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REVIEW: „Jack Ryan – Shadow Recruit“ (Blu-ray Disc)

Jack Ryan Shadow Recruit Blu-ray Disc

Original: Jack Ryan – Shadow Recruit“

Anbieter: Paramount Home Entertainment

Laufzeit: ca. 106 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby Digital 5.1, Deutsch
  • DTS HD MA 7.1 Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 16.07.2014

Film

Jack Ryan (Chris Pine) geht nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu den US Marines, wird in Afghanistan schwer verletzt und anschließend von dem Navy-Offizier William Harper (Kevin Costner) für die CIA rekrutiert, um an der Wall Street nach Finanztransaktionen zu fahnden, die auf Verbindungen zu Terroristen hinweisen. Ryan kommt bei genaueren Nachforschungen in Moskau dem russischen Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) auf die Spur, der einen Anschlag plant, um anschließend gezielt den Dollar zu schwächen und die USA in eine Wirtschaftskrise zu treiben. Die Uhr tickt und Ryan bleibt nur wenig Zeit, um herauszufinden, wie genau der Anschlag in den USA durchgeführt werden soll und das Schlimmste zu verhindern…

Die Entstehungsgeschichte von „Jack Ryan – Shadow Recruit“ gleicht einer unendlichen Odyssee und das merkt man dem mit 105 Minuten Laufzeit recht kurz geratenen Film leider an. „Shadow Recruit“ basiert lediglich auf den Figuren von Tom Clancy aber keiner Romanvorlage des „Jack Ryan“-Schöpfers und das Drehbuch wurde mehrfach von verschiedenen Autoren umgeschrieben.

So wirkt „Jack Ryan“, als ob drei kurze Filme miteinander verknüpft worden wären, die vollkommen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Der Anfang ist vor allem für die Fans der früheren Jack Ryan-Filme mit Alec Baldwin und Harrison Ford gemacht. Man erlebt, wie Jack Ryan zu den Marines und dann zur CIA kommt und erhält auch Einblicke in sein Privatleben. Parallel dazu sieht man, wie der geplante Anschlag langsam vorbereitet wird und Ryan in Moskau schnell feststellen muss, dass seine Tätigkeit für die CIA kein Bürojob mehr ist.

Dieser Abschnitt des Films ist wirklich gelungen und während man sich bereits interessiert ausmalt, wie dieser Film im klassischen Stil aber mit komplett neuer Story bloß weitergehen könnte, nimmt „Jack Ryan“ dann eine jähe Wendung als Ryans Freundin Cathy (Keira Knightley) in Moskau auftaucht und der Film immer wieder in ein ermüdendes Beziehungsdrama abzugleiten droht, weil Ryan sich jahrelang an seinen Eid gehalten und Cathy die Tätigkeit für die CIA verheimlicht hat. Keira Knightley spielt eine größere Rolle, die wahrscheinlich vor allem Frauen ansprechen soll, und den Film zeitweise weniger spannend und dafür um so schnulziger werden lässt. Und obendrein langweilt „Shadow Recruit“ dann auch noch mit typisch klischeehaften Hacker-Szenen vor unrealistisch toll aussehenden PC-Desktops, in denen Chris Pine seine Computerkenntnisse zur Schau stellen soll.

Aber immerhin gewinnt „Jack Ryan“ dann auch wieder schnell an Tempo und ehe man sich versieht, läutet der Film dann auch schon sein ziemlich durchgeknalltes Action-Finale ein, welches vor allem für Kids gemacht zu sein scheint, die man nur mit Action-Szenen im Transformers-Tempo in die Kinos locken kann.

Im Endeffekt führen diese drei ganz unterschiedlich gestalteten Abschnitte dazu, dass kaum jemand mit dem ganzen Film vollkommen glücklich zu stellen ist. Und der Zuschauer wird von der mäßig spannenden Handlung auch meist ziemlich unterfordert. Dabei kann Chris Pine grundsätzlich in seiner Rolle als neuer Jack Ryan überzeugen, gerade weil er nicht gleich von Beginn zum überlebensgroßen Helden aufgebaut wird, sondern noch teilweise ziemlich hilflos agiert. Auch Kevin Costner macht als väterlicher CIA-Veteran eine gute Figur. Keira Knightley hingegen erweist sich in ihrer Rolle als zickige Nervensäge und man kann nur hoffen, dass im Falle weiterer Fortsetzungen ihre Rolle in zukünftigen Jack Ryan-Abenteuern wieder etwas in den Hintergrund gestellt wird.

 

Bild 85 %

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ wurde sowohl mit analogen als auch digitalen Kameras (Red Epic) gedreht. Die Bildqualität ist ziemlich konsistent. Das Bild ist überwiegend sehr detailscharf mit einer recht auffälligen Körnigkeit und leichtem Farbrauschen, welches für etwas Unruhe sorgt und stellenweise das Bild regelrecht fleckig erscheinen lässt. Der Kontrast ist leicht erhöht, was zu überstrahlenden hellen Flächen und harten Schatten führt. Trotzdem wirkt die Bilddarstellung noch recht plastisch. Die Farbwiedergabe folgt dem Hollywood-typischen Teal/Orange-Muster, welches vor allem durch die etwas zu gebräunt wirkenden Gesichter auffällt. Die Kompression ist sauber. Trotz der rauhen Optik lassen sich keine Störungen erkennen.

 

Ton 90 %

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ bietet einen gelungenen Action-Mehrkanal-Mix. Dieser ragt insbesondere bei der Effektwiedergabe deutlich aus der Masse heraus. Die Aktivität auf den Surround-Kanälen ist sehr prägnant. Bereits der allgegenwärtige Music Score sorgt für eine solide Basis und erklingt lautstark von allen Seiten. Neben einer guten Wiedergabe von Umgebungsgeräuschen bieten auch die Effekte einen üppigen Sound. Insbesondere in den Action-Szenen bietet der Surround-Mix einen hervorragenden 360°-Klang mit impulsiven Effekten. Wer das Ganze noch etwas raumfüllender erleben möchte, sollte auf die englische Originaltonspur setzen, die es als DTS HD MA 7.1-Mix gibt während man sich bei der deutschen Synchronfassung mit einem nicht ganz so impulsiven Dolby Digital 5.1-Mix begnügen muss.

 

Special Features

  • Entfernte und erweiterte Szenen (HD)
  • Jack Ryan: Der cleverste Typ im Raum (HD)
  • Sir Kenneth Branagh: Der Zar des „Shadow Recruit“ (HD)
  • Jack Ryan: Erst denken, dann handeln (HD)
  • Alte Feinde sind zurück (HD)
  • Audiokommentar mit Kenneth Branagh und Lorenzo di Bonaventura


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