TEST: Advance Paris Smart AX1 – ultrakompakter, leistungsstarker Stereo-Vollverstärker in edler Optik

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Zahlreiche Anwender wünschen sich eine erwachsene Stereoperformance, legen aber gleichzeitig Wert auf äußerst kompakte Abmessungen und ein elegantes Design. Genau für diesen potentiellen Käuferkreis hat Advance Paris die Smart-Komponenten-Baureihe entwickelt. Der Smart AX1 nimmt im Sortiment die Rolle des Zweikanal-Vollverstärkers ein. Per Pre-Out kann eine externe, stärkere Endstufe wie die Smart BX1 für 699 EUR angeschlossen werden – sogar über XLR, wenn man dies möchte. 

Als Preis für den eleganten Stereo-Vollverstärker werden 899 EUR genannt, alternativ zur weißen Version gibt es den AX1 auch in klassischem Schwarz. Der Smart AX1 liefert an 8 Ohm 2 x 45 Watt und an 4 Ohm 2 x 65 Watt.

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Auch aus seitlicher Perspektive unverwechselbares Design

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So geht Design: Einfach schlicht, modern, schön, hochwertig

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Diesen Namen sollte sich das Establishment gut merken: Advance Paris, Edel-Ableger von Advance Acoustic

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Display plus elegant integrierte doppelte 3,5 mm Kopfhörerausgänge

 

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Fernbedienung und AX1 passen perfekt zusammen

Optisch beeindruckt der kleine Vollverstärker enorm. Edel und unverwechselbar wird er durch die dicke Acrylglas-Frontblende, die Front ist insgesamt sehr aufgeräumt. Gut zur Hand liegt der zentral untergebrachte, silberne Lautstärke-Drehregler. Das Display ist sauber, ohne störende Erhebungen am Rand, integriert und sieht überdies gut aus. Dass der Lautstärke-Drehregler nicht nur recht hochwertig aussieht, sondern zusätzlich gerastert ist, bringt weitere Sympathie-Punkte. Das Anschlussfeld auf der Rückseite ist ebenfalls ausgezeichnete verarbeitet.

Sehr gut gefallen uns die edlen, großformatigen Schraubanschlüsse fürs Lautsprecherkabel, die auch Bananenstecker klaglos aufnehmen. Die soliden Gerätestandfüße zeichnen den AX1 ebenfalls aus, so dass als einziger Kritikpunkt außen der nicht perfekt lackierte weiße Metall-Gehäusedeckel bleibt. Die mitgelieferte Fernbedienung ist – ganz französischer Chic eben – auch in weißer Farbgebung gehalten, mit noblen chromfarbenen Akzenten wirkt sie optimal passend zum Hauptgerät – das bekommen viele Hersteller nicht in den Griff. Hier hinken die mitgelieferten Fernbedienungen des Öfteren deutlich dem Qualitätsanspruch, den das Hauptgerät verkörpert, hinterher. 

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Aufwändiger Aufbau innen

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Alu-Kühlkörper plus solide befestigter Ringkern-Transformator

Wie sieht das Innenleben aus? Auch hier können wir Advance Paris nur Respekt zollen. Der Ringkern-Transformator spricht für dauerhaft hohe Stromlieferfähigkeit. Enorm, dass die Franzosen auch in einem kleinen Vollverstärker nicht nur Design-Freunde, sondern auch Technik-Liebhaber glücklich machen möchten. Die passiven Kühlelemente aus hochwertigem, schwarz lackiertem Aluminium sind optimal für die Ableitung von Wärme während des Verstärkungsprozesses geeignet. Der AX1 produziert aufgrund der Tatsache, dass seine Endstufen klassisch analog aufgebaut sind, deutliche Verlustwärme bei der Signalverstärkung, wie alle analogen Verstärker. 

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Hervorragende Lautsprecherkabel-Anschlüsse

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Klassische Bestückung: Kein USB, dafür 3 x digital-optisch, 1 x digital-koaxial, dazu XLR-Eingang plus XLR-Ausgang für den Anschluss externer Endstufen (Smart BX1 für 899 EUR)

Die schon erwähnte in elegantem Kupfer gehaltene Rückseite hält eine umfangreiche, aber klassische Anschlussbestückung bereit. Optional ist ein Bluetooth-Modul als Zeichen der drahtlosen Moderne erhältlich. Dieses wird an eine entsprechende Systemschnittstelle angedockt. Ein Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss gibt sogar Raum fürs Netzkabel-Tuning – wenn man dies unbedingt möchte. Über Sinn und Nutzen schweigen wir uns hier aus, das handelsübliche mitgelieferte Netzkabel reicht unserer Meinung nach völlig aus.

Der Netzschalter ist ebenfalls hinten zu finden. Ein USB-A oder USB-B-Terminal fehlt. Dafür gibt es drei optische Digitaleingänge, einen koaxialen Digitaleingang, einen dedizierten analogen Cinch-Phonoeingang, analoge Cinch-Stereo-Buchsen für CD, Tuner, Aux1, Aux2, Aux3 sowie Cinch-Ausgänge für Rec Out, Pre-Out (Anschluss einer 2-Kanal-Endstufe, hier kommt aus der Smart-Serie die BX1 für 699 EUR, die wir ebenfalls testen) und sogar, sehr praktisch, ein Subwoofer Pre-Out für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. So kann man den Smart AX1 auch in Verbindung mit kompakten Regallautsprechern und einem aktiven Subwoofer als im Trend liegendes 2.1-System betreiben. Symmetrische, der Profitechnik entnommene XLR-Terminals gibt es beim AX1 auch noch, und zwar als XLR-IN und als Pre-Out. 

Klang

Verwendete Lautsprecher:

SACD, Deutsche Grammophon, Wolfgang Amadeus Mozart, Klarinettenkonzert KV622, 1. Allegro:

Hier kann sich der kleine Vollverstärker aus Frankreich gleich ansprechend in Szene setzen. Die recht geringen Verzerrungen auch beim Maximalpegel sind zu loben. Für kleinere Lokalitäten bis rund 20 Quadratmeter reicht der maximal mögliche Pegel problemlos aus, wer mit höheren Lautstärken auch größere Räume beschallen möchte, sollte über den Kauf der Advance Paris Smart BX1 Zweikanal-Endstufe für 699 EUR nachdenken, die optisch perfekt passt. Die natürliche Räumlichkeit, die nie künstlich aufgeblasen erscheint, stellt sicher, dass sich der kleine Franzose sehr gut für klassische Musik eignet. Auch, dass stets eine gute Auflösung und eine anständige räumliche Tiefe offeriert werden, verdeutlicht dies. Die Klarinette wird in Anbetracht des kleinen, kompakten AX1 sehr vielschichtig präsentiert. 

Das Fundament im Bassbereich ist für einen so kleinen Vollverstärker beachtlich. Absolut gesehen geht natürlich deutlich mehr. In Verbindung mit der Nubert nuLine 34 tritt der AX1 forscher auf, in Verbindung mit der Canton Chrono gelassener, kultivierter. Hier geht es um persönliche Ansprüche, erstaunlich ist auf jeden Fall, dass auch die Zusammenarbeit mit der schon größeren Chrono SL 586 DC gut funktioniert. Wer Klassik im akustisch eher lebendigen Raum hört, tut gut daran, bei der nuLine 34 den Hochtonschalter, der sich rückseitig beim Anschlussterminal befindet, auf „sanft“ einzustellen. Dann funktioniert die „Operation Klassik“ sehr gut.

SACD, Deutsche Grammophon, Ludwig Van Beethoven, 9. Symphonie „Ode an die Freude“, Allegro ma non troppo, un poco maestoso:

Die weltberühmte Symphonie bereitet viel Freude, wenn der AX1 die Wiedergabe übernimmt. Er managt die Dynamiksprünge souverän und offeriert im Hochtonbereich eine ausgezeichnete Brillanz – zu viel wird es allerdings nie. Denn eine überdominante Präsentation im Hochtonbereich kann gerade dann, wenn man über einen längeren Zeitraum hört, recht störend werden und die Gesamtharmonie entscheidend mindern. Der Smart AX1 erweist sich hier als wohltuend harmonisch ausbalanciert.

Die Akustik wirkt nie fade, monoton, aber auch nie zu frisch und forsch. Die einzelnen Facetten holt der AX1 für ein Gerät der Preisklasse um 700 EUR ausgezeichnet heraus. Wie stets herauszuhören ist, wird aus räumlicher Perspektive ein vielschichtiger Aufbau offeriert, der sich nicht hinter teureren Konkurrenten verstecken muss. 

SACD, „James Bond Themes“, orchestrale Präsentation von 007-Titelmelodien vom „Royal Philharmonic Orchestra“:

Mit beiden Lautsprechern, die wir fürs Preview eingesetzt haben, funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Die Leistungsreserven des AX1 überzeugen einmal mehr, das „James Bond Theme“, die legendäre Titelmelodie, die in jedem 007-Movie vorkommt, wird dynamisch sowie kraftvoll herausgearbeitet. Bei hohem Pegel, also erst ab ca 75 Prozent der möglichen Maximallautstärke, nimmt das Differenzierungsvermögen etwas ab. Sehr beachtlich, dass dies erst bei solchen, in der Praxis nicht unbedingt alltäglichen Pegeln passiert. Auch die Gesamt-Tiefe des Klangbildes, bei „Goldfinger“ und „Live And Let Die“ ausgezeichnet, nimmt leicht ab. Insgesamt aber rückt der kleine Smart-Vollverstärker den „großen Kollegen“ im klassischen 43 cm-Rastermaß bedrohlich nahe.

Die von Beginn an nuancenreiche Wiedergabe bei „From Russia With Love“ beeindruckt uns, zumal auch hier die gesamte Dynamik wieder als ausgezeichnet zu bezeichnen ist. Der Klang ist in Verbindung mit der Canton kultivierter und geschliffener, in Verbindung mit der nuLine 34 dynamischer und direkter. So dürften beide Kombinationen viele Sympathien wecken. Die instrumentale Darstellung von „Goldeneye“ hat ebenfalls Substanz und Ausdruckskraft. Mit viel Schwung und entsprechendem Nachdruck wird der Titel zur Geltung gebracht. Dabei erstaunt einmal mehr, wie gut der AX1 aus räumlicher Sicht agiert: Sowohl, was die Tiefenstaffelung angeht, als auch, was die Weitläufigkeit betrifft, erzielt der Advance Paris-Vollverstärker sehr gute Ergebnisse

SACD: Soundtrack zu „Footloose“

Nicht absolut perfekt, trotz DSD und entsprechend hohem Dynamikumfang, präsentiert sich die SACD, die den Soundtrack des 80er Jahre-Kultfilms „Footloose“ enthält. Der Smart AX1 macht sich aber auf gefällige, lebendige Art und Weise an die Wiedergabe, so dass die Schwächen des Quellmaterials nicht über Gebühr in Erscheinung treten. Beim Titelsong „Footloose“ gefällt der Verstärker einmal mehr durch seine homogene, klare und kultivierte Wiedergabe. Auch bei gehobenem Pegel sortiert der Smart AX1 alle akustischen Ebenen noch akkurat durch.

Beim Love-Song „Almost Paradise“ (Mike Reno & Ann Wilson) bringt der französische Zweikanal-Experte den emotionalen Tiefgang auf überzeugende Art und Weise heraus. Die Stimmwiedergabe weist als Vorzüge eine feine Konturierung und eine tadellose Loslösung von den Boxen auf. Die aufwändig aufgebauten Endstufen sowie die leistungsstarke Stromversorgung, auch dauerhaft dank Ringkerntrafo mit hoher Stromlieferfähigkeit, bringen hier ihre Vorteile klar ins Spiel. Beim dynamischen Bonnie Tyler-Song „Holding Out Fpr A Hero“ setzt der AX1 seine sehr dynamische Auslegung vorteilhaft um – der straffe Bass und die ausgezeichnete Impulstreue maximieren hier die Freude beim Zuhören. 

SACD: „Leben“ von Schiller

Bei „I’ve Seen It All“ punktet der Smart AX1 mit seinem überraschend lebendigen und potenten Bass, wenn wir die Canton Chrono SL anschließen. Doch auch mit der nuLine 34 entpuppt sich der Bassbereich als ausdrucksstark und nachdrücklich. Hier machen sich der aufwändige innere Aufbau und die tadellose Bauteil-Qualität offensichtlich bezahlt. Die akkurate Trennung von Synthesizer, Basslinie und vokalen Elementen bis zur Lautstärkeanzeige „40“, was schon beachtlich hoch ist, kann gelobt werden. Die Canton-Box agiert räumlich noch dichter, insgesamt gediegener, die nuLine 34 vermittelt ein besonders frisches, lebendiges Klangerlebnis. 

Konkurrenzvergleich

Marantz PM6005 Front Seitlich2

  • Marantz PM6005: Nicht mehr der aktuellste Vertreter dieser Baureihe, sondern die 2015er Variante – dies möchten wir vorausschicken. Für ehemals 549 EUR offeriert der Marantz im klassischen 43 cm Rastermaß eine sehr gute Performance. Der innere Aufbau mit geschirmtem Ringkerntrfo überzeugt, allerdings ist das Chassis einfach gemacht. So edel und solide wie beim Smart AX1 wirkt der PM6005 von innen nicht. Die Fernbedienung des PM6005 ist ordentlich gemacht. Bei der Anschlussbestückung fehlen Pre-Outs. Akustisch liefert der Marantz eine runde Leistung ab, klar, homogen, räumlich dicht. Der Smart AX1 liefert noch mehr Facettenreichtum und Räumlichkeit im Hochtonbereich, erstaunlich für ein so kleines Gerät.

Denon PMA-50 Front Seitlich

  • Denon PMA-50: Für 599 EUR Kaufpreis (UVP) ist der Denon PMA-50 ein harter Konkurrent, der edel aussieht und hervorragend verarbeitet ist – und preisgünstiger an den Start geht. Das Display setzt Maßstäbe, und auch die Materialqualität ist bestechend. Sehr gute Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse befinden sich auf der Rückseite, und zum Ausstattungsumfang gehört auch ein USB-DAC. Pre-Outs gibt es nicht, und die Fernbedienung ist zwar hübsch, aber reicht nicht ganz an die von Advance Paris heran. Insgesamt ist auch der Denon auf allerhöchstem Niveau, der Smart AX1 ist für Klassik und Jazz aber aufgrund des über alle Maßen homogenen Klangs noch besser geeignet. Hier rechtfertigt die französische Komponente auch den Mehrpreis. Gerade elektronische Musik wird dafür vom Denon besonders dynamisch präsentiert. 

Advance Acoustic X-i105 Front Seitlich2

  • Advance Acoustic X-i105: Für 899 EUR, also den identischen Betrag, liefert Advance Acoustic auch einen großen Stereoverstärker im 43 cm Rastermaß aus, der mit 2 x 140 Watt an 4 Ohm auch im größeren Hörraum eine sehr gute Figur macht. Wer also im Hörraum ab 25 Quadratmeter richtig „Gas geben“ möchte, ist hier noch besser bedient. Nicht ganz so edel+chic wie der Smart AX1, aber immer noch optisch sehr attraktiv, begeistert der X-i105 durch die komplette Ausstattung mit USB-DAC- Akustisch stellen wir Erstaunliches fest: Klar, dass der X-i105 pegelfester ist, aber noch feiner sowie gefälliger spielt der kompakte Smart AX1 auf. 
Fazit

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Mit dem Smart AX1 Stereo-Vollverstärker ist Advance Paris ohne Zweifel ein großer Wurf zum fairen Kaufpreis gelungen. Schicke und hochwertige Optik, ein erstklassiger innerer Aufbau und ein kultivierter, gleichzeitig dynamischer Klang sind große Vorzüge. Die Anschlussbestückung ist klassisch, Bluetooth-Streaming kostet Aufpreis.

„Klein, aber oho“ – auf den schicken, edlen Advance Paris Smart AX1 trifft diese Weisheit praktisch zu 100 % zu
preisklassenreferenz
Stereo-Verstärker bis 1.000 EUR
Test 19. August 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 19. August 2016




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