TEST: Teufel Säulen/Satelliten-System mit aktivem Subwoofer LT4 – besser geht’s nicht mehr

Teufel LT4 Set M Gruppenbild2

Für 999 EUR gibt es schlanke Säulen-Kost aus Berlin: Das Teufel LT4 kommt zu diesem Preis mit zwei  Säulen für vorn, identisch bestückten, aber kürzeren Satelliten für hinten und passendem Center. Nicht zu vergessen natürlich der ebenfalls im Paket enthaltene, recht ausladende aktive Subwoofer mit Class D-Endstufe und 180 Watt Sinusleistung. 

Teufel LT4 Set M US4110 Front Seitlich2

Basskraft dank 180 Watt Sinus-Endstufe 

Teufel LT4 Set M US4110 Rueckseite Seitlich

Rückseite des aktiven Subwoofers

Teufel LT4 Set M US4110 Front Seitlich1

Hier mit Abdeckgitter

Teufel LT4 Set M US4110 Tieftoener

250 mm Treiber

Teufel LT4 Set M US4110 Anschluesse Bedienelemente

Einstellmöglichkeiten

Teufel LT4 Set M US4110 Bassreflexoeffnungen

 Vier solide Standfüße 

Teufel LT4 Set M US4110 Verarbeitung

Detailverarbeitung

Akustisch haben wir als erstes unser iPhone 6 Plus per Bluetooth an den Onkyo TX-NR3030 angeschlossen und haben aus der brandaktuellen Future Trance 71 verschiedene Trance- und Club-Tracks zugespielt. Der leistungsstarke AV-Receiver poliert die eingehenden 2-Kanal-Signale mittels dts Neo:X imposant auf 5.1 auf, und das Teufel LT4 setzt sich als erstes mit „Carte Blanche“ von Veracocha im Mix von David Gravell auseinander. Der Onkyo 11-Kanal-Receiver liefert Leistung satt – aber der Hochleistungssubwoofer des LT4, genannte US 4110/1 SW, hält so locker mit, als würde schon eher allein die 999 EUR kosten, die für das gesamte LT4 „M““ System nach Berlin überwiesen werden müssen. 45 Liter Volumen und 180 Watt Sinus-Leistung der effizient arbeitenden Class D-Digitalendstufe gehen zusammen mit dem 250 mm Basstreiber mit Membran aus beschichteter Zellulose eine nahezu optimale Verbindung ein: Tiefgang, Impulstreue, Nachdruck und Räumlichkeit setzen in der Liga, in der das LT4 auf Kundenfang geht, Bestwerte.

Hier verwundert es nicht, dass Teufel so viel verkauft und manch anderer so wenig – nicht nur die günstigen Preise, sondern auch die herausragende technische Qualität sind dafür verantwortlich. Alles, was zuvor „LT4“ oder „LT2“ hieß, kann man angesichts dieser Neukonstruktion ebenfalls vergessen, denn was die Teufel-Entwickler hier gezaubert haben, ist eine eigene Liga: Nie aggressiver, aber sehr klarer Klang der Satelliten, das merkt man auch gleich zu Beginn des Tocadisco Remixes des Charthits „Sun Goes Down“ von Robin Schulz.

Mit für die Preisliga exzellenter Auflösung, einer sehr guten Räumlichkeit auch im Surroundbereich und einem satten, tiefen, aber präzisen Bass werden Duftmarken gesetzt – wir staunen. Leisere, zurückhaltendere Parts, in denen wir auf die Stimme von Jasmin Thompson hören, gelingen dem LT4 ebenso überzeugend. Es ist demnach keinesfalls nur ein „System fürs Grobe“, sondern kommt auch mit Vocals und weniger instrumentalem Trubel sehr gut zurecht. Wir geben weiter Vollgas, und zwar mit dem 2015er CJ Stone Mix des Snap-Klassikers „Rythm Is A Dancer“.

Teufel LT4 Set M L430FCR Gruppenbild

Rear-Satelliten

Teufel LT4 Set M L430FR Gruppenbild3

Front-Säulen

Teufel LT4 Set M L430C Front Seitlich2

 Center nebst passendem Fuß

Die zahlreichen elektronischen Effekte werden hier weitläufig in den Raum befördert, unterstützt vom 20,6 kg wiegenden Sub, der mit einer Tiefe von 35,2 cm, einer Breite von 34,50 cm und einer Höhe von satten 54,50 das Attribut „zierlich“ nonchalant abstreift. Der L 430 C Centerspeaker integriert sich sehr schön zwischen die L 430 FR Front-Säulen. Alle passiven Lautsprecher des LT4 sind bezüglich der Chassis identisch bestückt, also auch die kürzeren L 430 FCR Satelliten hinten. 70 Watt Dauerbelastbarkeit, 100 Watt kurzzeitige Spitzenbelastbarkeit, aber mit 86 dB (2,83 V/1m) nur durchschnittlicher Wirkungsgrad (gilt für alle passiven Lautsprecher) – die LT4-Boxen sind nichts für AV-Receiver der Einsteigerklasse.

Ein gutes Mittelklasse-Gerät zwischen 500 und 800 EUR sollte es schon sein. Im Gegenzug kommen die Lautsprecher auch mit wirklichen AV-Boliden wie unserem Onkyo TX-NR3030 enorm gut zurecht und zeigen keinerlei Berührungsängste. Die schlanken Alu-Säulen wiegen 5,8 kg, sind 114,30 cm hoch, 9,10 cm breit und 9,10 cm tief. Die Rear-Satelliten wiegen 2,5 kg pro Stück und sind 9,6 cm tief, 9,10 cm breit und 46,5 cm hoch. Die gleichen Abmessungen weist der Center auf. 

Teufel LT4 Set M L430C Front Seitlich5

Überall gleiche Bestückung mit 19 mm Hochtöner und 80 mm Mittel- sowie 80 mm Tieftönern

Teufel LT4 Set M L430C Verarbeitung1

Feines Aluminium, wohin das Auge sieht

Teufel LT4 Set M L430C Wandhalter

Wandhalterung beim Center

Teufel LT4 Set M L430FR Standfuss

Solider Fuß der Satelliten

Teufel LT4 Set M L430C Anschluesse Rueckseite

Lautsprecherkabel-Anschlüsse 

Teufel LT4 Set M L430C Rueckseite Seitlich3

 Center – komplette Rückseite

In allen passiven Schallwandlern arbeiten 19 mm Hochtöner mit Gewebekalotte (1 x) und jeweils zwei Mittel- und zwei Tieftöner (80 mm Durchmesser für beide Chassis-Typen) mit Membranen aus beschichtetem Papier. Die Säulen, der Center und die Satelliten funktionieren nach dem geschlossenen Prinzip. Also durchaus Großserientechnik, aber so perfekt in Szene gesetzt und clever arrangiert – das LT4 klingt viel kostspieliger, als es ist. Und es sieht auch deutlich teurer aus, wie z.B. die eleganten silbernen Ringe um die Chassis, der üppige Alu-Einsatz, die Metall-Schutzgitter oder auch die Lautsprecherkabel-Anschlüsse dokumentieren. Sogar der Einsatz von Bananensteckern ist möglich. 

Nun hören wir uns im 2.1 Betrieb HiRes Audio-Stücke in FLAC 96 kHz an: „Garden In The Rain“ von Diana Krall klingt sehr gut ausbalanciert, mit gelungener Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten. Der Bass überzeugt durch Tiefgang, und im Vergleich zu früheren Teufel-Säulen präsentiert sich der Grundtonbereich, sonst nur bei wandnaher Aufstellung ausreichend voluminös, in deutlich besserer Form. Sicher, die beiden Säulen reichen nicht an große Standlautsprecher heran, aber so schlimm ist dies in der Praxis nicht. Unten schiebt der aktive Subwoofer präzise an, und im Mitteltonbereich ist es vielleicht etwas, aber nicht gravierend schlanker, als von Stand-LS gewohnt.

„A Bit Of That“ (Blues Company) ist unser nächster Aspirant. Und auch hier wieder sind wir erfreut, wie solide der Rhythmus wiedergegeben wird, und mit welcher Treffsicherheit Bass- und Stimmwiedergabe erfolgen. Demnach kann man das LT4 durchaus auch im 2.1 Betrieb im wahrsten Sinne des Wortes „für voll“ nehmen. Die E-Gitarre und das Schlagzeug werden ausgezeichnet betont, die Räumlichkeit ist authentisch, und nicht auf einen engen Raum rund um die schlanken Säulen beschränkt. 

Nun, wie sieht es mit den teuflischen Arrangements Mehrkanal-Betrieb aus, wenn eine BD mit DTS-HD Master Audio-Ton wiedergegeben werden soll? Wir legten die Blu-ray „Lichtmond 3 – days Of Eternity“ als erstes ein und starten gleich durch mit dem „Nightflight to Chronos“. Gleich zu Beginn werden die zahlreichen fein auflösenden Effekte und der kraftvolle Bass ungemein kultiviert, aber gleichzeitig raumfüllend und mit facettenreichen Abstufungen wiedergegeben. Das LT4 kommt dabei mit einer Pegel-Dosis zurecht, die für viele Konkurrenten absolut tödlich ist: Volume-Regler am Onkyo TX-NR3030 auf 75, und der Sub schlägt nicht durch, die Säulen sowie Satelliten schreien einen nicht – das ist richtig überzeugend gelöst – Glückwunsch an die Teufel-Soundexperten.

Und als die Streicher ertönen und der Klang subtiler wird, liefert das System ebenso eine tolle, umfassende Leistung wie in Parts zuvor. Der zweite Teil des „Nightflight To Chronos“ wird ebenfalls nachdrücklich und gleichzeitig filigran und dynamisch herausgearbeitet. „Feel The Spirit“ mit den männlichen Vocals kommt herausragend zur Geltung. Die Stimme, die sich quer über alle Channels verteilt, wird akkurat herausgearbeitet. alle Effekte werden mit sehr gutem, sauberen Timing wiedergegeben. Der Bass, trotz aller Gewalt, trifft genau den richtigen Punkt. Später gehen die weiblichen Vocals trotzdem nicht unter, sondern werden ausgezeichnet eingearbeitet. 

Nun geht es „ans Eingemachte“, denn wir machen des dem LT4 System jetzt schwer: Wir hören die orchestrale Eröffnung sowie die ersten Arie aus Wolfgang Amadeus Mozarts weltberühmter Oper “Figaros Hochzeit” (BD, DTS-HD High Definition 5.1, Susanna gesungen von Anna Netrebko, Figaro gesungen von Ildebrando D’Arcangelo, gespielt von den Wiener Philharmonikern unter Nikolaus Harnoncourt) durch.

Die Beifallsbekundungen des Publikums von der aus 2006 stammenden Aufführung des Salzburger Festivals kommen mit erstaunlicher Feinauflösung auch auf den Surroundkanälen heraus. Die Boxen, komplett in Alu gehüllt, klingen trotz des kühlen Gehäusematerials, das im Übrigen fürs investierte Geld überragend verarbeitet ist, alles andere als analytisch und kalt, sondern sehr angenehm. Früher ging bei Teufel Alu-Säulensystemen in Verbindung mit Klassik gern man die rote Warnleuchte an: Zu schrill, zu spitz – von alledem ist bei der orchestralen Eröffnungssequenz nichts zu spüren. Das LT4 geht munter seinen Weg des Erfolgs weiter, den wir schon vorhin beschrieben hatten.

Vor allem verwundert die Souveränität, mit der der gesamte Orchestereinsatz, aber auch instrumentale Solo-Einlagen präsentiert werden. Die Streicher sind gut durchzeichnet, und die Tonalität ist homogen. Die Stimmen der beiden Hauptdarsteller werden ausgewogen und mit guter Charismatik wiedergegeben. Klar dürfte sein, dass hier noch viel Potential vorhanden ist, doch man kann es selbst von einem sehr guten 1.000 EUR-Set nicht erwarten, dass es hier die identische Durchhörbarkeit offerieren kann wie ein Set deutlich höherer Preisklassen. Für die Liga, in der das LT4 zuhause ist, zeigt sich die Stimmdarstellung in überragender Form – klar, auch bei hohem Pegel stets verständlich und ohne unschöne tonale Mängel. 

Wie sieht es beim Thema Mehrkanal-Filmtonwiedergabe aus? „The Amazing Spiderman 2 – The Rise Of Electro“ soll uns eine Antwort darauf geben, und zwar in DTS-HD Master Audio. Als Electro hier erstmals auftritt, kann sich das LT4 gleich sehr gut in Szene setzen. Die typischen Geräusche blitzender, massiv auftretender Elektrizität kommen sehr gut und in tadelloser Auflösung heraus.

Die Stimmen, das Murmeln und Rufen, sind treffend eingearbeitet. Als der Van, den Electro durch die Luft schleuderte, auf dem Boden aufschlägt, merkt man, mit wie viel Wucht der US 4110/1 SW diesen Effekt wiedergibt – ohne erkennbare Anzeichen der Anstrengung liefert der Basslautsprecher hier sofort reichlich Leistung. Als die Streifenwagen in alle Richtungen davon fliegen und kurz darauf Schüsse zu hören sind, beweist das LT4 gleich wieder, dass es auch für Film-Unterhaltung bestens geeignet ist. Und es sieht so attraktiv aus, dass es wie gemacht ist auch fürs elegante Wohnzimmer. Kurz vor Filmende, als Electro die ganze Stadt sozusagen vom Stromnetz genommen hat, durchstechen helle Blitze die Straßen, und pure Effektgewalt greift gnadenlos zu.

Der aktive Bassist im System hat alle Hände voll zu tun, lässt es donnern und krachen – bleibt aber immer präzise und macht nicht bloß „lauten Krach“. Die Stimmen von Spiderman und Gwen werden vom LT4 exzellent präsentiert, weil sie korrekt ins tonale Gesamtgefüge eingebunden sind und überraschend lebendig und detailreich klingen. Der Music Score, zur Einleitung der finalen Film-Sequenz natürlich auch auf Hochspannung getrimmt, wird vom Teufel LT4 ebenfalls sorgsam behandelt.

So wird ein beinahe unerträglich dichter Spannungsbogen aufgebaut, der sich in der effektreichen Handlung und im Music Score niederschlägt, Insgesamt auch eine glorreiche Performance, die das LT4 im Filmtonbereich an den Tag legt: Wir sind beeindruckt, was für schlanke 999 EUR, das ist der genaue Preis des LT4 „M“, in der Praxis geht. Es finden sich keine ernsthaften Defizite, und die Zusammenarbeit zwischen Subwoofer und den anderen passiven Lautsprechern ist so gut, dass es praktisch kein feststellbares Klangloch gibt zwischen der oberen Grenzfrequenz des aktiven Subwoofers und der unteren Grenzfrequenz der Satelliten.

Konkurrenten finden sich natürlich, auch welche, die ebenfalls viel Aluminium für noch weniger Geld bieten. 599 EUR kostet das Quadral Aluma 2200, das ebenfalls enorme Performance aus akustischer Sicht bietet. Sehr gut verarbeitet, mit kräftigem, klarem Klang, ist es aber eher für kleinere Hörräume für um die 20 Quadratmeter maximal geeignet, während man das LT4, das überdies noch deutlich mehr Basskraft beim Subwoofer und mehr Auflösungsvermögen bei allen Komponenten offeriert, auch im knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum noch sehr gut einsetzen kann. 

Ultrakompakt und hochwertig kommt das Q Acoustics 5.1 Sub/Sat-System 7000i gerade in weißer Variante daher. Der Preis – 1.299 EUR, das ist recht üppig. Der kultivierte Sound entschädigt aber dafür. Der kompakte und stylische aktive Subwoofer liefert guten Bassdruck. Fazit: Tolles System in moderner Optik, das relativ teuer ist und akustisch eher für den kleineren Hörraum ausgelegt ist. Die akustische Performance des LT4 ist, was Säulen, Satelliten und Subwoofer angeht, noch höher angesiedelt. 

Groß, schwarz, stark? Konkurrenz für das LT4 gibt es auch im eigenen Hause, denn das Teufel Ultima 40 5.1 Surroundset für 999 EUR ist eine interessante Alternative. Aber – die Optik! Hier dreht sich die Dame des Hauses entsetzt um und schreitet entschlossen zum LT4 – das nicht mehr, sondern ebenfalls 999 EUR kostet, interessanterweise praktisch (bis auf den etwas schlankeren Grundtonbereich, bedingt durch das geringe Gehäusevolumen der Satelliten und Säulen) gleich gut klingt, aber ungleich hochwertiger auftritt. Klarer Punkt für LT4. So geht Teufel.

 Teufel LT4 Set M Gruppenbild1

Teufel gelingt mit dem LT4 ein Meisterwerk – hochwertig, sauber verarbeitet, elegant, preiswert, und von einer akustischen Stärke, die man so umfassend niemals erwartet hätte. Wir staunen und genießen – empfehlen kann man dieses  – in Relation zum Kaufpreis – Ausnahme-System auch sehr anspruchsvollen Musik- und Filmtonliebhabern mit geringem Budget oder Fokus auf bestmögliches Preis-/Leistungsverhältnis. 

Meisterstück: Das beste uns derzeit bekannte 1.000 EUR-Mehrkanal-Set 
preisklassenreferenz
Säulen-/Satelliten-/Subwoofer-Systeme 5.1 bis 1.500 EUR
Test 02. März 2015

+ Exzellenter aktiver Subwoofer setzt Maßstäbe bei Basskraft, Präzision und Tiefgang
+ Perfekte Zusammenarbeit aller Komponenten
+ Passive Lautsprecher mit angenehm aufspielendem, feinen Hochtonbereich
+ Für schlanke Bauform erstaunlich guter Grundtonbereich
+ Räumlichkeit überzeugt voll
+ Sehr gute Stimmwiedergabe
+ Hochwertige Materialqualität
+ Sehr günstiger Preis

– Wirkungsgrad nur durchschnittlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Test 02. März 2015




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