TEST: Advance Acoustic Stereo-Komponenten Verstärker X-i105/CD-Player X-Cd5

Advance Acoustic X-cd5 X-i105 Gruppenbild3

Ein neues starkes Stereo-Gespann? Wir haben die aktuellen Acoustic Advance-Komponenten der Mittelklasse bei uns im Test, den Vollverstärker X-i105 und den CD-Player X-Cd5. 

Starten wir mit dem Vollverstärker, der für 899 EUR angeboten wird. Er ist nach dem X-i125 das zweitgrößte Modell innerhalb des Vollverstärker-Produktsortiments. 2 x 140 Watt an 4 Ohm betragen die recht üppigen Leistungsreserven. Die Optik haben die Franzosen im Vergleich zu den 2015er Modellen nicht wesentlich verändert, was aber auch nicht sein muss. Denn das schlichte Design gefällt nach wie vor, wenn auch die hochglänzenden Front-Paneele recht anfällig gegen Staub und Fingerabdrücke sind. Praktisch – und nicht selbstverständlich bei Stereoverstärkern – ist die Tatsache, dass Advance Acoustic dem X-i105 ein Gerätedisplay spendiert hat.

Advance Acoustic X-i105 Front Seitlich2

Attraktives, schlichtes Design

Advance Acoustic X-i105 Bedienelement

Standby-Knopf

Advance Acoustic X-i105 Detail Front

Gute Materialqualität und Detailverarbeitung

Advance Acoustic X-i105 Display Bedienelemente

Multifunktionselement

Advance Acoustic X-cd5 Fernbedienung

Identische Fernbedienung bei beiden Komponenten

Der zentrale, silberne und ordentlich in der Hand liegende Regler dient nicht nur zum Justieren des Pegels, sondern – nach Druck auf die Mitte – auch als multifunktionales Tool für alle Einstell-Optionen. Einmal drücken, und man ist im Input-Menü, noch einmal drücken, und man ist in der Klangregelung – etc. Sehr praktisch und problemlos nach kurzer Zeit der Eingewöhnung. Die mitgelieferte Fernbedienung ist recht leicht, sie sieht gut aus und lässt sich auch dank der rutschfesten, gummierten grauen Tasten prima handhaben. Die Oberseite des IR-Controllers ist  hochglänzend – hier wieder das alte Lied, anfällig gegen Staub und Fingerabdrücke. Dass die Fernbedienung von einem silbernen Rahmen umgeben ist und auch die Navigationseinheit von einem silbernen Zierring verschönert wird, ist als nettes Detail hervorzuheben. 

Advance Acoustic X-i105 Rueckseite Seitlich2

Rückseite komplett

Advance Acoustic X-i105 Anschluesse Rueckseite2

Umfangreiches Anschlusssortiment

Advance Acoustic X-i105 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Der Verstärker bringt relativ hochwertige Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse mit, für Speaker A und Speaker B. Auch auf der Rückseite befindet sich der Netzschalter für die komplette Trennung des X-i105 vom Hausstromnetz. Es finden sich ferner vergoldete Cinch-Stereo-Eingänge für: Phono, CD, Tuner, AUX1, AUX2, AUX3, AUX4 sowie PC2. Ferner sind ebenfalls vergoldete Stereo-Cinch-Ausgänge vorhanden: Rec Out sowie Pre-Out, wenn der X-i105 nur als Vorstufe an einer noch leistungsfähigeren Endstufe eingesetzt wird. Ein Amp In-Cinch-Eingang ist noch vorhanden, so dass man z.B. zwischen Vor- und Endstufeneinheit des X-i105 einen grafischen EQ einschleifen könnte, wenn man dies möchte.

Sehr viel interessanter ist jedoch, dass ein USB-B-Anschluss (auch USB-A ist vorhanden) auf der Rückseite zu finden ist. Dieser lässt den Rückschluss zu, dass sich ein USB D/A-Wandler, also ein asynchroner DAC, der dafür sorgt, dass der X-i105 in Verbindung z.B. mit einem Notebook als „externe Soundkarte“ arbeiten kann, an Bord befindet. Dieser ist nativ kompatibel zu Auflösungen von bis zu 192 kHz/24-Bit, sehr gut. Sehr gut ist auch, dass man mit dem von uns ebenfalls untersuchten X-FTB01 auch gleich einen über Systemanschluss mit dem X-i105 zu verbindenden Bluetooth-Adapter erwerben kann. 99 EUR Kaufpreis sind allerdings äußerst happig, selbst wenn aptX mit AAC-Dateisupport bis zu 49 kHz/24-Bit ein wichtiges Ausstattungsmerkmal darstellt.  Der X-i105 bringt noch einen optischen Digitaleingang und zwei koaxiale Digitaleingänge mit. Sogar an einen Cinch-Mono-Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers wurde in Frankreich gedacht – très bien!

Advance Acoustic X-i105 Innenleben Gesamt

Innenleben mit Ringkern-Trafo

Advance Acoustic X-i105 Innenleben1

Aluminium-Kühlkörper

Advance Acoustic X-i105 Innenleben3

Im Detail

Innen ist der französische Vollverstärker tadellos verarbeitet, besondere Beachtung verdient der zentriert angeordnete, fest mit dem Gehäuseboden verschraubte Ringkern-Trafo. Das vollsymmetrische Layout der Endstufe ist hervorzuheben, das deutet auch die Anordnung der schwarzen Alu-Kühlkörper an. Das Platinenlayout ist ebenfalls sorgfältig, verschiedene einzelne Kabel sind mit Kabelbindern zusammengefasst. 

Advance Acoustic X-cd5 Front Seitlich2

X-Cd5

Advance Acoustic X-cd5 Bedienelemente Front1

Schöne Gerätestandfüße, aber etwas wackelige Knöpfe

Advance Acoustic X-cd5 Bedienelemente Front2

Standby-Taste

Advance Acoustic X-cd5 Display

Display

Advance Acoustic X-cd5 Disc Schublade

Laufwerkslade

Advance Acoustic X-cd5 Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Advance Acoustic X-cd5 Anschluesse Rueckseite

Anschlussbestückung

 Als CD-Player in unserem 2er-Team kommt der X-Cd5 zum Einsatz, der für 499 EUR angeboten wird. Er verfügt nicht nur über analoge Cinch-Ausgänge, sondern auch über analoge, synchrone XLR-Terminals. Mit diesen kann er jedoch beim X-i105 nicht punkten, da dieser keine XLR-Eingänge mitbringt. Für den CD-Spieler spricht der hochwertige eingebaute Wolfson D/A-Wandler (102 kHz/24-Bit). Die bei vielen AV-Receivern mittlerweile üblichen 192 kHz/32-Bit D/A-Konverter oder sogar 384 kHz/32-Bit-D/A-Wandler (wie sie Onkyo schon seit 2015 bereits ab der 700 EUR AVR-Liga verbaut) sind hier nicht vorgesehen. Gut ist dafür, dass ein optischer und ein koaxialer Ausgang vorhanden sind, wenn sich im angeschlossenen Verstärker noch bessere D/A-Konverter befinden.  

Weniger gut – zwar ist ein USB-Eingang auf der Vorderseite, dieser ist aber nicht in der Lage, USB-Sticks mit HiRes-Audiodateien entgegen zu nehmen. Ausgezeichnet – auch wenn so ein Eindruck stets subjektiv ist – gefällt uns auch das Design. Die Standfüße in silberner Ausführung sind vom Durchmesser her recht groß. Im Lieferumfang des CD-Player ist im Übrigen die identische Fernbedienung enthalten, die auch den X-i105 ziert.

Advance Acoustic X-cd5 Innenleben1

Laufwerk, sehr leise auch beim Einlesen

Advance Acoustic X-cd5 Innenleben Gesamt

Übersichtliches Layout

Advance Acoustic X-cd5 Innenleben2

Im Detail

Die Verarbeitung des 4,95 kg wiegenden X-Cd5 ist im Inneren sehr gut, was die Gerätefront angeht, sind allerdings deutliche Abstriche zu machen. Die acht silbernen Knöpfe zur Bedienung der Funktionen des CD-Players direkt an der Gerätefront sind wackelig, die Lagerung der dünnen Laufwerkslade muss schon gewisses Spiel haben, dem sind wir uns auch von anderen Devices her bewusst – wie deutlich sich die Lade des X-Cd5 allerdings bewegt, ist des Guten dann doch zuviel.  Mit 43 cm bietet der CD-Player das gängige, klassische Einzelkomponenten-Rastermaß auf. Der X-Cd5 ist nur 7 cm hoch, die Tiefe liegt bei 25,7 cm. 

Pro & Contra

+ Sauberes Layout innen bei beiden Komponenten
+ X-i105 mit USB-DAC
+ X-i105 mit Gerätedisplay
+ X-i105 mit Subwoofer-Vorverstärkerausgang
+ X-Cd5 zusätzlich mit XLR-Ausgängen
+ Gute mitgelieferten Fernbedienungen
+ Schickes Design
+ Bluetooth-Adapter mit aptX optional lieferbar

– Wackelige Tasten beim X-Cd5
– Teurer optionaler Bluetooth-Adapter
– Staubempfindliche Hochglanzoberfläche (Gerätefrontpaneele)

Klang

Hier haben wir den asynchronen USB-DAC des X-i105 unter die Lupe genommen, und gleich zu Beginn finden wir lobende Worte. Bis zu 192 kHz/24-Bit Dateien können verarbeitet werden, das ist absolut zeitgemäß. Wir arbeiten mit verschiedenen FLAC-Dateien, und beginnen mit einer 96 kHz/24-Bit-Datei von Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nummer 4, Köchelverzeichnis 218, 1. Allegro. Hier setzt sich der X-i105 tadellos in Szene, und wir haben durchaus anspruchsvolle Lautsprecher als Ergänzung am Advance Acoustic-Verstärker angeschlossen, unsere „kampferprobten“ Nubert nuVero 140. Und mit Verve und Lässigkeit agiert der X-i105, der sich im Vergleich zur letzten Generation noch etwas frischer und impulstreuer zeigt. Kleine dynamische Differenzen werden sehr stimmig herausgearbeitet, und die Violine kommt in den diversen Solo-Parts mit guter Räumlichkeit und ordentlicher Brillanz heraus. Die Strukturen innerhalb des Orchesters gibt der französische Stereo-Vollverstärker klar verständlich wieder. Der sehr erfahrene Musikliebhaber wird natürlich bemerken, dass manche kleine Kontur noch schärfer durchzeichnet sein könnte, aber wir haben es hier auch nicht mit einem sündhaft teuren Luxus-Verstärker zu tun, sondern mit einer Komponente, deren Kaufpreis man mit 899 EUR durchaus als „bürgerlich“ bezeichnen kann. Der Klang löst sich gut von den Lautsprechern, die Leistungsreserven des X-i105 reichen bestens aus, um die nuVero 140 auch bei versiertem Pegel ansprechend zu versorgen. Klar dürfte sein, dass die großvolumigen Lautsprecher noch deutlich mehr verkraften können als der X-i105 in der Lage ist, zuzuführen. 

Advance Acoustic X-i105 Innenleben2

Garant für dauerhaft hohe Stromlieferfähigkeit: Der eingebaute hochwertige Ringkern-Transformator

Nun, auch das Präsentieren italienischer Emotionalität in Form des Songs „Diamante“ (96/24, Sandra & Toni Alessi) gelingt den Advance Acoustic-Stereo-Komponenten recht ordentlich. Die Stimmen, ganz gleich, ob Sandras oder Tonis, haben gut definierte Konturen, die Trennung von den Instrumenten ist sehr gut. Der Klang des X-i105 ist sehr lang homogen sowie angenehm, erst bei sehr hoher Lautstärke wird der sonst smart auftretende Verstärker etwas spitz im Hochtonbereich. Aber diese Pegel dürfte im Alltag kaum jemand für längere Zeit erreichen. Dank des hochwertigen Innenaufbaus mit leistungsstarkem Ringkern-Trafo ist die Stromlieferfähigkeit des X-i105 stets gegeben. Er meistert auch Dynamiksprünge souverän, und auch bei diesem Stück gefällt die authentische Räumlichkeit sehr gut.

„River Towns“ (Album „Tracker“) von Mark Knopfler liegt uns in 192/24 vor. Und der X-i105 erfreut uns mit einer charismatischen, lange Zeit detailreichen und klaren Stimmwiedergabe. Erst, wenn der Pegel sehr kräftig ist, nimmt das Differenzierungsvermögen bei der vokalen Präsentation etwas ab. Der Bass, dies fällt generell auf, ist sehr fundiert und kräftig. Demnach lohnt es sich, dem Advance Acoustic-Verstärker auch Lautsprecher zur Seite zu stellen, die in der Lage sind, einen nachdrücklichen, gleichzeitig aber präzisen Bass zur Verfügung zu stellen. Die Auflösung, die der X-i105 aufbietet, kann über den gesamten Frequenzbereich überzeugen. Klar dürfte trotzdem sein, dass, gerade was Luftigkeit und Feingefühl im Hochtonbereich und bei der vokalen Darstellung betrifft, noch deutlich mehr geht. Dies sei nur als Anmerkung und nicht als Kritikpunkt verstanden, der X-i105 agiert hier sehr gut für seine Preisklasse, wenn auch keine neuen Maßstäbe gesetzt werden. 

Nun fallen wir tief – was die Auflösung angeht, nicht den Titel an sich, dieser ist sehr schön und tiefgründig: In 48/24 lauschen wir der Diana Krall-Adaption des Eagles-Klassikers „Desperado“ und sind hier erneut recht angetan vom X-i105. Dieser schafft es vor allem richtig überzeugend, das Piano auf der einen Seite glaubwürdig darzustellen (auch mit Einbeziehung der Anschlagdynamik beim Betätigen der Tasten), auf der anderen Seite aber Dianas charismatische Stimme nicht aus dem Fokus zu verlieren. Dieses Gleichgewicht auch bei beachtlicher Hörlautstärke zu halten, managt der X-i105 absolut überzeugend. Die recht voluminöse Gesamt-Wiedergabecharakteristik gefällt uns sehr gut, dadurch fühlt sich der Zuhörer auch richtig von einem Klangfeld umgeben und hat so die Chance, tief in die Musik einzutauchen. Wie gut der französische Verstärker mit den nuVero 140 zusammenarbeitet, fällt auch bei diesem Hör-Beispiel positiv auf.

Ebenfalls in der Version von Diana Krall (48/24) überlassen wir dem X-i105 die Wiedergabe von „Don’t Dream It’s Over“. Hier wird der partiell filigrane Anfang gut präsentiert, allerdings könnte hier die Durchhörbarkeit im Hochtonbereich noch leicht gesteigert werden beim Anteil der Harfe, während man beim Piano nichts kritisieren kann, hier leistet der Vollverstärker ausgezeichnete Arbeit. Auch die später hinzu kommenden Streicher gefallen durch tadellose Integration und stimmige Charakteristik. Der Bass ist wieder sehr kraftvoll und hat ein räumlich dichtes Fundament. Wer Hören als das Erleben von Musik versteht und dieses Erleben auch förmlich spüren möchte, liegt beim X-i105 absolut richtig, er klingt viel „größer“ als es das kompakte Gehäuse suggeriert. 

Optional ist auch der X-FTB01 Bluetooth-Adapter für den X-i105 verfügbar, wir hatten den kompakten Stick zum Test gleich mit in der Redaktion. Für den Anschluss gibt es auf der Rückseite des X-i105 den passenden Slot. Schnell war die Kopplung mit einem iPhone 6S Plus erfolgt, und die Wiedergabe über den mit aptX (bis 48 kHz/24-Bit-AAC-Support über X-FTB01)) ausgestatteten X-FTB01 startet sogleich. In der Regel war die Verbindung zuverlässig, einmal allerdings registrieren wir einige Male eine Reihe unerklärlicher Aussetzer. Somit hoffen wir, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Die Klangqualität bei Andrea Bocellis „Perfidia“ in CD-Auflösung (44 kHz/16-Bit) gefällt uns sonst sehr gut. Klar, lebendig, räumlich und mit dem schon von den anderen Klangbeispielen her bekannten Solidität im Bassbereich agiert der X-i105, die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen überzeugt ein weiteres Mal. Wir legen noch „Love in Portofino“, ebenfalls von Andrea Bocellis „Passione“-Album, nach. Der Klang hüllt den Zuhörer ein, die Raumwirkung ist überragend. Trotz des auch hier sehr umfassenden Bassbereiches hat man nie den Eindruck, die Stimme Andreas wäre unterrepräsentiert. Im Gegenteil – mit Charisma und akkuraten Strukturen wird ein beachtlicher Standard offeriert. 

„You Win Again“ von den Bee Gees (CD-Qualität) ist eine nur durchschnittliche Aufnahme mit leicht blechernem Klang. Die Stimme zischelt leicht, diese beiden Nachteile kann auch der X-i105 nicht ganz verschleiern, durch die schon bekannten Vorzüge aber macht das Anhören trotzdem Freude, da gerade dieser Bee Gees-Hit auch vom ausdrucksstarken Bass lebt, der mit Nachdruck und Fülle vom französischen Verstärker dargeboten wird. „Moonraker“ von Shirley Bassey (CD-Auflösung) ertönt facettenreich, auch das Glockenspiel wird plastisch integriert und geht nicht, was wir schon des Öfteren herausgehört haben, unter. Die Stimme Shirleys hat Ausdruckskraft und gefällt des Weiteren durch die tadellose Präzision sowie die sehr fließende Einarbeitung in die Gesamt-Akustik des Songs aus dem gleichnamigen 007-Film.

Wir haben ja noch den X-Cd5 am Start, den wir nun sofort ausprobieren. Die Laufwerkslade kommt herausgefahren, und wir lassen uns in die 90er Jahre zurückversetzen. Vom Dr. Alban-Album „The Very Best Of 1990 – 1997“ hören wir den bassstarken Sash-Remix von „It’s My Life“. Und hier schiebt der X-i105 mächtig an – für den Party-Einsatz eignet sich der Verstärker somit problemlos. Der X-Cd5 kann an den X-i105 durchaus analog angeschlossen werden, schließlich hat der X-i105 leistungsfähige D/A-Wandler. Aber auch der X-Cd5 kann in hoher Qualität wandeln, wenn man z.B. einen älteren Verstärker mit nicht so leistungsstarker Wandlereinheit oder aber einen rein analogen Verstärker verwendet. Der X-Cd5 bringt einen 192 kHz/24-Bit-D/A-Konverter aus dem renommierten Hause Wolfson mit, ebenso wie der X-i105. Es handelt sich beim CD-Player um den WM8761. Während das sogar während des Einlesens und erst im Recht im Betrieb sehr leise Laufwerk positiv zu vermerken ist, stört leider im Alltag, dass zum einen die CD-Lade nach Druck auf die „Open“ Taste (ganz gleich, ob per Fernbedienung oder direkt am CD-Player) nicht sonderlich schnell reagiert (erst nach rund 6 Sekunden), und zum anderen, dass die Laufwerkslade, wenn man nicht in Rekordzeit eine Disc einlegt, zu schnell wieder schließt – exakt nach knapp 13 Sekunden. 

Der Klang, den der 499 EUR kostende X-Cd5 digital ausgibt, ist fein und differenziert – es ist eigentlich kein nennenswerter Unterschied zum analogen Anschluss an den X-i105. Was lernen wir daraus? Dass in beiden Komponenten entsprechend hochwertige D/A-Wandler arbeitet. Sehr gut arbeitet das Advance Acoustic-Team bei „The Howling“ von Within Tempation – der sehr deutliche Dynamiksprung nach dem ruhigen, kurzen Intro setzt richtig Kraft frei. Bis ca. zu Lautstärke 42 ist die Stimme von Leadsängerin Sharon den Adel sehr ausdrucksstark und facettenreich, ab ca. Lautstärke 44 laut Anzeige am X-i105 wird das Ergebnis dann leicht schrill und die Detaillerung nimmt ab. Ganz stark ein weiteres Mal der Bassbereich: Es geht mächtig voran, auch bei hohem Pegel. Die E-Gitarre teilt sich das Schicksal mit der Stimme, ab ca. 44 (Lautstärkeanzeige) wird es etwas zu aggressiv, bis „42“ ist alles sauber strukturiert und lebendig. 

Jetzt, zum Ende unserer Test-Session, wird es nochmal „klassisch“. Von Felix Mendelssohn Bartholdy hören wir die Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“. Es handelt sich beim Tonträger um eine sehr schöne „Deutsche Grammophon“-CD mit einer Aufnahme der Berliner Philharmoniker unter dem unvergessenen „Maestro“ Herbert von Karajan. Charismatisch, mit sehr treffender Einarbeitung der Streicher, macht sich die französische HiFi-Kette an ihre Arbeit. Auffällig ist, dass sich schon bei geringen Pegeln ein weitläufiges Raumgefühl einstellt. An der Detaillierung und der Auskleidung des Hochtonbereiches merkt man, dass die Aufnahme aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrtausends stammt. Das Auseinanderdifferenzieren der einzelnen musikalischen Ebenen gelingt glaubwürdig, das Abklingen von Instrumenten kommt ebenso authentisch heraus wie die zahlreichen, auch abrupt auftretenden dynamischen Differenzen. Das leicht Mystisch-Geheimnisvolle, ergreifende Wesen der Konzert-Ouvertüre wird sehr gelungen zur Geltung gebracht – für Klassik-Enthusiasten mit Blick auf ein besonders überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis ist die Advance-Kombination daher wirklich ein Kauftipp. 

Der CD-Player, dies sei noch kurz erwähnt, hat auch noch einen USB-A-Eingang vorn, vor dessen Verwendung eine Gummiabdeckung zu entfernen ist. Entgegen genommen von unseren Test-Files wird nur MP3, kein AAC oder FLAC. HiRes-Audiodateien werden ebenfalls nicht wiedergegeben. 

Pro & Contra Klang

+ X-i105 mit hervorragender Grob- und ausgezeichneter Feindynamik
+X-i105 erweist sich als pegelfest
+X-i105 und Cd-5 mit sehr gutem D/A-Konverter von Wolfson
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Enorm druckvoller, aber gleichzeitig präziser Bass

– X-i105 wird plötzlich bei hohem Pegel etwas spitz

Konkurrenzvergleich
  • Marantz Verstärker PM6005: Mit 549 EUR ist der optisch im typischen Marantz-Design gehaltene PM6005 deutlich preiswerter als der X-i105. Dementsprechend fällt die Ausstattung auch spartanischer aus, es fehlt ein USB-DAC. Überraschenderweise aber offeriert der preiswerte Marantz-Vollverstärker einen sogar mit einem speziellen Gehäuse geschirmten Ringkern-Trafo. Akustisch bietet der PM6005 eine fürs Geld exzellente Pegelfestigkeit, muss sich dem X-i105 aber verständlicherweise geschlagen geben. Gerade im Bassbereich bei höheren Lautstärken hat der Advance Acoustic-Verstärker mehr Kraftreserven. Das merkt man auch bei großen Dynamiksprüngen, die der Franzose spontaner und massiver umzusetzen weiß. Kleinigkeit am Rande – der X-i120 hat ein Display, der Marantz PM6005 nicht. 
  • Sehr natürlich im Sound und kraftvoll im Antritt, das zeichnet den laut UVP 649 EUR kostenden Yamaha Stereo-Vollverstärker A-S701 aus, der im gekonnten, stilsicheren Retro-Design der 70er Jahre auftritt. Wie auch beim X-i105 gibt es optional ein Bluetooth-Modul. Was das Innenleben angeht, fehlt dem A-S701 ein Ringkerntrafo, wie ihn die Kontrahenten von Advance Acoustic und Marantz haben. Ein USB-DAC ist beim A-S701 nicht an Bord. Der Advance Acoustic X-i105 entfaltet im Vergleich aus akustischer Sicht mehr Volumen und trennt Stimmen sowie Instrumente noch sorgfältiger. Dies rechtfertigt zusammen mit dem höherwertigen inneren Aufbau und dem USB-DAC auch den Mehrpreis. Für sein Geld ist der Yamaha aber nach wie vor eine gute Wahl. 
Fazit

Advance Acoustic X-i105 Front Seitlich1

Beim Design ist alles beim Alten geblieben, und auch sonst ist der X-i105 auf „alten Pfaden“ unterwegs, was allerdings nur positiv zu verstehen ist: Er ist ebenso wie der Vorläufer sehr pegelfest, dynamisch und kraftvoll unterwegs. Im Detail konnten Grob- und auch Feindynamik gelungen optimiert werden. Die Ausstattung des X-i105 ist tadellos, sehr lobenswert ist die Tatsache, dass der eingebaute D/A-Wandler bis zu 192 kHz/24-Bit-Dateien verarbeiten kann. Auch die Anschlussbestückung inklusive Subwoofer Pre-Out ist ausgezeichnet. Der hochwertige innere Aufbau verdient genauso Lob. Der X-i105 ist akustisch souverän-homogen ausgelegt und wird erst bei sehr hohen Lautstärken etwas spitz. Gut ist, dass es gegen entsprechenden Aufpreis einen aptX-fähigen Bluetooth-Adapter gibt, weniger gut ist, dass dieser knapp 100 EUR kostet – sehr viel Geld. 

Französisches Universaltalent – der X-i105 besticht durch Klangqualität und Ausstattungsvielfalt
ueberragend
Stereo-Verstärker bis 1.000 EUR
Test 27. April 2016

Advance Acoustic X-cd5 Front Seitlich2

Der X-Cd5 ist nicht ganz so ein „Glückspilz“ wie der X-i105, der uns praktisch vollauf überzeugt hat. Der CD-Spieler verfügt zwar über hochwertige interne D/A-Wandler und bringt sogar für die Verbindung mit entsprechend ausgestatteten Vorstufen/Verstärkern symmetrische XLR-Anschlüsse mit, es finden sich aber auch einige Ungereimtheiten wie die wackeligen Knöpfe auf der Gerätefront, die labile CD-Lade, das träge Ansprechen der Lade auf den „Open“-Befehl sowie die Tatsache, dass die Lade nach dem Öffnen viel zu schnell wieder zugeht. Die Optik ist aber ansonsten schick, die mitgelieferte Fernbedienung gut und das Innenleben ist sauber aufgebaut. Der auf der Front untergebrachte USB-Eingang könnte hinsichtlich der Formate deutlich freizügiger sein.

Optisch attraktiver CD-Player mit leistungsfähigem D/A-Wandler und sehr guter Anschlussbestückung
sehrgut
CD-Player bis 500 EUR
Test 27. April 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. April 2016




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