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REVIEW: „Guardians of the Galaxy“ 3D (Blu-ray Disc)

Guardians of the Galaxy 3D

Original: Guardians of the Galaxy

Anbieter: Walt Disney Home Entertainment

Laufzeit: 121 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch
  • DTS HD HR 5.1 Deutsch

Untertitel: Englisch, Deutsch u.a.

VÖ-Termin: 08.01.2015

Film

1988: Peter Quill hat wirklich einen schlechten Tag erwischt. Erst stirbt seine Mutter und gerade, als er das Krankenhaus verlässt, landet ein Raumschiff auf der Erde und entführt den Jungen. 26 Jahre später: Das einzige, was Peter noch als Erinnerung an die Erde hat, ist ein Sony-Walkman mit dem „Awesome Mix Tape Vol. 1“ seiner Mutter. Unter dem Namen „Starlord“ ist Peter inzwischen als Weltraumpirat in den weiten Fernen der Galaxis unterwegs und stiehlt aus einer untergegangenen Stadt den „Orb“. An der geheimnisvollen Metallkugel haben jedoch noch ganz andere Gestalten aus fremden Welten Interesse, die Quill auf dem Planeten Xandar auf die Schliche kommen. Es kommt zu einem Gemetzel mit der Killerin Gamora, dem Waschbär Rocket und dem Baumwesen Groot, die beide auf das Kopfgeld für Quill scharf sind. Der Konflikt wird durch die Polizei beendet, die alle Streithähne ins Gefängnis wirft. Wohl oder übel muss sich das Quartett zusammenraufen, um dem Knast zu entkommen und macht dabei die Bekanntschaft mit dem muskelbepackten Drax, der mit Gamoras Auftraggeber noch eine Rechnung offen hat….

Mit den „Guardians of the Galaxy“ bringt Marvel den ersten Film einer etwas weniger bekannten Truppe von Comic-Helden ins Kino. Die recht simple Handlung des Films bietet kaum Spannung und sie ist auch nicht sonderlich wichtig. Die geheimnisvolle Kugel ist eigentlich nur das Vehikel für eine Rahmenhandlung, die die Helden in Kämpfe mit gleich mehreren fremden Mächten verwickelt. Es folgt das typische Action-Spektakel, welches mit 122 Minuten Gesamtlaufzeit nicht übermäßig lang ausfällt.

Was „Guardians of the Galaxy“ auszeichnet und dennoch zu einem der besten Marvel-Filme der letzten Jahre macht, sind die schrägen Charaktere, das Science Fiction-Ambiente im „Space Opera“-Stil, viel Humor mit Mut zum Trash und ein Soundtrack voller schnulzig-schlimmer 70er Jahre-Songs, die immer einen amüsanten Kontrast zum Geschehen auf der Leinwand bieten. Während es sich Marvel bei anderen Filmen vor allem mit Insider-Witzen recht einfach macht, entwickelt „Guardians of the Galaxy“ einen ganz eigenen Humor aus verschiedenen Elementen.

Während Gamora und Drax eher harte Brocken sind, sind Quill, Rocket und Groot ziemlich bizarre Gestalten, die für die meisten Lacher im Film sorgen. Der in der Originalversion von Vin Diesel gesprochene Groot ist recht einsilbig und kann nur seinen Namen in unterschiedlicher Betonung sagen, der aus einem Genversuch hervorgegangene Rocket ist ein Technik-Genie und Waffenspezialist mit Minderwertigkeitskomplexen und Quill ist selbst in brenzligen Situationen ein Meister des Fremdschämens. Andererseits opfert er sich zum Äußersten auf, insbesondere dann, wenn es um seinen Walkman geht, der Quill über alles heilig ist.

„Guardians of the Galaxy“ hat eine Menge Showwerte zu bieten und präsentiert viele imposante Sets auf fremden Planeten. Alles wirkt dabei ein wenig schmuddelig. Die Kulissen, die Darsteller und die nicht immer jugendfreien Dialoge umgibt immer ein leiser Hauch von Trashigkeit. Auch dass es sich nicht um einen überlebengroßen Helden sondern ein Team dreht, in dem jedes Mitglied im Wechsel immer wieder seine besonderen Momente zum Glänzen erhält, erweist sich als Glücksgriff.

Die Parallelen zu „Star Wars“ sind mehr als offensichtlich, aber trotzdem hat „Guardians of the Galaxy“ so viel eigenen Charakter, dass dies gar nicht stört – zumal es auch keine Nervensäge wie Jar Jar Binks gibt. Die meisten wichtigen „Space Opera“-Komponenten sind vorhanden. Raumschiffe, finstere Welten und Phantasieplaneten bekommt man auch zu sehen. Was im ersten „Guardians of the Galaxy“-Film nur noch fehlt, sind die grandiosen Weltraumschlachten.

„Guardians of the Galaxy“ ging in den Kinos von Null auf Hundert und wurde einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 2014. Es bleibt daher zu hoffen, dass auch im nächsten bereits für den 27.07.2017 geplanten zweiten „Guardians of the Galaxy“-Film die Figuren sich nicht zu sehr als große Helden aufspielen sondern zumindest ein klein wenig von ihrem Underdog-Image und dem kuriosen Humor behalten, der das Erfolgsgeheimnis dieses Films ist. Und wenn das Ganze dann auch noch hoffentlich etwas mehr Spannung bietet, dürfte der nächste Kassenhit schon vorprogrammiert sein.

 

Bild 90 %

„Guardians of the Galaxy“ wurde mit Arri Alexa-Kameras gedreht. Zwar ist das Bild etwas dunkel, bietet aber dennoch einen guten Kontrast und auch in dunklen Bildbereichen genügend Feinzeichnung. Das Master zeigt kein Rauschen und bietet eine konstant hohe Schärfe mit prägnanter Detailwiedergabe. Hinzu kommen sehr kräftige Farben in überwiegend warmen Tönen mit leicht grünlich-schmutzig wirkender Optik. Die Kompression ist absolut tadellos und zeigt keine Unregelmäßigkeiten.

3D 95 %

Zwar wurde „Guardians of the Galaxy“ nur in 2D gedreht. Die 3D-Konvertierung ist aber exzellent gelungen. Der Film bietet eine hervorragende räumliche Kulisse mit einer imposanten Tiefenwirkung. Durchgängig vermittelt der Film den Eindruck, in diese Welt einzutauchen und ganz dezent sind auch einzelne Popout-Elemente zu erkennen.

Bei der 3D-Version wechselt das Bildformat zwischen 2,40:1 und den IMAX-Sequenzen in 1,78:1.

 

Ton 89 %

Die Musik macht einen Großteil der Atmosphäre von ‚Guardians of the Galaxy“ aus. Am Mehrkanal-Klang ist der „Awesome Mix“ aber nicht sonderlich beteiligt. Die Songs aus dem Soundtrack erklingen meist nur recht frontbetont und leicht muffig aus den Lautsprechern. Im Vergleich zu anderen Filmen sind die sonstigen Score-Elemente auch nicht übermäßig präsent. In den Action-Szenen dreht der Mehrkanal-Mix dann aber richtig laut auf und bietet von allen Seiten satte Surround-Effekte. Dabei kann man auch immer wieder schöne Verläufe zwischen den Kanälen erleben. Auch klanglich liefert der Mehrkanalmix-Mix eine überzeugende Performance ab. Insbesondere im Hochtonbereich bietet die Blu-ray Disc einen sehr brillanten Klang.

 

Special Features

• Featurettes
• Zusätzliche & erweiterte Szenen
• Pannen vom Dreh
• Audiokommentar von Regisseur James Gunn
• Preview für „Marvel’s Avengers: Age of Ultron“


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