XXL-TEST: Buchardt Audio A10 plus Stereo Hub und Zen Wireless-Mikrofon - enormer Hörspaß trifft auf reichhaltige Ausstattung

Klang

Einmessung auf unseren Hörraum abgeschlossen

Wir beginnen mit der Jungle Cruise-Instrumental-/Orchestralversion von "Nothing Else Matters". Exzellent gelingt ab der ersten Sekunde ab eine feine räumliche Differenzierung, das betrifft sowohl die räumliche Weite als auch die räumliche Tiefe. Die einzelnen Instrumente kommen sehr sauber zum Audruck, und dynamische Unterschiede erkennen die A10 extrem schnell und zuverlässig. Dass ordentlich Kraft in den Endstufen steckt, die von den belastbaren Treibern umgehend umgesetzt wird, verdeutlichen die Buchardt Audio ebenfalls in überzeugender Art und Weise. Der Sound der Boxen bleibt auch bei sehr hohem Pegel äußerst souverän, und wer nicht hinschaut, sondern nur hinhört, könnte auch auf zwei potente aktive Standlautsprecher tippen, so kräftig wird der Bassbereich präsentiert. Doch auch an Struktur und Tiefgang fehlt es nicht bei der Darstellung tiefer Frequenzen. Die Mitten gliedern sich fein aufgebaut zwischen Bässen und Höhen ein, der Hochtonbereich ist unserer Meinung nach ein absolutes Meisterwerk der Buchardt Audio-Entwicklungsabteilung: Klar, facettenreich, aber nie metallisch oder scharf, auch bei sehr hohen Lautstärken nicht.

"Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy) beeindruckt uns mit einer enorm fundierten, kompletten Darstellung. Absolut unglaublich ist, wie tief die beiden A10 im Bassbereich herunter spielen. Zugleich aber wird das Bassfundament mit einer erstklassigen Präzision dargeboten. Und: Die sensible Darstellung von Evas Stimme und den weiteren Instrumenten ist zu jedem Zeitpunkt und auch bei hohem Pegel vollumfänglich vorhanden. Das Klavier wird sauber präsentiert, hier fehlt es aber etwas am Herausstellen der Anschlagdynamik. Das geht noch besser, noch filigraner und unmittelbarer. Aber das ist "Meckern auf höchstem Niveau". Das tief empfundene räumliche Gefühl und die enorm starke vokale Präsenz von Eva sind sehr klare Pluspunkte. 

Mit Schwung starten die Buchardt Audio durch bei Sir Elton Johns Klassiker aus den 80er Jahren "I'm Still Standing". So gut haben wir den legendären Song nur selten gehört. Das Quellmaterial hat mit akustischer Spitzenklasse nichts zu tun, und oft kann die Wiedergabe keine Begeisterung wecken. Legen sich die zuvor auf unseren Raum eingemessenen A10 ins Zeug, hat Eltons Stimme plötzlich Kontur, und die charakteristische Stimmfarbe wird mit erstaunlicher Präzision getroffen. Hier macht das Hören auch mit hohem Pegel Spaß, wenngleich man dann schon merkt, dass das Material gewisse Defizite aufweist, die dann durch eine nicht restlos überzeugende Gesamtdynamik und durch tonale Artefakte auf sich aufmerksam machen. 

"Live And Let Die" von Paul McCartney&Wings (Titelsong des gleichnamigen 007-Films) lebt von den teilweise sehr deutlichen Dynamiksprüngen und dem Rhythmus-Wechseln. Beides arbeiten die Buchardt Audio-Lautsprecher souverän heraus und sorgen dadurch für ein hoch liegendes Hörvergnügen. Ganz gleich, ob es sich um die langsamen Passagen oder um die sehr schnellen Anteile des Titels handelt: Immer ist jedes akustische Element genau am richtigen Platz. Was die Endstufen hier wieder an unmittelbarer Kraft freisetzen, was hier an kraftvollem Fundament und an lebendiger Ausgestaltung vorhanden ist, verdient höchsten Respekt. 

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Bei "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed schieben die A10 mit einer Kompromisslosigkeit an, die selbst uns als erfahrene Tester verwundert. Hier stimmt alles. Präzision, Nachdruck und die räumliche Wirkung. Das gewollte Aggressivität im Song kommt einwandfrei heraus, hier schaffen die beiden aktiven Lautsprecher einen Balanceakt, der ebenfalls wieder grandios ist. Nie verzerren die beiden Hochleistungsschallwandler störend, zugleich aber klingt der Track nie zu "mild". Schon häufiger haben wir zwei mögliche akustische Fehlinterpretationenn dieses Titels gehört: Entweder der Song klingt rund und klar, aber zu sanft und nicht aggressiv genug, oder aber das Ganze artet in ein metallisches, unstrukturiertes Geschrei ohne Kontur aus. Die A10 schaffen es, hier den schwierigen Spagat nicht nur in ihrer Preisklasse herausragend umzusetzen. vierter Titel, vierte Leistung der absoluten Spitzenklasse.

Weiter geht es mit Paul Kalkbrenners "No Goodbye". Den straffen, harten Bass handhaben die dänischen "Aktivisten" gelassen. Hier wird exakt der richtige Punkt getroffen, zugleich gelingt eine akkurate Differenzierung der Vocals vom Rest der Akustik. Die Räumlichkeit wird auch bei diesem Track wieder als sehr authentisch wahrgenommen. Das Gefühl, dass hier ein zu schmaler, zu wenig ausssagekräftiger Klang generiert wird, kommt zu keinem Zeitpunkt durch. Zugleich aber wirkt alles immer realistisch und nicht künstlich überzogen. Extrem gut ist das Timing. Das in sich geschlossene Klangbild ist das Resultat daraus, dass sämtliche akustische Anteile wirklich zeitgleich beim Hörer ankommen.

"Till Tomorrow" (Till Brönner & Hello) beeindruckt ebenfalls, und auch hier wieder direkt ab Beginn an. Der harte, vehemente Bass allerdings bringt selbst die talentierten Buchardt Audio A10 bei hohem Pegel dem Grenzbereich nahe. Man merkt schon, hier ist etwas Anstrengung vorhanden. Aber wir sprechen hier von Pegeln, die viele teurere Aktivboxen-Paare nicht einmal ansatzweise gehen können. Daher ist auch die Präsentation dieses Stücks wieder ein Husarenritt der dänischen Schallwandler, die ohne Probleme auch einen knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum beschallen können. Wie fein und akkurat Tills Trompete herausgearbeitet wird, ist ebenso zu loben wie die weitläufige Räumlichkeit und die ausgezeichnete Loslösung des Klangs von den Lautsprechern. 

Der Hub verfügt auch über eine HDMI-Schnittstelle. Im Falle des Stereo Hubs wird hier zwar nur PCM verarbeitet, aber die Tonsignalausgabe kann ja im Setup des Smart-TVs eingestellt werden. Wir haben uns von "London Has Fallen" die Sequenz angehört, als die Regierungschefs dieser Welt zum Begräbnis des englischen Premierministers in London auflaufen und sich kurz darauf schreckliche Attentate und Explosionen ereignen. Das basagte Kapitel 3 beginnt noch recht ruhig, mit den Fahrgeräuschen verschiedener Fahrzeuge, Dialogen und dem Music Score im Hintergrund. Obwohl es sich nur um eine 2.0 Wiedergabe handelt, bringen die beiden A10 sehr viel Atmosphäre ins Spiel, und Details wie das Läuten der Glocken oder entfernte Sirenen von Polizeifahrzeugen werden sauber eingearbeitet. Man spürt die Spannung, verstärkt von den subtilen Elementen im Music Score, die in der Luft liegt, und die A10 bleiben stets am Ball und verheimlichen den Zuhörern keine Einzelheit. Auffällig ist der überdurchschnittlich vielschichtige Aufbau jeder Szenerie, der dafür sorgt, dass das Auditorium intensiv ins Geschehen eintauchen kann, auch fernab nachdrücklicher Actionsequenzen. Als diese dann urplötzlich beginnen, machen sich die enormen Leistungsreserven der Buchardt Audio-Lautsprecher sofort bezahlt. Die Schusswechsel weisen ein exzellentes Fundament auf, hinzu kommt die unmittelbare Dynamik und das ausgezeichnete Auflösungsvermögen. Die verschiedenen Explosionen haben einen soliden tieffrequenten Unterbau und werden auf den Punkt genau präsentiert. Bei den zahlreichen akustischen Ereignissen, die parallel passieren, behalten die A10 gelassen den Überblick und offerieren akustische Ebenen, die man zum einen sehr gut voneinander differenzieren kann, die sich zum anderen aber zu einem räumlich dichten klanglichen Ganzen zusammenfügen.

Konkurrenzvergleich

Zugrund liegt hier der Kaufpreis unseres Test-Sets von 4.275 EUR in Ausführung "Natural Oak" und mit dem Zen Wireless Mikrofon.

Buchardt Audio A500 Gesamt

Buchardt Audio A500 mit Stereo-Hub: Bereits die Vorgänger haben sich exzellent im Test geschlagen. Darum erstaunt es uns, dass die Buchardt Audio-Entwickler es tatsächlich geschafft haben, die A10 nochmals zu verbessern. Vor allem die Souveränität bei hohen Pegeln steigt weiter an, die Auslegung des Hochtonbereichs ist noch besser gelungen, da zum einen noch klarer und brillanter, zum anderen aber neigen die A10 noch weniger zu unschöner Aggressivität im Hochtonbereich als die Vorgänger. Der Tiefgang im Bassbereich ist ausgeprägter, zugleich ist die Anbindung des Mitteltonbereichs an Bass- und auch Hochtonbereich nochmals nahtloser, unmerklicher. Stimmen weisen mehr Räumlichkeit und mehr Charisma auf. Kurzum, die neuen A10 sind in vielen relevanten Punkten noch etwas besser geworden. Da bereits die A500 auch nach wie vor ein hervorragender aktiver Lautsprecher ist, muss man aber definitiv nicht zwangsläufig updaten aufs neue Modell.

Klipsch The Nines Gruppenbild2

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Yamaha True X 800x600

Klipsch "The Nines": Laut Liste kostet das Set knapp 2.000 EUR, auf dem Markt sind die The Nines auch günstiger zu finden. Die schicken Boxen im sehr gut gemachten Retro-Style werden allerdings kabelbasiert miteinander verbunden. HDMI und eine auch ansonsten überzeugende Anschlussbestückung zeichnet die Klipsch-Boxen aus. Eine richtige Streaming-Plattform ist nicht vorhanden, aber dafür spielen die The NInes auch in einer anderen Preisklasse. Akustisch machen sie sich gerade bei Rock & Heavy Metal-Tracks ausgesprochen gut, erzielen hohe Pegel und eine enorme Dynamik. Dieses feinfühlige räumliche Gefühl und diesen meisterhaft abgestimmten Hochtonbereich der A10 können sie allerdings nicht bieten, und die Ausstattung, auch hier merkt man den Preisklassenunterschied, ist deutlich spärlicher. 

Nubert Nuzeo 4 Frontansicht Beide

Nubert nuZeo 4: 2.800 EUR kostet das Paar nuZeo 4 - und hier finden wir einen sehr harten, unangenehmen Konkurrenten für die A10 vor. Allerdings entschärft sich alles etwas, wenn man zum einen den Preisunterschied, zum anderen den Ausstattungumfang anschaut. Hier sind die nuZeo 4 nicht nur preisgünstiger, sondern auch puristischer. HDMI geht mittels Adapter, Bluetooth ist nur für die Kommunikation mit der X-Remote-App zuständig. Es gibt zwar auch eine Einmessung (X-Room Calibration), diese arbeitet aber nur im Bassbereich. Dank des Nubert-eigenen X-Connect Surround-Standards kann man die nuZeo 4 zu einem Mehrkanalset ausbauen, man braucht aber dann den nuXinema PreAV als "Kommandozentrale". Wer richtig Geld  invenstieren möchte, kann sich für eine extrem präzise Stereowiedergabe und schier unzählige Einstelloptionen auch den nuControl X Stereovorverstärker/DAC/Streamer kaufen, da dieser aber mit zusätzlichen 4.499 EUR zu Buche schlägt, ist jeder Preisvorteil der nuZeo 4 dahin. Klanglich beeindrucken die nuZeo 4 auch ohne den nuControl X schon auf hohem Level und können sich sehr gut mit den A10 messen. Allerdings ist das Bedienkonzept etwas holprig im Detail, und Streamingfunktionen finden sich keine. 

Fazit

Buchardt Audio A10 Mit Stereo Hub Gruppe 1

Das Set aus den Buchardt Audio A10, dem Stereo Hub und dem Zen Wireless-Mikrofon weckt im Testbetrieb ein hohes Maß an Begeisterung. Nach erfolgter Einmessung ist der Klang in  unserem Testraum auf enormem Niveau. Der Bass erweist sich als präzise sowie kraftvoll, der Tiefgang ist überragend, und der Mitteltonbereich punktet mit exzellenter Einbindung zwischen Hochton- und Bassbereich, hinzu kommt eine feine, kultivierte Stimmwiedergabe. Ein echtes Meisterstück gelang den dänischen Ingenieuren von Buchardt Audio bei der Abstimmung des Hochtonbereiches. Brillanz, Räumlichkeit und Homogenität sind hervorragend, und man kann stets mit hohem Pegel hören, und bekommt trotzdem nie Nachteile wie einen zu harschen, zu metallischen Sound serviert. Apropos Pegel, die erzielbaren Lautstärken sind extrem hoch, und selbst dann, wenn man den Hörraum mit viel Kraft "befeuert", legen die Chassis noch einen linearen Hub an den Tag. Die Verarbeitung der A10 ist ausgezeichnet, der Stereo Hub ist einfach gemacht, aber solide, und das Zen Wireless Mikrofon, das eine absolut exakte, stimmige Einmessung garantiert, ist mit dem Aluminium-Body ebenfalls ausgesprochen hochwertig. 

Sensationeller Klang, grandiose Einstellmöglichkeiten - Buchardt Audio hält in dieser Liga die Konkurrenz auf Distanz 
Masterpiece Neu
Wireless-Aktivlautsprechersysteme Oberklasse
Test 16. September 2024

 

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 16. September 2024

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