TEST: Gold Note Kopfhörerverstärker/Vorverstärker/DAC HP-10 Deluxe mit externem Netzteil PSU-10 EVO

Klang

Wir haben zum Test den neutral ausgelegten beyerdynamic DT-1990 PRO Studiokopfhörer verwendet. Als Streamer kommt der Cambridge Audio CXN100 zum Einsatz.

Beyerdynamic Dt 1990 Pro Side 2

DT 1990 PRO

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht2

CXN100

Wir starten mit "Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy). Direkt ab Beginn sind wir fasziniert von der klanglichen Reinheit, die auch akustische Feinheiten perfekt berücksichtigt. Gerade dann, wenn das zugegebenermaßen teure externe Netzteil zusätzlich verwendet wird, erscheint der Klang enorm reich an Konturen und weist eine enorme Plastizität auf. Klar, bereits mit der eingebauten Stromversorgung präsentiert sich der HP-10 als äußerst klangstarker Kopfhörerverstärker. Doch mit dem zusätzlichen "Reinheits-Boost" durchs PSU-10 EVO gewinnt der Klang, gerade auch beim Klavier und dessen Anschlagdynamik herauszuhören, weiter an Kontur und an Raffinesse. Aber, wir können beruhigen: Auch derjenige, der sich die gut 1.300 EUR Aufpreis fürs externe Netzteil spart, wird sehr glücklich sein. Wem es weniger ums Geld angeht, der kauft es dazu und freut sich über den zusätzlichen akustischen Gewinn.

Es folgt der mit dem 007-Titelsong "For Your Eyes Only" von Sheena Eeaston. Das Gold Note-Team begeistert beim durchaus älteren Quellmaterial mit einer absolut grandiosen vokalen Dynamik und spielt zudem überaus homogen. Hier stört nichts den unverfälschten, zugleich sehr angenehmen Hörgenuss. Wir hören hier gerne lauter und freuen uns auch über die ehrliche Räumlichkeit, die vom beyerdynamic DT 1990 PRO aufgrund seiner offenen Bauweise übermittelt wird. Feine akustische Strukturen werden auch bei diesem Titel wieder mit dem nötigen Gefühl übertragen. Im Bassbereich schätzen wir die Fähigkeit unseres Test-Systems, ein präzises, allzeit spürbares, aber nie überzogenes Fundament bereitzustellen.

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Als dritten Titel verwenden wir "Nothing Else Matters" in der Version aus dem Film "Jungle Cruise" (Metallica & James Newton Howard) Wir lieben dieses Stück aus mehreren Gründen. Zum einen ist die Aufnahmequalität wirklich gut, zum zweiten ist der Titel einfach genial, und zum dritten sind die Dynamiksprünge krass und haben schon erfahtenes Equipment dazu veranlasst, bei höherem Grundpegel die weiße Flagge zu hissen. Davon ist bei unserer Kette aber rein gar nichts zu spüren. Der eher ruhige, aber vielschichtig-subtile Anfang kommt überragend klar und fein heraus, als es dann ums Management der sehr deutlichen dynamischen Sprünge geht, ist der HP-10 mit einer unglaublichen Schnelligkeit und einer absolut stimmigen Balance sofort zur Stelle. Man hört viel lauter, als es fürs Gehör gut ist, weil der Klang auch bei enormem Pegel immer noch rein und kraftvoll ist, ohne jeden störenden Unterton. 

Fahren wir mit "Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) fort. Wieder ist es dieses enorm kräftige, klare Fundament, das uns sofort abholt. Der Bass ist ungemein gut strukturiert, zugleich hat er eine enorme Kraft. Trotzdem wird Tills Trompete sehr gefühlvoll erfasst, auch kleine dynamische Differenzen kommen impulstreu und rein heraus. Dieses Feine, zugleich aber unverhohlen Kraftvolle macht die beiden Goldnote-Komponenten aus - hier sind wir wahrhaftig fasziniert, auch wenn die Preisklasse natürlich schon relativ weit oben angesiedelt ist. Andererseits, es gibt noch sehr viel teurere Kopfhörerverstärker, denen es nicht gelingt, diesen schlichtweg schönen, authentischen und feinsinnigen Klang zu gernerieren, dem wir bei "Till Tomorrow" lauschen dürfen. 

Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" beginnen mit dem Frühling, und hier hören wir ins erste Allegro. Die enorme Spielfreude der Musiker wird sehr schön getroffen, und fabelhaft ist, wie glasklar, zugleich aber nie zu metallisch oder scharf die Streicher in den Soli herausmodelliert werden. Die orchestralen Einsätze kommen mit der nötigen Dynamik absolut impulstreu zur Geltung. Die unterschiedlichen musikalischen Ebenen lassen sich sehr gut voneinander abgrenzen und sind bis in die hintersten Ecken des Orchesters exakt ausgeleuchtet. Das ganze Orchester agiert trotz dieses Differenzierungsvermögens stets als nahtlose Einheit, sodass man sich immer inmitten der Musik wähnt.

Legen wir nach mit der Ouvertüre zu "Figaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart. Klassik liegt den italienischen Hochleistungskomponenten definitiv, denn hier notieren wir schon wieder eine überragende Vorstellung. Gerade dann, wenn das gante Orchester aktiv wird, beeindrucken uns die Gold Note-Devices mit ihrer nachdrücklichen, außergewöhnlich fundierten, exakten und klaren Wiedergabe. Hier kann man tief in der Ouvertüre versinken, nichts uns niemand hindert am exzellenten Musikgenuss. Facetten werden nicht nur impulstreu verarbeitet, sondern kommen darüber hinaus mit hoher Plastizität zur Geltung. 

Nun sind wir gespannt, wie gut sich der HP-10 und das externe Netzteil bei "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann, schlagen. Hier drehen wir die Lautstärke sehr gerne auf, da das gesamte, imposante Spektrum von Jonas' vokaler Präsenz mit einer schier unerschütterlichen Souveränität umgesetzt wird, die wir via Kopfhörer bislang nur selten hören konnten. Genau ausbalanciert, sehr akkurat durchmodelliert, und stets bereit, die im Stück enthaltenen Emotionen, auch beim Chorgesang, ungefiltert weiterzugeben, erleben wir "live" eine weitere beeindruckende Performance der beiden italienischen Klang-Spezialisten.

Wie sieht es bei "Viva Per Lei" von Andrea Bocelli und Geogia aus? Hier fesselt uns wieder die direkte, gradlinige Intensität, mit der unser Gehör angesteuert wird. Ganz gleich, ob Andrea oder ob Georgia singt: Hier passt jede vokale Kontur, hier passt das klangliche Gesamtkonzept, immer ist alles sehr ausgewogen, aber zugleich von einer feinnervigen, echten Dynamik geprägt. Die hervorragende Räumllichkeit ist ebenfalls ein weiteres Mal zu nennen, hier vergisst man gern Raum & Zeit, weil man inmitten des Songs auf jede Facette achtet und dabei in der Musik versinkt. 

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Von ganz anderem Schlag ist der Trance-Klassiker "Universal Nation" von Push. Hier muss sich das Gold Note-System plötzlich mit völlig anderen akustischen Gegebenheiten auseinander setzen, was allerdings extrem gut gelingt. Der harte Bass sitzt perfekt, er wird auch bei hoher Lautstärke nie weich, sondern bleibt punktgenau, und die durch den Raum schwirrenden akustischen, elektronischen Effekte gibt unser Test-Duo mit unglaublicher Wendigkeit wieder. Das hat zur Folge, dass man in jeder Sekunde des Titels sämtliche Strukturen klar sowie deutlich nachvollziehen kann, und so ein Maximum an klanglicher Excellenz wahrnehmen darf. 

Es wird hart, und zwar mit der Disturbed Coverversion des Genesis-Klassikers "Land Of Confusion". Doch Berührungsängste gibt es keine. Das liegt natürlich auch am relativ günstigen, zugleich vortrefflichen beyerdynamic DT 1990 PRO, der an diesem genialen Italy-Duo endlich einmal zeigen kann, was an Heilbronner Klangkultur in ihm stecken. Seine enorm belastbaren  Treiber werden mit einem reinen, sehr realistisch aufgebauten Signal erstklassig versorgt, und so ertönen die E-Gitarren fetzig und mit Verve, der Gesant hat genau die richtige Portion Aggressibität und die Räumlichkeit ist erneut dicht und sauber aufgebaut. 

Weiter gehen unsere Testreihen. Nun setzen wir den Gold Note HP-10 Deluxe und das zugehörige Netzteil als Vorverstärker ein. Das Ganze betreiben wir an einer NAD C298 Endstufe und den Top-Lautsprechern Dali Rubikore 8. Wie schlägt sich der Italiener in seiner neue Rolle?

Nad C298 Front Seitlich

NAD C298

Dali Rubikore 8 Front Ohne Abdeckung

Dali Rubikore 8

Hier starten wir vehement, und zwar mit "Always The Sun" (Extended Mix) von CJ Stone, Rocco und Quiz. Das Ergebnis wird umgehend ein Erfolg, denn dieses Homogene, Souveräne und Klare behält der HP-10 Deluxe auch dann bei, wenn wir ihn als Vorverstärker integrieren. Der Bass hat Kontur und Nachdruck, all das wird von der NAD C298 dann sehr ansprechend umgesetzt. Das zeigt uns, dass der HP-10 Deluxe mit wirklich jedem musikalischen Material extrem gut zurechtkommt und seine gekonnte Abstimmung stets für Leistungen auf Top-Level sorgt. 

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Es wird legendär, und zwar mit der 2011er Remaster-Variante des Queen-Evergreens "Radio Gaga". Wieder typisch für den HP-10 Deluxe - er bleibt äußerst kontrolliert, verliert nie den Überblick, während die NAD C298 auch bei deftigem Pegel mit unverändertem Nachdruck hinlangen kann - auch, was diese relativ preisgünstige Endstufe hier abzieht, verdient höchsten Respekt. Wir müssen aber direkt hinzufügen, dass sie beinahe noch nie so gut in Form war wie an diesem Gold Note HP-10 Deluxe, einfach grandios, wie sauber der Bass übertragen wird und wie charismatisch Freddies Stimme im Testraum erklingt. Alles hat Struktur und die Räumlichkeit ist gleichermaßen weitläufig wie von exakter Kontur bestimmt. 

Nun schalten wir einige Gänge zurück und lauschen Diana Kralls Klassiker "The Look Of Love".Auch hier sticht wieder die ungemein runde, stimmige Auslegung der Gold Note-Komponenten hervor. Viel Charisma liegt in der Stimme, alles wirkt sehr akkurat ausbalanciert, ohne dass es jemals langweilig zu werden droht. Durch diese sehr schlüssige tonale Auslegung kann man richtig laut hören und sozusagen "mitfiebern" beim Titel. Sehr schön werden zudem die Instrimente aufbereitet, ohne Dianas vokale Präsenz aus dem Fokus zu verlieren. Sehr sanft, sehr sensibel kommen auch kleine Einzelheiten ihrer Stimme heraus. Das Klavier überzeugt uns ein weiteres Mal, die Anschlagdynamik wird gut hörbar zum Ausdruck gebracht, was auch für die Qualität der restlichen Komponenten innerhalb der Kette spricht.

Und es bleibt emotional - und schwierig. Denn der 2016er Remaster von Phil Collins "I Wish It Would Rain Down" ist im Hochtonbereich schon sehr dominant. Hier hören wir nicht selten nur noch Verzerrungen und Laute, die nur noch entfernt an eine saubere Wiedergabe erinnern. Ganz verbergen kann auch unsere aktuelle Test-Kombination diese Schwächen nicht. Aber alles hält sich definitiv in Grenzen, und die Auflösung ist über den gesamten Frequenzbereich richtig gut. Auch Phils Stimme weist allzeit klar erkennbare Strukturen auf, zudem ist der Dynamikumfang bei der vokalen und bei der instrumentalen Präsenz sehr umfangreich. Das kraftvolle, räumlich dichte Fundament tut sein Übriges, um auch hier wieder ein Traumergebnis für die harmonisch und sauber abgestimmte Gold Note-Kombi aus Kopfhörerverstärker/DAC/Vorstufe und dem aufwändigen Netzteil zu erzielen.

Fazit 

Gold Note Hp 10 Psu 10 Evo Gruppenbild1

Man sagt den Italienern gern nach, dass sie perfekt ein emotionales Design und weitere Tugenden beherrschen, die direkt das "Core" treffen. Eine gewisse Nachlässigkeit, so möchte es der Volksmund wissen, bei anderen Eigenschaften ist ebenfalls typisch für Produkte "made in Italy". Wir runzeln hier nur die Stirn - denn unsere Kombination aus dem Gold Note HP-10 Deluxe und dem PSU-10 EVO Netzteil trifft, typisch italienisch, zwar mitten ins Herz durch die mitreißende Akustik und sieht auch auf spezielle Weise edel aus - aber nüchtern-technisch betrachtet wird hier ebenfalls ganz großes Kino geboten. Erstklassige Anpassungsmöglichkeiten, enorme akustische Präzision, echte, authentische Räumlichkeit: Man kann hier nur gratulieren. Der flexibel einzusetzende HP-10 Deluxe wird zudem in Kooperation mit dem PSU-10 EVO klanglich nochmals stabiler und reiner. Und, Hand aufs Herz: Vergleichen mit ähnlich leistungsstarken Konkurrenzprodukten, geht sogar der Preis von Kopfhörerverstärker/DAC/Vorstufe und dem externen Hochleistung-Netzteil völlig in Ordnung. 

Weltklasse-Kombination aus Kopfhörerverstärker/DAC/Vorstufe und externem Netzteil - akustisch 100 Prozent superb
Referenz 2024
Kopfhörerverstärker + externes Netzteil Luxusklasse
Test 02. Juli 2025

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. Juli 2025

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