TEST: Clint Freya WiFi-/DLNA-Version – dänische Freiheit im Kompaktformat

Clint Freya Front Seitlich1

Den großen WiFi_/DLNA-Lautsprecher Clint Digital Asgard Odin hatten wir bereits im Test – nun kommt dänische WiFi-/DLNA-Freiheit im Kompaktformat: Für 250 EUR ist „Freya“ zu haben, ein runder, interessant und modern designter Wireless-Lautsprecher, der entweder per WPS (Push Button), WiFo-Sharing oder mittels PC-Web-Interface ins heimische Netzwerk eingebunden werden kann. Wir gingen den Weg mittels WPS, und innerhalb von wenigen Minuten war Freya spielfertig. Alternativ probierten wir WiFi-Sharing mittels Anschluss des iPhones aus. Wer übrigens die selbe attraktive Form und die identische hochwertige Verarbeitung bei einem Bluetooth-Speaker sucht, kann sich Freya auch in der Bluetooth-Variante für ca. 180 EUR zulegen.

Clint Freya Bedienelemente Oberseite2

Bedienelemente

Clint Freya Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse auf der Rückseite 

Clint Freya Bassreflexoeffnung

 Bassreflexöffnung

Oben auf dem zylinderförmigen Lautsprecher sind die für den Betrieb relevanten Bedienelemente, so die Play-/Pause-Taste, groß im Zentrum, darum gruppieren sich Lautstärke aufwärts oder Lautstärke abwärts und die Mute-Schaltung. An Anschlüssen finden sich ein 3,5 mm Analog-Miniklinkeneingang und ein USB-Input fürs Software-Update. Der kleine Bassreflexlautsprecher wiegt 1.560 Gramm, hat einen Durchmesser von 100 mm und ist 215 mm hoch. Maximal verbraucht der mit 7-Watt-Digital-Verstärker ausgerüstete Mini-DLNA-Aktivlautsprecher 12 Watt, im Standby-Betrieb sind es 0,5 Watt. 

Clint Freya Rueckseite Seitlich

Komplette Rückseite

Was kann Freya alles? Zunächst sind AirPlay- und DLNA-Kompatibilität zu erwähnen, des weiteren können im DLNA-Betrieb bis zu vier Lautsprecher im Party-Betrieb miteinander gekoppelt werden. Leider gibt Clint etwas sehr wichtiges nicht an – nämlich die maximal mögliche Anzahl an Lautsprechern aus der Asgard-Serie, die in einem Heimnetzwerk eingebunden werden können. Die Clint-App gibt es für Android und für iOS-Devices, nicht aber für Blackberrys und für Windows-Smartphones. Praktisch ist die fest eingebaute Lithium-Ionen-Batterie, die für maximal 6 Stunden Spielzeit steht. Noch mehr Sinn macht diese Art der Mobilität zweifelsohne bei der Bluetooth-Variante, aber schön ist sie auch beim WiFi-Speaker, den man z.B. auf dem Terrassentisch platzieren kann.

An Formanten werden MP3, LPMC, AIFF, ALAC, WMA, AAC, AAC+, FLAC, WAV und Ogg Vorbis wiedergegeben. Clint verspricht eine Darstellungsmöglichkeit für Dateien mit maximal 192 kHz Samplingfrequenz, in unseren Testreihen (FLAC-Material) war bei 48 kHz Schluss. Bittiefen von bis zu 24 Bit werden laut Clint akzeptiert, das ist laut unseren Testreihen auch korrekt. Der Wireless-Standard 802.11 b/g wird unterstützt. Natürlich kann auch derjenige, der einen WLAN 802.11 n/ac-Router hat, diesen in Verbindung mit Freya betreiben, der höhere Datendurchsatz, den der neuere Standard ermöglicht, wird allerdings nicht vom DLNA-Speaker unterstützt. 

Die App

Mittels der App wird Freya nicht nur bedient, es wird auch gezeigt, was zu tun ist, bis der DLNA Wireless-Lautsprecher betriebsfertig ist. 

Clint App 8

Grundvoraussetzung

Clint App 9

App erklärt den Bootvorgang

Clint App 10

Smartphone kann an USB-Slot aufgeladen werden

Clint App 11

Smartphone ist auch notwendig, möchte man Freya mittels „WiFi-Sharing“ ins Netzwerk einbinden

Clint App 11

Hier wird genau beschrieben, wie es geht

Clint App 12

Das ging flott – Neustart und dann wird der gewünschte Titel gleich ausgewählt

Clint App 13

Freigabe der WLAN-Einstellungen auf dem iPhone

Clint App 14

Spotify Connect ist ebenfalls verfügbar

Clint App 15

Hier werden die aktuell aktiven Lautsprecher angezeigt

Clint App 16

Einstellungsmenü

Clint App 19

Recht schlichte Klangregelung

Clint App 20

Zugriff aufs iPhone

Clint App 21

Wiedergabe

Die App ist grafisch gut gemacht und ist nicht besonders schwer hinsichtlich der Handhabung. Ab und zu aber dauert das Laden von Titeln, die abgespielt werden sollen, etwas zu lang.  

Klang

Akustisch schlägt sich Freya nicht schlecht, das gilt selbst für anspruchsvolles Material wie „L‘ Attesa“ von Andrea Bocelli. Gute Räumlichkeit und eine saubere Trennung von Stimme und Instrumenten sind hier zu loben. Die Stimme Andreas bringt natürlich nicht das Maß an Klarheit mit, das wir von ausgewachsenen Boxensystemen her kennen, aber wie gut sich die vokalen Elemente vom Freya Aktivlautsprecher lösen, ist wahrhaftig überraschend.  „Caruso“ in der Interpretation von Paul Potts kommt ebenfalls prima heraus. Sicherlich, man darf nicht die Maßstäbe ansetzen, die der Klassikliebhaber an seine Heimanlage stellt. Das dürfte sich aber von selbst verstehen. Für einen portablen, kompakten aktiven Lautsprecher jedoch zeigt Freya gekonnt Profil, und die oftmals fade, langweilige Wiedergabe, die viele „Artgenossen“ an den Tag legen, finden wir beim dänischen Kandidaten erfreulicherweise nicht.

Wir setzen fort mit dem 007-Titelsong „For Your Eyes Only“ von Sheena Easton. Nachdem wir feststellen konnten, dass Freya sehr gut mit männlichen Gesangsstimmen zurecht kommt, überprüfen wir nun, ob diese Erkenntnisse auch dann Gültigkeit haben, wenn eine Dame die Stimme erhebt. Und wir sind überzeugt von der Qualität, auch hier gibt sich Freya keine Blöße. Die Klangcharakteristik ist angenehm und ausgewogen, die Stimme „quäkt“ nicht, sondern wird mit ordentlicher Auflösung wiedergegeben. Klar dürfte sein, dass ein Lautsprecher von der Größe von Freya kein Basswunder sein kann.

Doch das, was im tiefer frequenten Bereich passiert, ist zumindest präzise und nicht verzerrt. Das ist schon eine Menge Wert. Wie wir auch schon beim großen Odin-Lautsprecher von Clint Digital feststellen durften, legen die Dänen offensichtlich großen Wert auf eine natürliche, glaubwürdige akustische Auslegung. Das spüren wir auch bei „Skyfall“ von Adele: Das Klavier direkt zu Beginn präsentiert sich in klarer, lebendiger Form, Adeles Stimme wird sehr gut eingebunden. Nur die vokale Gesamtdynamik und die vokale Brillanz, das zeigt dieser Song, sind lediglich Durchschnitt – aber irgendwo müssen größere sowie teurere Aktivlautsprecher schließlich auch ihre Daseinsberechtigung haben. Der Klang ist auch bei diesem Stück bilanzierend natürlich und besitzt ein glaubwürdiges Volumen.

Clint App 22

Spotify Connect und AirPlay werden unterstützt

Nutzen wir Spotify Connect, so versagt Freya selbst beim bassstarken Armin van Buuren-Track „Ping Pong“ nicht. Sicher ist es keine nachdrückliche Bassenergie, die freigesetzt wird, dazu fehlt es einfach an Leistungund Gehäusevolumen. Für die Terrasse oder das Home Office ist es aber absolut ausreichend, was geboten wird. Auch die maximal erzielbaren Pegel bieten keinen Anlass zur Kritik – hier kennen wir viele andere Lautsprecher, die früher „schlapp“ machen. Das denken wri uns auch bei „Eiforya“. wiederum vom niederländischen Star-DJ. Hier gefällt uns die Wiedergabe, die homogen und  in sich schlüssig ist, nochmals besser als bei „Ping Pong“.

HiRes-technisch spielten wir vom Server noch in 48 kHz/24-Bit Diana Kralls „Desperado“ zu. Hier fällt uns ein Fehler bei der Wiedergabe auf: Manchmal gibt Freya nicht direkt den angewählten Titel wieder, sondern den darauf folgenden. Erst. wenn man nochmals anwählt, funktioniert es. Die Stimme Dianas jedoch wird ausgezeichnet präsentiert, das gilt auch für das Klavier. Hier erstaunt uns, wie erwachsen und kultiviert Freya die Wiedergabe ausgestaltet. Das gilt auch für „California Dreaming“. Interessant ist, wie gut Freya auch mit sensibleren Passagen zurechtkommt, wirklich eine richtig gute Leistung. Die vokalen Konturen arbeitet der dänische DLNA-Speaker sauber heraus.

Ein paar Worte zu den Zugriffszeiten – diese könnten ab und zu kürzer ausfallen. Interessanterweise sind uns keine Unterschiede aufgefallen, ob Freya auf Musik von unserem Homoe Server oder von unserem iPhone 6 Plus zugreift. Immer musste man manchmal etwas warten, und manchmal ging es schon nach kurzer Zeit ab. Bei Spotify Connect tauchte Freya bei den Wiedergabe-Devices gleich zweimal auf, obwohl wir nur einen Lautsprecher einsetzten. Maximal werden 48 kHz/24-Bit-Aufnahmen wiedergegeben. 

Was bietet die Konkurrenz? Sehr viel schlichter und preiswerter ist der Auna Vertical W für rund 130 EUR. Fürs investierte Geld gibt es eine befriedigende Verarbeitung, einen schicken Standfuß und 50 Watt Verstärkerleistung. Der Vertical W spielt Musik vom Server sowie vom USB-Stick ab und bietet eine solide Basswiedergabe. Edler und schicker sowie aufwändiger gemacht, ist Freya aber den Mehrpreis Wert – die Zielgruppe des kompakten DLNA-Speakers dürfte allerdings eine komplett andere sein. 

Viel geboten bekommt der Käufer beim Heos by Denon 3, für 299 EUR in weißer oder schwarzer Ausführung zu haben und mit der Möglichkeit zum Stereo-Pairing, wenn man zwei Heos 3 einsetzt. Mit spritziger und lebendiger Wiedergabe, umfangreicher App und sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis offeriert Heos 3 ein rundherum gelungenes Leistungsprofil. 

Fazit

Clint Freya Front

„Coole Sound-Dose“ aus Dänemark – die zylinderförmige „Freya“ liefert eine überzeugende Leistung ab. Nur kleinere Ungereimtheiten innerhalb des Betriebes mit der schick aussehenden App sind noch auszumerzen, dann kann man eigentlich rundherum glücklich sein. Freya sieht sehr gut aus und überzeugt mit tadelloser Verarbeitungs- sowie Materialqualität. Bei unserem Testsample funktionierte die Einbindung mittels WPS-Push Button innerhalb kürzester Zeit, und die schicke Dänin – Freya ist eine weibliche nordische Gottheit – war spielbereit.  Was aus dem kompakten Aktivlautsprecher an Klang kam, erfreute uns. Natürlich, klar, lebendig und authentisch, können wir hier Tugenden aufzählen, die alles andere als selbstverständlich für eine so kleine Aktivbox sind. Selbst beim kritischen Thema Pegelfestigkeit können wir der zierlichen Göttin gute Zensuren ausstellen. Insgesamt ein stylisches, technisch gut gemachtes Produkt mit viel Potential. 

Die nordische Göttin unter den kompakten DLNA-/WiFi-Speakern – sehr attraktiv und erwachsen klingend
ausgezeichnet
DLNA-/Wireless-Speaker bis 300 EUR
Test 23. April 2015

+ Elegante Optik und hochwertige Verarbeitung
+ Kompakt
+ Akkubetrieb möglich
+ Ausgewogener, natürlicher Klang
+ Pegelfest in Anbetracht der kompakten Abmessungen

– Kleinere Detailmängel bei der App

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. April 2015




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