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REVIEW: „Edge of Tomorrow – Live, Die, Repeat“ (Blu-ray Disc/Blu-ray 3D)

Edge of Tomorrow Blu-ray 3DOriginal: Edge of Tomorrow – Live, Die, Repeat

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 113 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 09.10.2014

Film

In einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Erde unter dem Angriff der „Mimics“. Die ausserirdischen Invasoren sind so schnell, dass ihnen die Menschen mit herkömmlichen Waffen kaum etwas entgegensetzen können. Daher werden Soldaten als uniformierte Kampfroboter in die Schlacht gebracht. Trotzdem gleicht jede Kampfhandlung einem Selbstmordeinsatz, weil die Mimics fast immer einen Schritt schneller als die Menschen sind. Nachdem die Mimics bereits den europäischen Kontinent besetzt haben, soll eine Invasion Europas von der britischen Insel die Rettung bringen. Einen Tag vor dem Angriff wird der amerikanische Major William Cage (Tom Cruise) zum einfachen Rekruten degradiert und ohne vorheriges Training in den Kampf geschickt. Er kann zwar einen der Mimics töten, stirbt anschließend aber selbst – um kurz darauf wieder genau einen Tag vor dem Angriff aufzuwachen. Cage steckt in einer Zeitschleife fest und jedes Mal, wenn er stirbt, wird er wieder zum gleichen Tag in die Vergangenheit zurückversetzt. Das gibt Cage nicht nur die Möglichkeit, mit Hilfe der Elitesoldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) aus Fehlern zu lernen und zu trainieren, sondern auch einen Weg zu finden, die scheinbar aussichtslose Schlacht doch noch zu gewinnen….

„Edge of Tomorrow“ basiert auf dem Roman „All You Need Is Kill“ aus dem Jahr 2004 und man könnte fast meinen, dass dem japanischen Autor Hiroshi Sakurazaka die Idee dazu nach einer Filmnacht mit „Ewig grüßt das Murmeltier“, „Starship Troopers“ und „Der Soldat James Ryan“ gekommen wäre. In der europäisierten Film-Version unter der Regie von „Die Bourne-Identität“-Macher Doug Liman spielt Tom Cruise keineswegs den sonst typischen übergroßen Helden, sondern ist am Anfang ein recht tollpatschiger Feigling ohne soldatische Erfahrung, der bei jedem aneckt und erst nach und nach Überlebensfähigkeiten entwickelt.

„Edge of Tomorrow“ ist zunächst ein sehr geradliniger Action-Film mit vielen rasanten Kampfszenen-Szenen, die zwar blutarm aber dennoch ziemlich hart sind. Die Action wird auch immer passend eingesetzt und hat keineswegs überlangen Showcase-Charakter. Der Ablauf der Handlung ist sehr rasant und manche Zeitschleife von William Cage wird in nur wenigen kurzen Schnitten durchlaufen. Dabei sieht man aber keineswegs immer die gleichen Zeitabschnitte sondern der Ablauf konzentriert sich meist auf einen neuen Schwerpunkt. Dabei ist der Kunstgriff gelungen, dem Zuschauer immer bildlich genau zu signalisieren, in welchem Zeitabschnitt nun gerade die Handlung stattfindet, was das Risiko klein hält, den Faden zu verlieren.

Parallel zur Action ist „Edge of Tomorrow“ aber auch als Science Fiction-Film sehr gut gelungen. Denn die Zeitreisen funktionieren im Rahmen der Handlung perfekt und es gibt für diese sogar eine recht plausible Erklärung. Ausserdem klappt es immer wieder, dass Thema mit einem dezenten Humor zu verbinden ohne dass dies albern wirkt. Vom Anfang bis zum Ende gelingt es „Edge of Tomorrow“, das Szenario dem Zuschauer überzeugend zu vermitteln und dank einiger Twists gibt es auch innerhalb des Films immer wieder einige Überraschungen.

Das Ganze erscheint wie aus einem Guss und nicht so weichgespült auf möglichst breite Zielgruppen optimiert wie viele Blockbuster, bei denen viele Dinge einfach nur aus Marketinggründen in die Handlung integriert werden. Statt der schon unzählige Male im Kino zerstörten US-Metropolen bekommt man in „Edge of Tomorrow“ interessante europäische Schauplätze zu sehen und auch die typische 08/15 Love-Story bleibt dem Zuschauer erspart.

Emily Blunt gibt sich gewohnt kühl und spielt ihre Rolle durchaus glaubwürdig. Tom Cruise kann sein Ego während des gesamten Films auch genügend bremsen und selbst den wenigen kleineren Nebendarstellern sind einige größere Momente vergönnt. Grandios ist insbesondere Bill Paxton in der Rolle des biestigen Master Sergeant Farrell Bartolome, den man aber meist nur recht kurz zu sehen bekommt.

 

Bild 83 %

„Edge of Tomorrow“ wurde auf klassischem Zelluloid gedreht. Das Filmmaterial zeigt eine leichte Körnigkeit, die allerdings nicht immer gleichmäßig erscheint. Es wirkt so, als ob hier etwas mit Filtern gearbeitet wurde, die leichte Ausfransungen hinterlassen. Das Bild erscheint etwas dunkel, bietet aber dennoch einen passablen wenn auch nicht übermäßig plastischen Kontrast. Die Feinzeichnung ist ausreichend, um in den dunklen Szenen am Ende des Films die wichtigsten Details ausreichend sichtbar bleiben zu lassen. Auch die Bildschärfe ist überwiegend sehr hoch. Sowohl Konturen als auch Details werden fast immer sehr gut abgebildet.

 

3D 86 %

Das 3D-Master wirkt im Vergleich zur 2D-Version in dunklen Bildbereichen etwas heller und auch weniger kontrastreich – wohl um den Helligkeitsverlust von 3D-Brillen etwas auszugleichen. „Edge of Tomorrow“ bietet eine gute 3D-Tiefenwirkung. Im Hintergrund ist die Räumlichkeit zwar nicht übermäßig deutlich ausgeprägt. Konzentriert man sich mehr auf den Vordergrund, so werden dort Ebenen aber deutlich voneinander getrennt. Hier scheint das Bild sogar mitunter etwas über die Bildschirmebene in den Raum hinaus zu ragen wovon aber nur in leichtem Maße übertrieben deutlich Gebrauch gemacht wird.

 

Ton 95 %

Warner hat der Blu-ray Disc sowohl einen deutschen als auch englischen DTS HD MA 7.1-Mix spendiert. Und der ist wirklich grandios. Er bietet ein hervorragendes räumliches 360 Grad-Panorama und immer wieder sehr lautstarke Surround-Effekte. Die kommen insbesondere in den Simulations-Szenen wie z.B. direkt am Anfang von Kapitel 6 gut zur Geltung, wenn die simulierten Aliens messerschwingend lautstark um den Zuschauer herumschwirren. Aber auch in leiseren Momenten bietet „Edge of Tomorrow“ immer wieder gelungene Surround-Effekte. Erfreulicherweise muss man auch beim deutschen Ton keine Abstriche machen. Klanglich bietet der Surround-Mix vor allem gute Basseinlagen. Für einen Soundtrack, der so lautstark auftritt, vermisst man aber doch irgendwie den letzten Kick an ungebremster Dynamik und auch im Hochtonbereich noch ein klein wenig mehr Brillanz. Aber das ist schon Jammern auf hohem Niveau. Denn eine Menge effektreicher Heimkino-Unterhaltung bietet die Blu-ray Disc auf jeden Fall.

 

Special Features

  • DER STRAND WIRD ERSTÜRMT: Durch einen Sprung in die Schützengräben bekom- men wir einen schonungslosen Eindruck vom Dreh der epischen Science-Fiction- Filmschlacht.
  • WAFFEN DER ZUKUNFT: Wir erleben mit, wie Tom Cruise und Emily Blunt sich in ultimative Kampfmaschinen verwandeln. Sie lassen uns teilnehmen an ihrem rigorosen Fight-Training und den komplexen körperlichen Problemen bei der Verkabelung mit Drahtseilen, dem Tragen von Ganzkörper-Artilleriewaffen und Wettläufen mit dem Tod bei der Umgehung des feindlichen Sperrfeuers – und das immer und immer wieder.
  • ON THE EDGE MIT DOUG LIMAN: Wir erleben den leidenschaftlichen Regisseur, der sich dem hohen Anspruch stellt, diesen futuristischen Krieg realistisch darzustellen.
  • DELETED SCENES 

 


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