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REVIEW: „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere 3D“ (Blu-ray Disc)

Der Hobbit- Die Schlacht der fuenf Heere 3D

Original: „The Hobbit: Battle of the Five Armies“

Anbieter: Warner Bros. Home Entertainment

Laufzeit: ca. 144 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS HD MA 7.1 Englisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 23.04.2015

Film

„Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere“ (The Hobbit: The Battle of The Five Armies) ist der Abschluss von Peter Jacksons „Hobbit“-Trilogie, der aus dem putzigen Kinderbuch von J.R.R. Tolkien ein Action-Spektakel für die Fans der „Herr der Ringe“-Filme machte und damit kommerziell genau den Massengeschmack vieler Fans traf.

Smaug der Drache war in den ersten beiden Hobbit-Filmen ein mächtiger Gegner, dem lange Zeit niemand etwas anhaben konnte. Im dritten Teil ist Smaug allerdings aus dem Spiel und dadurch treten die anderen Konflikte wieder deutlicher in den Vordergrund. Thorin Eichenschild und die Zwerge von Erebor erheben ebenso Anspruch auf den Goldschatz im Berg wie die Bewohner von Esgaroth, die unter den letzten Attacken Smaugs ziemliche Verluste erleiden mussten und auch der Elbenkönig Thranduil will einen Teil der Beute bekommen und rückt mit einer eigenen Armee an. Doch als ein Angriff riesiger Orks droht, müssen sich die verfeindeten Parteien zusammenraufen, um nicht gemeinsam unterzugehen …

Das Hobbit-Finale „Die Schlacht der fünf Heere“ trägt diesen Titel nicht umsonst, denn diese große Schlacht macht den Großteil des ganzen Films aus. Am Anfang gibt es noch etwas Abwechslung mit dem Todeskampf von Smaug und dem Konflikt um den Schatz im Berg, der vor allem dem unter der „Drachenkrankheit“ leidenden Thorin Eichenschild zuzuschreiben ist, weil er immer mehr in Allmachtsphantasien verfällt und nicht bereit ist, etwas von dem Schatz abzugeben, den sich Smaug einst zusammengeraubt hat. Selbst unter den eigenen Reihen sieht Thorin Verrat, weil der wertvolle Arkenstein im riesigen Goldschatz angeblich nicht auffindbar ist.

Die große Schlacht wird episch in die Länge gezogen und zwischen dem zwischen verschiedenen Schauplätzen und Figuren stattfindenden Gemetzel bleibt auch immer viel Zeit für mit viel Pathos angereicherte Dialoge sowie kleinere Szenen über schändliche Feiglinge und sogar einen Anflug von Romantik.

Mit 144 Minuten Laufzeit ist „Die Schlacht der Fünf Heere“ rund 20 Minuten kürzer als die ersten beiden „Hobbit“-Filme. Trotzdem wirkt die etwas episodenhafte Inszenierung immer noch etwas mehr in die Länge gezogen als die Handlung eigentlich hergibt. Immerhin entwickelt die Schlacht zum Ende auch immer mehr unfreiwillige Komik, denn die Stunts haben immer weniger mit den Gesetzen der Physik zu tun und spielen stattdessen zunehmend die Möglichkeiten moderner CGI-Animationen aus. Und zum Schluss gelingt Peter Jackson mit dem Finale der „Hobbit“-Trilogie dann auch eine gelungene Verknüpfung zum „Herr der Ringe“, die es Mittelerde-Fans ermöglicht, zukünftig alle sechs Peter Jackson-Filme in einem großen Marathon anzusehen.

Für den Herbst ist wieder ein „Extended Cut“ geplant, der rund 30 Minuten mehr Laufzeit bieten soll. Dann dürfte auch eine Komplett-Box mit den Langfassungen aller drei Teile erscheinen.

 

Bild 92 %

Wie schon bei beiden Teilen zuvor wurde auch „Die Schlacht der fünf Heere“ hauptsächlich mit RED Epic-Kameras in 5K aufgezeichnet. Die Blu-ray zeigt das letzte Hobbit-Spektakel wieder mit den üblichen 24 Bildern pro Sekunde, im Gegensatz zur Kinofassung mit der doppelten Bildwiederholrate. Dadurch gewinnt er zwar wieder etwas an natürlichem Film-Look, durch die von Filmkorn vollkommen freie Aufnahmetechnik und der wirklich enormen Kantenschärfe behält das Ende der Trilogie aber einen leicht digitalen Touch. Ebenso wie die Kanten- überzeugt auch die Detailschärfe mit hervorragender Durchzeichnung mit leichten Schwächen in sehr hellen Bildbereichen. Der Transfer schließt sich übrigens auch bezüglich seines Kontrastes den zwei vorherigen Teilen an und zeigt das typische Überstrahlen heller Bildbereiche. Die Farben sind ebenso etwas untersaturiert, zeigen sich zum großen Teil aber natürlich. Ein vereinzelter Orange-/Blau-Einschlag kann nicht verschwiegen werden. Kompressionsartefakte und eine übertriebene digitale Nachbearbeitung fallen uns nicht auf, den auffallendsten Eingriff bildet klar der stark angezogene Kontrast und die eingeschränkte Dynamik der Farbpalette. Um die Performance eines hochwertigen Displays oder Projektors, besonders bezüglich der Bildschärfe, zu demonstrieren, eignet sich auch der dritte Teil der Hobbit-Reihe ausgezeichnet.

 

3D 95 %

Die 3D-Variante des Filmes ist auf zwei Blu-ray Discs verteilt, bei der Hälfte steht also ein Scheibenwechsel an. „Die Schlacht der fünf Heere“ begeistert mit einer sehr sauberen Tiefenstaffelung einzelner Bildebenen. Auch bei Panorama-Aufnahmen gelingt die Zuordnung einzelner Objekte in eine bestimmte Tiefe sehr gut. Von unnatürlichen Pop-out Effekten sieht Peter Jackson erfreulicherweise zumeist ab. Die Farbgebung entspricht weitgehend der 2D-Fassung, wenn natürlich – je nach Bildwiedergabegerät – die Intensität leicht nachlässt. In unserem Fall können wir sogar von einer leichten Abschwächung der sonst überzogenen hellen Bereiche sprechen, was uns subjektiv besser gefällt.

 

Ton 95 %

Hier haben wir, wie auch bei den beiden vorherigen Hobbit-Titeln, sehr wenig auszusetzen. Sowohl der englische O-Ton als auch die deutsche Synchronisation liegt in DTS-HD MA 7.1 Abmischung vor und ist qualitativ kaum unterscheidbar. Ein kräftiges Surround-Spektakel wird direkt im ersten Kapitel, während der Schlacht mit dem Drachen geboten. Der Subwoofer wird stets um schlagkräftige Argumente gebeten und liefert dem lebhaften Score ein erstklassiges Fundament. Einzelne direktionale akustische Elemente sind hervorragend in die Klangkulisse integriert und unterstützen sehr gut bei der Immersion des Zuschauers. Dialoge bleiben auch bei komplexerer Kulisse stets verständlich.

 

Special Features

  • DIE ZUSAMMENSTELLUNG DER FÜNF HEERE
    Wir erleben wie jedes der Heere konzipiert und für die Leinwand umgesetzt wurde, der Fokus liegt dabei auf den besonderen Charakteren des jeweiligen Heers.

  • MITTELERDE: EIN ABSCHLUSS
    Wir blicken zurück auf die sechs Spielfilme aus dem Blickwinkel der Charaktere, Schauspieler und der Filmemacher, die über den Zeitraum von 17 Jahren an der epischen Saga gearbeitet haben.

  • „EIN LETZTER ABSCHIED“ MUSIKVIDEO

  • NEUSEELAND: HEIMAT VON MITTELERDE, TEIL 3


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