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REVIEW: „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ (Blu-ray Disc/Blu-ray 3D)

Der Hobbit - Smaugs Einoede Blu-ray 3D

Original: The Hobbit – The Desolation of Smaug

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 161 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 11.04.2014

Film

Bilbo Baggins und die Zwerge sind im zweiten Teil ihrer unerwarteten Reise weiterhin unterwegs zum „Einsamen Berg“, in dem der Drache Smaug einen riesigen Goldschatz bewacht. Nach der Bekanntschaft mit dem Hautwechsler Beorn geraten die Gefährten im Düsterwald in die Gefangenschaft eines Schwarms von Riesenspinnen, die erst den Anfang einer Reihe von Hindernissen auf dem Weg in „Smaugs Einöde“ bilden. Nicht nur die Orks wittern die Fährte der fremden Besucher sondern auch die Waldelben haben es auf die Zwergen-Truppe abgesehen und auch in der Seestadt müssen Bilbo & Co. wohl auf der Hut sein….

Wer sich „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ anschaut, sollte möglichst über das Ende des ersten Teils noch im Bilde sein, da sich die Fortsetzung ohne große Einführung an die Handlung von „Eine unerwartete Reise“ anschließt. Mittlerweile dürften Hobbit-Fans wissen, dass Peter Jackson keine niedliche Inszenierung des Tolkien-Romans beabsichtigte sondern die „Herr der Ringe“-Verfilmung als stilistischer Maßstab gilt, die eine der erfolgreichsten Film-Trilogien der letzten Jahre war. „Smaugs Einöde“ wirkt noch eine Spur rauher als „Eine unerwartete Reise“ und dem teilweise etwas albernen Humor des ersten Teils begegnet man hier kaum noch. Blut gibt es zwar nicht zu sehen. Dennoch ist „Smaugs Einöde“ in der Darstellung alles andere als zimperlich und zeigt die meisten Gemetzel mit viel Detail. Die FSK war dennoch erstaunlich gnädig und gab den Film bereits ab 12 Jahren frei.

Tolkiens sehr kompakter „Hobbit“-Roman wurde auch im zweiten Teil um einige weitere Handlungselemente erweitert. Diese tragen aber nicht unbedingt zu mehr Spannung bei und die Mischung aus vielen Action-Szenen sowie ebenso häufigen bedeutungsschwanger langen Dialog-Sequenzen sorgen auch dafür, dass die Geschichte nur langsam voran kommt. Es gibt auch einige nicht sonderlich relevante neue Subplots, darunter z.B. mit LOST-Star Evangeline Lilly als flinke Elbenkämpferin Tauriel, die aber durch ihren Auftritt immerhin so beeindruckt, dass sie sich in den nächsten Jahren kaum über einen Mangel an Hollywood-Angeboten beklagen dürfte.

Der Hobbit - Smaugs Einöde

Die 161 Minuten Laufzeit hätte man sicherlich auch ohne große Lücken auf zwei Stunden reduzieren können. Die Handlung von „Smaugs Einöde“ wirkt dennoch insgesamt etwas weniger zäh als noch beim ersten Teil. Zum Highlight des Films werden allerdings erst die letzten 20 Minuten: Im Kampf mit dem Drachen entwickelt „Smaugs Einöde“ endlich das Erzähl-Tempo und die Spannung, die man sich für den ganzen Film gewünscht hätte. Doch während man in den ersten zwei Stunden den Eindruck hat, als ob dem Regisseur keine einzige Szene lang genug sein könnte, so hat es Peter Jackson mit seinem Cliffhanger dann auf einmal sehr eilig und lässt den Film quasi direkt in einem Szenenwechsel recht abrupt enden. Zumindest kann man somit schon halbwegs erahnen, womit der dritte Teil „Hin und Zurück“ sehr wahrscheinlich beginnen wird.

Ebenso wie bei „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ ist davon auszugehen, dass im Herbst 2014 und vor dem Kino-Start von „Der Hobbit: Hin und Zurück“ noch eine längere Fassung veröffentlicht wird.

 

Bild 95 %

Ursprünglich in 5K und 48 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet, liegt der Blu-ray Transfer des zweiten Hobbit-Teils „Smaugs Einöde“ – Fans des traditionellen Film-Looks wird es freuen – in 24p vor. Die halbe Frame-Anzahl mag Einbußen bei der Bewegungswiedergabe mit sich ziehen, den exzellenten Gesamteindruck mindert sie aber nicht. Besonders die Detailschärfe begeistert über alle Maßen. Nicht nur bei Nahaufnahmen sind Strukturen tadellos durchzeichnet, auch bei weiten Panorama-Einstellungen sind einzelne, kleinere Objekte absolut scharf gezeichnet und hinterlassen einen exzelllenten Eindruck. Ab der ersten Szene fällt die zwar natürliche, aber erkennbar untersaturierte Farbpalette auf. Peter Jackson hat dies so beabsichtigt und schlägt beim generellen Look des Films eine andere Richtung wie noch bei „Herr der Ringe“ ein. Zwar wirkt der Film in 24p deutlich weniger digital als mit 48 Bildern pro Sekunde, dennoch lässt sich diese Entscheidung nachvollziehen. Gefilmt mit der RED Epic Dragon bleibt Filmkorn vollkommen aus. Auch Kompressionsartefakte fallen uns nur sehr vereinzelt auf. Möchte man noch etwas kritisieren, bleibt nur der etwas überhöhte Kontrast, der zu geringfügigem Detailverlust in dunklen Bildbereichen führt. Die schlechtere Qualität während der Wildwasserfahrt ist durch den Einsatz günstiger Helmkameras bedingt und soll aufgrund der kurzen Dauer nicht in unsere Wertung einfließen. Insgesamt ein überdurchschnittlich guter Transfer von Warner.

3D 93 %

Zwei Blu-rays des 4-Disc-Sets entfallen auf die 3D-Version des 161-minütigen Spektakels, während der Wiedergabe ist also Disc-Wechsel angesagt. Die hohe Bitrate macht sich bezahlt, der Transfer verliert gegenüber 2D nichts an Kanten- und Detailschärfe. Der 3D-Effekt macht sich beim Hobbit besonders durch eine enorme Tiefenstaffelung der verschiedenen räumlichen Ebenen und der Objektplastizität bemerkbar. Einige Szenen wirken hier etwas schwächer als andere, dennoch ein ausgezeichnetes Ergebnis. Show-offs durch Pop-out Effekte gibt es nur einige wenige, diese integrieren sich aber recht gut und wirken nicht künstlich aufgesetzt. In Kombination mit einem hochwertigen Display bietet auch die 3D-Variante einen guten Kontrast mit nur geringüfigen Einbußen in dunklen Bildbereichen. Genau wie im 2D-Betrieb wirkt das Bild ein wenig digital, was sich angesichts der hohen Anzahl digitaler Effekte auch nicht vollkommen vermeiden lässt.

 

Ton 95 %

Der zweite Part des Hobbits bringt eine diskrete 7.1 Abmischung in DTS-HD MA sowohl in deutscher als auch englischer Sprache mit sich. Die beiden Tonspuren unterscheiden sich in ihrer Qualität kaum. Ob Originalton oder Synchronisation, die Sprachverständlichkeit ist stets hoch, selbst wenn die akustische Atmosphäre recht komplex wird. Sämtliche Surround-Kanäle sind auch ständig in Aktion. Auch bei ruhigeren Szenen werden hintergründige Effekte direktional integriert, auch der Score beschränkt sich nicht nur auf die Frontkanäle. Allerdings sind die actionlastigen Szenen in „Smaugs Einöde“ recht zahlreich, so dass man sich hier ohnehin kaum Sorgen machen muss. Auch der Subwoofer kommt hier nicht gerade spärlich zum Einsatz und erreicht bei der Ankunft bei Smaug seinen Höhepunkt.

 

Special Features

  • Peter Jackson Invites You to the Set: In the Company of the Hobbit
  • Peter Jackson Invites You to the Set: All in a Day’s Work
  • Production Videos
  • New Zealand: Home of Middle-earth, Part 2
  • “I See Fire” Music Video


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