TEST: Quadral Argentum 5.1 Set (470/420/410 Base/Qube 8)

Quadral Argentum Surround Set Gruppenbild2

Dynamischer Surround-Sound zum fairen Preis in wohnraumfreundlicher weißer Ausführung. Diesen Eindruck erweckt die überarbeitete Version der vielfach ausgezeichneten Argentum Serie von Quadral. Grund genug für uns, das Setup in 5.1 Konfiguration in die Redaktion zu bestellen und die Schallwandler einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Insgesamt kommt das Set, in unserem Fall bestehend aus Argentum 470, 420, 410 Center und Qube 8, auf etwa 1715 EUR. Die neue Edition soll besonders durch den neu entwickelten Seidenhochtöner und die bewährten aluminiumbeschichteten PP-Membranen der großen Tief- und Mitteltöner akustische Benefits bieten und für Stereo ebenso wie kraftvollen Surround-Sound geeignet sein. Unsere Praxiseindrücke lesen Sie im Testbericht.

Quadral Argentum 470 Gruppenbild

Argentum 470 Standlautsprecherpaar

Quadral Argentum 470 Front Seitlich2

Argentum 470 ohne LS-Gitter

Quadral Argentum 470 Rueckseite Seitlich1

Rückseite Argentum 470

Die Standlautsprecher Argentum 470 sind 3-Wege Bassreflex Schallwandler, die im klassischen Design mit modernen Akzenten daherkommen. Besonders der steil abfallende Knick im unteren Bereich des Lautsprechergitters fällt auf und auch die silbernen Standfüße tragen ihren Teil dazu bei. Die Schallwand ist zudem in Weiß hochglanz lackiert während das übrige Lautsprechergehäuse mattweiß foliert wurde. Uns gefällt die Kombination aus Konventionalität und Moderne. Anders als bei manchem Konkurrent ist bei den weißen Quadral-Lautsprechern auch das Gitter weiß ausgeführt und aufgrund einer speziellen Konstruktion beinahe vollkommen blickdicht, damit die darunter sitzenden, schwarz-silbernen Chassis nicht durchscheinen.

Wer die Schallwandler gerne ohne Lautsprechergitter zeigen möchte, wird mit eine silbernen Argentum-Schriftzug unter den Chassis belohnt. Die Gitter sind allerdings nicht magnetisch sondern mit kleinen Stiften an der Schallwand befestigt. Die Verarbeitung ist trotz des relativ günstigen Stückpreises recht solide. Die Chassis sind weitgehend sauber eingepasst und auch beim Aufeinandertreffen der einzelnen MDF-Platten ist kein grobes Spaltmaß zu entdecken. An der Rückseite finden sich Lautsprecherschraubanschlüsse sowie zwei Bassreflexrohre, die ebenfalls sehr gut eingepasst sind. Die Gitter gefallen ebenfalls durch robuste Konstruktion und sorgsame Bespannung.

Quadral Argentum 470 Bassreflexrohr

Eines der beiden Bassreflexrohre auf der Rückseite

Quadral Argentum 470 Bestueckung

Drei Lautsprecherchassis in der Schalllwand

Quadral Argentum 420 Hochtoener ausgebaut3

Seidenkalottenhochtöner ausgebaut

Der 25mm Seiden-Kalottenhochtöner ist für einen klaren, transparenten und angenehmen Hochtonbereich verantwortlich, bis auf 35.000 Hz spielt die Argentum 470 hoch, nach unten hin begrenzen 30 Hz den Tiefgang. Die Chassis mit  aluminiumbeschichteten PP-Membranen des Tiefmittel- und Tieftöners verfügen über getrennte Gehäusekammern, damit untereinander keine Frequenzauslöschungen oder sonstige Beeinflussungen auftreten können. Der Wirkungsgrad des 3-Wege Bassreflexlautsprechers liegt bei 89 dB, die Belastbarkeit bei 110 Watt RMS.

Quadral Argentum 420 Gruppenbild

Die Argentum 420 Regal-Lautsprecher

Quadral Argentum 420 Front Seitlich2

bei uns als Rears im Einsatz

Quadral Argentum 420 Detail Front

Argentum-Schriftzug unter den Chassis

Quadral Argentum 420 Tiefmitteltoener ausgebaut1

Tiefmitteltöner der Argentum 420

Quadral Argentum 420 Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Die Regallautsprecher der Argentum Serie zeigen sich in kompakter Form identisch bezüglich Verarbeitung und Material zu den Argentum 470 Standlautsprechern. Die Schallwand ist auch hier hochglanz Weiß lackiert und beherbergt mit recht sauberer Einpassung den gleichen 25mm Seidenkalotten-Hochtöner wie die großen Familienmitglieder, sowie einen 155 mm Tieftöner. Das 2-Wege Bassreflex-System spielt damit auch auf bis zu 35.000 Hz, bietet aber einen etwas geringeren Wirkungsgrad von 87 dB. Die Abmessungen betragen 310 x 165 x 250 mm.

Auch bei den Argentum 420 ist das Lautsprechergitter weiß ausgeführt, wirkt robust und wird mit Halterungsstiften an der Schallwand befestigt. Die Rückseite zeigt die Bassreflexöffnung sowie vergoldete Lautsprecherschraubanschlüsse.

Quadral Argentum 410 Base Front Seitlich7

Argentum 410 Base

Quadral Argentum 410 Base Front Seitlich4

Mit Lautsprecherabdeckung

Quadral Argentum 410 Base Verarbeitung

Übergang Hochglanzlackierung – matte Folierung

Quadral Argentum 410 Base Hochtoener3

Einigkeit im Hochtonbereich

Quadral Argentum 410 Base Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Quadral Argentum 410 Base Halter LS Abdeckung

LS-Gitter im Detail

Auch beim Argentum 410 Base, dem Center des von uns zusammengestellten Surround-Systems leistet sich Quadral bei der Verarbeitung keine Schnitzer. Die Formensprache wird durch die Zweiteilung aus Hochglanzlackierung und matter Folierung klar aufgenommen, auch die Abflachung links und rechts spiegelt das Familien-Design der Argentum Komponenten wider.

Beim Center handelt es sich um ein geschlossenes 3-Wege System, das ebenfalls auf 87 dB Wirkungsgrad kommt. Das identische 155 mm Chassis kümmert sich einmal um den Tiefton-, einmal um den Mitteltonbereich. Die oberen Frequenzbereiche übernimmt wieder die 25mm Seiden-Kalotte.

Quadral Qube8 Front Seitlich2

Als Subwoofer kommt der bewährte Qube 8 Aktiv zum Einsatz

Quadral Qube8 Unterseite1

Der Qube 8 arbeitet nach dem Downfire-Prinzip

Quadral Qube8 Tieftoener

Der 220 mm Basstreiber ist solide verschraubt

Quadral Qube8 Rueckseite Seitlich3

Rückseite

Quadral Qube8 Bedienelemente Anschluesse

Bedienelemente am Subwoofer

Quadral Qube8 Innenleben Gesamt

Innenelektronik

Für die Unterstützung der tiefsten Frequenzen kommt bei unserem 5.1 System der bewährte Qube 8 zum Einsatz, den wir bereits in einem Einzeltest untersucht haben. Der kompakte Subwoofer ist komplett hochglanzweiß lackiert und überzeugt mit tadellosem Finish und gerundeten Gehäuseecken. Die rückseitige Aluplatte ist auch bei diesem Testsample bündig eingelassen und bietet neben der Pegelregelung weitere Optionen wie Phase, Auto-Standby Funktion und Übergangsfrequenzeinstellung. Die vier Standfüße sorgen für eine gute Bodenentkopplung und das nach unten abstrahlende Chassis ist sauber eingepasst. Die Bassreflexöffnung ist auf der Rückseite im oberen Bereich untergebracht. Die Innenelektronik wirkt sehr aufgeräumt und sorgsam verkabelt.

Test-Equipment

Klang

Nach Aufbau und Konfiguration unseres Quadral Argentum 5.1 Setups verschwenden wir keine weitere Zeit und legen die Blu-ray Disc der Eagles Farewell Tour „Live from Melbourne“ ein und wählen die 5.1 DTS-HD MA Tonspur aus. Wir starten durch mit Tequila Sunrise und werden direkt von einer sehr dichten und atmosphärisch geschlossenen Konzertkulisse empfangen. Sofort fällt der sehr detaillierte und durchhörbare Hochtonbereich auf. So stark, dass wir vor unserem geistigen Auge sofort Konkurrenten suchen, die eine derart feine Auflösung der oberen Frequenzbereiche in dieser Preisklasse bietet. Ehrlich: Die Suche gestaltet sich als enorm schwierig und aus dem Stegreif können wir keinen eindeutigen Kandidaten festmachen. Die Stahlseiten werden nicht nur klar gezeichnet sondern können den einzelnen Instrumenten zugeordnet werden. Die Bühne ist zudem klar strukturiert, akustische Elemente können lokal sehr gut zugeordnet werden. Die Stimmwiedergabe ist ebenfalls exzellent, wenn auch die Mitten nicht auf ganz gleichem Level spielen wie der Hochtonbereich, dieser ist wie erwähnt aber auch recht untypisch in dieser Preisklasse. Auch bei hohem Pegel gibt es hier kaum etwas auszusetzen, die Höhen bleiben souverän und werden weder spitz noch aggressiv. In den tiefen Frequenzen macht sich der Benefit des Subwoofers klar bemerkbar, der besonders in den untersten Bereichen noch mehr Kraft und Nachdruck in die Klangkulisse bringt.

Natürlich darf auch der absolute Evergrenn der Eagles nicht fehlen und wir wechseln ein paar Tracks nach vorne zu „Hotel California“. Beim Melbourne-Konzert werden wir von einer Trompeteneinlage direkt vor dem eigentlichen Song begrüßt. Wir finden es erstaunlich, mit wecher Authentizität das Blechblasinstrument hier wiedergegeben wird. Der helle Klang wird präzise erfasst, zu keiner Zeit aber wird das Instrument unangenehm, eine exzellente Darbietung. Nahtlos setzt sich die Performance beim Gitarrenintro der drei älteren Herren fort. Als sich noch das Schlagwerk zuschaltet, verschmelzen die Instrumente zu einer harmonischen und komplexen Klangkulisse. Trotz der Komplexität können die einzelnen Klangerzeuger noch hervorragend differenziert und auseinander gehalten werden, selbst die einzelnen Elemente des Schlagzeugs kommen noch gut heraus. Besonders begeistert uns aber die stimmig geschlossene Atmosphäre, man fühlt sich als Zuhörer wohlig umschlossen und ins Geschehen einbezogen. Nicht weniger erfreut uns, dass das System auch bei hohem Pegel nicht nur souverän und verzerrungsfrei, sondern auch angenehm bleibt und zu langen Hör-Sessions einlädt. Das bedeutet keinesfalls, dass das Quadral Set in irgendeiner Weise langweilig erscheint. Ganz im Gegenteil, mit hoher Lebendigkeit und Präzision wird das Gitarren- (und Trompeten)-Solo zum Spektakel und lässt beim eingefleischten Eagles-Fan Glückshormone entstehen.

Wir wagen uns mit Dj Tiesto an Musik der noch deutlich schnelleren Gangart. Die „Elements of Life“ World Tour, aufgezeichnete live in Kopenhagen hält einen Auszug verschiedener Trance-, House- und Techno-Tracks des niederländischen Djs und Produzenten bereit. Bei Traffic von der zweiten Disc, abgemischt in DTS-HD MA, empfangen uns Fronts und Subwoofer mit einer kraftvollen Kickbass-Performance, die lediglich bezüglich des Tiefgangs und dem Druck in der Magengrube noch etwas Potential zeigt. Diese Art von Musik lässt sich unserer Meinung nach erst richtig bei etwas höherer Pegelstellung genießen, und auch diesbezüglich versetzen uns die Argentum Surround-Komponenten wieder in Erstaunen. Trotz Nachbarn-untauglicher Pegel-Tiraden bleibt das preislich in nicht allzu hohen Sphären schwebende System absolut souverän. Hier können wir wirklich gar nichts kritisieren. Sauber, verzerrungsfrei, angenehm und druckvoll schiebt das 5.1 Set – natürlich ein leistungsfähiger Amp vorausgesetzt – unbeschwert an. Hier profitiert natürlich auch wieder die dichte und geschlossene Atmosphäre, die einen ausgezeichneten Club-Eindruck vermittelt. Beim Übergang von Traffic auf den dritten Track „Back in your Head“ schiebt sich unter den Kickbass noch ein tiefgründiges Pulsieren. Auch das wird, wenn auch nicht mit voller Stärke, vom System gut erfasst. Hier muss man auch dem kompakten Qube 8 Aktiv-Subwoofer wieder viel positive Kritik zukommen lassen, für seine Größe leistet er ungemein viel. Natürlich erhält er in Kombination mit den 470 Standlautsprechern klare Unterstützung. Als sich die Vocals von Teagan & Sara zur bereits komplexen Synthesizer-Klangkulisse gesellen, bleibt das Quadral Set unbeeindruckt. Die Souveränität, mit der die Argentum Kombination mit hohen Pegeln umgeht, ist überragend. Gleichzeitig wird auch bei niedrigem Pegel schon exzellente Dynamik und Finesse geboten. Feine Facetten einzelner akustischer Elemente werden ausgezeichnet ausgearbeitet, selbst im komplexen Geschehen gegen Ende des Liedes bleiben einzelne Strukturen klar differenziert und sauber getrennt.

Als Filmbeispiel haben wir uns mal wieder die Dolby TrueHD Tonspur des zweiten Parts des Christopher Nolan Batman-Epos, „The Dark Knight“, ausgesacht. Noch vor der Szene des Banküberfalls hören wir zwei Paukenschläge, die das Quadral System mit Kraft und Nachdruck überbringen. Beim Aufschießen des Fensters kann der Qube 8 Subwoofer nicht ganz das volle Potential ausschöpfen, hier kennen wir von Vertretern mit deutlich größerem Volumen etwas mehr Struktur. Die Glasscherben aber werden ausgezeichnet in den Raum geschossen und haben den passenden, leicht spitzen „Biss“. Exzellent dafür wieder der räumliche Eindruck und die geschlossene Atmosphäre, die das Argentum Set an den Zuschauer trägt. Die einzelnen Sound-Effekte sind an einen stets mitlaufenden Score gekoppelt, trotzdem werden alle Elemente sauber erfasst und in die akustische Umgebung exzellent eingebettet. Bei der Überfahrt bietet das Setup ein tolles Volumen bei den weiteren Paukenschlägen, hier kommt das zusätzliche Gehäusevolumen der Standlautsprecher sehr gut zum Tragen. Als die Schergen den echten Joker vor der Bank abholen und im Taxi mitnehmen, wird eine exzellente Sprachverständlichkeit geboten. Die Clowns wirken unter den Masken leicht gedämpft, sind aber sehr gut zu verstehen. Die einzelnen Komponenten bieten neben hoher Präzision auch exzellente Impulstreue und Geschwindigkeit, blitzschnelle Elemente wie die Uzi-Schüsse werden exakt erfasst und dargestellt.

Wie sieht es im Konkurrenzumfeld aus?

Magnat hat mit dem mittlerweile schon etwas betagten Vector-Set eine noch günstigere 5.1 Kombination in petto, das ebenfalls mit einem sehr angenehm harmonischen Klang und nachdrücklicher Tiefton-Performance begeistert. Bei hohen Pegeln bietet es aber nicht die identische Souveränität wie die Quadral Argentum. Auch bezüglich der Auflösung im Hochtonbereich hat das Hannoveraner Set Vorteile. Die Vector-Lautsprecher sind zudem optisch sehr klassisch ausgelegt und sind ein Materialmix aus MDF und Kunststoff, während die Quadral Schallwandler komplett aus Holz auch in Weiß und mit hochglanzlackierter Schallwand auftreten.

Mit dem Phonar Ethos-Set hat das Quadral einen absolut würdigen Gegner. Das 5.1 System mit Dipol-Rearlautsprecher bietet ebenfalls ein sehr souveränes Klangbild und hohe Pegelfestigkeit. Bezüglich Präzision und Nachdruck im Tieftonbereich hat das Phonar-System die Nase vorne, auch die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet. Allerdings ist das Quadral Argentum Set mit Qube 8 deutlich günstiger zu haben, bietet eine hervorragend dichte Atmosphäre, exzellente Pegelfestigkeit und mit dem neu entwickelten Seidenkalottenhochtöner einen über seine Preisklasse begeisternden Hochtonbereich.

Fazit

Quadral Argentum Surround Set Gruppenbild1

Die Argentum Lautsprecher 470, 420, 410 Base und Qube 8 als 5.1 Surround-Konfiguration haben uns in vielen Bereichen überzeugt. Besonders der neu entwickelte Seidenkalotten-Hochtöner, der für eine Detailauflösung im Hochtonbereich sorgt, die in dieser Preisklasse höchst selten anzutreffen ist, begeistert auch Anwender mit audiophilem Anspruch. Aber auch die enorm ausgeprägte Räumlichkeit sowie die Souveränität und Pegelfestigkeit sind klare Benefits des Argentum Systems. Wer das volle Potential der Schallwandler ausschöpfen möchte, sollte allerdings nicht zum kleinsten Surround-Verstärker greifen. Optisch kombiniert die Argentum Serie klassischen Auftritt mit modernen Akzenten und wirkt besonders in Weiß besonders wohnraumfreundlich.

Das Quadral Argentum 5.1 Set überzeugt dank enormer Pegelfestigkeit sowie hoher Souveränität und Räumlichkeit mit exzellenter akustischer Performance
ueberragend
Test: 30.04.2014

+ Enorm pegelfest
+ Stets souverän
+ Angenehmer Sound
+ Geschlossene, räumliche Atmosphäre
+ Dynamisch, lebendig
+ Kraftvoller, kompakter Subwoofer

– Verarbeitung im Detail noch Potential

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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