TEST: Dali Aktivsubwoofer SUB E-9F

Dali Sub E-9 Front Seitlich1

Der Traum vieler Heimkino- und Bassfreunde, die keinen eigenen Heimkinoraum nutzen können, sondern ihr Equipment im Wohnzimmer aufgebaut haben: Ein kompakter, schicker, aber leistungsstarker aktiver Subwoofer. Für 500 EUR möchte nun der Dali SUB E-9F, wahlweise in schwarzer Esche (Front Schwarz), heller Walnuss oder in weiß (jeweils Front weiß) lieferbar, beweisen, dass aus dem Traum nun Realität wird. Mit nur 30 cm Kantenlänge ist er tatsächlich nicht zu groß geraten.

Der verbaute Tieftonttreiber mit leichter sowie steifer Alu-Membran misst 230 mm. Die groß dimensionierte Gummisicke, das schwere Magnetsystem und die Schwingspule mit vier Lagen stellen sicher, dass die Auslenkung auch bei langem Hub präzise erfolgt. Der dazugehörige, nach unten gerichtete Bassreflex-Port wurde exakt auf die treibertypischen Gegebenheiten abgestimmt. Durch die technischen Kniffe bietet der SUB E-9F eine untere Grenzfrequenz von 37 Hz und einen immensen maximalen Schalldruck von bis zu 111 dB.

Die verbaute, sehr effizient arbeitende digitale Endstufe mit geringem Platzbedarf stellt 170 Watt Dauerleistung und 220 Watt Peak-Leistung zur Verfügung. Mit den eingebauten Reglern für Lautstärke und Obere Trennfrequenz (Regelbereich 40 bis 120 Hz) sowie einem Phasenumschalter sind die Einstellmöglichkeiten Basis-orientiert – aber wer braucht wirklich mehr? Viel wichtiger ist eine hochwertige Verarbeitung, und da sind wir von den Dänen einen hohen Standard gewohnt. Der SUB E-9F enttäuscht uns nicht – er sieht schick, zeitlos und schlicht aus und erfüllt auch hier die Ansprüche, die man an ein sehr gutes Produkt stellt. Nur die etwas einfach wirkenden Standfüße wirken etwas deplatziert. 

Dali Sub E-9 Anschluesse Bedienelemente2

Bedienelemente und Anschlüsse: Power Mode, Phasenumschaltung, Übernahmefrequenz, Lautstärkeregelung, LFE-Cinch, Line-Cinch

Dali Sub E-9 Bassreflexrohr

Bassreflexport unten

Dali Sub E-9 Standfuesse2

Standfuß, recht einfach gemacht

Dali Sub E-9 Seitenansicht

 Zeitlose Optik

Dali Sub E-9 Tieftoener2

 Aluminium-Membran

Dali Sub E-9 Unterseite1

Unterseite komplett

Dali Sub E-9 Rueckseite Seitlich1

Rückseite komplett

Dali Sub E-9 Innenleben Gesamt1

Innenleben in der Übersicht

Dali Sub E-9 Innenleben4

Elkos

Dali Sub E-9 Innenleben1

Layout im Detail

Dali Sub E-9 Innenleben3

Übersichtliche Verkabelung

Was leistet der kleine dänische Bassist in der Praxis? Wir haben den Basswürfel gleich hart „rangenommen“ und die große Schlacht in „Avengers“ (Blu-ray, DTS-HD Master Audio) angehört. Und seine Leistung bringt der aktive Subwoofer auf jeden Fall – er lässt sehr beachtliche Pegel zu und bleibt erstaunlich lange souverän. Vergleiche mit dem Fazon SUB 1 drängen sich auf, und hier zeigt der neue SUB E-9F „die Krallen“: Er spielt lauter, präziser, kraftvoller, satter, klarer. Der Preisunterschied (359 EUR für den Fazon SUB, 499 EUR für den SUB E-9F) ist voll gerechtfertigt.

Selbst die gigantische, gepanzerte Echse, die aus dem schwarzen Loch auf die Erde hernieder donnert, kommt mächtig und wuchtig heraus – die Bassqualität des neuen dänischen Subwoofers lässt aufhorchen. Er schaltet sich gekonnt zwischen die Frontlautsprecher und ermöglicht ein echtes, räumliches, voluminöses Klangbild. Hier muss sich die Konkurrenz strecken, um Ähnliches zu bieten: Der SVS PB-1000 tritt vielleicht noch etwas machtvoller an, er ist aber größer und nicht so edel. Zudem strukturiert der Dali-Woofer Effekte noch etwas präziser, wenn die Lautstärke nicht zu hoch ist. Der SVS-Bassist ist gleich teuer und extrem pegelfest fürs Geld. Bilanzierend sind beide aktiven Subwoofer sehr empfehlenswert.

Von Quadral aus Hannover gestellt sich der QUBE 10 hinzu. Dieser erweist sich als sehr unangenehmer Konkurrent, da er auch recht elegant aussieht und mit seinem Design viele Käufer überzeugt hat. Auch die Verarbeitung füllt das Punktekonto weiter an. Mit seiner harmonischen, aber nicht minder kraftvollen Auslegung ist er für Musik und Filmton eine tadellose Wahl. Der Quadral-Bassist liegt laut UVP 100 EUR über dem Dali SUB E-9F und ist mit Abmessungen von 420 mm (Höhe, 320 mm (Breite) und 390 mm (Tiefe) größer als der Däne. Trotzdem, auch der Quadral macht sich gut im Wohnraum. Leistungsmäßig liegt der Quadral mit 200 Watt Nennleistung und 280 Watt Musikleistung etwas über dem kleineren Dali, das merkt man aber in der Praxis kaum. Beide Subs bieten ein hohes Niveau, der dänische Subwoofer ist noch etwas kompakter und preiswerter, der Quadral-Woofer hat noch etwas mehr Tiefgang.

Da sind wir gleich beim Thema – der Tiefgang des E-9F ist für die kleinen Abmessungen ausgezeichnet. Auch dauert es sehr lange, bis die Membran anschlägt. Man kann wahrhaftig von einem „Langhub“-Chassis sprechen. Mit verschiedenen, parallel stattfindenden Ereignissen im tieffrequenten Bereich kommt der „Bass-Aktivist“ sehr gut zurecht – das zeigen die wüsten Schlachtsequenzen im erbitterten Krieg Avengers versus Aliens. 

Wie ist es um die musikalischen Fähigkeiten bestellt? Beim „Alten Karmuffel“ (BD, DTS-HD Master Audio) von Paul Kalkbrenner gehen wir dieser Frage nach. Hier gibt es tiefe, komplexe, schräge Basselemente, die viele aktive Subwoofer nicht überdurchschnittlich gut wiedergeben können. Der Dali-Subwoofer beeindruckt hier mit vollem Volumen und sattem, gelassenem Bass. Keine Spur von Übersteuerung – auch bei durchaus beachtlicher Lautstärke. Der Bass fügt sich homogen in die Gesamtklangkulisse ein, und es gefällt uns, wie „integrativ“ sich der Däne verhält. Er setzt sich akustisch nie „vor“ den Rest des Geschehens und gliedert sich aus, sondern er ist immer Bestandteil des Ganzen. Die impulstreue Wiedergabe auch kleinerer Bassanteile verstärkt diesen Eindruck.

Das Intro zum „Black Symphony“ Konzert von Within Temptation managt der kompakte Bassexperte ebenfalls so gelassen, dass man spontan einen deutlich größeren Bassisten vermutet hätte. Er balanciert auch Bass-Nuancen ausgezeichnet aus und zeigt immer: Bass is nothing without Control. Nur durch ein gewisses Maß an Struktur, Klarheit und exaktem Raumgefühl sieht auch der erfahrene Hörer eine echte Bereicherung in einem aktiven Subwoofer.

Fazit

Dali Sub E-9 Front Seitlich3

So geht’s – Dali beweist, dass es keine Probleme bereitet, moderne, schicke, hochwertige, kleine und trotzdem für einen leistungsstarken Support von Musik- und Filmtonwiedergabe absolut geeignete aktive Subwoofer zu bauen – die kein Vermögen kosten. Der SUB E-9 macht nichts falsch, sondern alles richtig. Selbst für deutlich mehr Geld dürfte es schwer sein, ein noch besseres Gesamtpaket zu kaufen. Sicher, es gibt Konkurrenten, die noch pegelfester sind und noch mehr Tiefgang bieten. Die sind aber wieder nicht so edel und kompakt. Andere sind zwar auch edel und schick, treten aber nicht so vehement wie der E-9F an. Bilanzierend ein großer Wurf, an dem die Konkurrenz zu knabbern haben wird. 

Einfach ein Ass – der Dali SUB E-9F überzeugt vollkommen und leistet sich keine Schwächen
referenz
Gesamt-Referenz ultrakompakte Subwoofer bis 1.000 EUR

+ Schick und sehr kompakt
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Enorme Kraftreserven für Größe und Preisklasse
+ Exzellenter Tiefgang
+ Sehr gutes Volumen
+ Hohes Strukturierungsvermögen
+ Preisgünstig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Februar 2014 




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