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REVIEW: „Jurassic World“ (Blu-ray Disc)

Jurassic World Blu-ray Disc

Original: Jurassic World

Anbieter: Universal Pictures Home Entertainment

Laufzeit: ca. 124 min.

Bildformat: 2,00:1

Audiokanäle

  • DTS 5.1 Deutsch u.a.
  • DTS HD MA 7.1 Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 22.10.2015

Film

22 Jahre nachdem die Dinosaurier auf der Isla Nublar die „Jurassic Park“-Träume von John Hammond zerstörten, wird auf der Insel erfolgreich der „Jurassic World“-Themepark betrieben. Alles scheint unter Kontrolle, doch auf der Suche nach neuen Attraktionen gegen den Besucherschwund haben Forscher mit Hilfe der Gentechnik einen neuen besonders aggressiven „Hybrid“-Dinosaurier gezüchtet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein verhängnisvoller Fehler passiert und sich erneut zeigen muss, wer am oberen Ende der Essenskette übrig bleibt …

Bei manchen Filmen hilft ein Blick auf die Entstehungsgeschichte, um sie zu verstehen: Pläne für einen vierten „Jurassic Park“-Film kursierten bereits seit mehr als zehn Jahren in der „Entwicklungshölle“ Hollywoods und Steven Spielberg hatte bereits beim dritten Teil die Regie an Joe Johnston übergeben. Diesen Part übernimmt bei „Jurassic World“ Colin Doctorow in seinem ersten großen Hollywood-Film. Die meisten Darsteller sind ziemlich neue Gesichter oder solche, die man primär aus anderen Nebenrollen kennt und so wäre „Jurassic World“ wahrscheinlich als B-Movie mit dreistelligem Millionen-Budget an den Kinokassen gestartet, wenn nicht vorher Chris Pratt durch „Guardians of the Galaxy“ innerhalb kürzester Zeit zu einem Mega-Star aufgestiegen wäre.

„Jurassic World“ bietet größere Dinosaurier und noch bombastischere Szenen, hat ansonsten aber nur wenig Neues gegenüber den vorherigen Filmen zu bieten. Die Story erweckt den Eindruck, als ob jemand das Drehbuch des ersten Jurassic Park-Films aus dem Jahr 1993 etwas umgeschrieben und mit ein paar neuen Ideen angereichert hätte. Wer bereits Steven Spielbergs Action-Klassiker mochte, der dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an „Jurassic World“ Gefallen finden, denn auch wenn die Story einige Unterschiede aufweist, scheinen „Jurassic Park“ und die führende Hand von Steven Spielberg stets präsent zu sein. Der ganze Stil des Films inklusive vieler Sets und Kameraeinstellungen kommt sehr bekannt vor: So gibt es auch in „Jurassic World“ eine Szene mit Dino im Rückspiegel, viele kreischende Kindergesichter und auch eine kurze Dino-Streichelszene darf natürlich nicht fehlen.

„Jurassic World“ präsentiert ein recht großes Darsteller-Ensemble. Kaum einer der Schauspieler bekommt aber gute Gelegenheiten, besonders zu glänzen, weil die ganzen Rollen so klischeehaft angelegt sind und viele Figuren ziemlich überzeichnet wirken. Da ist neben dem etwas deppert wirkenden Multimillionär als Möchtegern-Hobbipilot mit wenig Helikopter-Flugstunden die böse Tante, die sich nur um die Karriere kümmert und nicht einmal das Alter ihrer Neffen kennt. Ebenso gibt es einen Wissenschaftler, der ohne ethische Grenzen im Genlabor gefährliche Dinosaurier-Hybride züchtet und einen noch skrupelloseren Manager, der diese „Kampfdinosaurier“ gerne als Waffen verkaufen möchte. Die beiden Geschwister, die meist im Mittelpunkt der Geschichte stehen, erweisen sich als gelangweilter Justin Bieber-Verschnitt während sein kleiner Bruder mit heruntergeleiertem Dinosaurier-Wissen nervt.

Chris Pratt darf den großen Mahner spielen, der natürlich so ziemlich als einziger ahnt, dass im Umgang mit Dinosauriern etwas mehr Vorsicht als bei einem Karnickelstall ratsam ist. Später zieht er mit einem winzigen Gewehr gegen die Dinosaurier in die Schlacht, wirkt dabei trotzdem aber so cool, dass man kaum einen Zweifel daran haben dürfte, dass Steven Spielberg ihn voraussichtlich irgendwann zum neuen „Indiana Jones“ küren wird.

Leider wirken die meisten Figuren so unnatürlich überzeichnet, dass man als Zuschauer kaum einem Moment des Films wirklich ernst nehmen kann. Selbstironie, die das Ganze wenigstens etwas amüsanter machen würde, spürt man in „Jurassic World“ allerdings kaum. 

Die Handlung bietet wenig Spannung oder wirkliche Überraschungsmomente. Zudem vergeht am Anfang noch sehr viel Zeit mit belanglosem Palaver, bis die Dinosaurier endlich loslegen. Action gibt es nach dem lahmen Einstieg zumindest in der zweiten Hälfte von „Jurassic World“ ohne Ende und in der letzten Viertelstunde legt der Film noch einmal an Tempo zu. Die Effekte sind recht passabel aber auch nicht bahnbrechend. Lebensecht wirken die nicht übermäßig detailreich animierten Dinosaurier in nur wenigen Szenen.

 

Bild 82 %

„Jurassic World“ wurde mit klassischen analogen und auch digitalen Kameras gedreht. Mit einem Bildseitenformat von 2,00:1 steht „Jurassic World“ zwischen den beiden typischen Kino-Bildformaten 2,35:1 und 1,85:1.

Das Master ist ungewöhnlich körnig und gerade‎ in dunklen Bildbereichen ist auch oft Farbrauschen zu sehen. Der Kontrast wirkt nicht übermäßig plastisch und überstrahlt in hellen Bereichen. Die etwas düsteren Farben sind sehr unnatürlich und haben oft einen starken Blau-Türkis-Ton.

Die Bildschärfe ist gut bis sehr gut. Die Wahrnehmung der Bildqualität hängt bei diesem Film aber auch stark von der Bilddiagonale ab, weil bei Diagonalen ab 60 Zoll die Körnigkeit zunehmend störender wirkt. Das Rauschen wird von der Kompression auch nicht ständig sauber reproduziert. Stellenweise sind minimale ungleichmäßige Rauschmuster zu erkennen.

 

Ton 90 %

„Jurassic World“ wird mit einem englischen DTS HD MA 7.1-Mix und einer deutschen DTS 5.1-Tonspur auf Blu-ray Disc präsentiert.

Der Film ist ein würdiger Nachfolger der wegen ihrem krachenden Surround-Sound wegweisenden ersten Filme. Schon beim langsamen Aufbau der Geschichte ‎hört man immer wieder einzelne gut arrangierte direktionale Effekte von hinten und sobald es richtig losgeht, bietet auch die Musik eine raumfüllende Kulisse.

Wenn die verschiedenen Dino-Arten in Aktion treten, hört man diese von allen Seiten mit vielen zeitgleich arrangierten Effekten. Auch ohne Dolby Atmos ist der Sound gerade in der zweiten Hälfte sehr plastisch und nahezu dreidimensional. Die Effekte sind wirklich auf Referenzniveau.

Allerdings kann die Klangqualität nicht ganz mithalten. Die ist nicht schlecht aber doch eher etwas auf dem Klangniveau der Neunziger Jahre. Dem Hochtonbereich fehlt es etwas an Brillanz und auch im Bassbereich geht es nicht ganz so erbarmungslos in die Tiefe, wie man es bei Filmen dieses Kalibers eigentlich gewohnt ist.

Trotzdem bietet „Jurassic World“ aber angesichts der cleveren Surround-Arrangements viele ausgezeichnete Demo-Momente. 

 

Special Features

– Deleted Scenes
– Chris & Colin sprechen über Jurassic World
– Making of
– Hinter den Kulissen
– Innovation Center Tour mir Chris Pratt

 


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