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REVIEW: „Exodus – Götter und Könige“ (Ultra HD Blu-ray)

Exodus Ultra HD Blu-ray

Original: Exodus – Gods and Kings

Anbieter: 20th Century Fox Home Entertainment

Laufzeit: ca. 150 min.

Bildformat: 2,40:1

Audiokanäle

  • DTS 5.1 Deutsch u.a.
  • DTS HD MA 7.1 Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.

VÖ-Termin: 07.04.2016

Film

Ridley Scott erzählt in „Exodus“ die Geschichte von Moses (Christian Bale), der als Findelkind vom ägyptischen Pharao Sethos an der Seite des Kronzprinzen Ramses II. (Joel Edgerton) aufwächst und eines Tages mit seiner eigentlichen Abstammung konfrontiert wird. Als Ramses erfährt, dass Moses hebräischer Herkunft ist, schickt er den langjährigen Freund in die Verbannung. Moses findet eine Frau und lebt lange Zeit als Schäfer, bis ihm Gott eines Tages seine wahre Bestimmung verkündet: Er soll die hebräischen Sklaven aus der ägyptischen Knechtschaft befreien und zurück in ihre ursprüngliche Heimat Kanaan führen…

„Exodus“ tritt in die Fußstapfen der epischen Monumentalschinken aus den Sechziger Jahren und Ridley Scott inszenierte hier wieder großes Sandalen-Kino im Blockbuster-Stil a la „Gladiator“: Minutenlange Weitwinkelaufnahmen in epischen Landschaften im spanischen Almeria und auf der Kanareninsel Fuerteventura dienten als Basis für üppige Bombastszenen, die mit digitaler Tricktechnik aufpoliert wurden und die Flucht aus Ägypten als großes Action-Spektakel präsentieren.

Auch wenn viele Stars wie Sigourney Weaver, Ben Kingsley, John Turturro und Aaron Paul aus „Breaking Bad“ auf der Besetzungsliste standen, so sieht man diese doch nur in sehr wenigen Szenen und „Exodus“ konzentriert sich vor allem auf die beiden Hauptfiguren Moses und Ramses. Von den gemeinsamen Jugendjahren der großen Freundschaft sieht man nur wenig, weil der Film zu einem Zeitpunkt beginnt, wo die zukünftigen Rivalen bereits im Erwachsenenalter sind.

Das Drehbuch orientiert sich nur grob am Bibeltext und nimmt auch häufiger Lücken und etwas holprig wirkende Sprünge der bekannten Moses-Geschichte in Kauf. Religion spielt in „Exodus“ nur eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst die zehn Gebote werden ganz schnell abgehakt. Auch wenn „Exodus“ seine Entstehung nicht zuletzt dem US-Trend religiöser Film- & Serienprojekte wie „The Bible“ verdanken dürfte, scheinen die Macher den Film für das Massenpublikum vor allem als großes Action-Drama konzipiert und sich dabei so viele Freiheiten erlaubt zu haben, dass die meisten Ereignisse in „Exodus“ auch ohne Religion erklärt werden können.

Zwar kann „Exodus“ immer wieder auch in kleinen Momenten durch visuelle Effekte glänzen und wenn Ägypten von den biblischen Plagen heimgesucht wird, füllen die Szenen des Schreckens meist das ganze Bild aus. Der Handlung fehlt es aber trotz visuellem Bombast etwas an Dynamik und immer wieder vergehen gerade im Mittelteil lange Minuten mit Szenen, die so vor sich dahinplätschern, ohne den Zuschauer zu fesseln und die Geschichte voran zu bringen. Etwas mehr Leidenschaft, Biss oder Humor hätte auch nicht geschadet, denn fast während der ganzen 150 Minuten Laufzeit ist „Exodus“ ziemlich bierernst und es gelingt nicht, dem Zuschauer Christian Bale als Moses ähnlich lebensnah zu präsentieren wie seinerzeit Russell Crowe in „Gladiator“. Leider ist der Music Score von Alberto Iglesias auch nicht so eindrucksvoll, dass er Stimmung des Films wirklich packend unterstützt.

Auch wenn „Exodus“ nicht als das große Meisterwerk neben „Alien“, „Blade Runner“ und „Gladiator“ in die Filmgeschichte eingehen dürfte, kann der Film aber dennoch wie so viele von Ridley Scotts schwächeren Werken vor allem durch seine Bilder glänzen, die im breiten Cinemascope-Format mächtig Eindruck machen.

 

Bild 91 %

Ridley Scott drehte „Exodus“ mit digitalen RED Epic-Kameras mit 5k-Auflösung. Für die Ultra HD Blu-ray kam aber nur ein Digital Intermediate in 2k-Auflösung zum Einsatz. „Exodus“ zeigt nichtsdestotrotz auf der Ultra HD Blu-ray im Vergleich zur bereits sehr plastischen Blu-ray Disc noch etwas mehr Schärfe in feinen Details. Dadurch wirken aber auch in niedrigerer Auflösung gerenderte Special Effects noch weicher und trotz Ultra HD-Auflösung gibt es ab und zu auch einzelne Szenen, die ebenso wie bereits auf der Blu-ray Disc leicht unscharf erscheinen.

Der Kontrast ist weitgehend perfekt und bietet eine hohe Dynamik ohne Überstrahlungen in hellen Bildbereichen. HDR wird bei „Exodus“ vor allem in leuchtenden hellen Bildbereichen intensiv eingesetzt und lässt dadurch Szenen mit starken Hell/Dunkel-Kontrasten noch etwas plastischer erscheinen. Wolkenbilder wirken durch HDR noch etwas dramatischer. Einzelne Momente überstrahlen aber ähnlich intensiv wie bei der Blu-ray Disc. In dunklen Bildbereichen setzt Ridley Scott vor allem auf einen tiefen Schwarzwert. Hier ergibt sich durch HDR nur eine geringfügig bessere Feinzeichnung im Vergleich zur Blu-ray Disc.

Farblich erinnert „Exodus“ etwas an den Neon-Look früherer Ridley Scott-Filme. So wirken die häufiger bläulich oder in orange-Tönen gehaltenen Szenen sehr klassisch wie noch zu Zeiten von „Gladiator“, allerdings mit deutlich weniger Farbsättigung wodurch die Farbwiedergabe auf der Ultra HD Blu-ray keinen wirklich deutlichen Vorteil bietet.

 

Ton (Englisch) 94 %

Ton (Deutsch) 86 %

„Exodus“ lebt vor allem von seinem Music Score und den vielen kleinen Soundeffekten, die dem Film im englischen DTS HD MA-Mix einen sehr weiträumigen  Klang geben. Es gibt kaum eine Szene, in der der Film richtig ruhig ist und in den Action-Szenen dreht der Surround-Mix nochmals richtig auf.  In der deutschen DTS 5.1-Version bietet der Film nicht ganz  so viel dynamische Atmosphäre und der im englischen Original dezent rumorende Subwoofer wirkt in der Synchronfassung auch nicht so prägnant.

 

Special Features

  • Trivia-Track: Die historischen Hintergründe zum Film
  • Entfallene und erweiterte Szenen
  • Audiokommentar von Ridley Scott und Jeffrey Caine


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