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REVIEW: „Gravity“ (Blu-ray Disc/Blu-ray 3D)

Gravity Blu-ray 3D

Original: Gravity

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 90 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • Dolby Digital 5.1 Deutsch u.a.
  • DTS HD MA 5.1 Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 21.02.2014

Film

Der Astronaut Matt Kowalsky (George Clooney) und die Ingenieurin Ryan Stone (Sandra Bullock) sind gerade bei einem Space Shuttle-Außeneinsatz zur Reperatur des Hubble-Teleskops, als sie über die Explosion eines russischen Satelliten informiert werden, dessen Trümmerteile weitere Satelliten zerstört haben, deren Fragemente jetzt in der Umlaufbahn herumschweben. Die Mission muss abgebrochen werden, aber es gelingt Kowalsky und Stone nicht rechtzeitig, in das Shuttle zurückzukehren. Sie werden in ihren Anzügen in das Weltall hinausgeschleudert und verlieren jeglichen Funkkontakt zur Bodenstation. Kowalsky kann Stone wieder einfangen und mit den Düsen seines Anzugs zum Shuttle zurückkehren, welches jedoch durch die Trümmerteile zerstört wurde. Kowalsky sieht die einzige Rettung in der Internationalen Raumstation, die weit enfernt am Horizont zu sehen ist. Aufgrund von Stones schnell schrumpfenden Sauerstoff-Reserven wird der Weg zur ISS zu einem Rennen um Leben und Tod…

Alfonso Cuarón, als Regisseur bislang vor allem durch den dritten „Harry Potter“-Teil und die düstere Zukunfts-Vision „Children of Men“ bekannt, produzierte mit „Gravity“ einen aufwendigen Science Fiction-Film, der soweit wie möglich darum bemüht ist, die wissenschaftlichen Rahmenbedingungen zu beachten, was bereits am Anfang durch eine kurze Texteinblendung verdeutlicht wird:

600 km über der Erde gibt es nichts, das den Schall leitet, Keinen Luftdruck, keinen Sauerstoff. Leben im Weltall ist nicht möglich.

Die Bilder, die „Gravity“ zeigt, sind spektakulär. Noch nie zuvor hat ein Spielfilm so umfangreich das Weltall als primären Handlungsort genutzt und so authentisch wirken lassen. Gerade die Anfangssequenz von rund 17 Minuten Länge wirkt auf den Zuschauer wie eine Achterbahnfahrt durch das All ohne dass ein einziger Schnitt zu erkennen ist. Während eines großen Teils des Films sieht man die beiden einzigen Darsteller nur in ihren Raumanzügen und die vielen Szenen aus der Ich-Perspektive lassen den Zuschauer den Schwindel der Schwerelosigkeit halbwegs nachempfinden. Bis zur Rückkehr auf die Erde ist es ein langer Weg und „Gravity“ erzählt diesen in vielen kleinen Etappen, weil immer neue Probleme entstehen und in jedem Moment der einsame Tod im Weltall droht. Aufgrund der vielen langen Kameraeinstellungen bekommt man Gelegenheit, sehr viele Details im Bild zu entdecken. Allerdings wirkt der Fortschritt des Films auch mitunter etwas langatmig obwohl „Gravity“ insgesamt gerade einmal 90 Minuten lang ist. Für die Spannung wäre eine etwas straffere Inszenierung sicher förderlich gewesen. Andererseits hinterlässt „Gravity“ seinen ganz besonderen Eindruck gerade weil der Film so viel Detail von der Erde, dem Weltall und den Objekten der Raumfahrt zeigt und dem Zuschauer auch genügend Zeit gibt, diese Bilder in aller Pracht zu erfassen. Auf der visuellen Ebene ist „Gravity“ einer der spektakulärsten Filme der letzten Jahre und dürfte sicherlich seinen Platz in der Filmgeschichte neben Klassikern wie Stanley Kubricks „2001“ finden.

 

Bild 82 %

„Gravity“ wurde zwar mit digitalen Arri Alexa-Kameras gedreht und ein Großteil des Films besteht aus digitalen Effekten. Doch leider zeigen bei großen Bilddiagonalen über 80 Zoll gerade die Aufnahmen mit der Erde im Hintergrund meist deutliches Farbrauschen, welches durch ein leichtes Grieseln den Blick auf Details erschwert. Ausserdem zeigen Konturen mit starkem Helligkeits-Kontrast oft die typischen blau-rötlichen Farbmuster von chromatischen Abberationen. Die Bildschärfe ist dadurch nur in Nahaufnahmen richtig gut.

Auf mittelgroßen Bildschirmen wirkt das Bild von „Gravity“ schon besser. Dort sieht man zwar das Rauschen bei genauem Hinsehen. Es stört dort aber deutlich weniger und auch die Schärfe ist in Ordnung.

Unabhängig von der Bildgröße wirkt der Kontrast etwas flau. Weisse Bildbereiche wirken etwas zu gräulich und die grün-bläulich eingetönten Farben haben einen ziemlich verwaschenen Look – ganz im Unterschied zu echten Aufnahmen aus dem Weltall. Diese künstliche Optik sorgt leider dafür, dass der Film den durch die grundsätzlich sehr realistisch wirkende Aufnahme- und Animationstechnik erreichten hohen Authentizitätsgrad wieder unnötig reduziert.

 

3D 100 %

In 3D setzt „Gravity“ Maßstäbe – und das obwohl der Film erst nachträglich konvertiert wurde. „Gravity“ zeigt in fast jeder Szene eine authentische dreidimensionale Tiefe, was natürlich vor einem hunderte Kilometer entferntem Hintergrund der Erdoberfläche besonders gut gelingt. Und vor allem sorgt der eher zaghafte Schnitt dafür, dass der Zuschauer auch genügend Gelegenheit bekommt, dass 3D-Bild so richtig zu entdecken.

Popout-Effekte gibt es in „Gravity“ nur in ganz leichtem Maße. Die Tiefenwirkung ist aber wirklich spektakulär.

 

Ton (Englisch) 95 %

Ton (Deutsch) 85 %

„Gravity“ bietet im englischen Original einen hervorragenden Mehrkanal-Mix mit einer weiträumigen Geräuschkulisse und sehr vielen direktionalen Effekten, die bei Bewegungen der Astronauten auch ihre Position verändern. Die Feindynamik ist ausgezeichnet. Auch bei niedrigeren Lautstärken ist der Klang sehr brillant.

In der deutschen Synchronfassung klingt die ganze Kulisse allerdings nicht ganz so überzeugend. Auch hier gibt es eine gute Räumlichkeit und deutlich hörbare Effekte. Die ganze Abmischung bietet aber weniger Dynamik und Brillanz. Für sich betrachtet, ist die Qualität durchaus gut, aber gerade im des Direktvergleich mit dem exzellenten Original-Ton fallen doch qualitative Unterschiede in der Klangqualität auf.

 

Special Features

  • „Kollisionspunkt: Der Wettlauf für ein sauberes All“ mit Ed Harris
  • Jonás Cuaróns Kurzfilm „Aningaaq“


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