XXL-SPECIAL: Alles über den Buchardt Audio I150 Stereovollverstärker

Der Buchardt Audio I150 ist ein mit High-Tech bis an den Rand gefüllter Stereovollverstärker, den Bestandskunden (Besitzer von Buchardt Audio S300/S400-Lautsprechern) sogar 500 EUR günstiger bekommen: 2.000 EUR wechseln den Besitzer. Wer keins dieser Buchardt Audio-Produkte sein eigen nennt, bezahlt 2.500 EUR. Eine Stange Geld - für die man allerdings auch einiges bekommt.

Overview

Zeitlos & elegant

Fernbedienung

An Kraft mangelt es dem I150 definitiv nicht. Satte 300 Watt pro Kanal (4 Ohm, 2 Kanäle) stehen im Datenblatt. Mehr als genug, auch für größere Hörraume ab 25 bis 30 Quadratmeter. Wichtiges Feature des optisch progressiv, zugleich elegant & schlicht auftretenden Gerätes ist das Buchardt Einmesssystem plus Equalizer, welches wir auch aus dem Stereo-Hub kennen. Der Stereo-Hub ist Bestandteil der Buchardt Audio Aktivlautsprecher-Systeme A500 und A700. Einzeln kostet er 700, in Verbindung mit einem Paar aktiver Lautsprecher 250 EUR. Zurück zum I150, der auch über Bluetooth 5.0 inklusive aptX verfügt und verschiedene analoge und digitale Eingänge mitbringt. Wir stellen den flach bauenden Vollverstärker nun in allen Einzelheiten vor. 

Gehörrichtige Basswiedergabe (LLE)

Die gehörrichtige Basswiedergabe basiert auf einem Effekt, der aus der Forschung bekannt ist: Der vom menschlchen Ohr wahrgenommene Frequenzgang ist nicht nur vom Frequenzgang des Lautsprechers abhängig, sondern ebenfalls von der Lautstärke, die aktuell anliegt. Heißt: Bei geringem Pegel erscheint die Basswiedergabe sehr zurückhaltend, was zu einer unausgewogenen akustischen Gesamtbalance führt. Erhöht man die Lautstärke, gewinnt der Bass mehr klangliche Anteile, und die Akustik tritt homogener und stimmiger auf.

Elegante Optik

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Der Buchardt Audio I150 ist durch ausgeklügelte Schaltungen in der Lage, diesen störenden Effekt zu kompensieren - denn z.B. am Abend kann man nicht mehr so laut hören, möchte aber trotzdem noch einen präsenten, runden Bass genießen. Die "Gehörrichtige Basswiedergabe" kann in 20 Stufen feinfühlig justiert und auf den eigenen Hörgeschmack angepasst werden. Schon bei geringem Pegel tritt der Bass dann fundiert und präsent auf.

Innenleben

Layout im Detail

Verkabelung

Hypex NCore® Verstärkertechnik

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen digitale Class D-Verstärker zwar extrem leistugnsfähig und pegelfest, von der akustischen Auslegung aber synthetisch und emotionsarm waren. Hypex NCore® soll nun für neue akustische Höhenflüge bei digitalen Endstufenkonzepten sorgen. Klarheit, Auflösung und vor allem auch die Muskalität, früher ein großes Problem, werden auf ein neues Niveau gehoben, verspricht man. Erste Klangeindrücke lassen vermuten, dass diese Aussage ins Schwarze trifft. Gleichzeitig bleiben alle Vorzüge digitaler Endstufen vollständig erhalten: Durch den geringeren Kühlbedarf müssen keine riesigen Kühlrippen installiert werden, das Gerät kann angenehm kompakt gehalten werden. Dass digitale Verstärker weniger Kühlung benötigen, liegt daran, dass im Verlauf des Verstärkungsprozesses weniger Verlustwärme entsteht. Das heißt: Mehr echte Leistung, weniger Erhitzung. Spezielle Vorzüge des NCore® Prinzips sind eine optimierte Lastunabhängigkkeit, äußerst geringe Verzerrungen und eine niedriger liegende Ausgangsimpedanz.

ESS ES9028PRO DA-Wandler der Premium-Klasse

Die Wandlung des digitalen Signals in ein analoges Signal ist ein Prozess, bei dem viel schief laufen und die Klangqualität spürbar negativ beeinflusst werden kann. Daher ist es sehr wichtig, dass ein präzise arbeitender D/A-Wandler bei einem Stereovollverstärker mit digitalen Eingängen verbaut wird. Bei Buchardt Audio hat man sich entschlossen, die Signalkonvertierung einem echten Experten zu überlassen:Ein SABRE-DAC von ESS, der ES9028PRO, kommt zum Einsatz und garantiert eine extrem präzise Rekonstruktion des analogen Signals während des Prozesses der Wandlung.  

Analoge Lautstärkeregelung

Mit analoger Lautstärkeregelung

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Die Lautstärkeregelung des I150 erfolgt klassisch nach dem analogen Prinzip. Dafür gibt es mehrere Gründe, aber vor allem bedeutet es, dass der Dynamikbereich trotz der ansonsten verbauten digitalen Technologie nicht verringert wird. Weiterhin ist die analoge Lautstärkeregelungsschaltung die perfekte Ergänzung zu NCore®-Class-D-Verstärkern, da diese in der Ausgangsstufe ein analoges Klangbild erzeugen. Die Technik kombiniert somit das beste aus beiden Welten - die Leistung und Kontrolle der NCore®-Class-D Technologie und das feinfühlige, höchst exakte Klangbild des ES9028PRO DAC zusammen mit der analogen Lautstärkeregelung.

Separate Netzteile für die analoge und die digitale Sektion

Gut erkennbar: Der große Ringkerntransformator für die analoge Sektion

Das Netzteildesign des I150 fällt äußerst innvativ aus - stets im Dienste eines reinen Klangbilds. Alle Signalpfade, die sich im analogen Bereich befinden, werden von einem großzügig dimensionierten Ringkerntrafo versorgt. Dies hat zur Folge, dass die analogen Signale inklusive der DA-Wandler-Schaltung weder durch Rauschen noch durch Schalten gestört werden. Akustisch heißt das, dass ein maximaler Signal-Rauschabstand von 121 dB erreicht wird. Der digitale Sektion ist komplett vom analogen Teil getrennt und wird durch ein eigenes Netzteil versorgt. Diese vollständige Trennung steht für höchste Impulstreue und extrem geringes Rauschen.

Advanced EQ

Der Advanced EQ besitzt eine enorme Präzision und einen großen Funktionsumfang, damit man Verstärker und Lautsprecher exakt aufeinander anpassen kann. Trotz allem ist das System über die App sehr komfortabel steuerbar. Da der DSP zudem nur im digitalen Signalpfad eingreift, verrichtet er seine Arbeit vollkommen verlustfrei und ist aus qualitativer Perspektive nicht mit einfachen Lösungen zu vergleichen.

Bluetooth 5.0 inkl. aptX HD

Der i150 ist auch mit Bluetooth 5.0 inklusive dem Standard Qualcomm aptx-HD ausgestattet. Der I150 unterstützt zudem den AAC Codec, was für die Besitzer von iOS-Devices erfreulich ist. 

Anschlüsse

Rückseite komplett

Rückseite "im Einsatz"

Die Anschlussbestückung umfasst an Audio-Eingängen 1 x Cinch, 1 x Digital-Koaxial, 2 x Digital-Optisch, 1 x USB-B (für den Anschluss an PC/Notebook und die Verwendung des I150 als "externe Soundkarte"). An Audio-Ausgängen sind gleich zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgänge vorhanden, zudem 1 x Cinch/Stereo-Pre-Out.

Buchardt Audio Einmessystem 

Der umgebende Raum spielt bekanntermaßen eine große Rolle für den Klang von Lautsprechern. Dabei machen sich in Hörräumen und Heimkinos insbesondere Raummoden und Reflexionen mit ihrem gewaltigen Einfluss auf den Klang bemerkbar. Um diese Einflüsse zu kompensieren und somit den Klang zu optimieren beinhaltet der I150 das speziell konzipierte Buchardt Einmesssystem. Diese Einmessung kann innerhalb von wenigen Minuten durchgeführt werden und verbessert das Klangerlebnis nochmals deutlich.

Für den I150 steht das bereits in der Einführung angesprochene Buchardt Einmesssystem für eine Anpassung an den konkreten Hörraum zuhause zur Verfügung. Aktueller Wermutstropfen: Für die Einmessung ist ein iPhone (ab Version 6) erforderlich, da die Streuung der Mikrofonqualität bei Android-Geräten zu groß ist, so die ursprüngliche Bekanntgabe von Buchardt Audio. Mittlerweile aber ist der Stand der Dinge so, dass auch ein Einmessung für Android-Smartdevices kommen wird, vermutlich spätestens Ende Februar. Derzeit gilt noch: Wer kein iPhone 6 oder höher besitzt, kann sich vielleicht im Freundes- und Bekanntenkreis eines ausleihen - die Einmessung muss nur ein einziges Mal durchgeführt werden, solange danach keine erheblichen Änderungen am Raum durchgeführt werden. 

Wie wir damals im Test der A500 plus Stereo-Hub feststellten, erscheint die Messung zunächst gegenüber anderen Methoden etwas unkonventionell, da das Mikrofon im Raum umherwandert, anstatt, wie sonst bei derartigen Systemen üblich, auf der eigentlichen Hörposition fest platziert zu sein. Die Lautsprecher geben für eine Minute Testtöne aus, während man das iPhone durch den Hörraum trägt. Man sollte grundsätzlich einen Abstand von etwa 1,5 Metern einhalten und sich nicht zwischen das Mikro und die Lautsprecher stellen. Die Messung kann nach 30 Sekunden vorzeitig abgeschlossen werden, wenn der Raum nicht größer ist. In der App auf dem iPhone wird dann die ermittelte Kurve angezeigt, und zusätzlich die vorgenommenen Anpassungen. Jederzeit kann man die Messung wiederholen und die vorgenommenen EQ-Anpassungen aktiv schalten oder deaktivieren. Wir haben uns für unsere Messungen keinen leichten Raum ausgesucht, dennoch war das System in der Lage, Raummoden effektiv auszugleichen. Dadurch, dass man selbst per einfachem Knopfdruck zwischen EQ aktiv und EQ inaktiv hin- und herschalten kann, lassen sich die Resultate auch sehr gut vergleichen.

App-Screenshots

Übersicht

Gehörrichtige Basswiedergabe, in 20 Stufen einstellbar

Lautsprechereinstellungen

Ermittelte Room EQ-Kurve

Viel Ausstattung beim EQ

Akustik

Kompakte Abmessungen treffen auf kraftvolle Akustik

Homogen, rund, enorm kraftvoll, und immer souverän: So lässt sich der I150 bei ersten kurzen Eindrücken am besten beschreiben. Er folgt der klanglichen Auslegung von A500 und A700, was alles andere als ein Fehler ist. Klar werden vokale Konturen umrissen, Stimmen werden auf einer authentischen virtuellen Bühne präsentiert. Das gesamte Geschehen wirkt ungemein plastisch und mit einer realistischen Räumlichkeit versehen. Dank der großzügigen Leistungsreserven darf es auch gern lauter zugehen. Der trockene, präzise strukturierte Bass nimmt auch bei höherem Pegel nicht ab, sondern bleibt qualitativ auf enorm hohem Level. Das Auflösungsvermögen im Hochtonbereich prädesteniert den I150 auch für anspruchsvolle Musik in vorzüglicher Aufnahmequalität. Beeibdruckend ist auch, wie nahtlos die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen verlaufen. Ideal arbeitet der I150 mit der Buchardt Audio S400 oder der neuen zweiten Generation des innovativen Regallautsprechers zusammen. 

Fazit mit unserer Einschätzung

Der Buchardt Audio I150 hat das Zeug, dem Establishment richtig einzuheizen. Optisch und technisch geht er seinen eigenen Weg. Elegant und minimalistisch gestaltet, macht er sich auch im modernen Wohnambiente bestens. Die extrem starken Endstufen agieren impulstreu, der gesamte Klang ist durch ausgezeichnete Räumlichkeit und hohe, angenehm vorgetragene Klarheit gekennzeichnet. Das Einmess- und Room EQ System arbeitet effektiv, und bis spätestens Ende Februar soll es nicht nur für iOS-Devices, sondern auch für Android-basierte Smartphones verfügbar sein. Mit umfangreicher Anschlussbestückung und Highend-DAC von ESS setzt der Vollverstärker weitere Glanzpunkte. 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: HiFiPilot
Datum: 26. Januar 2022

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