XXL-TEST: Klipsch "The Nines" - Aktivlautsprecher der Heritage Wireless-Serie mit HDMI, BT und Phono-Vorstufe
Klangtestreihen
Das die Klipsch The Nines über einen HDMI-Eingang für den TV verfügen, wollen wir unsere Klangtestreihen mit der Wiedergabe von Filmton beginnen. Sehr gerne verwenden wir "Kingsman - The Golden Circle". Wir starten mit der Anfangsequenz, als sich Eggsy und Charlie nach langer Zeit wiedersehen und sofort im Taxi einen harten Kampf liefern. Die unterschiedlichen Effekte, wie die Geräusche des Elektroschockers oder auch das Zerbersten des Glases, sind differenziert wahrnehmbar und die Dialoge wirken realistisch. Der Kampf wird mit Nachdruck von dem 8" messenden Tieftöner unterstützt. Die Klipsch Boxen bauen eine ausgezeichnete Räumlichkeit auf und sind in der Lage, unterschiedliche Effekt-Ebenen gut auseinander zu halten. Die wilde Jagd durch London mit dem Spezial-Taxi der Kingsmen und den zu allen entschlossenen Verfolgern in den Jaguar SUVs wird so zu einem echten Erlebnis - obwohl nur 2 Boxen arbeiten. Wichtig ist, dass man die Tonausgabe des TVs auf "PCM" stellt, da bei den Klipsch-Lautsprechern keine Decoder an Bord sind.
Weiter geht es mit der Musikwiedergabe. Hier beginnen wir mit "Komet" von Udo Lindenberg und Apache 207. Nach einigen Hörversuchen müssen wir Anpassungen am Equalizer vornehmen, da der Bassbereich für unseren Geschmack etwas zu heftig ist, gerade für diesen Titel. Wir setzen den Schieberegler vom Bass auf 0 dB, den Mitteltonbereich auf -1 dB und die Höhen auf + 1 dB. Der Titel startet mit einem Klavier und kurze Zeit legt Udo mit seiner nasalen Stimmfarbe los. Das Klavier bilden die Klipsch The Nines sehr realistisch in unserem Hörraum ab und auch Udos Stimmfarbe wird erstklassig getroffen. Sehr facettenreich und klar wird die Stimme von Apache 207 präsentiert. Als der Titel dann an Geschwindigkeit aufnimmt, spielen die Klipsch Lautsprecher ihr großes Gehäusevolumen aus. Wir haben diesen Titel selten mit einer solchen Bassperformance erlebt, wie bei dieser Darbietung und wie eingangs erwähnt, haben wir die Intensität der Bässe schon herunter geregelt. Die Regallautsprecher liefern bilanzierend eine exzellente Gesamtperformance - schließt man die Augen, könnte man meinen, es stehen große Standlautsprecher im Hörraum. Wichtig bei der Verwendung, der Abstand zu den Speakern sollte rund drei Meter betragen, um die bestmögliche Performance zu bekommen.
Wir setzen fort mit Toto und "I will remember". Der sehr facettenreiche Titel mit ordentlich Nachdruck liegt auch den Klipsch Speakern. Die Stimme wirkt klar und fokussiert mit ihrer sehr gefühlvollen Auslegung. Alle akustischen Elemente stellendie The Nines gekonnt dar, und auch die Beginn zu des Titel erklingenden Drums und der Chorgesang werden überragend umgesetzt. Wir dürfen also feststellen, dass die Regallautsprecher nicht nur Pegel können, sondern auch mit einer sehr breiten und facettenreichen Wiedergabe auf einem beachtlichen Level zurechtkommen. Auch als der Titel dann etwas schneller wird, bleiben die The Nines souverän und ihrer Linie treu. So werden die unterschiedlichen Instrumente wie z.B. das Klavier hervorragend herausgearbeitet und räumlich dicht präsentiert.
Jetzt möchten wir wissen, wie sich die Regallautsprecher in einem anderen Genre behaupten können. Wir starten die Wiedergabe von "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Zu Beginn des Titel dürfen wir sehr schnell feststellen, dass wir den Bassbereich nochmals korrigieren müssen, wir senken den Bassbereich in der App auf -4 dB ab. Der sehr Kickbass-lastige Song wird nun von den The Nines tadellos wiedergeben. Der Hochtonbereich wird in keinster Weise spitz und die Kickbässe werden sauber strukturiert und staubtrocken an den Hörraum abgegeben, was unserer Meinung nach auch in dieser durchaus gehobenen Preisliga auf dem Gebier aktiver Regallautsprecher seinesgleichen sucht. Als der Bass richtig tief in den Keller geht, bleiben die Lautsprecher stabil und souverän bei der Wiedergabe. Unserer Meinung nach könnte der tieffrequente und langgezogene Bass aber etwas mehr Tiefe vertragen.
Explosiv geht es mit "Numb" von Fame On Fire weiter. Es handelt es sich dabei um einen Coversong, der ursprünglich von Chester Bennington und Linkin Park eingespielt wurde. Los geht der Titel mit einem Synthesizer, der klar strukturiert auf den Punkt gebracht wird. Danach folgt sofort ein hartes Gitarrenriff und wir dürfen feststellen, dass die Klipsch mit unserem Musikgeschmack anscheinend sehr zufrieden sind. Die Gesamtwiedergabe wirkt äußerst dynamisch sowie mitreißend, selbst die hohe Stimmfarbe des Frontmanns meistern die The Nines sehr gut. Verblüfft sind wir, was die Lautsprecher aus der Bassgitarre herausholen können. Diese wird mit Nachdruck in den Hörraum abgegeben, ohne dabei Details zu vernachlässigen. Unfassbar ist der Grobdynamikbereich, den die Klipsch Lautsprecher sauber und differenziert abliefern können. Das Zusammenspiel aus Schreigesang und kreischenden E-Gitarren wirkt aber auf den versierten Hörer etwas aggressiv, aber für den Pegel den wir hier abrufen können, nicht verwunderlich. Zudem ist eine etwas forsche Hochtonauslegung recht typisch für Hochtöner mit Hornvorsatz.
Für den nächsten Titel haben wir "Back To You" von Lost Frequencies, Elley Duhé und X Ambassadors ausgesucht. Der Titel startet mit einem Klavier sowie einem leichten Hallgesang im Hintergrund. Auch feine Nuancen werden realistisch und mit passender räumlicher Zuordnung dargestellt. Ebenfalls begeistern kann uns die Darstellung von Elley Duhé Stimmfarbe, diese wird gefühlvoll und sauber präsentiert. Als Sam Harris und Elley gleichzeitig in den Titel einsteigen, bleiben beide Stimmcharaktere sauber und differenziert wahrnehmbar. Das Zusammenspiel aus Bass, Gesang der beiden Protagonisten und Sound-Effekten gelingen ohne Tadel. Erwähnen möchten wir aber auch bei diesem Titel den sauber und kräftig agierenden Bassbereich.
Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen etwas ruhiger und gefühlvoller. Dafür haben wir uns "Secret Garden" von Molly Pardon & Tony Anderson herausgepickt. Der startet wohltuend mit einer Gitarre und Klavier. Die Darbietung und Darstellung der Instrumente können uns vollends überzeugen, nur den Bassbereich müssen wir in der App wieder deutlich zurückdrehen - danach stimmten Natürlichkeit und Klarheit des Songs. Die Anschlagdynamik beim Klavier wirkt überraschend realistisch. Das verwendete Saxophon können wir ebenfalls als realistisch und glaubwürdig einstufen. Selbst Molly Pardens Stimmfarbe wird mit exakter Struktur dargestellt. Sehr gut gelingt die klare Differenzierung der begleiteten Instrumente.
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