TEST: Raumfeld by Teufel One S – Kompakter Klang-König im WIFI-Netzwerk?

 

Teufel Raumfeld One S Front Seitlich1

Auf Kein-Raumfeld folgt Klein-Raumfeld, oder anders gesagt: Gerade für Neueinsteiger in die Raumfeld by Teufel-Welt ist der One S gedacht, der sich aufgrund eines Kaufpreises von 250 EUR auch fürs kleinere Budget eignet. In schwarzer oder weißer Variante lieferbar, lässt sich das kleine Streaming-Talent mit der Raumfeld Controller App steuern. Ganz gleich, ob Android-, Netzwerk, iOS- oder USB-Streaming, ein Netzwerkkabel braucht man nur während der recht zügig verlaufenden Erstinstallation. Zugriff auf Spotify Connect, WiMP, Napster, simfy, TuneIn, MTV Music und normales Internet Radio zeigen eindrucksvoll auf, dass sich in Bezug auf die Flexibilität erstmal ein Sparringspartner finden muss.

Ebenso gibt der One S problemlos auch High Resolution Audio Files, z.B. in 88,2 oder 96 kHz, wieder. Dass dabei auch akustisch etwas herauskommen, sorgen der 50 Watt Bi-Amping-Class D-Verstärker sowie das hochwertige 2-Wege-Koaxialtreibersystem, das von 2 x 95 mm Passiv-Basstreibern ergänzt wird. Damit man den Lautsprecher sogar in feuchten Räumen einsetzen kann, sind die Tasten gummiert. Nur 11 cm tief, 18 cm breit und 13 cm hoch, findet der One S nahezu überall Platz und kann wahlweise sogar an der Wand befestigt werden. Er wiegt 1,40 kg und verbraucht im Standby-Betrieb nur 0,6 Watt. Der darstellbare Frequenzbereich geht von 60 bis 20.000 Hz, der maximale Schalldruck liegt bei 101 dB/1m. 

Teufel Raumfeld One S Detail Front2

Status-LED

Teufel Raumfeld One S Bedienelement Front2

 Standby-Knopf

Im einzelnen gibt der solide verarbeitete, im typischen Raumfeld-Design gehaltene WLAN-Speaker ASF, MP3, WMA, WAV, AAC, FLAC, OGG und Apple Lossless wieder. Samplingraten von bis zu 192 kHz werden unterstützt – ebenso Gapless-Playback.  Die verbauten Chassis bestehen aus einem 25 mm Hochtöner aus Aluminium, einem 90 mm Tiefmitteltöner mit Polypropylenmembran und zwei passiven Alu-Tieftönern. Man kann einen One S natürlich auch ohne Raumfeld Base betreiben, als WLLAN-Standards werden 802.11 b/g/n unterstützt. 

Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, billig wirkt der One S aber nicht. Der matte Schleiflack ist sauber aufgebracht, das Stoff-Schutzgitter für die Chassis sitzt korrekt. Der ganze kleine Speaker erscheint recht hochwertig gemacht, die Spaltmaße fallen gleichmäßig und relativ gering aus. 

Teufel Raumfeld One S Rueckseite Seitlich1

One S von hinten

Wie läuft die Ersteinrichtung ab? Wir haben die entsprechenden Screenshots vorbereitet. 

Teufel Raumfeld Controller App 1

Start der Einrichtung

Teufel Raumfeld Controller App 2

Übersicht bezüglich des Einrichtungsprozesses

Teufel Raumfeld Controller App 3

Installation mit oder ohne Raumfeld Base

Teufel Raumfeld Controller App 4

Wahl der betreffenden Raumfeld-Komponente

Teufel Raumfeld Controller App 5

Während des Einrichtungsprozesses, das ist nicht besonders praktisch, muss ein Netzwerkkabel mit dem One S verbunden werden

Teufel Raumfeld Controller App 6

Einschalten des Lautsprechers, wenn auch die linke LED leuchtet, geht es weiter

Teufel Raumfeld Controller App 7

Ein kurzer Druck auf die Setup-Taste genügt, und es geht nach der Erkennung des LS weiter

Teufel Raumfeld Controller App 8

WLAN-Netzwerk erkannt

Teufel Raumfeld Controller App 9

Schritt 1 erfolgreich abgeschlossen

Teufel Raumfeld Controller App 10

Benennung der Hörzone

Teufel Raumfeld Controller App 11

Zone ist eingerichtet

Teufel Raumfeld Controller App 12

Möchte man weitere Raumfeld Devices hinzufügen, kann man das hier tun

Teufel Raumfeld Controller App 13

Möchten wir diesmal nicht, also ist auch Schritt 2 erledigt

Teufel Raumfeld Controller App 14

Nun geht es ums Hinzufügen von Musiksammlungen

Teufel Raumfeld Controller App 15

Auswahl an Servern und PCs

Teufel Raumfeld Controller App 16

Schritt 3 abgeschlossen

Teufel Raumfeld Controller App 17

Nun kann es losgehen

Insgesamt läuft der Erstinstallationsprozess recht einfach und zügig ab. Zu verbessern wäre allerdings eine Tatsache: Aktuell braucht man noch ein Netzwerkkabel für die erste Einrichtung, es wäre schön,wenn in Zukunft alles komplett „wireless“ funktionieren würde. Die App bietet im täglichen Spielbetrieb eine durchdachte und flotte Bedienung sowie zahlreiche Möglichkeiten, die wir an dieser Stelle durch entsprechende Screenshots demonstrieren.

Teufel Raumfeld Controller App 18

Hauptbildschirm mit Zugriff auf nahezu alle relevanten Funktionen

Teufel Raumfeld Controller App 19

Natürlich besteht Kompatibilität zu spotify

Teufel Raumfeld Controller App 20

Hier lassen wir die Wiedergabe von Titeln mittels Spotify Connect über den One S laufen

Teufel Raumfeld Controller App 21

Übersicht „Künstler“

Teufel Raumfeld Controller App 22

HiRes? NoRes? Oh doch – One S hat keine Berührungsängste und gibt High Resolution Audio Files in ansprechender Qualität wieder

Teufel Raumfeld Controller App 23

Optionen vor der Wiedergabe eines Titels

Teufel Raumfeld Controller App 25

Weitere Möglichkeiten

Teufel Raumfeld Controller App 26

Wiedergabe eines Titels vom Home Server

Teufel Raumfeld Controller App 27

Zuletzt gespielte Titel

Teufel Raumfeld Controller App 28

Einfaches Erstellen einer Playlist und simples Hinzufügen von Titeln

Teufel Raumfeld Controller App 31

Playlist

Teufel Raumfeld Controller App 30

Problemlos lief das Update auf die neuste Software-Version ab

Die App funktioniert zuverlässig und lässt sich nach recht kurzer Eingewöhnungszeit ohne Schwierigkeiten handhaben. Man hat vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, die man schon bald komplett überblicken kann. Praktisch ist die Integration des beliebten Spotify Connect. 

Klanglich, so dachten wir, kann man von einem doch ziemlich kleinen Aktivlautsprecher nicht wirklich viel erwarten – schließlich gibt es gewisse physikalische Gesetze, die auch Raumfeld nicht außer Kraft setzen kann. Das bewahrheitet sich auch in der Praxis – aber was innerhalb der systembedingten Grenzen geht, lotet der One S bedingungslos aus. Bei der 2009er Variante des Dance 2 Trance Klassikers „The Power Of American Natives von Markus Schulz beweist uns der Streaming-Lautsprecher, dass auch im Kleinen Großes stecken kann. Erstaunlich füllig gerät der dynamische Vorwärtsdrang, der Bass wird mit ordentlicher Präzision getroffen, und der Rhythmus des Titels kommt mit sehr guter Impulstreue heraus. Dies ist sicherlich auch Verdienst des schnell ansprechenden Koaxialchassis, das zudem optimale Gruppenlaufzeiten aufgrund des Punktschallquellen-Prinzips garantiert. 

 „Up And Away“ im 2014er Mix der Italo Brothers startet mit hartem, treffsicherem Bass auf dem One S durch. Die elektronischen Effekte, haben eine weitläufige Wirkung, die Stimme löst sich sehr gut vom Lautsprecher. Es gefällt uns sehr, wie erwachsen der One S auftritt – keinerlei akustische Ärmlichkeit ist zu kritisieren, selbst dann nicht, wenn wir mit 80 bis 85 Prozent des maximalen Pegels hören. Natürlich drückt der Kickbass nicht so sehr wie bei leistungsstarken größeren und großen Lautsprechern, aber das Ergebnis ist doch recht lebendig und sorgt für Zufriedenheit.

Mit Hires-Audiodateien, in unserem Falle FLAC 96 kHz, stellen sich keinerlei Berührungsängste ein. Diana Kralls „Stop This World“ kommt sogar in richtig guter Qualität zum erstaunten Zuhörer. Wie gut sich die Stimme Dianas vom Lautsprecher löst, hätten auch wir nicht ohne Weiteres für möglich gehalten. Zwar ist der Tiefgang aufgrund des kompakten Gehäuses dann doch beschränkt, aber ein homogener, in sich schlüssiger und vom Timing her stimmiger Sound sind durchaus Kennzeichen, die auf eine gewisse akustische Hochwertigkeit schließen lassen. Auch bei „Garden In The Rain“, ebenfalls von Diana Krall, zeigt sich der One S von seiner gefälligen Seite. Das Klavier arbeitet er gut heraus, man darf allerdings nicht erwarten, dass die Anschlagdynamik in ihrer Gänze herausgearbeitet wird. Die Temperatur stimmt relativ genau, was zur Folge hat, dass man wirklich gern zuhört – und sich bei dieser Gelegenheit auch gleich über die tadellose Stimm-/Instrumentaltrennung freut. Das Raumgefühl ist prima, hat man den Speaker nicht im Blickfeld und weiß, wie kompakt er baut, glaubt man sofort, ein deutlich größeres Device spielen zu hören. 

Beim 007-Titelsong „For Your Eyes Only“ legt sich der One S zwar ins Zeug, der Bass allerdings wirkt etwas ungelenk und hohl am Anfang. Beim ersten größeren Dynamiksprung verliert sich dieser Eindruck dann zum größten Teil. Während des gesamten Stückes erfreut die Stimmwiedergabe durch lebendigen Klang und klare Konturen. Kleinere dynamische Unterschiede ist One S in der Lage, gut herauszuarbeiten. In hinteren musikalischen Ebenen nimmt das Differenzierungsvermögen allerdings etwas ab. Es bleibt hinsichtlich der Musikauswahl „kuschelig“, denn nun steht „L’Attesa“ von Andrea Bocelli an. Die Streicher präsentieren sich mit harmonischem Klang, gleichzeitig aber ist der Hochtonbereich nicht zu muffig und bedeckt, sondern schwingt sich durchaus zu einer gepflegten Brillanz aus. Natürlich darf man hier keine Vergleiche zu echten größeren HiFi-Boxen oder auch großen Raumfeld-Speakern ziehen, aber gerade für den alltäglichen Gebrauch sind die Leistungen des One S mehr als nur ausreichend. Selbst, wenn er nicht als Hintergrundbeschallung nebenbei läuft, sondern man bewussr zuhört, kann man den Berliner Kompakt-Streamer sehr gut einsetzen. 

„You Win Again“ – den Verantwortlichen bei Raumfeld dürfte dieser BeeGees-Hit aus den 80er Jahren durchaus ein Begriff sein, denn schließlich fahren die Raumfeld-Produkte nicht eben selten hervorragende Testergebnisse ein. Und One S schickt sich an, es den größeren Brüdern nachzumachen – bei diesem Song ist der straffe und gleichzeitig überraschend kräftige Bass ebenso zu loben wie die auch bei diesem Beispiel ausgezeichnete Stimmwiedergabe. Wir gehen zügig zum Beginn der 90er Jahre und holen uns die volle Portion Disco-Fever durch „Last Train To Trancentral“ von The KLF. Hier schiebt der One S ordentlich an, wenngleich es bei wirklich beträchtlichem Pegel doch einmal zu einem leichten Anschlagen der Membranen kommen kann. Trotzdem nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis, dass der Streaming-Lautsprecher nicht nur bemüht unterwegs ist, sondern seinen Job mit Übersicht und auch durchaus mit lebendigem Nachdruck löst. 

Fazit

Teufel Raumfeld One S Front Seitlich3

Der Raumfeld One S ist ausgesprochen kompakt und enorm vielseitig. Zugriff auf zahlreiche Streamingdienste sowie auch PCs, Server und den Inhalt des Smartphones/Tablets eröffnen zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Die Erstinstallation, leider nur mit Hilfe eines Netzwerkkabels möglich, gestaltet sich recht kurz und einfach. Ist der One S erstmal im Netzwerk eingebunden, gestaltet sich der Wiedergabebetrieb komfortabel und zuverlässig. Mit lebendigem und gleichzeitig angenehmem Klang lässt er keine Zweifel an den Ambitionen von Raumfeld aufkommen, als die musikalischste aller Streaming-Marken wahrgenommen zu werden. HiRes Audio-Dateien gibt der One S problemlos wieder. Pegelfest ist der One S für seine Größe auch noch. Bilanzierend ein hervorragender Einstieg in die Raumfeld-Welt.

Kompakt und flexibel, erweist sich der One S als klangstarker Einstieg in die Raumfeld-Welt
ueberragend
Streaming-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 05. Dezember 2014

+ Kompakt und dadurch überall unterzubringen
+ Flexible Nutzungsmöglichkeiten durch zahlreiche Musikdienste
+ Problemloser Zugriff auf Inhalte von Smartphone, PCs und Home Servern
+ Sehr zuverlässiger Betrieb und recht einfache Erstinstallation
+ Runder, sauberer und lebendiger Klang
+ In schwarz und weiß lieferbar
+ Preiswert
+ Gute Verarbeitung

– Kein Bluetooth zusätzlich
– Netzwerkkabel wird zur Erstinstallation benötigt

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Dezember 2014




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