TEST: Dali Zensor Pico-5.1-Surround-Lautsprecherset mit Sub E-9 F

Dali Zensor Pico Gruppenbild

Dali präsentierte auf der High End 2015 die neue, sehr kompakte 2-Wege-Regalbox Zensor Pico für 119 EUR. Im Querformat als Center heißt der Lautsprecher dann Zensor Pico Vokal und kommt ebenfalls auf 119 EUR. Im Verbund mit dem von uns erstklassig getesteten aktiven, ebenfalls kompakten Subwoofer E-9 F tritt dieses Ensemble nun bei uns zum Test an. 1.094 EUR werden für vier Zensor Pico, einen Zensor Pico Vocal und den einzeln 499 EUR/Stück kostenden E-9 F Aktivsubwoofer fällig.  Allerdings schnürt Dali ein verheißungsvolles Paket – das ganze Zensor-Pico-Set plus der E-9 F für 999 EUR, das klingt richtig gut. Wir gehen nun der Frage nach: Was bekommt der Käufer dafür?

Dali Zensor Pico Front Seitlich2

Hübscher, schlichter und kompakter 2-Wege-Bassreflex-Regallautsprecher: Zensor Pico

Dali Zensor Pico Bassreflexrohr

Integriert ist auch eine Wandhalterung. Die Bassreflexöffnung befindet sich ebenfalls auf der Rückseite

Dali Zensor Pico Vokal Front Seitlich2

Querformatig heißt die Konstruktion Zensor Pico Vokal

Dali Sub E-9 F Front Seitlich

 Der aktive Subwoofer E-9 F konnte bei uns im Test Begeisterung wecken

Die Dali Zensor Pico bietet einen Frequenzgang von 62 Hz bis 26,5 kHz. Ein 25 mm Soft Dome-Hochtöner wird ergänzt von einem 4,5 Zoll (11,43 cm) Tief-/Mitteltöner mit der Dali-typischen Holzfasermembran. Der Wirkungsgrad ist, wie man es von relativ kompakten Konstruktionen her kennt, nicht der beste: Er liegt bei 84 dB (2,83 V/1m). Die Nennimpedanz beträgt 6 Ohm.

Dali Zensor Pico Front Seitlich1

Dali Zensor Pico mit Gitter

Dali Zensor Pico Hochtoener

Hochtöner

Dali Zensor Pico Tieftoener

Tiefmitteltöner

Dali Zensor Pico Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Dali Zensor Pico Anschluesse Rueckseite

Anschlussterminals

Dali Zensor Pico Innenleben

 Frequenzweiche

Die Bassreflexöffnung befindet sich auf der Gehäuserückseite. Nicht so gut gefallen uns die einfachen Gummi-Standfüße, die vom Anwender selbst angebracht werden müssen. Punkten kann die Zensor Pico mit den hochwertigen Single Wiring-Anschlussterminals. Bi-Wiring macht bei einer solchen Konstruktion ohnehin keinen echten Sinn. Die Verarbeitung der 230 mm hohen, 141 mm breiten und 196 mm tiefen Box macht, auch das kennen wir von Dali, einen guten Eindruck. Das Gewicht liegt pro Lautsprecher bei 3,1 kg.

Dali Zensor Pico Vokal Front Seitlich1

Dali Zensor Pico Vokal mit Schutzgitter

Dali Zensor Pico Vokal Rueckseite Seitlich

 Dali Zensor Pico Vokal von hinten

Übrigens – alles hier Gesagte gilt natürlich auch für den Centerlautsprecher Dali Zensor Pico Vokal – er ist baugleich, wird nur querformatig aufgestellt, und das Dali-Emblem auf dem Stoff-Frontgitter ist dementsprechend anders untergebracht. Bei allen Boxen ist der Stoff der Bespannung sauber auf einem Kunststoff-Gestell aufgebracht. Magnetisch wird das recht leichte Gitter nicht gehalten, sondern konventionell mittels Plastik-Zapfen. In der günstigen Preisklasse kann man an dieser Vorgehensweise aber kaum ernsthaft Kritik üben. Die in Hochglanzlackierung gehaltene Schallwand (wahlweise gibt es die Zensor Pico in Black Ash Vinyl, Light Walnut Vinyl oder White Vinyl) ist mit geringem, gleichmäßigem Spaltmaß am Korpus angebracht. Die Chassis sind mit sichtbaren Schrauben fest und solide eingepasst. 

Dali Sub E-9 F Bassreflexrohr

Frontfire-Aktivsubwoofer mit Bassreflexöffnung unten

Dali Sub E-9 F Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Der aktive Subwoofer E-9 F ist ein guter und gern gesehener – bzw. gehörter – Bekannter in der Redaktion. Er gefällt bereits optisch sehr gut, das schlichte, moderne und gleichzeitig zeitlose Design kommt ausgezeichnet an. Die Verarbeitung des Bass-Experten aus Dänemark kann auch im Detail überzeugen. Die Schallwand ist auch beim aktiven Subwoofer exakt am Korpus befestigt.

Dali Sub E-9 F Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Bedienelemente und Anschlüsse

Dali Sub E-9 F Innenleben

 Elektronik

Er stellt bei +/- 3 dB Frequenzen zwischen 37 und 200 Hz dar und erzeugt recht beachtliche 111 dB Schalldruck als Maximum. Von 40 bis 120 Hz ist die Übernahmefrequenz einstellbar. Ein Langhub-Chassis mit 9 Zoll (22,86 cm) sorgt für die akkurate Umsetzung der Energie, die von der verbauten Endstufe mit 220 Watt Maximal- und 170 Watt Dauerleistung freigesetzt wird. Neben einem Regler für die Übernahmefrequenz besitzt der 11 kg wiegende aktive Subwoofer einen Phasenumkehrschalter (0/180 Grad), eine Ein-/Ausschaltautomatik und eine Lautstärkeregelung. Der Bassreflex-Subwoofer ist 307 mm hoch, 288 mm breit und 311 mm tief und bietet nahezu kubische Abmessungen. Mono-LFE, Cinch-Stereo, das sind die auf der Rückseite zu findenden Anschlussformen. 

Klang

Dali-Lautsprecher, ganz gleich, welcher Baureihe sie entstammen, sind in unserer Redaktion stets für gepflegten und kultivierten Klang bekannt. Kann das Zensor Pico-Set diesen hohen Grundanforderungen in der Praxis gerecht werden? Wir starten nun in die Klang-Testreihen. Zu Beginn legen wir nun die Lichtmond 3 „Days Of Eternity“ Blu-ray ein und hören in DTS-HD Master Audio die ersten Tracks „Nightflight To Chronos 1 + 2“, „Feel The Spirit“ sowie „Wheel Of Time“. Auffällig ist, aber das wissen wir schon aus dem damaligen Test, wie vehement der E-9 F anschiebt. Er lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er für sein Geld einer der derzeit besten aktiven Subwoofer auf dem deutschen Markt ist. Er spielt präzise, vielschichtig und nachdrücklich auf. Aber auch die fünf Zensor Pico-Boxen legen sich mächtig ins Zeug. Die Zusammenarbeit mit dem aktiven Subwoofer funktioniert prächtig. Beim Zuhörer wird so der Eindruck einer geschlossenen, lückenlosen Klangkulisse erzeugt. Man könnte beinahe denken, vorn drei große, voluminöse Lautsprecher anstatt der kleinen Zensor Pico vorzufinden. Alle Arten von Effekten werden impulstreu eingearbeitet.. Der Hochtonbereich klingt angenehm frei, ohne schrill oder zu dominant zu erscheinen. Sehr gut gefällt uns das Auflösungsvermögen, sehr deutlich wird dies bei „Wheel Of Time“: Hier kann die Zensor Pico deutlich teureren Lautsprechern problemlos das Wasser reichen. Sie stellt alle Instrumente und auch die Stimmen überraschend kultiviert dar und empfiehlt sich mit dieser Leistung auch für versierte Mehrkanal-Musikliebhaber, die ihr Budget immer im Blick haben.

Bei „Canto Della Terra“, einem wunderschönen Duett, das Andrea Bocelli mit Sarah Brightman singt, beweisen uns die Dali-Lautsprecher bei der PCM 5.1 Tonspur erneut ihr Gespür fürs Feine: Sarahs Stimme wird facettenreich herausgearbeitet, und die Trennung zu den instrumentalen Anteilen wird sauber vorgenommen. Das Auflösungsvermögen und das Management der Dynamiksprünge überzeugen uns hier restlos. Für ein doch relativ preiswertes 5.1 System leisten die Dali-Komponenten hier zweifelsfrei Großes. Vor allem kommt nie ein ärmlicher, unvollkommener Eindruck auf. Immer wird ein solides Fundament offeriert, auf dem sich das gesamte musikalische Aroma erstaunlich frei entfalten kann. Auch das Klavier kommt gut heraus, wenngleich man die Anschlagdynamik der Tasten im Detail natürlich noch etwas klarer heraushören könnte. Aber man darf nicht vergessen: Hier testen wir ein knapp 1.100 EUR Lautsprechersystem und nicht ein Ensemble der Liga oberhalb von 5.000 EUR – und selbst da kann man eine optimale Performance noch lange nicht erwarten.

Richtig gut kommt das Dali-Set auch mit dem a-ha Klassiker „The Sun Will Always Shine On TV“ zurecht. Der Track liegt in DTS-HD MA vor und ist auf der Blu-ray abgelegt, die das legendäre Abschlusskonzert der norwegischen Pop-Gruppe 2010 in Oslo beinhaltet. Dass es ein Live-Konzert ist, verdeutlicht das Dali-Ensemble auch durch die gelungene Einarbeitung der Beifallsbekundungen des Publikums. Der Aufbau des Stückes an sich gelingt glaubwürdig: Lebendig und kraftvoll machen sich die Dali-Speaker daran, eine intensive, atmosphärisch mitreißende Klang-Atmosphäre zu erzeugen. Das einzige, was auffällt: Die Stimme von Morten Harket wird überragend wiedergegeben, wenn parallel sich nicht alle Instrumente ins Zeug legen. Wenn gerade das komplette Schlagwerk gleichzeitig aktiv ist, wird die Stimme etwas in den Hintergrund gedrängt. Man merkt eines: So gut die Dali Zensor Pico Vokal auch in Anbetracht ihrer sehr kompakten Abmessungen ist – die Physik überlisten können auch die Dali-Techniker nicht. Gerade bei vielen gleichzeitig stattfindenden akustischen Ereignissen und bei höherem Pegel ist der Center an der Grenze zur Unterdimensionierung. Wer alles richtig machen möchte, kauft sich anstatt dem Zensor Pico Vokal den großen Zensor Vokal Center. Die vier Zensor Pico für Front und Surround wirken hingegen nie deplatziert. Und der große Zensor Vokal Center ist mit 279 EUR auch absolut bezahlbar. In unserem damaligen Test überzeugte der Vokal Center durch die Bank. 

Nun geht es „richtig zur Sache“: Auf der zweiten BD des Doppel-Disc-Sets „Tiesto – Elements Of Life, Copenhagen“ ist der Track „Back In Your Head“ enthalten. Und hier ist es erst einmal wieder der E-9 F, der ordentlich Gas gibt: Üppiges Fundament, sehr guter Tiefgang gerade in Anbetracht der kompakten Gehäuseabmessungen, recht präzise und schnell. Die Langhub-Membran ist erst bei sehr hohem Pegel hörbar am Limit. Der Rest der Dali-Boxen kann sich erneut sehr gut profilieren. Weitläufiges Raumempfinden, gute Loslösung der Stimme von den Lautsprechern und eine gelungene Staffelung der Effekte sind als Vorzüge zu nennen. Dass man auch Trance-Musik in so einwandfreier Qualität genießen kann, legt den Schluss nahe, dass es sich beim Zensor Pico-Set mit dem E-9 F um echte Universalisten handelt, die man durchaus mit einem hochwertigen Mehrkanal-Receiver verbinden kann. In unserem Falle kommt der erstklassige Denon AVR-X3200W zum Einsatz, der ausgezeichnet mit den kompakten Dänen harmoniert. 

Und wie sieht es mit Filmmaterial aus? Bei der „Avengers“ BD haben wir uns den Film ab dem Kapitel „Die Invasion beginnt“ angesehen. Hier beeindruckt der E-9 F wiederum mit massivem Basseinsatz, der für echtes Kino-Feeling sorgt. Die restlichen Lautsprecher integrieren sich sehr gut – ob es die Geräusche während des Ausziehens des Iron Man-Anzugs ist oder die Stimmwiedergabe oben im Wolkenkratzer von Tony Stark. Als sich Stark einen Drink mixt, werden auch diese eher im Hintergrund stattfindenden Geräusche prima herausgearbeitet. Als sich Stark das Armband umlegt, mit dem er kurz darauf seinen Anzug aktiviert, wird selbst der Griff nach dem Armband akustisch gut erkannt. Als Loki probiert, den „Iron Man“ auf die Seite des Bösen zu ziehen und er sein Zepter an die Brust des Iron Man hält, kommt auch dies gelungen zur Geltung. Nun fliegt Stark aus dem Fenster, das zersplitternde Glas wird räumlich sehr gut in alle Richtungen verteilt. Das Zünden der Raketen im Iron Man Anzug wird impulstreu und mit der nötigen Kraft wiedergegeben. Als sich das schwarze Loch öffnet und die ersten Alien-Fighter kommen, beginnt das Spektakel. Die durch die Luft sausenden außerirdischen Kämpfer auf ihren Fluggeräten kommen dynamisch zum Ausdruck. Die Vielschichtigkeit des akustischen Geschehens können die Zensor Pico-Lautsprecher und der aktive Subwoofer recht gut umsetzen, wenngleich bei hohem Pegel bei viel „Trubel“ auf dem Screen schon etwas Differenzierungsvermögen verloren geht. Insgesamt aber wird hier viel Filmvergnügen geboten, das man sogar im kleineren dedizierten Heimkinoraum und nicht nur im Wohnzimmer genießen kann. 

Konkurrenzvergleich

Das Teufel LT 4 in „M“ Konfiguration kommt  ebenfalls auf 999 EUR und stellt einen völlig anders konzipierten Konkurrenten dar. Vorn zwei schlanke Säulen, hinten zwei schlanke Satelliten und ein querformatiger Center werden hier von einem kräftig antretenden aktiven Subwoofer flankiert, der allerdings recht groß geraten ist. Dafür bringt er nicht mehr Bass-Gewalt an den Start als der Dali E-9 F. Insgesamt spielt das Teufel-Set sehr homogen und gefällig auf, allerdings beanspruchen die Satelliten doch etwas mehr Platz. 

Mit gut 1.700 EUR deutlich teurer ist das Quadral Argentum Ensemble, bestehend aus Argentum 470, dem Center Argentum 410 Base, den Argentum 420 für den Rear-Einsatz und dem kompakten QUBE 8 als aktivem Subwoofer. Hier handelt es sich um ein ausgewachsenes Lautsprechersystem, das sich im etwas größeren Hörraum am besten macht. Verglichen mit dem Dali-Ensemble, das viel weniger Platz beansprucht, klingen die großen Standlautsprecher vorn natürlich im Grundtonbereich noch etwas homogener und stellen noch fließendere Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen her. Aber selbst hier fällt auf, wie komplett die Dali Zensor Pico Lautsprecher klingen. Insgesamt sind die Dali-Boxen eine härtere Konkurrenz, als man aufgrund der unterschiedlichen Größenverhältnisse denken möchte. Und der E-9 F weist den sehr guten QUBE 8 in Punkto Kraft und Tiefgang in die Schranken. 

Fazit

Dali Zensor Pico Gruppenbild

Für knapp 1.000 EUR beeindruckt das Set bestehend aus Dali Zensor Pico, Zensor Pico Vokal und dem aktiven Subwoofer E-9 F mit hoher akustischer Ausgewogenheit, Dynamik, Räumlichkeit und Kraft. Der aktive Subwoofer konnte uns schon im Einzeltest 2014 begeistern und setzt seine persönliche „Erfolgsgeschichte“ in diesem Umfeld nahtlos fort. Die Zensor Pico-Boxen gefallen durch die solide Verarbeitung ebenso wie durch den erstaunlich kultivierten, kompletten Klang. Nur der Zensor Pico Vocal als Center ist in etwas größeren Hörräumen und bei komplexeren akustischen Ereignissen, die vielleicht auch noch bei erhöhtem Pegel stattfinden, nicht absolut perfekt. Hier raten wir dann, den größeren Zensor Vokal für 279 EUR zu verwenden. 

Rund und homogen klingendes, sauber verarbeitetes 5.1-Ensemble zum fairen Preis
ueberragend
5.1-Lautsprechersets Mittelklasse
Test 02. September 2015

+ Kultivierter, ausgewogener Klang
+ Räumlichkeit sehr gut
+ Pegelfest
+ Erstklassiger aktiver Subwoofer
+ Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis
+ In drei Farben lieferbar

– Je nach Anforderung kann der Center unterdimensioniert sein

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. September 2015




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