HIGH END 2026: Bowers & Wilkins 800 D5 Serie - erste Eindrücke und große Bildergalerie

Mit der neuen 800 D5-Serie feiert Bowers & Wilkins nicht nur das 60-jährige Firmenjubiläum, sondern präsentiert zugleich die bislang aufwendigsten Lautsprecher der traditionsreichen Baureihe. Die neue Generation umfasst insgesamt sieben Modelle und kombiniert zahlreiche technische Weiterentwicklungen mit einer noch hochwertigeren Verarbeitung und neuen Oberflächenvarianten.
Im Mittelpunkt steht dabei das Flaggschiff 801 D5. Der imposante Drei-Wege-Standlautsprecher profitiert von einer Vielzahl an Optimierungen, die direkt aus den exklusiven Signature-Modellen übernommen wurden. Dazu zählen unter anderem weiterentwickelte Treiber-Motorsysteme, ein akustisch transparenteres Hochtönergitter, neue Frequenzweichen sowie ein vollständig überarbeiteter Kabelstrang. Hinzu kommen umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von Gehäuseresonanzen, darunter das neue Space Frame Bracing, eine weiterentwickelte Matrix-Konstruktion und eine nochmals versteifte Aluminium-Deckplatte.
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Das Ziel aller Maßnahmen: noch mehr Auflösung, geringere Verzerrungen, höhere Dynamik und eine möglichst unverfälschte Wiedergabe der Originalaufnahme.
Im Rahmen einer Vorführung in einem separaten Raum auf der HIGH END 2026 in Wien konnten wir bereits erste Höreindrücke der neuen 801 D5 sammeln.

Die B&W 801 D5 gepaart mit Elektronik von Innuos und Mark Levinson

Der No 626 dient als Vorverstärker

Jeweils ein Mark Levinson No 632 befeuert einen Bowers & Wilkins Standlautsprecher

Elektronik-Setup
Hochkarätige Elektronik als Spielpartner
Für die Demonstration setzte Bowers & Wilkins auf ein hochklassiges Setup. Als Quelle diente der Innuos Nazaré Musikstreamer. Die Vorverstärkung übernahm der Mark Levinson No. 626, während gleich zwei Stereo-Endverstärker Mark Levinson No. 632 für die notwendige Leistungsreserve sorgten.
Bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die neue 801 D5 nicht allein auf spektakuläre Effekte abzielt. Vielmehr vermittelt sie eine bemerkenswerte Mischung aus Kraft, Kontrolle und musikalischer Selbstverständlichkeit.
Odetta – „Hit or Miss“

Die Bowers & Wilkins 801 D5 im separaten Hörraum auf der High End in Wien

Einzelansicht der Variante in Dark Walnut
Schon die ersten Takte offenbaren eine außergewöhnlich großzügige Raumdarstellung. Die Bühne wirkt breit, tief und hervorragend strukturiert. Einzelne Instrumente sowie die markante Stimme von Odetta werden präzise voneinander getrennt und dennoch zu einem homogenen Gesamtbild zusammengefügt.
Besonders beeindruckend ist dabei die feine Auflösung. Die 801 D5 legt zahlreiche Details offen, ohne jemals analytisch oder anstrengend zu wirken. Stattdessen entsteht ein ausgesprochen angenehmer, entspannter Charakter. Trotz ihrer Größe und ihres enormen technischen Potenzials wirkt die neue Bowers & Wilkins zugänglich und musikalisch.
Interessant erscheint zudem die Aussage der Entwickler, dass die neue D5-Serie bewusst für die Kombination mit unterschiedlichster Elektronik ausgelegt wurde. Die Vorführung vermittelte zumindest den Eindruck eines Lautsprechers, der sich nicht ausschließlich in absoluten High-End-Ketten wohlfühlt, sondern grundsätzlich sehr harmonisch aufspielt.
Eric Clapton – „After Midnight“

Andy Kerr dreht am Lautstärkeregler
Bei Eric Claptons Klassiker zeigt die 801 D5 eindrucksvoll ihre Fähigkeiten im Bereich der Instrumentenseparation. Die Bassgitarre wird mit herausragender Präzision dargestellt. Jede Nuance des Spiels, jede kleine dynamische Veränderung und jeder Anschlag lassen sich mühelos nachvollziehen.
Bemerkenswert ist dabei die räumliche Stabilität der Abbildung. Selbst leicht außerhalb des idealen Hörplatzes bleibt die Position der Bassgitarre klar nachvollziehbar.
Wenn später Gitarre, Klavier und Gesang gleichzeitig einsetzen, entsteht ein komplexes musikalisches Geflecht. Die 801 D5 meistert diese Herausforderung jedoch mit beeindruckender Gelassenheit. Die einzelnen Klangereignisse bleiben jederzeit sauber voneinander getrennt und werden präzise im Raum verortet. Die leicht scharfen Obertöne der Stahlsaitengitarre werden authentisch wiedergegeben, ohne unangenehm zu wirken. Auch das Klavier überzeugt durch eine glaubwürdige Körperhaftigkeit und natürliche Klangfarben.
Thom Yorke – „Black Swan“

Das Setup von links fotografiert

Hochtöner und Continuum-Mitteltöner an der 801 D5
Elektronische Musik offenbart eine weitere Stärke des neuen Flaggschiffs. Die tiefen Impulse besitzen Nachdruck, Geschwindigkeit und Punch, während die zahlreichen Synthesizer-Effekte gleichzeitig transparent und sauber durchhörbar bleiben.
Besonders gelungen erscheint die Art und Weise, wie Stimme, elektronische Effekte und Rhythmussektion miteinander verschmelzen. Die 801 D5 erzeugt ein außerordentlich geschlossenes Bühnenbild, in dem jedes Detail seinen festen Platz besitzt. Trotz der hohen Informationsdichte wirkt die Wiedergabe niemals überladen.
Hinzu kommt eine Fähigkeit, die man von Spitzenlautsprechern dieser Klasse erwartet, aber nur selten in dieser Konsequenz erlebt: Der Klang löst sich nahezu vollständig von den Lautsprechern. Die Gehäuse treten akustisch in den Hintergrund und verschwinden praktisch aus dem Wahrnehmungsfeld. Übrig bleibt eine frei im Raum schwebende Klangbühne.
Starset – „Antigravity“

Standlautsprecher von Bowers & Wilkins und Endverstärker von Mark Levinson
Bei „Antigravity“ demonstriert die 801 D5 schließlich ihr gesamtes dynamisches Potenzial. Die Bühne wächst nochmals deutlich über die physische Position der Lautsprecher hinaus und entfaltet eine beeindruckende Breite und Tiefe.
Die harten elektronischen Kicks und Impulse scheinen den Hörraum regelrecht auszufüllen. Gleichzeitig bleibt die Stimme klar fokussiert und fein aufgelöst. Trotz der komplexen Produktion entsteht nie der Eindruck von Härte oder Unruhe. Vielmehr präsentiert die Bowers & Wilkins das Geschehen als harmonisches und geschlossenes Ganzes.
Besonders spektakulär fällt die Tieftonwiedergabe aus. Sobald das massive Bassfundament einsetzt, offenbart die 801 D5 eindrucksvoll, warum sie das Flaggschiff der Serie ist. Der Lautsprecher reicht extrem tief hinab und liefert selbst in den untersten Frequenzbereichen enorme Energiereserven. Bemerkenswert ist dabei, dass der Druck niemals auf Kosten der Kontrolle geht. Auch bei hohen Pegeln wirkt der Bass präzise und souverän.
Natürlich dürfte auch die leistungsstarke Mark-Levinson-Elektronik ihren Anteil an diesem Eindruck gehabt haben. Dennoch vermittelt die Vorführung klar das enorme Potenzial, das in der neuen 801 D5 steckt.
Erste Einschätzung

Nach dieser ersten Hörsession hinterlässt die neue Bowers & Wilkins 801 D5 einen äußerst vielversprechenden Eindruck. Sie verbindet beeindruckende Dynamik und Tiefbassfähigkeiten mit hoher Auflösung, exzellenter Räumlichkeit und einer bemerkenswert entspannten Musikalität. Besonders die Fähigkeit, komplexe Aufnahmen sauber zu strukturieren und gleichzeitig ein geschlossenes, natürliches Klangbild zu erzeugen, zählt zu ihren Stärken. Natürlich sind das nur erste subjektive Eindrücke, aber sie lassen jedoch bereits erkennen, dass Bowers & Wilkins die Messlatte innerhalb der 800-Serie erneut ein gutes Stück höher gelegt hat.
- Auf Seite 2 folgt eine große Bildergalerie der neuen Stand- und Regallautsprecher der Bowers & Wilkins 800 D5 Serie!
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