TEST: Panasonic ALL Connected Wireless Speaker SC-ALL2 – WiFi plus Bluetooth für 199 EUR

Panasonic SC-ALL2 Front Seitlich1

 „ALL Connected“ – von der Soundbar bis zum Micro HiFi System“, das ist das Panasonic-Motto zu den ALL-Systemen für Wireless Audio Multiroom-Beschallung. Mittels der Panasonic Music Stream App lassen sich diese Systeme steuern, darüber erfolgt der Zugriff auf die Musikquelle – mit vielfältigen Möglichkeiten wie z.B. Zugriff auf Musik, die auf PCs und Servern im Heimnetzwerk lagert, Musik vom Smartphone/Tablet oder aber Zugriff auf Musikdienste wie Spotify. Qualcomm AllPlay Radio oder AUPEO!. Wir beschäftigen uns in diesem Test mit dem kleinsten derzeit erhältlichen ALL Wireless-Lautsprecher, dem in silberner oder schwarzer Version lieferbaren SC-ALL2 für 199 EUR. Optisch tritt der kleine Lautsprecher recht dezent auf, fast das gesamte Gehäuse ist mit grauem Stoff bezogen, oben sind die Touch-Bedienelemente, beleuchtet und auf Metallic-grauem Grund. 

Panasonic SC-ALL2 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente in Touch-Form

Panasonic SC-ALL2 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Panasonic SC-ALL2 Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Vorteilhaft ist die sehr schnelle Einbindung ins Netzwerk, so kann man dies direkt über das Smartphone/Tablet machen (in den Netzwerkeinstellungen von Smartphone oder Tablet taucht der SC-ALL2 Lautsprecher auf, anschließend kommt dann die Verbindung mit dem Heimnetzwerk, indem nur noch das WLAN-Passwort eingegeben wird, anschließend ist der SC-ALL2 mit dem Heimnetzwerk verbunden), oder aber durch „Push Button WPS“ verbindet man den Lautsprecher (Drücken des „Net“ Touchscreen-Buttons oben auf dem Lautsprecher, Drücken der entsprechenden Taste am WPS-fähigen Router) flott mit dem Heimnetzwerk. Alternativ hält der SC-ALL2 auch noch die Möglichkeit der Bluetooth-Datenübertragung bereit. Zugrunde liegt die Qualcomm AllPlay-Basis, auf die Panasonic bei allen ALL-Komponenten setzt. Man kann den Lautsprecher natürlich zu einem Multiroom-System, auch mit allen anderen ALL-Komponenten, erweitern, auch die Erweiterung zu einem Surround-System ist möglich. 

Schauen wir uns kurz die App an, die man für iOS- oder Android-Devices herunterladen kann. Grafisch ist sie recht schlicht, wir wünschten uns eine noch etwas hochwertigere Optik. Es ist möglich, Lautsprecher z.B. auch für die Stereowiedergabe zu gruppieren. Es fehlt ein grafischer EQ, auch vorprogrammierte DSP-Modi gibt es nicht. Nur die „Clear Voice Dialog“ Funktion für besonders gute Stimmverständlichkeit. Man kann dem Lautsprecher über „Gerätenamen bearbeiten“ auch einen speziellen Namen zuweisen. Ebenfalls kann man verschiedene Alarme einstellen. Wir vermissen, wie in den meisten Apps, eine Angabe über Samplingrate, Bit-Tiefe und Dateiformat des gerade laufenden Stücks. Zudem könnte Panasonic durchaus noch mehr Musikdienste einbinden. Immerhin sind nicht gleich alle automatisch vorhanden, sondern der Anwender kann wählen, welche er verwenden möchte. 

Panasonic Music Streaming App 1

Lautsprecher-Gruppierung, man kann auch 2 Lautsprecher für die Stereo-Wiedergabe gruppieren 

Panasonic Music Streaming App 2

Lautsprecher-Auswahl 

Panasonic Music Streaming App 5

Man kann bestimmen, welche Musikdienste man einsetzen möchte. Das Angebot an Musikdiensten ist derzeit nicht das größte 

Panasonic Music Streaming App 6

 Wahl der Musikquelle 

Panasonic Music Streaming App 8

Wiedergabe von Musik vom Server 

Panasonic Music Streaming App 9

Wiedergabe eines Titels 

Panasonic Music Streaming App 10

Weitere Einstellungen 

Panasonic Music Streaming App 11

Kein EQ, nur Bass- und Höhenregelung. Keine vorprogrammierten DSPs

Panasonic Music Streaming App 12

Alarm-Einstellungen 

Panasonic Music Streaming App 13

 Clear Mode-Dialog

Der SC-ALL2 hat 40 Watt RMS-Gesamtausgangsleistung und gibt über WLAN/AllPlay die Formate MP3, AAC, WAV, FLAC und ALAC wieder. Ein 8 cm Langhub-Breitbänder ist als verbautes Lautsprecher-Chassis für die Wiedergabe zuständig. Durchschnittlich verbraucht der SC-ALL2 bei normalem Gebrauch 12 Watt, im Standby-Betrieb sind es 0,3 Watt. Es finden sich sechs benutzerdefinierte Tasten für die Internet Radio-Lieblingsstationen auf der Oberseite des Lautsprechers. Des Weiteren kann man verschiedene Alarme über die Timer-Funktion eingeben. Der Lautsprecher wiegt 1,5 kg und ist 120 mm breit, 180 mm hoch und 135 mm tief. Somit ist er sehr kompakt und kann nahezu überall Aufstellung beziehen. Leider ist kein Akku eingebaut bzw. es gibt kein Akkupack, das zusätzlich befestigt werden kann, denn aufgrund der kompakten Abmessungen hätte man den SC-ALL2 auch für den transportablen Einsatz verwenden können, was die Verwendungsmöglichkeiten noch erweitert hätte.

Was leistet der SC-ALL2 klanglich? Hier haben wir nicht besonders viel erwartet, denn ein recht einfach gestrickter Breitbänder ist, wie schon weiter oben erwähnt, für die Wiedergabe zuständig. Wir wagen uns trotzdem an HiRes-Material heran und starten mit „Diamante“ (FLAC, 96/24)von Snadra und Tony Alessi. Man kann keinesfalls Wunder bezüglich Transparenz und Brillanz erwarten, das sollte klar sein – wem das bewusst ist, der wird aber seine Freude am umproblematischen SC-ALL2 haben. Er gibt das Stück harmonisch und durchaus fundiert, mit guter Dynamik wieder. Die männliche und auch die weibliche Stimme sind gut ins tonale Gesamtgefüge integriert und weisen sogar Anflüge einer charismatischen Darstellung auf.

Panasonic Music Streaming App 7

HiRes-FLAC-Wiedergabe, hier in 48 kHz/24-Bit

„Superstar“ von Diana Kralls Album „Wallflower Deluxe“ (48/24, FLAC) kommt gut heraus, wenn gleich es dem instrumentalen Anfang etwas an Durchhörbarkeit fehlt. Als dann aber Diana ihre Stimme erhebt, sind wir erstaunt, wie homogen sich ihre Stimme im Raum ausbreitet. Der kleine Wireless-Lautsprecher spielt überraschend couragiert und gibt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es hier mit einer ärmlichen Audio-Lösung zu tun zu haben. Der Klang ist voll, im Bassbereich sind nicht nur Anstrengungen bemerkbar, sondern in beachtlichem Umfang zu hören. Insgesamt gibt es, so unsere bisherigen Eindrücke, teurere Wireless Audio-Speaker, die dem SC-ALL2 nicht das Wasser reichen können.

Sogar 192 kHz/24-Bit FLAC-Dateien gibt der SC-ALL2 wieder, wie „Heart Of Oak“ des legendären Mark Knopfler beweist – und die Wiedergabequalität ist alles andere als schlecht. Die kritische akustische Gitarre wird erstaunlich filigran präsentiert. Sicherlich – dem Musikkenner fehlt es etwas an Kontur und einer klaren Differenzierung der verschiedenen musikalischen Ebenen, aber für 199 EUR (!) verdient die Leistung des SC-ALL2 tatsächlich Respekt. Vor allem ist der Klang, auch bei „Laughs and Jokes and Drinks and Smokes“, sehr ausgewogen und angenehm. So kann man den SC-ALL2 den ganzen Tag auch als „Hintergrundbeschallung“ laufen lassen, sein Klang stört nie, ist aber trotzdem nicht langweilig oder gar fade. 

Direkt vom iPhone 6 Plus wird nun „Moonraker“ aus dem gleichnamigen James Bond-Film vom SC-ALL2 präsentiert. Der emotionale Song kommt sicherlich nicht in allen Facetten heraus, wenn man ihn vom kompakten Aktivlautsprecher wiedergeben lässt, aber das Ergebnis kann sich sozusagen „hören“ lassen: Schwungvoll, mit Verve, macht es sogar Freude, den Titel relativ laut spielen zu lassen. Die Stimme Shirleys wird direkt, ungefiltert wiedergegeben, nicht, wie sonst oft gehört, wie mit einem leichten Schleier.

Als nächstens geben wir den 007-Titelsong „A View T A Kill“ , wie auch „Moonraker“ in AAC, vom Smartphone wieder Und auch dieses Stück gibt der SC-ALL2 lebendig und klar wieder. Dass die versprochenen 40 Watt RMS nicht nur auf dem bekanntermaßen geduldigen Papier, sondern auch in der Praxis vorhanden sind, verdeutlicht uns der kleine Lautsprecher sofort: Dynamik ist vorhanden, gewisser Nachdruck ebenfalls, und die erzielbaren Pegel sind erstaunlich hoch. Wir bleiben  bei 007, überspringen nur ein paar Jahre und landen bei „Skyfall“ von Adele. Auch hier gibt es keinen Anlass zur Kritik. Selbst das Klavier kommt natürlich heraus, der Aufbau des Stückes wird vom SC-ALL2 gut dargestellt. Die Stimme Adeles wirkt relativ natürlich, die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt überzeugend. 

Panasonic Music Streaming App 4

Spotify Connect-Wiedergabe 

Panasonic Music Streaming App 3

 Sofort wird der ALL2 erkannt

Wir lauschen Spotify Connect, genauer gesagt „Dreamer Trance“ von Mediteria im Mix von General Base. Mit Schwung und gutem Bassbereich geht es voran, die Wiedergabe erfolgt souverän und klar. Hoch liegt die Störungssicherheit, es kommt zu keinen Unterbrechungen. Das haben wir schon zuvor festgestellt, nie wurde der laufende Song, auch keinn HiRes-File, im Betrieb unterbrochen. Kurze Ladezeiten bei allen Titeln, problemloser Wechsel zwischen Quellen (z.B. Home Server und Spotify) sind weitere Panasonic-Vorzüge. Der Trance-Track nun klingt richtig gut, die erzielbaren Pegel sind nicht grandios hoch, aber als tadellos einzustufen und gehen über das hinaus, was man als „Zimmerlautstärke“ einstufen kann.

Das gilt auch für „Back Again“ von General Base. Dieser Trance-/Eurodance-Track zeigt erneut, dass der SC-ALL2 durchaus ernstere Ambitionen im Bassbereich hat, der Bass weist sogar eine gewisse Härte auf. „Shwo Me Clours“ von Masterboy ertönt auch dynamisch und mit gewissem Nachdruck. Was SC-ALL2 kann, beweist uns der aktive Wireless-Lautsprecher auch bei Armin Van Buurens „Game Of Thrones Theme“: Dynamisch,  lebendig, gleichzeitig angenehm, mit solider räumlicher Wirkung – ideal ist dieser Lautsprecher fürs Home Office, das Studentenappartement oder die Ferienwohnung. Nicht nur Grundansprüche werden befriedigt, sondern deutlich mehr: Es wird echter Musikgenuss geboten, und das für 199 EUR und bei Tracks, die alles andere als geschaffen sind für einen derartigen Lautsprecher. 

Konkurrenzvergleich:

Von HEOS by Denon kommt der HEOS 1, der 249 EUR und der per Go-Pack (99 EUR extra) auch für den Akkubetrieb „fit“ gemacht werden kann. Der solide verarbeitete, formschöne Lautsprecher ist in weißer oder schwarzer Version verfügbar. Im Inneren arbeitet ein echtes Zweiwege-Lautsprechersystem, hier wurde also mehr Aufwand betrieben als beim SC-ALL2, in dem ein einzelner Breitbandlautsprecher die Wiedergabe übernimmt. Gleich zwei digitale Class D-Verstärker arbeiten im HEOS 1, also ein Verstärkerzug für jedes Chassis. Die Inbetriebnahme des HEOS 1 ist recht einfach, aber nicht ganz so unkompliziert wie beim SC-ALL2. Insgesamt ein harter Kampf, der Denon rechtfertigt den um 50 EUR höheren Preis durch das aufwändigere 2-Wege-Lautsprechersystem und die bessere Feindynamik. Zudem kann man optional einen – allerdings teuren – Akkupack dazubestellen. Panasonics SC-ALL2 verbucht Vorteile durch die extrem schnelle Erstinstallation, den günstigeren Preis und dem im Bassbereich ebenbürtigen Sound. Bluetooth hat der Panasonic serienmäßig, der Denon nur, wenn man das Go-Pack dazubestellt. Auch hier also Vorteil Panasonic. Übrigens – weder HEOS noch Panasonic bieten eine grafischen EQ und/oder vorprogrammierte DSPs. Panasonic hat hier nur „Clear Voice“ im Angebot. 

Raumfeld by Teufel schickt den One S für 250 EUR ins Rennen, der von allen Komponenten hier den aufwändigsten Aufbau besitzt. 50 Watt werden von einem Class-D-Bi-Amping-Verstärker bereit gestellt. So etwas ähnliches findet man auch beim HEOS 1. Aber Teufel bringt zusätzlich zu den aktiv angetriebenen 2-Wege-Lautsprechern noch 2 x 95 mm Passiv-Basstreiber, die das Bassvolumen erweitern und verbessern. Der Klang ist im Hochtonbereich sehr gut, hier spielt Raumfeld One S überraschend differenziert und lebendig auf. Im Bassbereich bietet der Raumfeld S die beste Präzision, gibt aber nicht so viel Gas wie Panasonic und Denon. Wer anspruchsvolle Musik schätzt, ist mit dem authentischen Raumfeld by Teufel One S besonders gut bedient. Leider gibt es auch optional keinen Akkupack, und Bluetooth fehlt. 

Die tolle Dose aus Dänemark – oder auch Clint Freya WiFI/DLNA-Aktivlautsprecher. Es gibt alternativ „Freya“ auch als BT-Edition, aber leider keine Variante, die WiFi/Netzwerk und Bluetooth miteinander vereint. 180 EUR sind für die dänische Box zu berappen, dafür gibt es schickes Design sowie gute Material- und Verarbeitungsqualität. Hinsichtlich der App (einfacher, nicht so betriebssicher) und der Ersteinrichtung (nicht ganz so zügig wie bei SC-ALL2) sind kleinere Abstriche zu machen, auch bei der Wiedergabe im Bassbereich, die schlanker ausfällt als insbesondere bei HEOS und Panasonic. Der klare Klang überzeugt hingegen ebenso wie die Möglichkeit des Akku-Betriebes. 

Von der Saturn/Mediamarkt-Eigenmarke PEAQ kommt der in weißer oder schwarzer Variante lieferbare PEAQ PMN300 MuNet Smart. Mit lediglich 2 x 10 Watt Leistung muss sich der gut verarbeitete, formal schlichte Wireless-Audio-Multiroom-Speaker in diesem illustren Teilnehmerfeld zusammen mit Clint-Alternative hinten anstellen. Top – für nur 169 EUR liefert PEAQ sogar Bluetooth mit. Die Einbindung ins Heimnetzwerk beantprucht mehr Zeit als bei der ALL-Lösung, die ganze App erscheint etwas schlichter und nicht ganz so funktional. Akustisch ist der PMN300 MuNet Smart nicht ganz so pegelfest, sein Klang aber kann durchaus als recht klar und angenehm bezeichnet werden. 

Fazit

Panasonic SC-ALL2 Front Seitlich2

Gut gemacht, Panasonic – der SC-ALL2 bietet hervorragende Eigenschaften bei Netzwerkeinbindung, Bedienung und Akustik. Überdies ist der preiswerte Wireless-Multiroom-Audio-Lautsprecher auch noch gut verarbeitet. HiRes-Audio wird problemlos bis hoch auf 192 kHz/24-Bit wiedergegeben, die Wiedergabe ist immer souverän und unterbrechungsfrei. Die zügige Einbindung ins Heimnetzwerk ist sehr zu loben, die sechs Speichertasten für Sender des Internet Radio im Alltagsbetrieb praktisch. Bluetooth ist auch noch an Bord – ein kompromissloses, überzeugendes Gesamtpaket, das derzeit seinesgleichen sucht. Leider gibt es auch optional keinen Akkupack, was Punktabzüge bringt. Ebenso könnte das Angebot an Musikdiensten noch erweitert werden, z.B um Deezer oder Napster, tuneIn wird hingegen bereits unterstützt. Vermisst werden ein grafischer EQ und/oder vordefinierte DSP-Programme. 

Klanglich überzeugender, einfach zu handhabender und tadellos verarbeiteter Audio-Streaming-Lautsprecher
ueberragend
WiFi/Streaming-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 13. Juli 2015

+ Klanglich homogen und kräftig
+ Pegelfest für die Größe
+ Schnell im Netzwerk
+ Einfach zu handhaben
+ sauber verarbeitet
+ Bluetooth auch an Bord
+ HiRes-Audio-Wiedergabe
+ Preiswert

– Kein Akkubetrieb möglich
– Keine DSP-Programme

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Juli 2013




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