TEST: Marantz Stereo-Komponenten Verstärker PM6005 und Netzwerkplayer NA6005

Marantz NA6005 PM6005 Gruppenbild

Bei qualifizierten Fachhändlern findet man den schicken Marantz Netzwerkplayer NA6005 für 599 EUR UVP und den dazu passenden Stereo-Vollverstärker PM6005 für 549 EUR UVP. Für die hochwertige Kombination werden also etwa 1148 EUR fällig. Das typische und von vielen sehr geschätzte Marantz-Design wurde immer wieder dezent modernisiert, so dass die Geräte nie altbacken erschienen, aber auch trotzdem den bewährten Stil mit hohem Wiedererkennungswert beibehielten.

Marantz PM6005 Anschluesse Rueckseite1

Hochwertige Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse, Remote Control In/Out

Marantz PM6005 Anschluesse Rueckseite2

Fünf Cinch-Audio-Eingänge, auch Phono ist darunter. Ein Cinch-Ausgang, hinzu kommen optischer sowie koaxialer Digitaleingang. Hochwertig vergoldete Buchsen

Marantz PM6005 Rueckseite Seitlich1

 Ansicht von hinten komplett. Kaltgeräte-Netzsteckerbuchse lässt dem Anwender die Wahl, unter Umständen ein besonders hochwertiges Kabel zu verwenden

 Beginnen wir mit dem PM6005, dem Herzstück der Stereo-Anlage. Er liefert an 8 Ohm 45 Watt/Kanal, und an 4 Ohm 60 Watt/Kanal. Das klingt nach ehrlichen, nachvollziehbaren Angaben, der Frequenzgang wird mit 10 Hz bis 70 kHz angegeben, der Klirrfaktor insgesamt liegt bei 0,05 Prozent. Der recht flache Verstärker kommt mit insgesamt fünf Audioeingängen im Cinch-Format, darunter auch Phono und Network. Hinzu kommen ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang sowie ein Cinch-Record-Ausgang.  Vorn auf der solide verarbeiteten Frontblende gesellt sich noch ein 6,25 mm Kopfhörerausgang dazu. 

Marantz PM6005 Innenleben Gesamt

So loben wir uns das: Sehr guter Aufbau für die Preisklasse. Ringkerntrafo im geschirmten Gehäuse, Alu-Kühlkörper

Marantz PM6005 Innenleben1

Platinenlayout und Elkos

Marantz PM6005 Innenleben2

 Der Ringkerntrafo nochmals im Detail

Das Innenleben des PM6005 ist für die Preisliga erstaunlich hochwertig. Schmuckstück im aufgeräumten Geräteinneren ist klar der geschirmte Ringkern-Transformator, der eine hervorragende Stromlieferfähigkeit garantiert. Die über dem Trafo befestigte Schirmung sorgt dafür, dass es nicht zu Störungen mit den empfindlichen elektronischen Baugruppen kommt. Hochwertig ist auch der Aluminium-Kühlkörper für den effektiven Wärmeabzug. Das Platinenlayout ist sauber, die Verkabelung übersichtlich. Der PM6005 verfügt über eine effektiv arbeitende Stromgegenkopplungstechnologie und setzt auf hochwertige 192 kHz/24-Bit D/A-Konverter (CS4398) für eine exakte Wandlung des digitalen Signals in die analoge Ebene. Auch, wenn sich mittlerweile 192 kHz/32-Bit DACs eingebürgert haben, sind die Bauteile für diese Preisklasse absolut in Ordnung . Selbstverständlichkeit ist der komplett diskrete Aufbau. Insgesamt kann man nicht mehr erwarten, Marantz hat hier seine Hausaufgaben vorbildlich gelöst.

Marantz PM6005 Bedienelemente Front2

Vorne Kombination aus Kunststoff und Alu-Mittelteil, hochwertige Standfüße, gut geführter Lautstärkeregler

Marantz PM6005 Bedienelemente Front1

Drehregler für Bass, Höhen, Balance, Source Direct-Funktion sowie Loudness 

Marantz PM6005 Fernbedienung

Mitgelieferte Systemfernbedienung, übersichtlich und nicht überfrachtet. Tadellos für die Preisklasse 

Marantz PM6005 Front Seitlich1

Schicke Optik, recht flach, symmetrisches Front-Design mit Drehregler für Quelle links und Drehregler für Lautstärke rechts

Der PM6005 ist von außen gut verarbeitet, die Front besteht aus Kunststoff-Seitenteilen und Alu-Mittelteil. Die Spaltmaße sind recht gering.  Unter dem Verstärker befinden sich vier hochwertige silberne Standfüße. Die Optik wird geprägt vom symmetrischen Front-Design mit voll befriedigend geführten Drehreglern für Quellwahl und Lautstärke. Dazwischen befinden sich drei Drehregler für Bass, Höhen und Balance. Ferner vorhanden sind Source Direct-Funktion (kürzeste Signalwege) sowie Loudness-Schaltung für Bass-/Höhenanhebung bei niedrigen Lautstärken. Der PM6005 wiegt 7,6 kg, ist 440 mm breit, 370 mm tief und 105 mm hoch. Im Standby-Betrieb benötigt er nur 0,3 Watt. Als Alternative zur schwarzen Variante steht die Farbgebung „Silver-Gold“ zur Verfügung. 

Idealer Zuspieler ist der Netzwerkplayer NA6005, ebenfalls wahlweise in schwarzer Version oder in „Silver-Gold“ erhältlich. Diesen stellen wir im folgenden Text vor. 

Marantz NA6005 Front Seitlich1

Frontansicht mit Display. Neben der drahtlosen oder kabelbasierten Netzwerkeinbindung ist Bluetooth zum direkten Wireless-Streaming vom Smartphone vorhanden

Marantz NA6005 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung, übersichtlich und gut in der Hand liegend

Marantz NA6005 Display

Innerhalb der Schnell-Installation wird festgelegt, ob eine drahtlose oder kabelbasierte Netzwerkverbindung gewünscht ist

Marantz NA6005 Bedienelemente Front2

USB-Port für iOS-Device-Direktanschluss vorne, gute Detailverarbeitung

Marantz NA6005 Bedienelemente Front1

Regelbarer Kopfhörerausgang

Der NA6005 Netzwerkplayer offeriert eine Vielzahl nützlicher Funktionen im sauber verarbeiteten, flachen Gehäuse. Die analogen Audioschaltkreise arbeiten mit Marantz HDAM-SA2, integriert ist überdies ein wirkungsvoll geschirmtes WLAN-Modul. WiFi-Sharing oder WPS sind möglich, es geht aber auch die klassische Variante mit Eingabe des WLAN-Passworts. Dies geht extrem schnell beim NA6005, weil Marantz die Eingabe des Passwortes über die Fernbedienung recht clever gelöst hat. Wir hatten den NA6005 mit konventioneller Passworteingabe innerhalb von 2 Minuten im WiFi-Netzwerk. Die kabelbasierte Variante für Púristen funktioniert ebenfalls.

Der NA6005 bringt schlichtweg alle Funktionsmerkmale mit, die derzeit nachgefragt sind. Er ist in der Lage, von PC oder Home Server zu streamen, ebenfalls von mobilen Devices wie z.B. einem iPhone. Hier erfolgt der Zugriff auf die iPhone-interne iTunes-Musikbibliothek problemlos. Selbstverständlich ist AirPlay an Bord. Schaltet man von einer anderen, gerade laufenden Quelle auf AirPlay um, kann es allerdings sein, dass man zwei oder drei Verbindungsversuche starten muss, bis die AirPlay-Wiedergabe ordnungsgemäß funktioniert.

Der Netzwerkplayer begeistert mit seiner enormen Formatvielfalt und ist auch für Anwender interessant, die Wert auf die Wiedergabe von High Resolution Audio Files legen. Hier gibt der Netzwerkplayer auch Direct Stream Digital (DSD) wieder, und zwar in den Formen 2,8 und 5,6 MHz.  Des Weiteren werden FLAC nis 192/24, ALAC bis 96/24, WAV bis 192/24 sowie AIFF bis 192/24 wiedergegeben. Gapless Playback wird für FLAC, ALAC, WAV, DSD und AIFF ebenfalls unterstützt. An komprimierten Dateiformaten gibt der NA6005 MP3, WMA und AAC wieder. 

Integriert sind Clients für die Nutzung von vTuner-basiertem Internet Radio sowie Spotify Connect. Wer ein Apple iOS-Device einsetzt, kann Musik von Spotify übrigens auch mittels AirPlay streamen, Android-Device-Owner nutzen die in Spotify integrierte Funktion, in der die Wiedergabekette festgelegt werden kann. 

Man kann nicht nur die beiliegende, übersichtliche Fernbedienung verwenden, sondern wahlweise auch die Marantz HiFi-App einsetzen, die kostenlos für Android- und Apple iOS-Devices verfügbar ist. Praktisch: Wenn man den Netzwerkplayer NA6005 besitzt und einen passenden Verstärker dazu wie unseren PM6005, dann kann man den Verstärker auch über die App mitsteuern und z.B. den gewünschten Eingang anwählen und die Lautstärke anpassen. 

Marantz_App_Startbildschirm

Schickes Design der App, hier startet sie gerade

Marantz_App_Geraeteerkennung

Der NA6005 wurde sofort erkannt

Marantz_App_Eingangswahl

Eingangswahl beim NA6005 Netzwerkplayer

Marantz_App_Internetradio

Internet Radio-Funktion

Marantz_App_Wiedergabeliste_iPhone

Wiedergabeliste vom iPhone

Marantz_App_iPhone_Wiedergabe

Wiedergabe eines Titels

Marantz_App__Spotify

Spotify-Inhalte können mittels AirPlay gestreamt werden

Marantz_App_Spotify_Connect

Nutzt man Spotify Connect in Verbindung mit einem Spotify Premium-Account, kann man  den Marantz NA6005 in der Geräteliste in Spotify anwählen

Marantz_App_Spotify_Connect2

Ganz unten steht in kleiner grüner Schrift, dass der NA6005 nun für die Wiedergabe konsultiert wird

Marantz_App_AMP_Steuerung

Eingangswahl des in der Kette befindlichen Verstärkers, Steuerung über die App ist möglich

Die App ist zügig heruntergeladen und bietet Zugriff auf die volle Funktionsvielfalt des NA6005. Direkt aus der App kann man auf Inhalte des Smartphones, auf dem die App installiert ist, zugreifen und auf weitere Services wie vTuner und Spotify Connect. 

Der Netzwerkplayer ist im Geräteinneren tadellos aufgebaut.

Marantz NA6005 Innenleben Gesamt

Gesamtübersicht innen

Marantz NA6005 Innenleben1

Transformator

Marantz NA6005 Innenleben2

Akkurate Verkabelung

Marantz NA6005 Innenleben3

 Platinenlayout

Er hat keinen Ringkerntrafo wie der PM6005, was aber auch kein Muss ist, gerade bei einem Netzwerkplayer unter 500 EUR. Das Platinenlayout und die Verkabelung sind sauber gelöst und bieten keinerlei Anlass zur Kritik.

Marantz NA6005 Rueckseite Seitlich

Rückansicht gesamt

Der NA6005 verfügt über eingebautes WLAN-Modul, Netzwerkanschluss (RJ45) für kabelbasierte Einbindung, Remote Control In-/Out, Cinch, optischen digitalen Eingang und optischen digitalen Ausgang. Im Standby-Betrieb verbraucht der Netzwerkplayer nur 0,4 Watt. Er wiegt 6 kg und ist 440 mm breit, 104 mm hoch und 329 mm tief. 

Insgesamt überzeugen uns die beiden Devices bis dato. Einschränkungen gibt es nur beim Netzwerkplayer hinsichtlich der Bedienung, manchmal gönnt sich der NA6005 kleinere Gedenksekunden. Wer zu schnell hintereinander auf der Fernbedienung aktiv ist, sollte diese Vorgehensweise ebenfalls ändern und warten, bis der aktuelle Befehl auch wirklich umgesetzt wurde. 

Wie klingen die Marantz HiFi-Komponenten nun? Aufgrund unserer Erfahrungen und des sorgfältigen Aufbaus der Devices steigen wir guten Mutes in die Klang-Testreihen ein. 

Klang

Wir beginnen mit der Wiedergabe von HiRes-Audiofiles von unserem Server. „Desperado“ in der Adaption von Diana Krall (aus dem Album „Wallflower Deluxe, FLAC 48/24) ertönt in ausgezeichneter Qualität. Besonders beachtlich sind zwei Dinge: Wie gut sich die Stimme von den Nubert nuVero 70 löst, die wir als Lautsprecher verwenden, und wie natürlich und weitläufig das gebotene Volumen wirkt. Man hat den Eindruck, auch bei gehobener Lautstärke, eine richtig hochwertige Stereo-Kombination zu hören, denn es fehlt an nichts: Die Auflösung im Hochtonbereich ist sehr gut, der Übergang vom Hoch- in den Mitteltonbereich erfolgt höchst harmonisch. Unten herum brilliert der PM6005 mit einem stabilen, akkurat aufgebauten Bass-Fundament, das bezüglich Staffelung und Tiefgang ohne Zweifel als hervorragend gelungen zu bezeichnen ist.

Die Anschlagdynamik beim Piano holen die Marantz-Komponenten für die Preisklasse vorzüglich ans Tageslicht. Dies zeigt sich auch zu Beginn von „Don’t Dream It’s Over“ – lebendig, filigran, tadellos durchhörbar und gleichzeitig von der Tonalität her sehr angenehm – das Marantz-Duo realisiert wahren Hör-Genuss zum kleinen Preis. Die Auslegung empfinden wir als sehr gelungen: Weniger scharf, metallisch, als mancher in letzter Zeit von uns getestete Marantz AV-Receiver, deutlich gehaltvoller, gediegener, aber trotzdem dynamisch. Sehr gut, das ist hochqualitatives Stereo fürs Volk! Rund, räumlich dicht, mit wiederum sehr schöner Loslösung der Vocals: Auch dieser Song bereitet viel Freude beim Zuhören. 

Es folgt „Basil“ (FLAC 192/24) von Mark Knopfler. Die sehr angenehme, gleichzeitig überraschend charismatische Stimmwiedergabe beweist uns hier das Können der Marantz-Komponenten. Sehr feinfühlig kommt auch die akustische Gitarre heraus. Die Räumlichkeit erscheint luftig, die Ortung der Stimme Marks im Hörraum ist jederzeit präzise möglich. Der straffe Bass, der gleichzeitig ein sehr gutes Volumen bereit stellt, ist an einigen Stellen ebenfalls herauszuhören. Die Auflösung sowie die gesamte Feindyamik hinterlassen einen sehr kultivierten Eindruck. 

„Diamante“ (FLAC 96/24) von Sandra und Tony Alessi kommt ebenfalls vorteilhaft zum Ausdruck. Sowohl die weibliche als auch die männliche Gesangsstimme werden sauber abgebildet, die Loslösung von den Lautsprechern gelingt ein weiteres Mal tadellos. Das italienische Flair des Songs arbeitet das Marantz-Duo glaubwürdig heraus, alles wirkt leicht, frisch, und doch homogen. Man hört gerne zu, auch bei höherer Lautstärke. man merkt dann zwar irgendwann, dass sich der PM6005 schon etwas anstrengen muss, aber dies geschieht erst bei Pegeln, die man im Alltag eher selten hören dürfte. Man sollte nicht vergessen: Wunder bezüglich möglicher Pegel kann man von einem rund 440 EUR kostenden Stereoverstärker nicht erwarten, wohl aber gute bis sehr gute Leistungen. Wichtig ist: Unsere nuVero 70 stellen bezüglich des Wirkungsgrades von 84 dB das unterste dar, was sinnvoll erscheint. Es ist demnach wichtig, bei den verwendeten Boxen auf einen ordentlichen Wirkungsgrad und auf ein günstiges Impedanzverhalten zu achten. 

Als nächstes spielen wir per AirPlay von unserem iPhone 6 Plus „Love in Portofino“ von Andrea Bocelli zu (AAC), Und auch hier, bei deutlich niedriger auflösendem Material, bietet die Marantz-Kombination noch ein lebendiges, tiefgehendes Klangerlebnis. Dieses lässt den Zuhörer richtig eintauchen in die musikalische Welt Andreas. Die analogen Endstufen des PM6005 überzeugen durch ihren runden, geschmeidigen Antritt und liefern trotz des homogenen Klangs auch hinsichtlich der Impulstreue eine ansehnliche Performance. 

Völlig andere Tugenden sind beim Trance-Hit „Raptor“ von Digital X gefragt. Diesen Track spielen wir ebenfalls per AirPlay zu und sind angetan vom kräftigen, raumfüllenden Bass, den der PM6005 bereitstellt. Nur, wer es mit dem maximalen Pegel übertreibt, wird Verzerrungen ernten, dann geht dem kleinen Verstärker schlichtweg die Luft aus. Bis dahin aber ist es ein gutes Stück, welches der PM6005 mit impulstreuem, kraftvollen Sound souverän zurücklegt. Die elektronischen Effekte überzeugen mit solide aufgebauter Räumlichkeit, verschiedene akustische Ebenen zu unterscheiden, gelingt probemlos. Dynamische Differenzen stellen die Marantz-Devices authentisch heraus.

Wir schließen unsere AirPlay-Checks mit „The Key“ von Klardust, einem 2015er Club-Hit. Mit dem harten, kraftvollen Bass hat der PM6005 wenig Probleme, was man an er nachdrücklichen Signalausgabe durch die nuVero 70 sofort nachvollziehen kann. Die hoch belastbaren schwäbischen Lautsprecher gehen nahezu jedes Tempo mit, alles, was der Marantz Stereoverstärker an Leistung einschenkt, wird umgehend verarbeitet. Die Tempowechsel und elektronischen Effekte werden mit guter, wenn auch nicht mit überbordender Dynamik in den Raum geworfen. Der Klang bleibt stabil und rund auch bei höherem Pegel. 

Ohne Anlaufschwierigkeiten funktioniert Spotify Connect. Hier hören wir den Depeche Mode-Klassiker „Enjoy The Silence“. Es liegt am Quellmaterial, dass der Song zu Beginn minimal fade erscheint. Das ändert sich aber nach kurzer Zeit, dann wird mehr Dynamik hörbar, die von den Marantz HiFi-Bausteinen sehr gut herausgearbeitet wird. Die gute Integration der Stimme von Dave Gahan ist ebenso zu loben wie die erneut überzeugende Auflösung über den gesamten Frequenzbereich. 

„It’s My Life“ von Bon Jovi folgt in unserer Spotify-Session. Hier legt der PM6005 ein durchaus lobenswertes Tempo vor, die E-Gitarre klingt recht fetzig, und die Stimme Jon Bon Jovis wird präzise nachvollziehbar in den Raum gestellt. Der Bass ist kräftig und fundiert, aber nie unpassend überpräsent. Der Sound bleibt stets ausgewogen, dadurch kann man sehr gut auch mit gehobener Lautstärke zuhören, ohne dass der Höreindruck stressig wird. 

Wir finalisieren diese Testsequenz mit „How Deep Is Your Love“ von den Bee Gees und stellen fest: Mit komprimiertem Material von Spotify sind tatsächlich richtig gute akustische Leistungen möglich, wenn die Marant-Kombi am Werk ist. Bis auf ein Mal (Aussetzer) funktionierte auch die WLAN-Drahtlosverbindung ohne Störungen.  Beim Bee Gees-Sing liefern die Marantz-Devices wiederum eine sehr gelungene Stimmdarbietung, die facettenreich ist und mit klaren Konturen auftritt. Das Hören wird erneut von einer gelungenen Mischung aus Dynamik und Harmonie geprägt, die dafür sorgt, dass sich ein breiter Hörerkreis von der Akustik der Marantz 6005er Komponenten angesprochen fühlen dürfte. 

Konkurrenzvergleich

Yamaha A-S701: Den 649 EUR kostenden Yamaha vergleichen wir mit dem rund 200 EUR günstigeren PM6005. Hier ist festzustellen, dass der Yamaha erwartungsgemäß mehr Reserven bietet, um auch mit anspruchsvolleren Lautsprechern zusammen zu arbeiten. Die Pegelfestigkeit liegt demnach auch höher. Der Yamaha offeriert noch mehr Dynamik und Basskraft. Der räumlich glaubwürdige, sehr homogene Klang mit ausgezeichneter Loslösung der Stimmen vom Lautsprecher spricht aber auch in diesem Vergleich für den preiswerten Marantz. 

Aus dem Hause Harman/Kardon kommt ein Stereo-Receiver namens HK 3770, der gleich Netzwerkfunktionen und konventionelles Tuner-Teil mit einem Vollverstärker in einem Gehäuse kombiniert und für 499 EUR angeboten wird, eine günstige Offerte. Den Sparzwang merkt der versierte Anwender an Details im Innenleben wie dem Blechkühlkörper oder dem einfachen Trafo. Die fehlende HiRes-Unterstützung beweist dies ebenfalls. Der kräftig antretende HK kann per App gesteuert werden und verfügt auch über eine integrierte Bluetooth-Funktion. 

Von Pioneer stammen der Stereo-Verstärker A-30 und der Netzwerkplayer N-30. Beides zusammen kommt auf rund 700 EUR UVP. Dafür bekommt der Käufer einen kraftvoll aufspielenden und zugleich mit 299 EUR günstigen Stereo-Verstärker und einen gut ausgestatteten Netzwerkplayer. Im Vergleich zu den Marantz-Komponenten wirkt die Verarbeitung etwas einfacher, aber fürs Geld bilanzierend sehr überzeugend. Der PM6005 weiß mit besserer Detaillierung und höherer Gesamthomogenität zu überzeugen und rechtfertigt dadurch seinen Mehrpreis. 

Fazit

Marantz NA6005 PM6005 Gruppenbild

Die Marantz Stereo-Bausteine PM6005 und NA6005 bieten ein hohes akustisches und technisches Niveau zum fairen Kaufpreis. Dass die beiden leistungsfähigen Komponenten auch noch gut aussehen und reichhaltig ausgestattet sind, vergrößert noch die Freude. Die Bedienung ist einfach und kann wahlweise mittels der mitgelieferten Fernbedienungen erfolgen, oder, wenn man Netzwerkplayer und Verstärker besitzt, mit der leicht durchschaubaren Marantz HiFi Remote-App, die für iOS- und Android-Mobilgeräte zur Verfügung steht. Mit der umfangreichen Wiedergabe von HiRes-Tonformaten inklusive DSD, dem eingebauten WLAN-Modul und der Spotify-Connect-Integration präsentiert sich der NA6005 in zeitgemäßer Verfassung. Der PM6005 begeistert durch Tugenden klassischen Verstärkerbaus, wie der geschirmte Ringkerntrafo und das diskrete Endstufenlayout beweisen.

Optisch attraktive HiFi-Komponenten mit praxisgerechter Ausstattung und hervorragenden klanglichen Eigenschaften
ueberragend
Stereo-Komponenten Mittelklasse

+ Verstärker mit harmonischem Klang und guter Dynamik
+ Netzwerkplayer mit umfangreicher HiRes-Audio-Unterstützung
+ Sehr gute Verarbeitung innen und außen
+ Netzwerkplayer mit Spotify Connect, Bluetooth und eingebautem WLAN
+ Verstärker mit hochwertigem Ringkerntrafo und Alu-Kühlkörper
+ Günstiger Kaufpreis

– Stellenweise etwas träge Bedienung beim NA6005

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. Juni 2015




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