war in der Gewaltdarstellung nicht zimperlich aber sehr blutarm. Das ändert sich auch beim rund fünf Minuten längeren „Extended Director’s Cut“ kaum, der im Wesentlichen einzelne Action-Szenen etwas verlängert und/oder alternative Perspektiven zeigt. Es wurden auch einzelne Szenen ganz ohne Action noch etwas verlängert.

Man sieht es dem Film immer wieder an, dass er mit möglichst geringem finanziellen Aufwand gedreht wurde. Spektakuläre Sets gibt es nicht und statt teurem Las Vegas-Dreh gibt es halt nur etwas Kulisse zu sehen. Teilweise sieht man sogar in den Eröffnungsaufnahmen von den einzelnen Orten nur zusammengeschnittene TV-Aufnahmen in SD-Qualität. Das Geld ging anscheinend vor allem in Pyrotechnik und wenn etwas Teures kaputt gemacht werden soll oft auch in günstigere CGI-Effekte, deren mäßiges Qualitäts-Niveau durchaus zum trashigen Stil des ganzen Films passt.

Stallone gibt den einzelnen Darstellern natürlich wieder Momente für ihre eigenen besonderen Szenen. Die wirken meist auch so gut in die Handlung integriert, dass sie die Handlung nicht unnötig aufhalten. Besonders gut ist der Einsatz von Wesley Snipes als durchgeknallter Doktor und Arnold Schwarzenegger tritt in seinen Szenen wieder so auf, wie man ihn aus den Klassikern kennt. Mel Gibson kommt als Bösewicht ebenfalls gut weg. Nur den Auftritt von Antonio Banderas als herumplappernde Nervensäge wünscht man sich im Nachhinein, niemals gesehen zu haben.

Das hohe Erzähltempo zieht „The Expendables 3“ nicht konstant bis zum Ende durch. Wenn Stallone zwischendurch mal wieder längere menschelnde Monologe einlegt, die zeigen, dass er den Film wieder ein wenig wichtiger nimmt als sein Publikum, entstehen unnötige Längen und auch die Suche nach den neuen „Expendables“ nimmt etwas zu viel Zeit in Anspruch. Im Zusammenspiel mit den vielen altbekannten Gesichtern haben die Youngster es auch recht schwer, ähnlich viel Eindruck zu schinden.

Trotzdem ist „The Expendables 3“ eines der überzeugendsten Überlebenszeichen des Action B-Movies alter Schule. Jetzt noch ein klein wenig mehr Elemente von Hits wie „Rambo“, „City Cobra“ oder „Phantom Commando“ und „The Expendables 4“ könnte das Potential für einen Klassiker haben. Und nachdem die von Beginn an für „The Expendables 3“ anvisierte PG-13-Freigabe sich an den Kinokassen sich nicht auszahlte, dürfte der nächste Teil mit dem angestrebten R-Rating auch wieder etwas härter werden.

 

Bild 93 %

Nachdem „The Expendables 2“ noch mit verrauschten Bildern enttäuschte, wurde für den dritten Teil technisch aufgerüstet. „The Expendables 3“ wurde durchgängig mit digitalen RED-Kameras gedreht und kann qualitativ ziemlich überzeugen. Die saubere Optik brilliert sowohl mit einem plastischen Kontrast als auch hoher Schärfe. Das sorgt durchgängig für eine sehr hohe Kanten- und Detailschärfe, entlarvt allerdings auch oft simple Studio+Tricks oder Special Effects. Der Kontrast wurde leicht überhöht. Immerhin glänzt die teilweise etwas verwaschen stilisierte Optik aber mit einem perfekten Schwarzwert und bietet meist auch einen ziemlich plastischen Kontrast. Die Farben sind etwas wechselhaft und erscheinen mal sehr düster und dreckig, zeigen aber ebenso oft sehr bunte Details im Neon-Look. Die Kompression ist tadellos und lässt auch in feinen Details keine Unregelmäßigkeiten erkennen..

 

Ton 90 %

„The Expendables 3“ ist die erste Blu-ray Disc, die sowohl mit einem englischen als auch deutschem Dolby Atmos-Mehrkanalmix ausgestattet wurde. Mit dem richtigen Equipment gibt es bei Dolby Atmos einzelne Effekte von der Decke, die ansonsten von den normalen Surround-Kanälen wiedergegeben werden. Zwar ist „The Expendables 3“ kein Surround-Dauerfeuerwerk. Aber dafür kann der Film in den Action-Szenen durch eine sehr deutlich wahrnehmbare Surround-Kulisse überzeugen und präsentiert Effekte und Umgebungsgeräusche mit sauberen Höhen und weiter Räumlichkeit. Pistolensalven schiessen quer durch den ganzen Raum und die Feindynamik ist hoch ausgeprägt. Und da der Subwoofer zwar für ein solides Fundament sorgt, aber auch nicht zu deutliche Pegelsprünge vollzieht, kann man „The Expendables“ auch ziemlich gefahrlos mit höherem Lautstärkepegel ansehen.

 

Special Features

  • Behind the scenes
  • Audiokommentar
  • Featurettes
  • Deleted scenes
  • Gag reel


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