XXL-TEST: Klipsch "The Nines" - Aktivlautsprecher der Heritage Wireless-Serie mit HDMI, BT und Phono-Vorstufe

Konkurrenzvergleich

  • Advance Paris Zeneo ZX : Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit den Advance Paris Zeneo ZX. Diese sind für rund 1.490 EUR erhältlich und im Kaufpreis ist zudem ein Streaming-Dongle (WTX Microstream, kompatibel mit der Advance Playstream App) enthalten. Die beiden Schallwandler kommunizieren drahtlos miteinander - die Masterbox mit den ganzen Anschlüssen und die Slavebox, die auch eigene Endstufen hat, sonst aber keine Bedienelemente oder Terminals. Die Masterbox besitzt an Anschlüssen 2 x Stereocinch, Sub Out, optischer/koaxialer Digitaleingang, USB-B (USB-DAC). Ein HDMI-Anschluss für den TV fehlt allerdings. In den Klangtestreihen glänzten dfie französischen Lautsprecher mit einem straffem Bass, einer authentische Dynamik, einer sehr gute Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich und mit einer sehr guten Pegelfestigkeit. Die Klipsch The Nines bieten aber, aufgrund ihres Volumens, nochmal mehr Durchschlagskraft und sind nochmals pegelfester.

  • KEF LSX II : Das für 1.499 EUR erhältliche KEF LSX II-Ensemble hatten wir in der äußerst attraktiven Farbgebung "Cobalt Blue" zum Einzeltest. Die LSX II ist, KEF-typisch, mit einem Uni-Q-Koaxialchassis ausgestattet. Der im Zentrum des Mitteltöners untergebrachte 19 mm Aluminium-Hochtöner ist für eine präzise und brillante Wiedergabe der hohen Frequenzen zuständig. Der 115 mm messende Tief-/Mitteltöner bringt eine Membran aus einer Magnesium-/Aluminium-Legierung mit - diese ist enorm leicht, zugleich steif und hoch belastbar. Die Anschlussauswahl am primären Lautsprecher der KEFs ist reichhaltig: Dualband-WLAN (2,4/5GHz), Bluetooth 4.2, Ethernetbuchse, HDMI-ARC, optischer Digitaleingang, USB Typ-C, ein analoger 3,5mm Stereo-Miniklinkenanschluss, sowie ein Subwoofer Pre-Out sind vorhanden. Was die Optionen zum Streaming angeht, zeigt sich die LSX II, sehr flexibel. Apple AirPlay 2, Google Chromecast (Bedienung über die Google Home-App), Roon ready (zur Einbindung in Roon-basierte Systeme), UPnP-kompatibel - da bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Die LSX II unterstützen Spotify Connect, Tidal Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, QQ Music via Q Play, Internet radio, Podcast-Funktion. Die tatsächliche Verfügbarkeit ist von Land zu Land unterschiedlich. Der Punkt Ausstattung und Verarbeitung geht ganz klar an die KEF LSX II, beim Thema Durchschlagkraft sind die Klipsch The Nines aber nochmal ein deutlich anderes Kaliber, durch das große Gehäusevolumen ist das aber auch kein Wunder. 

  • Canton Smart Vento S2 : Die smarten Canton Lautsprecher sind in den Ausführungen Schwarz/High-Gloss sowie Weiß/High-Gloss für 2.500 EUR/Paarpreis im Handel oder direkt bei Canton erhältlich. Wer es noch etwas edler möchte, der kann die Varianten Nussbaum/High-Gloss oder, wie unsere Testkandidaten ausgeführt sind, in der Nussbaum Dunkel/High-Gloss Variante für 2.600 EUR/Paarpreis ordern. Die Gehäuse unserer Testkandidaten wiesen eine exzellente Detailverarbeitung auf. Die erhöhte Gehäusetiefe sowie Breite sorgen für ein größeres Innenvolumen. Dadurch konnten die Smart Vento 3 S2 noch ausdrucksvoller im Tieftonbereich abgestimmt werden. Die Gehäuse der Lautsprecher werden aufwändig aus Mehrschichtlaminat aufgebaut, um besonders solide und resonanzarm zu agieren. Beide Schallwandler verfügen an der Front über ein LED-Display, dass den Nutzer über den gewählten Eingang oder auch die Lautstärke informiert. Beide Lautsprecher verfügen über leistungsstarke Class-D-Endstufenmodule mit 350 Watt Leistung. Die Kommunikation zwischen den beiden Lautsprechern geschieht kabellos und wird mit bis zu 96 kHz/24-Bit durchgeführt. Den Canton Lautsprecher fehlt es aber nach wie vor an einem HDMI-Slot. Dass kein Streaming-Modul im Master-Speaker eingebaut ist, sehen wir nicht als Problem an. Auch wenn es bei der Beurteilung knapp wird, kann die Canton aber im Gesamtpaket an den Klipsch The Nines vorbeiziehen. Erstklassige Verarbeitung mit einer audiophilen Klangcharakteristik stehen auf der Habenseite der Schallwandler aus dem Taunus.

Fazit 

Für 1.999 EUR/Paarpreis sind die Klipsch The Nines in Echtholzfurnier Walnuss oder Esche Schwarz ab sofort im Handel erhältlich. Die Aktivlautsprecher unterstützen Bluetooth 5.0 für eine komfortable Verbindung zum Smartdevice. Dank eines HDMI-Terminals mit ARC auf der Rückseite, können Signale vom TV auf den Aktivlautsprechern wiedergegeben werden. Leider bieten die The Nines keine Netzwerkfunktionen und können somit auch nicht in einem Multiroom-Verbund eingesetzt werden. Die Klipsch The Nines sind als Master/Slave-Lautsprecher konzipiert, dies bedeutet, dass der Hauptlautsprecher mit der Verstärkertechnik, dem DSP sowie allen relavanten Anschlüssen ausgestattet ist. Der passive Slavelautsprecher wird, mittels Kabelverbindung, vom Masterlautsprecher mit den entsprechenden Signalen versorgt. 

Die MDF-Gehäuse der großen Regallautsprecher bestehen aus furniertem MDF. Das verwendete Echtholz Furnier ist solide aufgebracht, sitzt aber nicht überall perfekt. Bei unseren Testkandidaten sind teilweise leichte Spaltmaße bei den Übergangen sichtbar. Die Kantenbereiche sind leicht abgerundet und scharfe Kanten sucht man vergebens. Bei den Klangtestreihen konnten die Klipsch Speaker uns mit einer detaillierten und Feinfühligen Gesamtwiedergabe überzeugen. Verblüfft waren wir von dem sehr präsenten, kräftigen und zugleich auf den Punkt gebrachten Bassbereich. Für das Genre Rock und Heavy Metal sind die Klipsch Lautsprecher der perfekte Partner. Bei anderen Genres fühlten sich die Speaker aber ebenfalls wohl. Nur bei "Secret Garden" von Molly Pardon & Tony Anderson empfanden wir den Bassbereich, trotz -8 dB Absenkung, immer noch zu überladen.

Pegelfester Aktivlautsprecher, mit nachdrücklichem Bassbereich und einer sehr guten Differenzierung, auch bei komplexen und schnellen Titeln

Aktivlautsprecher bis 2.000 EUR 
Datum: 03.04.2023

 

 

 

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Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 03.04.2023

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