XXL-TEST: ARCAM RADIA Serie - Stereo-Vollverstärker A5 und CD-Player CD5 - das klassische HiFi-Arrangement

Klangtestreihen

Canton Vento 90 Schwarz Hg Frontal Seitlich 2021

 

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun wissen, wie sich die Radia Komponenten klanglich schlagen. Im ersten Schritt möchten wir uns das integrierte CD-Laufwerk etwas genauer ansehen. Zunächst überprüfen wir, wieviel Zeit der ARCAM CD-Player benötigt, um die Compact Disc einzulesen. Nach Schließen der Discschublade vergehen ca. 9-10 Sekunden, bis das Album "Like A Prayer" von Madonna eingelesen und abspielbereit ist. Das ist kein Bestwert.

Als erstes Musikbeispiel haben wir uns für den Titel "Like A Prayer" entschieden, da dieser eine sehr gute Dynamik und zahlreiche Facetten besitzt und man zudem überprüfen kann, ob die Arcam-Kombination mit Madonnas charakteristischer Stimme gut zurechtkommt. Der Song startet mit einer leichten E-Gitarre sowie mit einem Chorgesang, der im Hintergrund agiert. Beides können die Radia Komponenten für ihre faire Preisklasse hervorragend umsetzen.

Hier halten wir kurz inne, denn schließlich kann man entweder den DAC im Player oder aber den im A5 verwenden - beide sind sehr gut. Aber die Klangcharakteristik unterscheidet sich doch. So ist der Klang bei analogem Anschluss - der CD5 wandelt von der digitalen in die analoge Ebene - etwas harscher und metallischer. Wenn wir den CD5 mittels koaxialem Digitalkabel mit dem A5 verbinden, ist die Charakteristik verbindlicher, ohne an Detailreichtum einzubüßen. 

Nun zurück zum Song.

Auch als Madonna dann mit ihrer unverwechselbaren Stimme einsetzt, wird die Stimmfarbe der Künstlerin sauber und akkurat abgebildet. Bei höheren Lautstärkepegeln wirkt die Stimme dann recht nüchtern - dafür bleibt die tonale Gesamtcharakteristik ausgewogen. Als der Titel weiter an Grobdynamik gewinnt, klappt die Trennung der verschiedenen Effekte tadellos. Der Bassbereich wird ebenfalls hervorragend bedient und unsere verwendeten Canton Vento 90 liefern einen statten Tieftonbereich, ohne überfordert oder unstrukturiert zu wirken.

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Als nächsten Titel haben wir uns "Our Solemn Hour" von Within Temptation ausgesucht. Der Titel startet mit einem leicht hallenden Gesang von der Künstlerin Sharon den Adel sowie einer männlichen Stimme aus dem Hintergrund, welche die Radia Komponenten gekonnt in Szene setzen können. Bereits nach wenigen Momenten geht der Titel dann richtig zur Sache. Aber auch präsentiert uns die Arcam Kombo, was eine differenzierte Wiedergabe ist. Sharons Stimme bleibt bei den energiegeladen Sequenzen immer voll erhalten und rückt nie unpassend aus dem Fokus heraus. Die E-Gitarren werden ebenfalls differenziert und mit der nötigen Substanz dargestellt, und der Bassbereich wird tatkräftig befeuert, ohne dabei an Struktur zu verlieren. In manchen Passagen wirkt der Hochtonbereich allerdings etwas harsch, gerade dann, wenn man mit höherem Pegel hört. 

Wir bleiben bei der eingelegten Compact Disc und starten den gefühlvollen Titel "All I Need". Die zu Beginn des Titels erklingende E-Gitarre wird sehr plastisch dargestellt und die Bläser, die aus dem Hintergrund kommen, besitzen akkurate Konturen. Als Sharon dann mit ihrer unverwechselbaren Stimme einsetzt, sind wir begeistert, was die beiden Probanden hier umsetzen können. Die Stimmfarbe wird tadellos getroffen und wird mit ihrer Zartheit und Zerbrechlichkeit überragend umgesetzt. Auch bei diesem Titel gelingt eine überragende Differenzierung, und die tieffrequenten Signale werden hervorragend - kraftvoll und exakt - umgesetzt, ohne dabei überladen zu wirken. 

Weiter geht es in unserer Klangwertung mit "Have You Ever Seen The Rain" von Bonnie Tyler. Der Titel beginnt mit einem Klavier sowie harten Drums, die unsere Testkombo mit Nachdruck gekonnt in Szene setzt. Als Bonnie dann richtig loslegt, können die Arcam-HiFi-bausteine das bestätigen, was wir bereits in den Klangbeispelen zuvor gehört haben: Stimmen liegen den britischen Komponenten.  Bonnies Stimme klingt lebendig, sauber und klar: das Kratzige und Rauchige ihrer Stimme bleibt nahezu voll erhalten und wird in vielen Facetten präsentiert. Selbst als der Titel an Geschwindigkeit und Effekten zunimmt, gelingt eine tadellose Differenzierung. Bei höheren Lautstärkepegel wird die verwendete E-Gitarre aber etwas zu aggressiv.

Da der Radia A5 über Bluetooth verfügt, möchten wir im nächsten Schritt wissen, wie sich dieser bei der Bluetooth-Wiedergabe schlägt. Wir starten die Wiedergabe von "The Loneliest Hour" von den schwedischen Rockern von Takida. Dieser Titel beginnt mit elektronisch erzeugten Effekten, und darauf folgen sofort harte Drums. Beides kann der Vollverstärker nachdrücklich und glaubhaft umsetzen. Als Robert Patterson mit seiner unverkennbaren Stimme einsetzt, sind wir begeistert, wie feinfühlig und stimmig seine vokale Präsenz übermittelt wird. Ebenfalls gelingt eine klare Differenzierung der verwendeten Gitarren sowie der Stimme, gepaart mit einem kräftigen Bassbereich. Etwas verwundert waren  wir zunächst über den relativ geringen maximalen Lautstärkepegel, den uns der der A5 bei der Bluetooth-Wiedergabe bietet, liegt dieser doch deutlich unter der Performance, die wir bei der CD-Wiedergabe vorliegen hatten. Aber auch dieses Problem konnten wir lösen, nachdem wir im Menü des Vollverstärkers im Punkt "Bluetooth" den maximal möglichen Pegel angehoben haben. 

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit elektronischen Klängen. Dafür haben wir "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner ausgewählt - ein Song, der so manche Elektronik und Lautsprecher in der Redaktion in die Knie gezwungen hat. Die zu Beginn des Titels erklingenden elektronisch verzerrten Effekte werden in gewohnter Manier erstklassig umgesetzt. Der darauffolgende schnelle und sehr tiefe Bass wird mit einer Wucht vermittelt, die wir so nicht erwartet hätten. Der Bassbereich wirkt staubtrocken und und zugleich präzise. Die Synthesizer-Effekte werden klar und und räumlich exakt platziert präsentiert. 

Konkurrenzvergleich

Marantz Pm 8006 Front

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Marantz PM8006: Mit über 1.500 EUR kostet der PM8006 aus dem Hause Marantz fast das Doppelte. ist er auch doppelt so gut? Was das leicht warme, detailreiche sowie angenehme Klangbild angeht, können wir dem rein analog aufgebauten PM8006 schon ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Auch das Finish ist auf hohem Level. Bemerkenswert ist aber, wie nah der Arcam Radia A5 an den viel teureren Konkurrenten hinsichtlich Klarheit und Pegelfestigkeit herankommt. Hier zeigt sich, wie technisch solide der mit digitalen & analogen Anschlüssen sowie Bluetooth ausgerüstete Arcam Vollverstärker agiert. 

Denon Pma 900hne Frontansicht1

Denon PMA-900HNE: Etwas schwierig gestaltet sich der Vergleich mit dem Denon-Vollverstärker mit Heos Streaming-Modul. Warum? Weil er im Netz für 699 EUR zu finden ist, bei anderen Händlern aber 999 EUR kostet. Demnach keine einfache Preisstruktur. Das Gerät an sich überzeugt: Elegant verarbeitet, akustisch sauber abgestimmt, flexibel einzusetzen. Der inneren Aufbau ist hochwertig und stimmig. Bezüglich der akustischen Auflösung liegt der Arcamm vorne,  bei der Ausstattung hat der PMA-900HNE die Nase vorn. 

Nad C700 Front Seitlich

NAD C700: Der sehr kompakte NAD Vollverstärker kommt auf 1.499 EUR und fällt optisch mit dem großen (Nicht Touch) Display auf der Front auf. Ein sehr flexibles BluOS-Modul ist integriert, die Anschlussauswahl ist praxisgerecht und umfasst auch ein HDMI-Terminal. Klanglich agiert der C700 solide und klar, bei hohem Pegel mobilisiert der A5 noch etwas mehr Kraft.

Arcam A25 Frontansicht

Arcam Radia A25: Natürlich ist dieser Vergleich etwas unfair, kostet der A25 doch locker das Doppelte vom A5. Aber die geschmeidigen, feinfühligen, zugleich äußerst kraftvollen Class G-Endstufen sind den Kaufpreis von 1.799 EUR locker Wert. So ähnlich sich A5 und A25 optisch auch sehen, akustisch zieht der A25 seine ganz eigenen Bahnen und stellt auch manchen Konkurrenz-Verstärker der > 2.000 EUR-Liga gnadenlos kalt. 

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