XXL-TEST: Streaming-Vorverstärker NAD C658 und Stereo-Endstufe C298

It's "Stereo-Time": Von NAD haben wir eine sehr attraktive Stereo-Kombination zum Test erhalten. Daher nehmen wir uns in diesem Test den BluOS Streaming Vorverstärker C658 sowie der digitalen Stereo-Endstufe C298 an.

Die beiden Testgeräte sind ausschließlich in einem schwarz-mattem Finish erhältlich und fügen sich durch ihr schlichtes Design harmonisch in die Hörraumumgebung ein.

Der NAD C 658 Vorverstärker ist mit zahlreichen optischen und koaxialen Digital- sowie analogen Hochpegel-Eingängen ausgestattet und kann dank des integrierten Bluetooth-Moduls nicht nur Musikstreams vom Smartphone oder Tablet in höchster aptX HD-Qualität entgegen nehmen, sondern sendet diese auch weiter an andere Bluetooth Empfänger, z.B. einen kabellosen Kopfhörer. Über BluOS verbindet sich der C 658 des Weiteren mit dem heimischen LAN- oder WLAN-Netzwerk sowie Online-Streaming-Diensten oder Internetradiostationen und weiteren im Netzwerk angemeldeten BluOS Playern oder Musikservern. Zusätzlich stehen auf der Rückseite des Vorverstärkers zwei MDC-Steckplätze zur Verfügung, um beispielsweise Module für den Anschluss von HDMI-A/V-Quellen aufzunehmen. Und damit das Stereosystem stets optimal klingt, stimmt die integrierte Dirac Live Raumkorrektur die Klangparameter des C 658 präzise auf die Akustik des Hörraums ab. Erhältlich ist der NAD C 658 für 1699 EUR.

Die digitale Stereo-Endstufe NAD C 298 besitzt die Purifi Eigentakt -Verstärkertechnologie. Dahinter verbirgt sich ein dänisches Technologieunternehmen, das sich ein hohes Ziel gesetzt hat: Einen absolut ausgewogenen digitalen Verstärker zu entwickeln. Messtechnisch, so wird versprochen, sind die Intermodulationsverzerrungen außergewöhnlich gering. Auch  der für einen reinen Klang so wichtige extrem niedrige Klirrfaktor ist über den gesamten Frequenzgang gegeben: Nur 0,005 Prozent. Das Eigenrauschen fällt ebenfalls überdurchschnittlich gering aus. Dass im Ausgangsfilter des Verstärkers ein sogenannter Memory-Effekt auftritt, genannt Hysterese, war die Grunderkenntis. Dieses unschöne Phänomen beeinträchtigt den Klang negativ, daher gab es bei klassischen digitalen Verstärkern immer gewisse Einschränkungen, die gerade anspruchsvolle und erfahrene Hörer sehr störten.

Durch eine spezielle Überarbeitung der Ausgangsstufe und mit Hilfe der cleveren Algorithmen der Eigentakt-Technologie gelang es Purifi, diese Hysterese-Effekte erheblich zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil der Eigentakt-Endstufen ist, dass sie absolut unempfindlich auf wechselnde Lautsprecherlasten reagieren. Ihre extrem niedrige Ausgangsimpedanz führt zudem zu einem sehr hohen Dämpfungsfaktor, was sich in einer absolut sauberen und kontrollierten Basswiedergabe äußert. In der Praxis heißt dies, dass auch impedanzkritische Lautsprecher ohne Schwierigkeiten und vollumfänglich betrieben werden können. Die digitale Stereo-Endstufe ist für 1999 EUR im Handel erhältlich. Gehen wir nun noch näher auf die beiden HiFi-Bausteine ein.

NAD C 658 BluOS Streaming-Vorverstärker

Wir beginnen mit dem NAD C 658 BluOS Streaming-Vorverstärker, der, wie eingangs erwähnt, ausschließlich in einer schwarzen Variante verfügbar ist. Dabei ist die Frontplatte in einem matten Finish gehalten und ist so unempfindlich z.B. gegen Fingerabdrücke.

Da beim C 658 die Bluesound-Technologie Verwendung findet, kann der Vorverstärker in ein vorhandenes Heimnetzwerk dank LAN-Anschluss oder auch mittels Dualband-WLAN integriert werden und eröffnet dem Nutzer somit die verschiedenste Onlinemusikdienste wie z.B. Amazon Music, Deezer, Napster, Tidal, Tunern und viele mehr. Da der C 658 zudem noch über ein integriertes Bluetooth Modul verfügt, kann auch darüber hinauas eine besonders einfach verstellbare Verbindung mit dem Smartdevice hergestellt werden. Wer Besitzer eines Apple iPhones, iPads oder Macbooks ist, kann sich bei der NAD Komponente ebenfalls freuen, da auch eine Wiedergabe mit Airplay 2 möglich ist.

Ebenfalls integriert ist Dirac Live, eine hoch entwickelte Raumkorrektur, deren  Grundfunktion die Einmessung eines Audiosystems in Abhängigkeit der Akustik des Hörraums ist. Neben der Anpassung bestimmter Frequenzen verwendet Dirac Live verschiedene Algorithmen, um auch das Impulsverhalten der abgespielten Audiosignale zu analysieren. Dadurch werden mögliche Abweichungen zwischen den im Originalsignal enthaltenen Impulsen und ihrer Wiedergabe korrigiert, so dass die Wiedergabe laut NAD natürlicher und räumlicher klingt. Dirac Live ist aber auf dem C 658 in einer Light-Version integriert, die nur die besonders problematischen tiefen Frequenzen bis 500 Hz bearbeitet. Ein Upgrade auf die Vollversion ist jederzeit möglich.

Volume-Regler und Taster für die Eingangswahl in der Detailansicht

Rechts an der Gerätefront wurde der Lautstärkeregler angebracht. Dieser besitzt keine Rasterung und ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Haptisch zeigt sich dieser leider nicht von seiner besten Seite und bei unserem Testgerät bewegt sich dieser etwas unrund. Links neben dem Lautstärkeregler befinden sich die Taster zum durchschalten der Eingänge.

Display des C 658

Mittig in die Gerätefront wurde ein Display integriert, das mehrzeilig über den gewählten Eingang und auch über die aktuelle Wiedergabe informiert. Das Display ist wie üblich in der Preisklasse, sehr gut ablesbar. Wir würden uns allerdings hier über ein Farbdisplay freuen, vielleicht sogar mit Cover-Anzeige bei der Wiedergabe. Eon solches verbaut NAD in zahlreichen Komponenten übrigens.

Weitere Bedienelemente an der Gerätefront


Auf der linken Seite der Gerätefront wurde der Power-Button sowie ein zentrales Steuerelement untergebracht. Durch Betätigen der nach unten zeigenden Pfeiltasten wird das Menü des C 658 aufgerufen. Im Menü des NAD-Vorverstärkers kann der Nutzer die Tone-Control ein- oder ausschalten oder auch prüfen, ob für den C 658 ein Update verfügbar ist. Mit den beiden Pfeiltasten links und rechts kann zum vorhergehenden oder nachfolgenden Titel gesprungen werden. Die Taster weisen allesamt einen sehr guten Druckpunkt auf. Ein Kopfhöreranschluss wurde ebenfalls in die Frontplatte des C 658 integriert. 

Die Rückseite des C 658

Die Rückseite des C 658 zeigt sich sehr solide verarbeitet und gut mit Terminals bestückt. Die Anschlüsse sitzen alle fest und auf der linken Seite sind die MDC Einschubschächte. Durch die Modular Design Construction kann der C 658 z.B. mit eibem Modul mit HDMI Anschlüssen ausgestattet werden. Das MDC HDM-2 HDMI ist bei NAD für 329 EUR erhältlich und besitzt drei HDMI Eingänge und einen HDMI Ausgang und schleift natürlich auch 4K Signale durch. Rechts neben den MDC-Schächten sitzen der LAN-Anschluss, zwei optische Digitaleingänge, der USB 2.0 Anschluss sowie der Service-Port. Danach folgen zwei koaxiale Digitaleingänge, zwei analoge Hochpegel-Eingänge sowie der Phono MM Eingang. Mittels der symmetrische XLR-Ausgänge haben wir den Vorverstärker mit dem Verstärker C 298 verbunden. Des Weiteren hält der NAD-Vorverstärker noch zwei Subwoofer Ausgänge parat. Um eine stabile WLAN und Bluetooth Verbindung zu gewährleisten, verfügt der C 658 über eine WiFi- sowie eine separate Bluetooth-Antenne auf der Rückseite.

Anschlußsektion 1

Anschlußsektion 2

Anschlußsektion 3

Anschlußsektion 4

WiFi- und Bluetooth Antenne

System-Fernbedienung

Die SR 9 Fernbedienung steuert die wichtigsten Funktionen des C 658 sowie andere NAD-Stereo-Receiver, integrierte Verstärker und Vorverstärker. Sie verfügt über zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten zur Fernbedienung von NAD-CD-Players, AM/FM-Tuners und AM/FM/DAB-Tuners. Die Fernbedienung macht einen soliden Eindruck, auch wenn sie nicht gerade klein ausfällt. Die Taster von der Remote erfüllen wir ihren Bestimmungszweck, könnte aber etwas präziser vom Druckpunkt her sein. 

Innenleben

Innenleben in der Übersicht

Nachdem wir den massiven Gehäusedeckel entfernt haben, präsentiert sich das Innenleben des NAD Vorverstärkers von seiner sauber gegliederten Seite. 

Innenleben im Detail 1

Innenleben im Detail 2

Standfüsse des NAD C 658

Insgesamt erfreut uns die Vorstufe mit einer reichhaltigen Ausstattung, einer umfangreichen Anschlussbestückung und dem praktischen teilmodularen Aufbau. Die Verarbeitung ist gut bis sehr gut, setzt aber keine Highlights.

Dirac 

Mikrofon für die Dirac Einmessung

Wie wir bereits erwähnt haben, verfügt der C 658 über Dirac Live zur Raumeinmessung. Dafür liefert NAD ein externes Mikrofon sowie einen Adapter mit. Wir haben von der Dirac App, die für iOS und Android erhältlich ist, wieder einige Screenshots erstellt:

Anmeldemöglichkeit in der Dirac App

Unser Testproband, der NAD C 658, wird sofort von der App erkannt

In der App muss nun die Beschaffenheit des Hörplatzes ausgewählt werden

Wir wählen die Einzelsitzposition als Hörplatz aus

Das Mikrofon sollte nun auf Kopfhöhe ausgerichtet sein 

Nun muss die Messposition bestimmt werden

Adapter für den Anschluss des Einmessmikrofons direkt an den C 658

Insgesamt, so urteilen wir, ist Dirac schon nicht schlecht, sind die räumlichen Gegenbenheiten ungünstig. Allerdings, so finden wir, ist der Klang, wenn man in einem akustisch einigermaßen normalen Hörraum den NAD-Komponenten lauscht, auch ohne den Dirac-Einsatz schon sehr ausgewogen, zudem, so erscheint es uns, agiert die NAD-Kombination ohne Dirac etwas spritziger im Hochtonbereich. 

BluOS App

Um den NAD C 658 und das BluOS-Modul mit dem Smartdevice zu bedienen, muss die BluOs App auf das Smartphone geladen werden. Dies haben wir natürlich getan und auch einige Screenshots davon erstellt:

Die App in der Übersicht und unser Testkandidat wird sofort als Player erkannt

Unser C 658

Vorgehensweise, wenn der Player nicht automatisch erkannt werden sollte

Die Einstellmöglichkeiten unseres C 658 in der Übersicht

Dirac Einstellungen sowie Lautsprecherkonfiguration

Internetradio via Tuneln

Die Spotify Wiedergabe erfolgt wie üblich, direkt über die Spotify App

Insgesamt funktioniert das BluOS-Modul anstandslos, ebenso die Steuerung der Vorstufe über die App. Prima an BluOS ist nach wie vor die Tatsache, dass auch MQA-Dateien verarbeitet werden können. Heos und MusicCast zum Beispiel  könnenn das bis heute nicht. 

NAD C 298 Stereo-Endstufe

In diesem Abschnitt möchten wir uns die NAD Stereo-Endstufe C 298 genauer ansehen. In der Einführung haben wir genauer erläutert, dass die C 298 die Purifi Eigentakt-Verstärkertechnologie besitzt, und was diese bewirkt. Leistungstechnisch ist die C 298 auf jeden Fall bestens gerüstet und liefert eine Dauerleistung von 2 x 340 Watt (an 4 Ohm) und bis zu 2 x 570 Watt Impulsleistung (an 2 Ohm). Statt klassischer Netzteile und Class-AB-Verstärkung setzt NAD bei vielen aktuellen Verstärkern nur noch auf Schaltnetzteile und Class-D-Endstufen. Diese Bauart arbeitet über eine große Bandbreite sehr linear und bietet eine gleichmäßige Leistung an alle Lautsprecherlasten, was einen deutlichen Fortschritt gegenüber früheren Techniken darstellt - verspricht der Hersteller.

Bedienelement des C 298 an der Front und Status LED

NAD Logo an der Front

Die Rückseite der NAD C 298

Widmen wir uns nun der Rückseite der NAD C 298. So befinden sich dort Schraubterminals für die Lautsprecher, die allerdings dem üblichen Standard entsprechen und nicht enorm hochwertig ausfallen. Die Vorstufe C 658 haben wir an die symmetrischen XLR-Eingänge angeschlossen. Alternativ lassen sich die beiden Komponenten aber auch durch die Cinch-Anschlüsse miteinander verbinden. Zusätzlich verfügt die C 298 über regelbare Eingangspegel.

Die Schraubterminals in der Detailansicht

Die XLR-Eingänge und die Cinch-Anschlüsse in der Übersicht

Hier gut zu sehen, der regelbare Eingangspegel sowie der Hochpegelausgang zum Durchschleifen des Audiosignals an weitere Endstufen

Das Innenleben der NAD Stereo-Endstufe C 298

Auch die Stereo-Endstufe besitzt einen massiven Gehäusedeckel. Entfernt man diesen, wird der Blick auf die inneren Werte der C 298 frei. Die Endstufe bietet beeindruckende Leistungsdaten und einen soliden Aufbau. 

Elkos in der Übersicht

Weitere Detailaufnahme der Elektronik

Platinenlayout

Mit solider Verarbeitung und beachtlichen Leistungswerten hinterlässt die Endstufe einen sehr guten Eindruck.

Klang

Wir verwenden für den Test die Canton Vento 886.2 DC

In diesem Abschnitt kümmern wir uns nun um die klanglichen Eigenschaften der NAD-Komponenten. Wir beginnen unsere Hörsession mit dem Ausnahmekünstler Myles Kennedy und seiner Band Alter Bridge und spielen dem Vorverstärker den Titel "Blackbird" zu. Das Gitarrensolo zu Beginn ertönt sehr detailreich, auch, als dann die Stimme einsetzt, bleibt der Detailreichtum in vollem Umfang enthalten. Beachtlich ist, wie fein die Konturen der Stimme nachgezeichnet werden. Das luftig-räumliche Gefühl der Darbietung gefällt uns ebenfalls ausgezeichnet. Als dann ein enormer Dynamiksprung erfolgt, lässt die Endstufe ihr Leistungsvermögen spielen und agiert kraftvoll und impulstreu. Die sehr gradlinige Auslegung der beiden NAD-Bausteine sorgt dafür, dass der Gesamteindruck sehr authentisch und natürlich ausfällt. Unschön harsche Töne sind selbst bei hohen Lautstärken kaum herauszuhören. Die gesamte, bei diesem Titel durchaus komplexe Dynamik kommt immer ohne jeden Zweifel an der Glaubwürdigkeit heraus. 

Und weiter geht es mit dem herausfordernden Titel "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper zu. Direkt am Anfang sticht heraus, wie gefühlvoll die akustische Gitarre präsentiert wird. Ferner gefällt auf Anhieb die sehr gute Stimmwiedergabe bei Bradley Cooper: Sehr charismatisch, feinfühlig, sauber durchhörbar. Der gerade anfangs ruhige, aber emotional tiefgehende Titel, der später dann durch das einsetzende Klavier und Lady Gaga Stimme an Dynamik gewinnt, fordert Lautsprecher und natürlich auch die Eletronikkomponenten. Auch bei diesem Titel gefallen uns die Komponenten aus dem Hause NAD hervorragend. Lady Gagas Stimme, auch als sie mit mehr Vehemenz singt, wird exzellent präsentiert - hier löst sich der Klang plastisch von den Boxen und verteilt sich mit sensibler Ausprägung im Hörraum. Erstaunt sind wir auch, was die beiden NAD-Geräte für einen Bass gerade bei diesem langsamen Titel abliefern. Wuchtig, klar, präzise, genau auf den Punkt. Das ist ohne Abstriche hervorragend. 

Gefühlvoll geht es weiter in unseren Klangtestreihen. Als nächstes uns den Titel "Tears in Heaven" von Eric Clapton wiedergeben. Und wiederum begeistern uns C 658 und C 298 mit einer sehr detailreichen, gefühlvollen Präsentation. Der emotionale Tiefgang ist sehr ausgeprägt, sodass es leicht fällt, sich voll auf den Titel einzulassen. Die über den gesamten Frequenzgang vorhandene Harmonie ist immens, der ganze Song wird auf der einen Seite in vielen Details, auf der anderen Seite als homogenes Ganzes wahrgenommen. Immer wieder punktet die NAD-Kombi mit der herausragenden Wiedergabe der akustischen Gitarre, sogar das Anzupfen der Saiten hört man heraus. Dass Erics Stimme mit sehr viel Substanz und Feingefühl in den Hörraum getragen wird, ist sehr schön, noch besser ist es, dass sich diese gekonnte Auslegung auch bei hohem Pegel nicht im Geringsten ändert. Da muss man schon extrem übertreiben, um die C 298 an die Grenzen zu bekommen - was im normalen Praxisbetrieb selbst im 30 Quadratmeter messenden Hörraum kaum vorkommen dürfte.

Es folgt "I will remember" von Toto. Das Spektrum von der verwendeten Instrumente ist bei diesem Titel sehr breit gefächert. So finden hier verschiedene Gitarren, ein Klavier, verschiedene Streichinstrumente, eine Bassgitarre, ein Schlagzeug sowie ein Synthesizer Verwendung. Der Titel startet mit kräftigen Drums und nach ein paar Sekunden erklingt zunächst ein Chor und anschließend die Stimme einzeln. Der Titel kommt gefühlvoll und  präzise zum Hörer und besitzt zusätzlich einiges an Durchschlagkraft. Wir sind begeistert, was die beiden NAD-Elektronikkomponenten uns hier darbieten: Wir werden uns an diese Wiedergabe erinnern, denn die Mischung aus enormer Souveränität und geschmeidiger, feiner Wiedergabe, stets absolut authentisch, bringen viele Punkte aufs NAD-Konto. 

Unsere Klangtestreihen schließen wir nun mit "The Business" von Tiesto. Auch hier begeistern uns die NAD-Geräte mit einer tollen Stimmwiedergabe: Neutral, klar, detailreich, ehrlich und direkt. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, sind wir erstaunt, was nun im Testraum geschieht: Die immense Kraft des C 298 Endverstärkers sorgt für eine herausragende Dynamik und eine überragende Pegelfestigkeit. Gelassen werden härteste Punches im Bassbereich serviert. Immer genau auf den Punkt, kein "Wabern" oder "Nachschwingen". Natürlich braucht man auch entsprechend geeignete Lautsprecher, das möchten wir der Vollständigkeit halber natürlich noch erwähnen.

Insgesamt begeistert uns die NAD Kombination mit ihrer enorm hoch liegenden Souveränität. Pegelfest und kräftig agieren auch andere Kontrahenten, aber dieses komplett Leichte, Gelassene macht schon einen enormen Reiz aus. Tonal immer authentisch, nie störend, nie zu schrill, nie zu warm, erfüllt das "NAD-Team" aus C 298 und C 658 hohe Ansprüche. Zur digitalen Endstufe des C 298 Endverstärkers sei noch angemerkt, dass das leicht Synthetische, etwas Unnatürliche, das sich für anspruchsvolle Hörer als problematisch bei digitalen Endstufen erwies, komplett fehlt. 

Konkurrenzvergleich

Elac Alchemy Stereoverstärker DPA-2 plus Vorverstärker/Streamer DDP-2 : Die ersten beiden Kontrahenten im Konkurrenzvergleich kommen aus dem Hause Elac. Die beiden Alchemy Geräte punkteten im Test ebenfalls mit einer herausragenden Akustik. Optisch sehr schlicht, gibt es kein Einmesssystem und weniger umfangreiche Multimedia-Eigenschaften. Den Mehrpreis von rund 500 EUR rechtfertigen die Alchemy Komponenten mit noch mehr dichter Räumlichkeit und etwas mehr Finesse bei der Einarbeitung hochfrequenter Details. 

Mit einer sensationell hochwertigen Verarbeitung und viele liebevollen Details schlalter sich der rein analoge Stereovollverstärker Yamaha A-S2200 zu. Er klingt schlichtweg schön, sehr facettenreich, amtosphärisch sehr dicht. Ohne jede digitale Anschlusssektion und ohne Streaming wendet sich der Verstärker im Retro-Design klar an Vinylfans und die Liebhaber eines absolut unverfälschten, puristischen Gesamtkonzepts.

Der Cambridge Audio Edge A kommt mittlerweile auf satte 5.999 EUR UVP. Der beispielhaft verarbeitete Stereovollverstärker ist ungemein leistungsfähig, agiert zeitgleich aber extrem geschmeidig und mit viel Feinsinn. Hier handelt es sich schon um ein High End-Gerät, das wird an vielen Details deutlich. Seine bis ins allerkleinste Detail hochwertige Konstruktion, die grandiose Materialqualität und der First Class-Aufbau innen rechtfertigen den ehemaligen Kaufpreis von 5.000 EUR voll und ganz, für aktuell 5.999 EUR aber finden wir das Preis-/Leistungsverhältnis noch gut, aber nicht mehr exzellent. 

Fazit

Für rund 3.700 EUR kann uns die NAD-Kombination gerade akustisch überzeugen. Extrem souverän, authentisch und direkt spielen C 298 Endstufe und C 658 Vorverstärker auf. Durch die neutrale, homogene akustische Auslegung kann man viele Lautsprecher mit den NAD-Komponenten verbinden. Die Stereovorstufe ist überdies sehr üppig ausgestattet. Das Dirac Live Einmesssystem in der Basisversion sowie ein BluOS-Modul für flexibles Streaming sind mit an Bord. Der teilmodulare Aufbau der Vorstufe ist ebenfalls positiv hervorzuheben. So kann man z.B. ein HDMI-Board gegen Aufpreis hinzukaufen. Die C 298 mit den superben digitalen Endstufen zimmert ein Statement von Kraft und Nachdruck bei gleichzeitig überwältigender Kontrolle in den Hörraum. Verarbeitung und Materialqualität der Komponenten sind gut, aber nicht exzellent. 

Souveräne, authentische Akustik, üppige Ausstattung und ein sehr fairer Kaufpreis kennzeichnen NAD C 658 und NAD C 298Vor-Endstufenkombinationen Oberklasse
Test 07. Mai 2021

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 07. Mai 2021 

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